Full text : Rosenheimer Anzeiger. 64. Jahrngang (64)

Aummer  162

Die  hier  fechtenden  Dioisionen  des  Generals  v.
Kraevel  hielten  den  seindlichen  Ansturm  tapfer
aus,  lun  bten  sich  aber  schliehiich  unter  Veriicht
auf  eine  Erweiterung  der  Cinbruchestelle  mit  dem
E'gebnisse  begnügen,  die  Taganlagen  der  bedrohten
  Bergwerle  in  den  Bereich  unseres  Artilleriefeners
  gebracht  eu  haben.

Am  11.  April  lam  Wiltschate  vorubergehend
in  unseren  Besitz,  munte  aber  wieder  geräumt
werden.  Unsere  Linie  hielt  sich  standhaft  am
Ostrand  des  Ortes  und  verlief  tausend  Meter
östlich  Wulvergem  vorbei  meiter  nach  Süden.

Zwischen  Douvebach  und  Nordrand  des
Plocgsteertwalde  jolgte  General  v.  Eberhardt
dem  weichenden  Feind,  durchbrach  mit  seinem
linklen  Flüget  bei  Romarin  eine  neur  englische
Stellung  und  reichte  bei  Pont  de  Nieppe  der
südlichen  Angrissogruppe  die  Hand.

Tas  Korps  „v.  Sietten“  hatte  schon  tags
F#ruvor  seine  Postenlette  bio  La  Chapelle  d'Armentt
  ren  herangeschoben  und  in  der  Nacht  zum

April  einen  meiteren  Angriffsbogen  um  den
Bu  von  Armentières  nach  Honplines  ge
schlagen.  Weitere  Kräfle  waren  zwischen  Lbßestrand
  von  Armenlirer  und  Lus  eingedrungen,
hatten  den  Fluß  überschrillen  und  Nieppe  genommen.


Das  Schicdsal  der  Stadt  war  durch  allgemeine
Umiingelung  besiegelt.  Ihre  Resatzung  erga
sich  nach  äher  Gichchennehr.  am  späten  Nachmiltage
  des  11.  April.

Jn':wischen  hatten  unsere  im  spitzen  Winkel
nach  Nordwest  vorgeschobenen  Kräste  im  wechsel
vollen  Kampfe  den  Bahnhof  von  Sleenwerk
behauptet  und  den  Auf  clus  K  nach  nechte  gesichert.
Hierdurch  ergab  sich  eine  Linie.  die  alb#  Grundstellung
  für  den  weiteren  seld  am  die  Front
Vailleul-Nienmelerie  und  dar  von  ihr  gedeckte
Hügelland  der  Kemmelkette  dienen  lonnte.  Wei
te:  südlich  drang  der  rechte  KAügel  der  Generals
v.  Carlon  in  in  erbin:-  rren  Gesechten  nir  Donlien
vor,  mähre  *ndS  der  line  noch  Ueberbrinung  jeind
lichen  inder  bei  Manrin###e  Ferme  den
Südteil  dern  l  Oorses  ##  Verquin  bie  zur  Kirche
megnahm.  General  v.  Veruhardi  lämpfte  sich.
nachdem  der  Uekergang  seiner  re#en  Flünel

  

 

 
 

 

 

division  üer  die  Laue  bei  Le  Gorgue  ge
lungen  war.  bie  nach  Merville  durch.  Seine
lints  nachiüs  iden  Tiur#e#n  miesmen  Lestrem.
erreichten  ungd:  in  Weitlicher  Richtung  Le  (Kd.

  

lien  dann  alzin  alls  auf  Mer
1  kit  in  täher  Verteidigung

1„  Und  11  Uhr  #non  ceinem  un
i:  lantent  Hurra  gestürmt

Pacaut  und  scn

   
  
  
  

    

gemis

 

 

 

 

Der  mu  aricchen  Letrem  und
Vieille  c  dieh  in  erhellicher  Staffelurg.
der  du  d  Kräite  bis  eu  der  Linie
Voucteur  La  lemte  Wilak.

“  D5

erstritt  trotz  der
irlu-  feindlilher  Maschinen

p.  Kracvel'“

Korths

Hesch  lossenen  (50  cur

   

 

 

  

r  ohre  an  drei  --  en  Uebe  eng  über  die
Lame.  ohrie  zrl  ßof  n  Solien  aus
Bn  fürte  .43  «-  ah  und  eroberte  solie=•5

  „er  rnen  den  Ori  Les  Lols#.

