Full text : Rosenheimer Anzeiger. 63. Jahrngang (63)

eren  .

Usschanken  der  inneren  Stadt  belommt
  man  Bier  soviek  man  will.  Da  hindert
keine  Dreihalbe-Verordnung  des  Generalkom---mandos,
  gutdressierte  Kellnerinnen  —  dem
ltäglichen  Stamm

gast  zur  ausgiebigen

schwere  —  der  6!  ustans  in  1  sDdeal  zu
nennen  fttr  jene,  denen  ihre  Zeit  8
von  ¾6  Ws  rn  in  einem  Bräu-  i  aufs
kae3  zu  warten.  Sie  kommen  dann  nicht  zu
Die  arbeitsamen  Menschen  aber,  und  wir
l  hier  speziell  das  Heer  der  Vureauangestellten,
  wissen  am  Abend  nicht  ihre  bescheidene
Halbe  Bier  zu  bekommen.  Die  wuhe  Erwägungen  über
die  Biermarke  könnten  jetzt  wirklich  schon  bald

abgeschlossen  sein.

münchen,  6.  März.  Im  Tierpark  kann  als
ein  Opfer  des  Krieges  der  Seelöwe
werden,  der  als  letzter  seiner  Art  in  der  Nacht
auf  den  Sonntag  einging.  Wie  bei  seinem  vor
einiger  Zeit  eingegangenen  Gefährten,  war  die
Todesursache  bkutige  Harn=  und  Magenentzündung,
  bervorgerufen  durch  die  nicht  ganz  geeignete
  Nahrung,  welche  in  der  letzten  Zeit  geboten
  werden  mußte.  Infolge  des  Krieges  waren
  die  für  diese  Tiere  rötigen  Sefsishsorten
nur  sehr  schwer  zu  beschafsen  und  mußten  sogar
Krilweise  junge  Hafsache  e  füttert  werden.  Die
Seelöwen  sind  an  sich  “  .r  und  sofort
nach  dem  Kriege  wieder  zu  n.  Es  waten
lüberdies  sehr  teu#c#  Prenhesl  namentlich
bei  den  jetzigen  sehr  I#en  Fischpreisen;  das
eingegangene  Tier  hat  in  den  Monaten
keinn  Anschaffungspreis  an  Fischnahrung  verzehrt.


München.  6.  Mä'#3.  Reiche  Beute  machten
Einbrecher,  die  nachtr  im  die  Drogen=  und  KRolonialwarenhandlunn
  Hermann  Knecht  &  Co.
an  der  Weißenburgerstraße  eindrangen.  Der
Wert  der  entwendeten  Waren  beträg  nahezu
6000  Mk.  Entidendet  wurden  u.  a.  4  Zentner
Würfel-  und  Fries  zucker,  1  Zentner  roher
Kaffee,  12  3  ner  gebrannter  Kaffee,  60  000
Sportzigarete  30  (000  Gratwohl--Zigaretien,
15  000  Memrl.  3.  1000  Zuban=  und  1000  Kas.
scler-  Zigaret.c  30  Kisichen  Zigarren,  darunlter
  300  österreichische  Virginier.  50  Dutzend
——  Feinseifen  im  Werte  von  1200)  Mk.,
00  Päckcchen  Süßstoff,  30  Flaschen  Cognak,
Malagawein,  Kolnisches  Wasser,  Vanillestangen
  usw.

Bsweiische  Landseauenfas.
München,  6.  März.

Aus  der  Notwendigleit  heraus,  aufzuklären
im  g  Lande  und  insbesondere  bei  den  Landfrauen,
  daß  alles  daran  gesetzt  werden  zut
den  heimischen  Boden  voll  auszunutzen  und  a
seine  Erzeugnisse  zur  Ernährung  von  Mensch
und  Tier  nutzbar  zu  machen,  um  das  wirtschaftliche
  Durchhalten  der  Nation  neben  dem  mili-Prischen
  hu  sichern,  haben  die  baykrisckter
Frauenvereme  nach  München  einen  Bayerischen
Londfrauentag  einberufen,  dessen  Verhandlungen
  den  ländlichen  Hausfrauen,  den  Wanderlehrerinnen
  und  allen  senen  Persönlichkeiten,  die
in  der  ländlichen  Wohlfahrtspflege  stehen,  eine
Fülle  von  Belehrung  und  Aufklärung  bicten.
Veranstaltet  wurde  die  gung  von  den  dem
Jentrakvorstand  angegliederten  Frauenwereinen;
½es  sind:  Bayerischer  Frauenverein  vom  Noten
Kreuz,  Bayerischer  Landesverband  des  Katholischen
  Frauenbundes,  Verein  für  wirtschaft-Doktor

