Full text : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

 

 

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Rosenheimer  Anzeiger

 

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Rosenheimer  Tagblatt

Amrliches  Publikations-Organ.

 

Nummer  144

Donnerstag,  22.  Juni  1916

6  v#kentch-  Achalius

 

L#

Gelände=  u.  Gefangenengewinn  u.  ruff.  Rückzug  bei  der  Armer  Tinsiugen.

Oberleutnant  Immelmann  abgestürzt.  —  Die  Unsicherheit  in  Parls.  —  Der  neue  Aafstand  in  Irland.  —  Exfolgreicher  Fliegerangriff
  arf  ruffische  Zerfiörer.  —  Die  Forderungen  des  Vierverbandes  an  Griechenland.  —  Verschinfung  des  Konflikt.  s  zwischen
Amerika  und  Mertko.

Jur  Kriegslage.

WVTB.  Broßen  Haupkqguartiek,  ben

20.  Juni,  vormittags.  Amtlich.
Wegricher  Kriegsschauplasf.

Die  Lage  i.t  im  allgemeinen  unverändert.
Teutsche  Patrouillenunternehmungen  bei  Bauoraignes
  und  Niederaspach  waren  erfogreich.

Unsere  Flieger  belegten  die  militärischen  Anlagen
  von  Bergues  bei  Dünkirchen  und  Sonilln
(westlich  von  Verdund  ausgiebig  mit  Bomben.

estlicher  Kriehsschanpla

Heeresgruppe  des  Generalfeldmarscholls
  von  Hindenburg.

Vorstöße  deutscher  Abteilungen  aus  der  Fronk
sudlich  von  Smorgon  bis  über  Bary  hinaus  ung
bei  Tanoczyn  brachten  an  Gefangenen  1  Offiz#
und  143  Mann,  an  Beute  vier  Maschinengewehre
und  vier  Minenwerfer  ein.  Ein  russischer  Dopreldecker
  wurde  westlich  von  Kolodon  (südlich  des
Naroch-Sees)  zur  Landung  gezwungen  und  durch
Artillertefeuer  zerstört.  Auf  die  Bahnanlagen
ron  Wilejca  wurden  Bomben  abgeworfen.

Heceresgruppe  des
Prinzen  Leopold  von  Bayern.

Die  Fliegerangriffe  auf  die  Eisenbahnstrecke

Vlochewilchi  TLuniniec  wurden  wiederholt.
Heeresgruppe  des
GEenerals  von  Linsingen.

Mehrere  russische  Angriffe  gegen  die  Kanalslellung
  südwestlich  von  Logischin  brachen  unter
schweren  Verlusten  im  Sperrfeuer  zusammen.

Die  fortgesetztes  Bemühungen  des  Feindes
hegen  die  Styr-Linie  bei  und  westlich  von  Kolki
blieben  im  allgemeinen  ohne  Erfolg.

Vei  Gruziantyn  ist  der  Kampf  besonders  heftig.
  Zwischen  der  Straße  Kowel—  Luck  und  dee
Thirya  brachen  unsere  Truppen  an  mehreren
Stellen  den  zähen,  bei  Kisielin  besonders  harnäckigen
  russischen  Widerstand  und  drangen  käus
pfend  weiter  vor.  Südlich  der  Thirya  wurden
seindliche  Angrifse  abgeschlagen.

Die  Russen  haden  ihr  Vorgehen  in  Richtung
aus  Gorochow  nicht  fortgesetzt.

Die  Lage  bei  der

Armce  des
Gencrals  Grafen  v.  Bothmer.
ist  unve:  Cadert.  E
Balka#kriegsschauplatz.

Fcindliche  Bombenabwürfe  auf  Ortschaften
Dinter  unserer  Front  richteten  keinen  Schader
an.

Oberste  Heeresleitung.

2  —  24

 

Der  amtliche  österreichische  Bericht.  -

WT/N  Wien.  20.  Juni.-  Amtlich  wakrd  verlautbart:
  17.

Russischer  Kricgsschauplatg.

An  der  Bukowina  hat  der  Feind  unter  Kämpjen
  mit  unseren  Nachhuten  den  Sereth  überschritten.


Zwischen  Pruth  und  Duse#tr.,  an  der  Sirypa
und  im  Gebiel  von  Radziwillow  verlief  der
Tag  verhältnismäßig  ruhig.

In  den  erfolgreichen  Abwehrkämpfen  südösiich
und  nordöstlich  von  Lolaczy  in  Wolhynien  brachten
  unsere  Truppen  bie  jetzt  1300  Gefangene,  ein
russisches  Geschütz  und  3  Maschinengewehre  ein.

Im  Raume  von  Kisielin  schreiten  die  Angriffe
der  Verbündeten  in  zähem  Ringen  vorwärts.