Der  19.  Apr  iil  vrras  die  uns  geringe  Forl.
schritie.  In  örlichen  Kämpfen  um  Wulvergem
und  nordli-:  N  nrim  boruch-  unsere  Adlicht  auf
die  Linie  Ve  Schaftin  Michmeserte  ur
Bedrohmna  des  .n  *(:  on  vorne  und  der

Flaule  eran.

Der  rechte  Flügel  der  Armee  „v.  Luan“  nahm
Les  "  Die  Sinben  des  Generals
v.  Carieri!:  seulen  il.)  uu  endem  Häuser-–


Tr.
8

Pi  ine

 

      
        
  

lampf  in  den  im  vat  Der  brachen  hef—
tige  Wider'ttde  ·  in  lebhaftem
Verfölgund  :  in  Sbpd.
Das  orp  ine  oe

       

olge  durch  die  oberung
amm.  Während  rn  Truny?e
mies  in  latträftigem  Vorürigen

  g  rankge  1  Srn
des  Nordteils  von  En
des  Generals  v.

Der  Traum  des  Kolumbus.

Ein  Märchen  von  Ednard  Herolo.

Tage,  Wochen,  Monde,  “  rer  und  Himmel
und  in  Kolumön’  Jerien  die  große  Sehnsucht.
Der  Sonne  CG#lon:  erlosch.  wemn  der  Abend
dämmerte,  aber  das  Auge  des  Admiirals  elieb
wach,  co  spahie  nach  Wesien,  nach  dem  Land
der  Verhei  121.  Doch  schlielich  forderte  die
Natur  ihr  ?  Der  Schlaij  senlie  sich  auf  die
köhnen,  blien  in  Augen.  Und  der  Schlaf  rief
seinen  Vruder:  ben  Tranm.

Kolumn:  ersch#zmie  Furchterliches.  Das  Meer,
dessen  Wellen  sich  brauund  am  Bug  des  Schif- 



  

 

   

fes  brachen,  mond  en  Bluu.  Und  hinter  dem
Blutmeer  ta:  st##ein  Lano  auf,  wie  die  (beschichte
  der  alilen  Weit  leine:  lannte,  ein  Land,

verzehrt  in  Goidgier  nio  Habsucht.  Wim—
melnde  M.  enschen  mi  kalien  Gei  ü#chlern  in  unsleler
  Geschasiiglei.  In  der  Me#ge  bemegte  sich
ein  feierlicher  Leicheneng.  Im  Sarge  lag  da?
„Gemissen".  Am  Gralle  angelommen.  tanilen
He.  statt  Gebet  und  Chorgelangen,  einen  wilden

eigen,  den  Tan;  ums  goldene  Kalb.  Dann
hielt  einer  eine  Nede.  Wilion  mit  Namen.  „Brüder,
  jetzt  sind  wir  frei.  Der  Tote  hier  ini  Grabe
war  unser  schlimmer  j.er  Feind.  Jetzt  können  wir
leben  nach  unseren  eigenen  Gesetzen.  Es  lebe
der  Mammon,  es  lebe  die  Lüge!“  Jubelnder
Beifall  umbrausie  den  Redner.  Ein  Häuflein
erniler  und  besonrener  Männer  wurde  niedergeschrien.
  Im  Hintergrunde  sah  man  eine  edle
Frau  weinem  Sie  hatte  eine  hohe,  ragende  Geslalt,
  blaue  Augen  und  blondes  Haar  und  trug

 

##

 

