Full text : Rosenheimer Anzeiger. 64. Jahrngang (64)

 

ausfuchen  wollen  und  sind  den  dem  Schlackenhaufen
  entströmenden  Kohlengasen  zum  Opser
gekallen
Eisenbahn-Unfall.  Gestern  Morgen  6
Uhr  45  Min.  stieß  bei  unsichtigem  Wetter  ein
Echnellzug  bei  der  Einfahrt  in  den  Bahnhof
Schönenberg-Putelberg  (Pfalz)  auf  eine  ein-Fane
  Lokomotive  auf.  Beide  Lokomotiven  und
sieben  Waggons  des  Schnellzug:e  sind  entgleist.
Etwa  72  Personen,  meist  Militärpersonen,  wurden
  leichl  verletl.  Die  Schuldfrage  ist  noch
nicht  gelärt.

 

Grenzlande.

Salzburg"  6.  2.  Das  städt.  Gaswerk
lonnte  wegen  Kohlenmangels  immer  noch  nicht  in

Betrieb  genommen  werden.  —  Im  Mondsee
ist  der  Handlungslehrling  Standl  aus  Cb###ern
beim  Eielaufen  eingebrochen  und  ertrunken.  —
Die  in  Badgastein  be-  i  Bäckermeister  Schurk
aufgefundenen  44000  Zentner  Mehl  wurden
nicht  von  diesem  verborgen  gehallen,  sondern  gehören
  der  Gemeindeverstehnnn  Badgastein  (7),
die  sie  bei  Schur?  in  Verwahrung  gab.

Boerisches  Oberland.

Hrien,  6.  2.  Ein  neuerlicher  Villen-Ninbruch
  ähnl'ch  denen  in  Gste  de  und  bei  Prie:  n,
verũbten  unbekannte  Diebe  in  St.  Salvator  in

der  Villa  der  in  München  wohnenden  Juftizratewitwe
  Frieda  Kaif  isenl  berg.  Die  Diebe  erbenteten
Wäsche  aller  Art.  Damenlleider,  Bektvorlagen,
Schuhe,  Garn,  Volle  im  Werle  von  mehreren
hundert  Mark.  Wäsche  ist  gezeichnet.

Inzell,  6.  2.  ein  bruch.  In  der  Nacht  vom
Samstag  auf  Sonntag  wurde  im  Gasthof  zur
Post  eingebrochen.  Der  Dieb  sprengte  rinfe
Schränke  auf  und  erbentete  u.  a.  30  Mk.,  1  Damenuhr
  und  verschiedene  Lebenemitel.  Dies  war
dem  Gauner  anscheinend  zu  wenig,  da  er  auch  den
**  Brumer  heimsucht:  und  1300  Mék.  stahl.

tolalnachrichlen.

Rosenheim,  7.  Februar.

Auszeichnungen  im  Felde.  Inf.  Joh.
Wiesböck,  Oelonomenssohn  aus  Tiefenbach,  wurde
  für  sein  tapferes  Verhalten  mit  dem  Eisernen
Kreuz  2.  Klasse  ausgezeichnet.  Schon  früher  hat
er  sich  das  Verdiensikreuz  erworben.

Beförderung.  Der  Vizewachtmeister  bei
den  Genietruppen,  Paul  Veh,  der  jüngste  von  den
im  Felde  stehenden  vier  Sohnen  des  Herrn  lagl.
Finanzrates  Veh.  wurde  zum  Leutnank  ernannt.
Herr  #  Leutnant  Paul  Beh  war  bei  Kriegsbeginn
im  Alter  von  18  Jahren  als  Kriegsireiwilliger
zu  den  Fahnen  geent.  Wir  entbielen  beste  Glückwünsche.