  4  Huber  lächelt  üt  über  sich  ich  selbst.  Er
baute  Luftschlösser!  Jener  Deutsch-Amerikaner
hatte  vielleicht  nie  „Spieler“  geheißen!  Alles
war  ein  Zufall!

ber  trotzdem:  Der  *—  ließ  ihn  nicht
los.  Und  er  verfolgte  ihn  auch  noch,  als  er
am  nächsten  Tage  an  der  Pforte  des  Missione.
hauses  von  St.  Jakob  läutete.  Es  lag,  eine
Bahnstunde  von  Wlen  entfernt,  mitten  im
Grün  eingebettet.  Schrill  slog  der  Ton  der
Klingel  durch  die  Stille.  -*ieer  schrak  sast  zulammen.
  Seine  Nerven  waren  so  erregt.
Und  als  scch  jetzt  langsom  der  Bruder  Pförtner
näherte,  batte  der  Beamte  ein  seltsames  Gefühl,
als  solle  und  müsse  die  nächste  Stunde  44  m
eltwas  ganz  Besonderes  bringen.  Als  er  a
dann  im  Sprechzimmer  dem  Prior  des  Haafe
ruder  Rufus,  gegenüberstond,  verschwand
diese  Empfindung  ganz.  er  kleine,  joviale
ht  aus,  als  ob  er  irgendein  Geverraten
  hätte.  Schon  die  Antwort
  auf  Die  erste  Frage  klang  enttäuschend:

*

 

 

 

lte  wünschen  etwas  vom  Bruder

Theobald  l
Do  kommen  Sie  zu  Eot  Er  ist  gestorben
kam  schwerkronk  aus  A  zurück.  Der  Herr

dab  ihm  den  Frieden
Huber  war  aufrichtig  bestürzt.  Tot?  Das

haiie  er  gar  nich  in  Erwägung  gezogen!  Tlo“
ot!  Ja,  da  war  nichts  zu  machen.  Schon

aen  er  sich  empfehlen,  bor  flel  un  noch
as

 

r  rbi  r
Ele  mit  55  553  —
Ich  war  auch  bei

n
lhm  in  Festun  Et

 

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—  1  SS  ——  n  —a
Geege“  .  -

 

liche  eaelchuen  auf  dem  Lande,  Gaupt.

d  bayerischer  Frauenpereine,  Landesi
  der  bayerischen  Hausfrauen  und  Bayerischer
  Landesrerband  des  deutsch-evangelischen
Frauenbundes.  Die  Tagung  fand  im  Hörsaale
der  tech  nischen  Hochschule  statt.

Staatsminister  v.  Brettreich  wande  sich  an
die  Tagung  mit  Worten  von  prinzipieller  Bedeutung:
  Seit  Beginn  dteses  furchtbarsten  aller
Kriege,  der  unserem  Votte  durch  neidische,  haßerfunse
  H  naufgwungen  wurde,  steht  die
deutsche  Frau  dem  Manne  in  allen  Noten  als
treue  Enossin  zu  nn  Seite.  —  Und  wie  plagt  sich
die  Frau  Landwirts  nun  seit  Jahren  un
ter  den  schwierigsten  Kriegsverhältnissen  bei  all
dem  Mangel  an  Hilfskräften,  bei  den  Widerwärtigkeiten
  des  Betriebs,  bei  all  den  Sorgen  um
die  Angehörigen  im  Felde.  Würdig  tritt  dem
zur  Seite  in  der  großen  Stadt  das  geduldige
Anstehen  der  kleinen  Frau,  die  nicht  über  Mittel
verfügt,  vorzusorgen  und  Vorräte  auch  nur  auf
wenige  Tage  anzulegen,  dieses  Anstehen  selbst  in
härtester  Winterkälte  von  früher  bgenstunde,
um  die  knapp  bemessenc,  zugeteilte  Nahrung-,
menge  in  Empfang  zu  nehmen.  Das  stille  Dulden,
  Sorgen  und  Tragen  im  Haushalt  von  Tag
zu  Tag,  von  Woche  zu  Woche,  mitten  in  den
en  wachsenden  l7*  und  ubehrungen  der
Großstadt  ist  nich!  minder  ergreifend.  Aus
solchem  Verhalten  der  deutschen  Frau  bei  all