Aosen  heimer  Anzelger

s.  oß  Le  Cornet  Malo  und  Locon,  das  Ziel
ihrer  Aufgabe,  erreichten.
In  den  folgenden  Tagen  verlegte  sich  der
Schwerpunlt  unseres  Angriffes  gegen  die  Linie
*  aüleul  Sebasiie  Nienwelerle,  da  es  für  uns
raforauf  ankommen  mußte,  möglichit  lief  in  das
Löhengelände  um  den  Kemmelstock  einendringen
und  so  die  Einwirlung  auf  unsere  in  der  Niederung
  sichenden  Truppen  möglich't  zu  beschränten.
Der  linle  Flügel  der  Armee  „Sirt  v.  Armin“
vermochte  am  13.  April,  verstärkt  durch  die
rechte  Flügeldivision  der  Armee  „v.  Quast“,  das
dorf  Nieuwelerke  und  die  Höhen  westlich  davon
  im  Angriff  zu  nehmen  und  zu  halten.
Der  14.  April  änderte  an  der  Gesechtslage
nur  wenig.  Der  15.  April  bescherte  uns  wieder
smöne  Sturmerjolge.  Am  frühen  Morgen  entrissen
  Teile  der  Korps  „Sieger“  nach  lurzer
Feuervorbereitung  dem  Gegner  sein  Grabenneß
östlich  Wulwe#rgem,  dam  den  Ort  selbtt,  überschritlen
  di.  raße  Wiftschate  Wulvergem  und
besezten  dort  im  Handgranatenlampf  drei  große
—prengtrichter  aus  der  vorjährigen  Wijtschateschlachl.

  Die  Truppen  der  Generale  v.  Eberhard!t
  und  Freiherrn  Marschall  erniegen  am

Spalnachmillage  die  beherrschenden  Höhen  wesllich
  Wutvergem  und  öfllich  BVailleul.

An  der  übrigen  Fronk  feftiglen  wir  die  errungenen
  Vorleile.  General  v.  Cariowitz  nahm
13.  April  Merrie,  Vieur  Verqnin,  sowie
Ortichaft  Verte  Rue  und  sicherte  cen  Er
werb  teils  durch  Abmeisung  sarler  Gegenan
Ariffe,  leils  durch  weitere  eigene  Vorflöhe,  die
uns  reillich  Gefangene  einbrachten.

.  (Schluß  folgt.)

Munitionskolonnen  in  Flandern.

die

 

Mil  Recht  prein  man  die  selbitlose  Tapfer
leit  unserer  Anfanterie.  ###a  ichl  man  vron  dem;:
labeemuligen  Schneid  unjerer  Elieer,  aber  dabei
  sollen  wir  auch  nicht  unsere  #litien  Helden!
vergessen.  Gewiß,  u  man  der  Zusanterie  den
Lomenauleil  an  alien  unseren  Eci#!  gen  mspre
chen.  und  doch  gewährleistel  nur  ihr  Zuf  sammnen-  6
arbeiten  mit  allen  Wassen  den  Erfolg.

BNur  wenige  in  der  Heimal  lennen  den  Muni
lionr  führer,  und  die  größtenleils  auch  nur  dem
Namen  nach.  Und  gerade  die  Kolonmnen  haben
Jce  verdieni,  daß  man  nicht  anz  Uinwissenheit
achtlos  an  ihnen  vorübergeh,.  Auf  einen  Ko  D!
lonnenagen  gr  DD  ein  ganer  Mam,  ein
WMann  uim  Pil  swesan  und  Geweissen.

J#,  aber  die  Kolonnen  sind  doch  immer  weit
kinmien,  wolinen  in  jried  dlichen  Ouarüeren,  wäh-=  s
rend  die  san.  z2ie  lagelang  in  schlammigen:
Wranatioche  znbringen  i  und  menn  die?
Siblacht,  *  il.  dan  sahren  sie  Munition
#  den  Valierien.  Es  ist  ja  auch  unmöglich,  it
Vierd  und  Waen  milten  hinein  in  die  Schlacht
en  jahren!  So  und  ähnlich  sind  die  Vorsellungen
  des  Laien.  «

L  it  geiehlt!  Ganz  anders  iüt  es  in  Wirk.
"  Abend  für  Abend  rasselt  die  lar  uge!
oide  der  Wagen  über  das  holperige  Pflauer,

flandrischen  Dörschens.  AIm  Munitionsdenot
  gab  es  schon  schwere  Arbeit.  und  nun
suhren  sie  binaus  in  die  duntle  Nacht.  zwanzig!
Kilometer  Weg  liegen  vor  ihnen,  geslern  war
es  ein  Höllenweg,  wie  mag  es  heute  werden?