Verwaltungsdienst.  Der  König  hat
vom  1.  Februar  1913  an  den  im  Zeitlichen  Ruhestande
  besindlichen  Bezirlsamimann  von  Berchtesgaden,
  Regierungerat  Karl  Grasen  zu  Leiningen-Westerburg
  auf  slein  n  Anuchen  wegen  nachgewiesener
  sertdauernder  Dien  stunjähigret  t  in  den
dauernden  Ruhestand  versellt  und  ihm  in  Anerkennung
  seiner  Dienklleistung  den  Verdienstorden
vom  hl.  Michael  4.  Klasse  mit  der  Nronc  verliehen.


Todesfall.  Frau  Therese  Giatzeder,  Pensionistensgatlin
  in  Schloßberg  ist  am  Montag
nachmittag  im  Aller  von  7412  Jahren  nach  kurzer
  Krankheit  verschieden.  Um  die  Verblichene
trauern  8  Kin  der,  ferner  der  70  jährige  Gatte,
der  mit  ihr  mährend  531:  Jahren  in  glücklichster
Ehe  gelebt  und  Freud  und  Leid  mit  ihr  geteilt
hat.  Frau  Glatzeder  war  die  Schwiegermutter  des
Herrn  Schuhmachermeister:  Joseph  Gruber
in  Rosenheim.  Sie  ruhe  in  Frieden.

Ungetreue  Beamtr.  Cestern  worde  die
beim  Magistrate  in  der  Kriegofürforge  aushilfsweise
  beschäftigte  ledige  Elise  Schnaitter  wegen
Betrugs  zum  Schaden  des  Kommunalverbands
und  des  Lieferungsverbands  Rosenheim-Stadt

lin  Haft  genommen.  Auch  der  mit  der
Kriegsfürsorge  betraute  Magiltratosekretär  Gg.
Kögler  wurde  heute  unter  dem  dringenden  Verdacht
  des  gleichen  Reates  zum  Schaden  des  Lieferungsverbandes
  verhaftet.  Die  Untersuchung
  ist  im  Gange.  -

Vestcllunqovnk.aatkaktoffkln

nimmt  die  hiesige  Lebensmittelstelle  entgegen.
Wir  verwessen  auf  die  amtliche  Bekanntmachung.

Em  p  indliche  Strase  für  Höchstpreisüberschreitung.
  Der  Händler  Engelbert
  2*“v  *  wurde  mit  Urteil  des  Schöffengerichts
  Rosenheim  vom  9.  10.  17  und  des
k.  Landgerichts  Traunstein  als  Verusungsinstanz
vom  24.  11  17.  wegen  Höchstpreisüberschreitung
bei  Fleisch  zur  Gefängnisstrafe  von  3  Wochen
verurteilt.  •r

Der  Rosenheimer  Schlenklmarkt,  zu
Friedenszeiten  ein  Ereignis  im  Leben  unserer
Heimatstadt,  stand  a  deuer  wieder  im  Zeichen

 

des  Kreeges.  Nie  gras  weniger  brachte  der  Tag
einen  lebhaften  Julauf  der  landwirtschafttreibenden
  Bevöllerung.  Die  Vermittlungeb  se  im

m  Anger  amtierte  in  „drangvoll  fürchterlscher
  Engen  Die  Nachfrage  nach  Dienstboten
ewar  natürlicherweise  weit  stärker  als  das  gee.  5
bot.  Jugen  lch-  und  weibliche  Arbeitskr#

hersschten  vor,  doch  sand  sich  unter  ihnen
3  stämmige  Snf  die  tüchtige  Arbeit

 

lelsten  vermag.  Die  Wirtschaften  waren  gut
½%

uu  Flieger  kreuzle  heute  vormi  tag  zwi-4#
  2  und  11  Uhr  bei  schönstem  Sonnenchein
  in  kühnen  Bogen  über  unserer  Stadt.