den  Sorgen  und  Kümmernissen  der  it  spricht
ein  Geist  der  Furchtostgten,  der  3  Zerkeit,  der
Opferfreude,  Geist  der  deutschen  Treue!

Wir  leben  in  s“„  harter  Zeit  und  wir  werden
  uns  in  den  nächsten  Uebergangsmonaten
vielleicht  noch  mehr  beschränken  milssen.  Da  muß,
wer  überschüssiges  hat,  und  das  sind  vor  aklem
am  Land  noch  genug,  dem  geben,  der  daman
gelt,  der  Bauer  dem  Städter,  der  Reiche  dem

Armen.  Gemeinsame  Not,  gemeinsames  Brot!
Und  wenn  es  sein  sollte,  müssen  wir  miteinander
hungern,  um  miteinander  zu  siegen.  Gott  sei
Danl,  L  diefer  Geist  in  allen  Kreisen  unseres
  deutschen  Volkes  bei  Arm  und  Reich,  Hoch
und  Nieder  zu  finden  ist  „leider  noch  Acht  in  allen
Häusern  und  Familien.  Dafür  zu  sorgen,  daß
er  auch  dort  Einkehr  hakte,  ist  Pfücht  eines  jeden,

„Dann  wissen  ieie  e  vielleicht  #  auch,  da
Bruder  Theobald  einst  einen  Freund
Felix  Frriberrn  von  Richting,  den  bekannten
Naturlolcher  #n.

Schatten  glitt  über  das  gute  Gesicht
des  Ii  uen

-Zar  entgegnete  er.  „Leider.  Bruder  Theobald
  war,  eh  in  unseren  Orden  eintrat,
Sstaier“  im  selben  Regiment,  in  dem  vorüber.
gehend  auch  Felix  von  Richting  diente.  a  ·
mals  entspann  sich  eine  Freundschaft,  die  unendlich
  innig  war.  Ich  sage  nochmals:  Leider.
Sie  hat  Bruder  unlsbdae  kein  Glück  gebracht.
Auch  als  er  in  unseren  Orden  eintrat,  fesselte
ihn  immer  noch  ein  starkes  Band  an  den  Freund.
Sie  kaomen  noch  manchesmal  zusammen,  soweit
  unsere  Ordensregel  es  erlaubt.  Ja:  Leider
Leider#“

ganz  gedankenvoll  geworden.
Nachs  Pinr  ele  juhr  er  sort:
ch  weiß  nicht.  uas  Sie  zu  nilr  jührt.
Aber  eines  kann  ich  Ihnen  sogen,  mein  Heir:
Es  war  ein  Unglück  für  Bruder  Theobald,
daß  er  an  jener  Freundschaft  festhielt!  Es
türzte  ihn  in  Kämpfe  und  Wirren  aller  Art.
Ich  hobe  seine  Beichte  gehört  P  nchth.  was
er  gelitten  bat.  Gott  wird  ihm  ig  sein
55  Huber  batte  einen  baschen  Entich  uß
efa
6%  .Wann  ist  Buder  Theobald  gestorben?“

 

„Vor  fümgeln  Jabren.  mein  „Herr.  Hier,

in  unferem  Mutterauc.  In  meinen  Armen.“

"  dhat  nichis  hinterlassen,  hochwürdiger

  Pater,  was  im  Zusammenhang

teht  mit  Felix  von  Nichting  oder  —  mit
einer  gewissen  G  Daän!'“

arie  Gi  anu  ?  wieberholte  der

-  rho
tleinẽ  Geistliche  in  einem  löben  Erstaunen.

batte:

 

der  sein  Vaterland  lieb  hat.  Hier  tatkräftig  zu
wirken,  das  ist  der  vaterländische  Hilfsdienft,
den  die  Neglerung  vor  allem  von  den  Frauen
erwartet.  Wenn  zu  gemeinsamem  und  ausnahmslosem
  Sparen  und  Sichbeschränken  auf  die
Kriegsration  noch  hinzukommt,  daß  unsere
bayer.  Landwirtsfrauen  alles  aufbieten,  damit
die  von  der  Staatsregierung  eingeleitete  und
in  verschiedenen  Bezirken  erfreulicherweise  schon
recht  ergiebige  Lebensmittelsammlung  auf  dem

Lande  noch  ergiebiger  wird,  dann  braucht  nie
mand  zu  hungern,  es  hat  jeder  einen  Platz  an
ver  gemeinsamen  Tafel.  Die  Genüsse  der  Fric-#1

  freklich  müssen  wir  bis  auf  weiteres  in
L  der  Trãume  verweisen.  Aber  n
auf  c.u  #a  F  rrrn  moge  die  Frau  im  *
und  land  .  a.alt  achten:  Sorgen  Sie
dafür,  dan  das  dde  Ceis  wäßz  der  Gasse,  di##wilden
  Gerüchte,  das  beunkuhlgende,  aufreizende
Schimpfen  und  Janken  der  Stadt  über  das  Land
und  umgekehrt  Leinen  Eingang  im  Hause  finde
oder  doch  sofort  mit  dem  Besen  hinausgefegt
wird.  Solc  er  Kehricht  lamm  ein  Haus-  und  Gemeinwesen
  rergisien.  So  müssen  wir  denn  den
uns  aufgezwungenen  Kampf  auf  Tod  und  Leben
weiterführen  b.s  zu  einem  ehrenvollen  Frieden.
Dazu  brauchen  wir  aber  ein  einiges,  ein  starke-Volk,
  das  der  Gefahr  ruhig  und  sicher  ins
Auge  schaut.

Hieran  schloß  sich  eine  Reihe  belehrender,
fachlicher  Borträge  in  denen  Autoritäten  auf  dem
Gebiete  der  Landwirtschaft  ihre  Erfahrungen
insbesondere  in  Bezug  auf  die  weitestgehende
Ausnützung  des  Bodens  und  damit  der  Ertragssteigerung
  den  Teilnehmerinnen  an  der
Versammlung  übermitielten.  So  sprach  Gutsbe.
sitzer  Riemerschmidt-Pasing  über  den  Kartoffelbau
  und  Professor  Ahr.  Weihenstephan  berichtetc
über  die  größtmoglichste  Ausnützung  des  Dũn  ·

 

u  den  für  Montag-Nachmittag  ane
#  en  halten  sich  die  Königin  un

zessin  Wiltrud  cingefunden.  Frau  von  Meinel
sprach  über  die  Forderungen  des  Vaterlandes
an  die  Frauen  und  die  Aufgaben  der  Hausfrauenvereinigungen
  int  Kriege.  Sie  stellte  als
Leitsätze  auf:  praktische  Arbeit,  Erfüllung  der  so

a  —
—  das  er  dieirm  Madchen  einst  bestimmt.
Er  sandte  ihr  einiges  in  einem  relommandierten
Schreiben,  welches  nach  einem  kleinen  Orte  in
Ungarn  abgint  Aber  die  Sendung  kam  noch

langem  an  ihn  duruch  nit  dem  Vermerk:
„Adressann  veistorben:.
Das  icheint  ihn  tebr  erschurlert  zu  baben,

den  Buiuder  Throald.  CEr  hat  die  gange  Sen.
dung  r—  mu  sich  berumgesührt,  uneröffnet,

ich  glau  —  die  Stimme  des  Priors  sank
olgub  *  de,  er  wollte  sich  nicht  davon
nenden.  Run  liegt  sie  in  meinem  Schreibtisch.