Doch  bleibt  ihnen  nicht  lauge  zieit  zu  solchen
Gedamen.  dann  sind  sie  mieder  milten  drin  in
bemn  Heule  u  und  Krachen,  dem  Schimusen  und  #r

 

  
 
 

 

  

—

lic
Re
R

 

  

Schrei  n  mitten  drin  in  ·  ,.s-.iii  Trab
uird  d  eiverrunden.  Eine
Lag.  .  1  bhernr.  ni  dahinker.  es  hat
am  ge  ss-  .  Wün  Jen  fahr  en  init  Kroßen
Absiände  .  jeder  i#t  sein  cigener  füh  rer,
feder  ilft  —  ½  c  seln:  angewiesen.  Mit  cinem,
en  issen  97öd  siehl  der  Kolonnenmann  auf  die

 

Futgaaner  herab,  die  so  frei  an  ihm  vorbeiein

  breites  Schmer!t  im  Arm.  Das  "
neor  Wernschen  suchte  sien

/mç:  ii  ber  icianntzum  brausenden
-  aK  #  die  Freihei:,  die  Wilsfon  predigl.
  Die  Fleieit,  die  leinen  (nilk,  keine  Hesetze,
  kein  Gemissen  und  leine  Wahrheit  lennt.
luser  GColl  in  der  rote  Dollar.  Das  inst  die
Freiheil  der  Neuen  Welt.“

Polumbus  erwachte  und  er  erschauerte  im
Grund  seine:  Heriens.  Der  Feuergeist,  der  bisher
  in  seiner  Seele  loderte,  war  erloschen,  der
Admirul  war  mude.  „Hal  Golt  meinem  Wilken
Flugel  und  meinen  Angen  die  Schärfe  des  Adlers
  gegeben,  damit  ich  eine  neue  Welt  entdece,
  auf  der  solche  Menschen  leben?  Iit  mein
Auiing  eine  Höllenfahr!?  Vas  lann  der  Wi  le
Höch'ten  nicht  sein.  Las  Land  darf  ich
nich  cuindeen.  Sleuermann  zurück!“  «

I
die  Pilznahrung
Th.  SZabalitschla,  Chemiler  und;
Assistent  am  pharma-  enlischen  In-.
ut  der  Universität  Verlin.  #
1

.

i

l

I

.ss"I·

 

sit-.

n  Dr.
Apotheler,
jlit

In  der  Jannarsihzung  der  deutschen  pharmu
  cutischen  Gesellschaft  im  bbarmakologi.
schen  Jnitilut  der  Universilät  Verlin  hielt,
Dr.  Sabalitschla,  ein  geborener  Nosenheimer,
  einen  Vortrag  über  den  Wert  unserer
Vilde  als  Nahrungsmittel,  ihre  zwedmäbigste
  Verarbeitung  zur  Dauerware  und
ihre  lechnische  Verwendung.  Die  Ausführeu

  Geschosse  zu  ihrem  Lagerplatz  geschleppt.

„  dau  lein  ernlaufen.

  Sie  hören  schon,  wenn  die  Granate
berangeheult  kommt  und  werfen  sich  in  den
nächsten  Granattrichter.  Währenddem  sitzt  der
Fahrer  hoch  oben  auf  seinem  Wagen.  Er  kann
sich  nicht  verstecken  vor  den  umhersausenden  Eisenbrocken,
  er  muh  stillhalten.

Der  böseste  Feind  sitzt  der  Kolonne  im  Naklen:
  die  schwarte  Nacht.  Und  die  flandrischen
Straßen!  Bis  an  die  Achsen  sinken  die  schweren
Wagen  in  dem  aufgeweichten  Voden  ein,  und
daß  dann  die  Munition  drei  und  noch  mehrere
Male  ab-  und  ausgeladen  werden  muh,  gehört
nicht  'n  den  Seltenheiten.  Ganze  Wegstrecken
sind  in  ein  Trichterseld  verwandelt.  Da  ver.
trauen  Reiter  und  (Fahrer  blind  auf  ihre  Pferde,
denn  sehen  kann  memand  etwas.  Vorne  scheint
die  Hölle  los  u  sein.  Der  Gegner  weiß,  daß
jetbt  ein  reges  Leben  auf  den  Straßen  herrscht
und  sucht  durch  sein  Sperrseuer  die  Munitionszun
  abzusperren.  Aber  die  Batterien  müseen

  Munition  haben.  Stundenlang  hält  die  Ko-—5—
  vor  einer  Straßenkreumug;  wenn  dam
das  Feuer  etwas  abebbt,  dann  geht  es  vorwärts,
hinmeg  über  Pferdeleichen  und  zertrümmerte
Wagen,  durch  Trichter  und  Gräben,  im  Trab,
im  WGalopp.