Eingeographischer  Irrtum.  Ein  sächsisches
  Blatt,  die  Luckuer  Nachrichten,  berichtet
über  den  Feilnba  er  Bergrutsch  solgendermaßen:
„Der  wandernde  Berg.  Am  Osthange  des  Feilnberges
  im  Wendelsteingebiet  in  Tirol  entstand
ein  großer  Bergrutsch.  Er  vernichtete  Waldbestand.
  Wiesen  Aecker  und  verschüttete  den  Jenbach.“
  Unsere  Oberlanoler  vom  Bezirk  Aibling
wird  es  lebhaft  interessieren,  daß  sie  durch  einen
phantasiebegabten  sächsischen  Arlitelschreiber
plötzlich  dem  Land  Tirol  zugeteilt  wurden.  Da
hat  wohl  Oesterreich  eine  leine  Annerion
gemacht?  Ja,  die  Sachsen  sind  helle!

In  der  Fleischhande  logesellschaft
fand  am  Dienstag  eine  Besichtigung  durch  #n  den
Leiler  der  bayer.  Fleischversorgungsstelle,  Frn.
Ministerialrat  Dr.  Atlinger  und  des  Referenten
  Hrn.  Dr.  Süßlind  statt.  Die  Herren  waren
von  der  Besichti  gung  dieses  Hroßzügigen  Mu---sterbetriebes,
  in  dem  gegenwärtig  für  die
Fleischversorg  ung  der  Schwerarbeiter  tüchtig  gearbeitel
  wird.  hochbefriedigt.

Die  Kapelle  des  18.  Jus.-Negts.
wird,  wie  wir  erfahren,  voraussichtlich  am  Sonntag,
  den  24.  Februar,  hier  konzertieren

Lehle  —

W.TB.  Großes  Bauota  nartter,  den
7.  Februar.  Amtlich.  (Drahtbericht.)
Westlicher  Kriegsschauplat.

Nahe  an  der  Küfte  am  Nachmittag  Artillerielampf.
  Ven  einem  Vorstoß  westlich  von
Zandvoorde  und  aus  Vorseldlämpfen  im  Artois
  brachten  Infanterieableilungen  Gesangene
ein.  Die  englische  Artillerie  war  am  Abend
zu  beiden  Seiten  der  Scarpe  und  westlich  von
Cambrai  rege.  Ein  französischer  Vorstoß  in
der  Champagne  scheiterte.

Im  Maasgebiet  hielt  die  Artillerietätigkeit
im  Anschluß  an  eine  südwestlich  von  Ornes  ersolgreich
  durchgeführte  Erkundung  an.

Die  Fliegertätigkekt.

Vizefeldwebel  Ehwein  woß  in  den  3  Ta—
gen  seindliche  Siugonuge?#

Von  den  anderen  Kriegosch  auplätzen  nichts
Neues.

 

Der  erste  Generalquartiermeister:

Neue  U.  Bonk-Beute.
ITB.  Berlin.,  6.  2.  (Amtlich.)  Im  Aermelkanal

  fielen  unseren  rastloz  tätigen  U-Booten  5
Dampfer,  ein  euglischer  r  Segler,  und  ein  englische
Fischerfahrzeug  zum  Opfer.  Die  Dampfer  waren
fast  durchweg  tief  beladen.

Der  Chef  des  Admiralstabs  der  Marine.

900000  Mann  -t  Gelamt--Verluste.

Amsterdam.  7.  Febr.  (Drahtbericht.)
In  einem  offenen  Briefe  hat  der  Staatssekrelär
  für  den  Krieg  die  englischen  Gesamtverluste
zugegeben  und  erklärte,  daß  sie  900000
Mann  betragen  haben.

Auf  der  Suche  nach  einem  Entente-Hindenburg.


*  Genf,  7.  2.  (Drahtb.)  Der  französische
General  Foch  ist  zum  Vorsitzenden  des  Obersten
Kriegsrates  der  Entente  bestimmt.  Von  seiner
Ernennung  zum  gemeinsamen  Oberbefehlshaber
der  Ententeheere  wurde  abgesehen.