Einen  Augenblick  kampfte  Fritz  Huber  noch.
Dann  ober  sagte  er  -
„Hochwürdiger  Pater,  ich  muß  Ihnen  alles
sagen.  Wes  mich  berführt,  was  ich  vermute,
was  ich  fürchte.  Ich  bilte  Sie,  bewanren.  Sie
*2  als  sei  es  eine  Wechte  Und  in  Wabeheit
auch  eine.  denn  da  ill  ein  Punk,  der
e  selbst  ame  liessten  Wesen  berührt.  Ueert.
dies  handeit  es  sich  vielleicht  um  das  Schicksol
hweler  un  unschuldiger  Mödchen.  So  bitte  ich  Sie
enn:  Hören  Sie  mich  on!  Und  dann  entscheiden
  Sie,  ob  wir  beide,  Sie  und  ich,  nicht
das  Recht  und  die  Pflicht  beben,  geue  Sendung
  an  Marie  Großmann  zu  5
Sie  saßen  lange  beisammen,  bese  beiden
Menschen  aus  so  meilenfernen  Welten.  Ein
Klang  aus  der  ungeheuren  Sphäre  mensch-*
  Leeldenschaften  tönte  wider  in  dem  stillen
mer  des  Priesters.  Der  hatte  die  S#
*  und  horchte  auf  diesen  Ton  mli  dem
inen  Verständnis  des  abgeklärten  Manneg,
der  Hcnst  ich  selbst  uberwunden  hat.  Und
.  zehr  endlich  schlost,  #reb  er  eise
3  stllle.  Dann  stand  Pater  Rufus

 

Morie  Uuou  onn  —  es  ist  wohl  etwaos

Donnerstas,  8.  März  10912

zialen  —  33  ——1  und  Werbearbeit.

tete  Ge  unhaktbaren  Gert  :-laß
  des  de  des  Innein  uber  die  Errichtung
  von  —  auf  dem  Lande.
#  dem  Erlaß  sei  eine  Organisation  geschafworden,

  welche  geeignet  sei,  wenn  sie  rücdsee
  durchgeführt  werde,  das  Land  von  dem
Vorwurf  der  Vaterlandslosigke't  zu  befreien
und  eine  gleichmäßige  Verteilung  der  ländlichen
Exzeugnisse  zu  gewährleisten.

Die  Debatte  m#tiefte  noch  daz  —
für  die  von  den  Referentimen  behandekten  en
gen  und  förderte  neue  Anregungen  in
auf  die  wirtschaftliche  Kriegshilfe  aa  ern
Lande  zu  Tage.  Schteblich  erstattete  noch  Prof.
Dr.  Henkek  von  der  techmischen  Hochschule  München
  ein  Referat  über  Funermittel  und  Fützerung,
  an  das  #½  Lichtbildervorträge  anschlossen.


Beveriche  aagreates

Dachau,  6.  März.  In  Kollbach  bei  Dachau
wurde  der  Schreiner  Gotthard  Nowotny  aus
Görl-zin  einem  Keller  verslteckt  festgerommen.
Nowotny  hatte  im  Jahre  1911  in  Kollbach
eine  Brandstiftung  begangen,  bei  welcher  ein
Schaden  von  50%00  Mark  emstanden  war.  Er
hatte  seinerzeit  dafür  6  Jahre  Gefängnis  erhalten,
  welche  er  in  Amberg  absitzen  sollte.  Im
Herbile  ist  Nowotny  entsprungen  und  wieb  sich
stehlend  und  betielnd  im  Lande  umher,  bis  er

 

an  dem  Orte  seines  Verbrechens  festgenommen
wurde.
Candshut.  6.  März.  Im  Magistrat  beantragte

  der  (boswerkdirektor  mit  Rücssicht  darauf.
daß  die  Kohlennot  im  Laufe  des  Sommers
kaum  behoben  wird  eine  Einschrämung  des
Gasverbrauchs.  Die  Gaseinsparung  foll  bei
einem  Verbrauch  von  mehr  als  150  Kubikmeter
Leuchtgas  im  Jahr  beginnen  und  30  Prozent  be
tragen,  so  daß  kunftig  nur  70  Prozent  des  Verbrauches
  an  Leuchtgas  im  Jahre  1915  weiter
verbraucht  werden  dürfen.  Jeder  Kubizkmeter
Gas,  der  darüber  verbraucht  wird,  ist  mit  einem
„Ueberprels“  ron  einer  Marl  zu  bezahlen.  Ab
nehmer  unter  150  Kubllmeter  sollen  von
Beschrankung  nicht  betroffen  werden.