Jwischen  Sokul  und  Kolki  haben  wir  neuerlich

starke  soindiiche  Angriffe  abgeschlagen.  Bei
Gruziatyn,  wo  co  der  Feind  unter  Aufgebot

llarler  Kräfte  zum  vierten  Mal  versucht,  in  die
Linie  der  tapferen  Verteidiger  einzudringen.
wird  crbitlert  gekämpft.

Italienischer  Kriegsschauplaffs.

Die  Kampftätigkeit  an  der  Isonzo-Front  und
in  den  Dolomiten  sank  auf  das  gewöhnliche  Maß
zurück.  1

Neuerliche  Vorstöße  der  Italiener  gegen  einzelne
  Frontstücke  zwischen  Brenta  und  Astico
wurden  abgewiesen.

Südbstlicher  Uriegsschauplatz.
Bei  Seras  an  der  unteren  Vojusa  Geplänlel.
Der  Stellvertreter  des  Chefs  des  Generalsfab:
p.  Höfer,  Feldmarschalleutnant.
I

Der  Sereth,  bis  zu  dem  die  Russen  in  der
Bukowina  vorgedrungen  sind,  fließt  nach  Süceolen,
  um  bei  Galatz  in  die  Donau  zu  münden.
Erist  nicht  zu  verwechseln  mit  dem  Fluß  gleichen
Namens,  der,  von  Tarnopol  in  Galzien  nach
Süden  fliehend,  flußabwärts  von  Zaleszezuki
in  den  Onjestr  mündet.

"*  "  82

der  Kampf  zur  Ser.

Luftangriff  auf  russische  Zerstörer.
TB  Berlin,  20.  Juni.  (Amtlich.)  Am
10.  Jun  hat  eines  unserer  Marineflugzeuge
im  Rigaischen  Meerbusen  bei  Arensburg  zwef
russische  Zerstörer  mit  Bomben  angegriffen  und
auf  einem  derselben  einen  Volltreffer  erzielt.
Die  englischen  Verluste.
Rotterdam,  20.  Juni.  Die  bis  15.  d
durch  die  englische  Admiralitat  veroffentlichtes
Verluste  in  der  Schlacht  am  Skagerrak  ergeben
8654  Mann.

1  —

 

Die  Kriegslage  Iim  Osten.

Ein  Bild  über  die  Offeniive  erbält  man  aus
einer  Schilderung,  die  der  Spezrialkorreĩpondent
der  „Vons.  Itg.“,  Max  Theodor  Behrmann,
ubermittelt.  Er  sagt  darin  u.  a.:

Die  Ansichten  der  rusfischen  Offizqiere  über  die
Große  der  Brussilomschen  Armee  gehen  wert
augeinander.  Während  einige,  die  ich  sprechen
konnte,  von  nallein  “  Armeekorpe  reden,  bezissern
  andere  diese  Zahl  auf  etwa  61)  Diofsionen.
Ebenso  verschieden  von  einander  llingen  die  Aussagen
  der  #ur##uschen  Offijiere  über  die  russischer
seils  bei  der  isherigen  Offensive  erlittenen  Verluste
  an  Toten  und  Verwundeten.  Daß  diese
Verluste  außergewöhnlich  groß  gewesen  jind,  wird
allseitig  zugegeben.  Allein  auf  der  30  Werit
langen  Kampfront  zwischen  Olika  und  Luek  soll
Biussilow  nach  übereinstimmenden  Aussagen
nicht  weniger  als  40  000  Mann  verloren  haben,
während  die  rusfischerseilo  ebenfalls  als  Durchbruchstelle
  bezcichnete  Stätie  an  der  unteren
Strypa,  eine  Strecke  von  etwas  über  eine  Meile,
dem  General  Vrussilow  weitere  30000  Mann
gelostet  haben  soll.

Ebenfalls  übereinstimmend  sind  die  Aussagen
der  russischen  Offiziere  über  die  ganz  bedcutenden
  Vorräte  an  Geschützen  und  Munition,  über
die  Brussilom  verfügt.  Offiziere,  die  während
des  ganzen  Krieges  auf  verschiedenen  Seiten  ber
russischen  Nordwest-  und  Südwestfront  gelänipft
haben,  sind  darin  einig,  daß  noch  niemals  bisher
eine  russische  Armec  derartige  Vorräte  ausge
wiesen  habe  und  so  verschwenderisch  mit  ihrem
artilleristischen  Park  umgegangen  ist.  Wie  sich
jetzt  herausstellt,  waren  schon  zu  Beginn  de-  Juni
um  Rowno  herum  ungeheure  artilleristüsche
Munitionsmassen  ausgestapelt,  und  während  der
Kämpfe  rollten  ununterbrochen  weilere  Eisenbahnzüge
  voll  Artilleriemunition  nach  Romno
heran.

Ueberaus  auffallend  war  die  Tatsache,  daß
alle  Offiziere  zwar  den  unmittelbaren  taktischen
Erfolg  Brussilows  als  sehr  groß  darstellen,  den
endgültigen  strategischen  Ausgang  der  Offen
sive  aber  lühl  beurteilen.  Es  fehlt  nicht  an
Stimmen,  die  Brussilows  Vordrängen  als  im
Interesse  der  deutschen  Heeresleitung  gelegen.
bezeichneten.