Die  amerilanische  Hilfe.

*  Washing  ton,  7.  2.  (Drahtb.)  Der  Vorsitzende
  des  Ausschusses  für  auswärtige  Angelegenheiten
  erklärte,  Amerika  werde  mehr  an
Geld  und  Truppen  aufbringen  als  die  Allüerten
erwarten.  Oberst  House  werde  nach  Europa  gesandt,
  um  festzustellen,  was  die  All.ierten  bedürfen
  t

Joffre  reist  wieder  nach  Amerika.

s  Bern,  7.  2.  (Drahtb.)  Eine  licchfranzösische
  Kommission  unter  der  Führung  des
Marschalls  Joffre  wird  sich  nach  den  Vereinigten
  Staaten  begeben.
Manunschaftsvermehrung  bei  der

entente.

„  Basel,  7.  2.  (Drahib.)  Daily  Mail  meldet,
  daß  die  Versailler  Konferenz  eine  Vermehrung
  des  Mannschaftestande  det
Entente  um  112  Millionen  Mamn  und  eine
wllrieverstärkung  um  ein  Viertel  be
schlossen  habe.  1V

Terite  und  Japan.

v#e  Genf,  6,  us  Neuyork  wird  b  riget:
Der  Henlen  0  ie  für  die  Auswärtigen
  Angelegenheiten,  Flood,  teilte  mit  Genehmigung

  des  Auswärtigen  Amtes  in  8  a  «-putiertenkammer

  mit,  dah  zwischen

nischen  Minister  des  Arußern  und  ##nu  !

nwewechsel  searan  zdurch  alle  *½E
nkte  zwischen  den  beiden  Ländern  bekgelegt  und

1  2**  e  im  I#tten  besekior  worden
zu  sei.

Maximalisten  dauern  fert.

 

 

Die  Nordd.  Allg.  Zeitung  zu  den
Verhandlungen  in  Brest-Litowsk.
s-Berlin,  7.  2.  (Drahtlb.)  Die  Norddeutsche
Allgemeine  Jeitung  schreibt,  das  deuische  Boik
sehe  mit  Spannung  aber  Ruhe  den  weiteren  Verhandlungen
  in  Brest-Litowek  entgegen.  Gelinge
der  Abschluß  mit  der  Ukrainc,  dann  kann  uns
der  Auegang  der  Verhandlungen  mit  Trotzki
gleichgillig  sein.  Bringe  dieser  die  Verhandlungen
  zum  Scheitern,  so  habe  die  Rechnung
das  aus  tausend  Wunden  blutende  russische  Volk
zu  zahlen.
Eine  neue  Petersburger  Reise
rotzkis?
*  Genf,  7.  2.  (Drahtb.)  Die  Petersburger
Prauda  schreibt,  daß  Trotzki  in  den  nächsten  Tagen
  vorübergehend  wie  der  in  Petersburg
erwartet  werde  zur  Teilnahme  an  wichtigen
Veratungen.
Italienische  Unnäherung  an  die
Bolschewifi.

*  Zürich,  7.  2.  (Drahtb.)  Der  italienische
Botschafter  in  Petersburg  wurde  beauftragt,
die  Aufnahme  diplomatischer  eziehungen
  mit  der  olschewikire-Kierüng
  anzubahnen.

Der  russisch-rumänische  Konflikt.

s  Züri  7.  2.  (Drahtb.)  Die  blutigen
3  ufammen  stöße  zwischen  Rumänen  und
Die  Max#malisten
ziehen  ihre  Truppen  von  der  Front  zirück.

-  Noteuiidweißchikders

s  Basel,  7.  2.  (Drahtb.)  Havas  meldet
aus  Petersburg:  Der  Kampf  mit  der  Weißen
Garde  dauert  bei  Helsingsors  fert.  Die  Weiße
Garde  bedroht  Wiborg.  Die  Eisenbahnverbindungen
  sind  unterbrochen.