gas  m.it  angesch  l#senen  Leuchtflammen,  für  *
ein  Pauschaizuschlag  bezahlt  wird.  soll  die  Einsparung
  15  Piozent  des  Jahresverbrauches  von
1915  betragen.  Dock  soll  die  Beschränkung  erft.
bei  einem  Jahresverbrauch  von  250  Kubilmeter
  an  auserlegt  werden.  Diese  Einsparungsmasinahmen
  sollen  so  lange  aufrecht  erhallen
werden,  bls  das  Gaswert  in  der  Lage  ist,  im
Laufe  des  Sommers  eine  Kohlenmenge  von
2400  Tomen  ails  Wintervorrat  aufzuspeichern.
Die  Anträge  des  (baswertdirektors  wurden  nach
längerer  Debane  mit  allen  gegen  drei  Stimmen
zum  Beschluß  erhoben.

Schweinfurt,  6.  Marz.  Im  hiesigen  Hauptbahnhofe
  wurde  ein  hier  ausgegebener  Waggon
*r-  der  nach  Norddeutschlend  gehen  sollte,

beschlagnahmt.  Die  Erbsen.  120  Zentner,  waren
in  über  10/  Kisten  verpackt  und  als  „Kugellager“
  det  ariert.

nürnberg,  6.  März.  Nachdem  die  erste  Masienspeisung
  im  Herlules-Velodrom  in  den  drei
Wocken  ihres  Beilchens  von  10/50/  auf  5000
Pertt  onen  angewack'sen  und  an  die  Grenze  ihrer
Leistungsfähigkeit  angelangt  ist,  wird  jetzt  in
der  Vorstadt  St.  Joha's  eine  zweite  Massenluche
  zur  Herstellung  von  12  U  Portionen  in
24  grosen  Kochle  seln  cbenfalls  in  einer  leerede
  Aufogarage  ven  der  Stadt  einsrri

„ommen  Sie  beute  abend  wieder-,  ,  sagte
er.  „Ich  muß  erst  mit  meinem  geiitlichen  Vor-Feiemen
  reden.  Aver  ich  glaube,  wie  ich  unseren

berherrn  kenne.  daß  er  seine  Zusummuns
nicht  veriagen  wird.  Und  wenn  dem  so
dann  wollen  wir  gleich  heute  Einsicht  nelonen
ch  weit  vem  Bruder  Throbold  und  leinem
Schicksal  mehr,  als  ich  jogen  dorf,  denn  das
Beichtsiegel  verschließt  mir  den  Mund.  Vielleicht
  bringt  Ibnen  lene  langst  verjahrte  Sendung
  Klarheit.“
15.  Kapitel.

Bruder  Theobalds  Brilel.

Sie  saßzen  lich  gegenuber.  dies  mel  in  Pater
Rufus’  suller  Zelle.  Draußen  sank  d  t  Abend.
Hier  innen  abe:  erlebien  die  beiden  (männer
ein  langst  verrauschtes  und  obgeschlossenes
Menschenschicksal  noch  einmal  mit.

Mit  fiebernder  Ungeduld  hatte  der  Pollzeibeamte
  das  schon  ein  wenig  vergilbte  Uebersectudert,
  das  den  Namen  und  die  ungarische
Adresse  der  Marite  Großmann  trug.  eröffnet.
Der  Geistliche  war  weit  weniger  Lbanat.  Er
hatte  wohl  unter  dem  Siegel  des  bichrgebri
nisses  das  Wesentlichste  schon  erfahren.  Und
trotzdem  trat  auch  in  seine  Augen  ein  Ausdruck
iunigster  Anteilnahme,  als  Huber  nun  laut  zu
lesen  benann

„Liebe,  lunge  Freundin!
Ibren  Brief  habe  ich  erhalten.  Er  hat
mir  in  der  Seele  weh  getan,  und  noch  viel
weher  tut  es  mir,  daß  ich  nichtn  von  hier  Es

 

kann,  um  zu  Ihnen  gie  und  Ihnen  seldst
b  hen  in  dem  Kampfe,  dem  Si'
nun  schunlos  eelegrarben  sind.