Russischer  Rückzug.

Berlin.  20.  Juni.  Der  Kriegsberichterstatte
des  „Berliner  Lokal-Anzeigers“  meldet  von  dein
wolhynischen  Kriegsschauplatz:  Die  letzten  beiden
  Tage  haben  den  russischen  Stillstand  in
einen  eriten  Rückzug  verwandelt.  Die  verbürdeten
  Truppen  komen  jent  schon  einen  recht
stattlichen  Gelände=  und  Gefangenengewinn  beie
zeichnen.  (J.)

 

Allgemelues  vom  Keles.

Oberleutuant  Immelmann.
Sein:ig.  21.  Juni.  Wie  die  „Leipziger
Neueite  Nachrichten  iuverlähig  erfahren,  ist
Oberleumant  Xu####llann  vor  einigen  Tagen
mil  seinert  Flugsenn  abgemürzt  und  gestorben
Mit  aufrichisger  Trauer  wird  jeder  Deutsche
das  tragische  Ceski:  die  es  beldenmütigen  Flicereiiiziers
  vrernelmen.  der  als  hervorragender
Vertreter  urserer  unasten  Waffe  so  glänzende

Leiftungen  vollbrack:  hal.  und  auf  den  wir  mit
Stol;  geblidt  haben.  feindliche  Flugzeuge
sinb  ieiner  uberlegenen  Flugtechnit  zum  Opfer
gefallen.  Am  .  Mari  dö.  Js.  fanden  seine

Erfolge  die  volle  Anerlennung  in  einem  Schreiben
  des  Kaners.  wotin  dierer  dem  erfolgreichen
Klicheroffirier  u#nnmem,  welchen  Wert  er  seiner
jühnen  Tnkein  deinm'te.  Die  Brust  des  jungen
Helden  ichinuckte  zuir  dem  Euernen  Kreuz  I.

uno  2.  Klasse  auug  de:#n  ble  Kriegsoroen  Pour
le  mnerite.
Die  llmiicherdeit  in  Paric.
enf.  20.  Juni.  Im  „Joutnal“  führes

Burger  und  Senatoren

daß  sich  seit  einiger
:  Paris  wieder  in  einen#r
ne  invor.  Ermordungen
von  Polizeiagenten.  Grahschandungen,  Dieb
j:aule.  Einbiuche.  rauber  sche  Ueberfälle  usw
seien  an  der  Tagesorduung.  Es  jei  höchsfte  Zeit,
das,  die  Behorden  die  Stadt  von  dem  Gesinde#
sauberten.

einige  angeiehene  Pariser
lebhaite  Klage  darubit.
Heit  das  Apachentunt  i
Mai##  breit  mache  wie

E#rmee#b#:  ieee  oerreichischen
Offiier  Montencgro.

Wien.  20.  Jum  As  Cctinje  wird  gedrahtet,
  daß  der  bisherm#e  #ontenegrinische  Kriegeminiter
  VBesob#c-emimen  mit  seinen  Brudern
  in  der  Nahe  der  Ortichaft  Macevo  einen
öfterreid  is  ccenOfer  ermordete.  Die  Morder
  sind  entlommen.  Auf  ihre  Ergreifung  wurde
  eine  Prämie  von  5  D0  Kronen  ausgesetzt.
Besovic  war  Kriegeiniruer  in  dem  letzten  monlenegrinischen
  Kabinen.
Aufuand  in  Irlanv.

Ammeronm,  2/1.  Juni.  Wie  man  aus  London
  meldet,  rubt  seil  Freitag  auf  den  irischen
Hauptstrecken  der  gesemte  Bahmverkeler.  da  neue
grose  Unruben  auogebtachen  find  und  Anschlage
gegen  Cisenbalnen  be  u#àn  #l  werden.  Die  Trupnen
  die  von  Belfarimi  der  Eisenbahn  südwärt:
besfordeit  wurden.  zurückgekehrt,  da  die
Sten  unsicher  war  Sie  wurden  auf  Dampsern
  rerlaoen  und  weier  befördert.  Die  irischen
Hafen  sind  ebenfallte  teilweise  gesperrt.  Jeder
Verlehr  mit  Engian  in  unterbrochen.  In  Belja
  heiricht  große  Aefregung  unter  den  Trupven
  wegen  der  Nackschten  von  neuen  Aufstaän
den  in  mehreren  Stadten.  In  Dublin  wurde  das
Gesangnis  von  den  Aufstandischen  durch  eine
List  uberrumpelt  und  die  Gefangenen  befreil.
Von  englischer  Seite  werden  wiederum  alle  Anstrengungen
  gemacht,  um  die  Tatsachen  zu  verschweigen.
  (3.

Der  neuec