Darstellungen  der  Petersburger
Telegrafenagentur.

*  Petersburg,  5.  2.  (BX1.)  Das  Smol--ny—-Imtitut
  empfing  solgende  Meldung:  Iwischen
  Kaledin  und  (Ueneral  Alexejew  brach  ein
Streit  aus.  Der  letztere  bestand  auf  der  Notwendigkeit
  eines  nachhaltigen  Lampses  gegen
die  Maximalisten  nicht  nur  in  der  Dongegend,
sondern  in  ganz  Rußland.  Da  Katedin  Hkannt

ist,  daß  die  Sympathien  der  Arber  terklasien  und

Kesaken  auf  Seiten  der  marimalistischen  Grundsätze
  stehen,  sprach  er  sich  für  eine  weniger  unversöhnliche
  Haltung  aus.  Infolge  des  Streilfalles
ist  Alexejew,  nachdem  er  eine  Armce  von  30  000
Mann  zusammengezogen  hatte,  mit  dieser  aus
der  Dongegend  abmarschiert.  as  Smolny  -
Institut  ergriff  Maßregeln,  um  die  Marschrichlung
  Alerejew's  und  seiner  Armee  zu  erfahren,
um  diese  Bewegung  zur  rechten  Zeit  aufzuhalten.

PeA.  Petersburg,  5.  2.  Am  20.  Januar
  bemächtigten  sich  polnische  Legionen  in
Stärke  von  26  000  Mann  verschiedener  Waifen-Kattungen,
  die  unter  Führung  des  Generaistabes
  des  Dauntauartiers  standen,  der  Stadt
Nogetschew.  D  Die  Sowsets  wurden  zerstreut,  die
Sowiets?  der  Bauern  sowie  die  Kommissare  verhaftet.
  Das  Schatzamt,  in  dem  sich  1  600  000
Rubel  Bargeld  besand,  wurde  beschlagnahmt.
Die  russischen  und  polnischen  Sozialisten  wurden
verhaftet.  Die  Feindseligkeiten  begannen  im
Bezirk  Sienenski  und  im  Gouvernement  Smolensk.
  Der  polnische  Generalstab  erklärte  Rogatschew
  und  den  von  Mohilem  abhängigen
Bezirk  als  Teil  der  polnischen  Monarchie.  Die
Züge  werden  in  Rogatschew  Frrüqcgehalten,  russische
  Coldaten  erschossen.  Der  ausführende
Auschuh,  der  in  Uebereinstimmung  mit  der

Versammlung  handelt,  betrachtet  die  gegenrevolutionäre
  Entwicklung  der  peohen  Bourgeoisie
  und  ihrer  Legionen  als  dire  edrohung
der  Macht  der  Sowjets  und  der  revolutionären
Eroberung  und  verfügte  deshalb  die  Verhaftung
  der  Vertreler  der  Vourgeoisie,  der  Grubenbesitzer
  und  der  Führer  der  Kadettenpartei,
  die  mit  den  Feinden  in  osffenem  Kampfe
gegen  uns  gemeinsame  Sache  machen.  Der  Verband
  der  Grundbesitzer,  der  unmittelbare  Beziehungen
  zu  der  Erhebung  unterhielt,  wurde  für
außerhalb  des  Gesetzes  stehend  erklärt.  Fürst
Spviatopolk  Mirskn  und  der  Erzpischof  v.  Stzek
(2)  wurden  mit  Einverständnis  der  volnischen
Sozialistenpartei  verhaftet.  Das  russ.  Hau
quartier  ergreift  strategische  Maßnahmen.  Aus
Rogatschew  wird  gemeldet,  daß  sich  dort  eine
Gärung  #  der  Geister  bemerklich  zu  machen  beginnt.
  Der  Generalstab  wurde  verhaftet.  Die
einsichtsvollen  Soldaten  weiger  sich,  sich  zum
Spielball  der  Bourgeoisie  machen  zu  lassen.
Die  sczialistische  Regierung  hat  dem  polnischen
  Generalstab  ein  Ultimatum  überreicht,
  in  dem  die  Räumung  von  Nogatschew
sowie  die  Einstellung  der  Gewalttätigkeiten  und
Verhaftungen  gefordert  wird.  Von  dem  Ausgang
  der  Revolte  hängt  das  Schichsal  der  in
unseren  Händen  befindlichen  polnischen  Geiseln
aie,  ir  halten  es  Flü  notwendig,  sie  selb'st
lch  ch  Erstilung  der  volte  im  Gefangnis  zu

[Holländische  r%

eutschland?

us  dem  Haag,  7.  2.  (Drahtb.)  70  000

1#  nsn  Arbeiter  wollen  wegen  der

tillegung  vieler  hofländischer  Betriebe  durch
De  Kohlemnot

bsichtigen,  in  ver  den
r  E  und  ui  *-  zu

 

 

Dokumentendiebstahl  in  Warschau.
s*  Warschau,  7.  2.  (Drabtb.)  Unbekannte

Täter  stahlen  aus  einem  Tekumentenschrart  des

polnischen  Regerlchalsralt  es  get  eime  Alserstücke.

Kleine  —

Das  internalionale  Komitee  vom  Noten
Kreuz  hat  beschlef  en.  an  sumtliche  kriegfuhrenden
  Staalen  einen  energ  ichen  Aufruf  gegen?  bie
Verwendung  von  giftigen  Gasen  zu  richten.  Der
Aufruf  wird  znorzurl,  veröffentlicht  werden.

Seit  vier  Legen  ft
bhischen  Verbückungen“
terbrochen.

Auf  das  Dekrei  beir.  die  Trennung  von
Staat  und  Kirche  in  Rußland  reagierlen  dir
tirchlich  gesimien  Kreise  ziemlich  lebhaft.  Der
Patriarch  von  Moskau  belegte  die  Bolfchevii“d
mit  dem  (roßen  Kirchenbann.  Am  lek#n
Seuntag  fanden  von  allen  Kirchen  aue  seierliche
  Prezessienen  statt.  die  sich  mit  Fahnen
schließlich  alle  vor  dem  Alerander-Rewel
Kleier  zu  einem  Massen-  ühnegoettesdieun
sammeilen.  Die  Zahl  der  Teilnehmer  wird  a-#-100
  000  geschätzt

Der  franzsüche  Ministerrat  ernannte  den
Algeordncten  sur  das  Departemen:  Guro.
Momier,  zum  Unterstaatssekretär  für  das  Ge
sundheitswesen  ans#telle  des  zuruckzelreenen
Godart.

Die  Ueberttste  des  bei  dem  Luftanariif  auf
Paris  ab  geschossenen  deutschen  Flugze#uges  wurden
  beim  Transpert  durch  Parils  von  der  wültenden
  Menze  beinahe  zeritort.  Erst  nach  dem
Ausgebet  einer  gröteren  Poli  ziis  breilung  lonn—
ten  die  Uebeirel:  nach  dem  Bestimmun  #er
abgefuhrt  werden.

Auisehen  erregt
des  bedeutendsten

Sie  direkten  lelegrauun
  Brest-Litomok  un

in  NRom  die  Nerha'tung

italienischen  Verlegers  für
Theaterliteraun,  Niccardi,  weil  er  angeblich
in  die  Asfäre  Caillaur  verwickelt  ist.

In  Athen  erfolgte  pior  lich  die  Verhaflurg
der  früheren  Minister  Sluludis,  Lambres,  Zalekeita
  und  (benossen,  sowie  des  jungen  Rhailis,
  des  Grobtruchseß  Bp#lianti,  uno  des  Generalo
  Komenduros  #e  den  FScolegtennnruleen
zu  Lamia.  Ver'zelos  sei  ent'chloĩsen,  die  an—
geblich  von  der  rüheren  Regierung  beredrge  -
rufene  Bewegung  unerbitltiich  zu  un'erbrucke

In  Huelva  (Spanien)  sind  infolge  des  ar.
benemitteimarge  neue  Unruhen  aucgebrochen.
  Die  Lebenemitttelgeschäfte  wurden  ven  der
Menge  angegrisffen.

Unter  ungeherrer  Beteiligung  der  brobberliner
  Bevölketung  wurde  Volizeimeli#te  4
mian,  der  ver  einigen  Tagen  wüährend  der'
monsitrationen  von  Aueständigen  durch  eine
meuchlerische  Kugel  niedergene!  ure,  besrrechsa.



(Ohne  Velantwortung  der  Redaklion)
Anto-Unsall.

 

Kürzlich  passierte  in  der  Münchenernterne
dahier  ein  Automobflunfail.  vren  dem  in  der
liesigen  Lokalpreis  Minellung  gemacht  wurde.

  Eine  Münchener  Jieitung.  welche  gerne  Nosenheimer
  Verhältnisse  kritifier',  trondem  es  in
der  Hauplstadt  selbit  genug  zu  brrichten  gäbe.
kam  zu  der  Ueberzeugung.  daß  der  Unfall  darauf
  zurückzuführen  ist,  dan  der  J#bab###dd
fraglichen  Gefähmes  *'  einigen  Kumpanen
über  die  gebo##enePolzeistunde  ger-  cht  und  in:
angeheitertem  Zustande  durch  die  Stadl  führ.
wobei  ihhm  in  der  Maundeenerhrab  der  tinsarnt
passierte,  bei  dem  ein  Rad  in  Trummer  Ving.
Das  Münchener  Vlatt  hält  sich  darüber  auf.  dan
die  Lokalpresse  ven  diesen  Urfachen  des  Unfalkeine
  Kenmnis  gab.  Meines  Erachtend  ahn
man  der  Lokahresse  nur  dankbar  sein,  daß  se
cs  verschmäht.  eine  Berichterstattung  im  Stile
des  Münchener  Blattes  mitzumachen,  die  das  Ar
sehen  der  Stadl  und  ihrer  Burger  nar  k##
trächtigen  kam.  *

Bayerische  Ehrentafel.

Kr.  A.  Beim  Sturm  auf  die  rie  elgencnten
Wabengräben  vor  V.  drang  am  12.  Juni  109D  -
Vizefeldwebel  Johann  Lorenz  der  11.  Koin
pagnie  1.  Infanteric-  Megtmemne  aus  Kolbe  r

 

 

 

moor,  A.  Bad  Aibling,  Lehrer  zu  Frauenneuharting,
  V.  A.  Ebersberg,  mit  seinen  a#-derthalb
  Zügen  so  ungestäm  über  das  geiteche

Ziel  hinaus  vor,  daß  der  eine  „Ilugel  vollig  i#
der  Luft  hing  und  von  drei  Seiten  lyeuer  er—
hielt.  Da  kein  Befehl  einlief  und  sich  niemand
freiwillig  zu  einem  Meldegang  erdot.  eille  der
unerschrodene  Führer  in  tollkühnem  Laufe  selb#t
zum  Empfange  einer  Anweissung  über  das  sreie
Feld  zurück  und  erreichte  auf  dem  gleichen  Wege
wieder  glücklich  seine  Truppe,  um  sodann  bei  Einbruch
  der  Dunkelheit  die  befohlenen  Maßnahmen
durchzuführen.  (Silberne  Medaille.)

Wetterbericht  für  Freitag,  den  3.  Februar.
Veränderliche  —  zeitwesse  leichte  Regensälle.


Der#amwortlich:  Fer  den  redatt.  Teit
#  die  Inserate  Erust  Gr
.□—

 

 

an-  Mittl.

8