Die  Batterie  ist  erreicht,  Maun  und  Pserd
haben  ihr  Vestes  hergegeben  Doch  nicht  alle
sind  angekommen.  Dem  einen  hat's  die  Pferde
vorm  Wagen  erschlagen,  der  andere  sitzt  noch
sest  in  irgendeinem  Sumpf,  und  mancher  Brave
hat  seine  Pflichttreue  mit  dem  Leben  berahlen
müssen.  Die  Kolonne  scheint  aus  einer  Hölle  in
die  andere  hineingeritten  en  sein.  Zwischen  das
eintönige  Alarmläuten  mischt  sich  der  gedämpfte
Knall  der  Gasgranaten.  Im  nächsten  Augenblick
  ist  die  Gasmaske  auf  und  den  Pferden  wird
der  nasse  Fultersack  vorgebunden.  Keine  Minute
darf  versäumt  mwerden.  nur  möglichst  schnell  wieder
  von  hier  sort.  Mühsam  werden  die  schwe-Das

  Gesicht  beginnt  unter  der  eng  anliegenden
Maele  en  glühen,  die  Lungen  arbeiten  schwer.
Endlich  rolit  der  letzte  „Zuckerhut“  vom  Wagen.
Run,  was  die  Pferde  greisen  können.  #urück.
fort  von  hier.  Und  dann  wiederholt  sich  derselbe
  beseemerliche  Weg,  über  Vaumstämme.
durch  taufend  Morastseen,  Sperrseuemi:gel,  Getrüpp
  und  Slacheldraht.  Der  Morgen  itt  schon
längst  hereingebrochen,  ald  die  lange  Reihe  der
Wagen  mieder  im  Ruhequartier  anlangt.

 

Wahrlich,  es  ist  ein  Leben  voll  von  hartem
Dulden  und  mannhaftem  Ertragen.  das  Leben
Unserer  Kolonnen.

sell.  und  gersonslaschrichten.

München.  16.  Juli.
Mafor  a.  Graf  Maximilian  v.
Drechsel,  eine  in  gant  Bayern  und  darüber
  hinaus  bekannte  Persönlichkeit,  ist  am
Somtag  gestorben.  Als  Präsident  des  Vereins
  zur  Förderung  der  Pferdezucht  in  Vayern
hat  er  verdienstlich  gewirlt.

ünchener  Aenlaleleu.
München,  16.  Juli.
Verhaftet.  Die  Münchener  Polizei  verhaftete
  in  München  die  Dirne  Veronika  Bar-D


.

"

 

tusch  aus  Hamburg  und  deren  Begleiter  Friedrich

  Feldhahn,  die  von  der  Kriminalpolizei  in
Hamburg  negen  eines  Diebstahls  von  11  C00
Mark  gesucht  wurden.  Den  Verhafteten  konnte
sait  die  gane  Summe  abgenommen  werden.
Kon  essionsentzie  hung.  Der  Magiürat
  hat  die  dem  Weinwirt  Michael  Stangl
erteilte  Erlanbnis  zum  Betrieb  der  Weinwirtscraft
  im  Anwesen  Nr.  3  an  der  Brunnstraße
megen  Förderung  der  Völlerei  und  Unsfittlichwissenschaftler.

  Wir  lassen  daher  einzelne
Abschninie  aus  den  Ausführungen  Dr.  Sabalitschlas
  folgen,  die  im  Verlag  von  Gebr.
Vorntracger-Berlin  erschienen  sind.
Mit  vollem  Recht  können  wir  die  Pilde  in
beiug  auf  ihren  Nährwert  über  die  Gemüse
  stellen.  E:  i't  daher  wohl  angebracht,  in
ciner  Zeit,  wo  ein  großer  Teil  der  Bevöllerung
  das  Gemüse  überhaupt  nur  noch  aus  der
Erinnerung  lennl,  diesem  die  Ausnutung  der
Pilie  anzuraten.  Falck  hat  das  Verdienst,  den
Wert  des  Pilsertraktes  genügend  beleuchet
  en  haben.  Er  siellte  das  Ertrakt  aus  lufttrodenen
  Champignons  her.  Diese  wurden  zerschnitten
  und  wiederholt  unter  Umrühren  längere
zeit  mit  laltem  Wasser  ausgezogen.  Die  Pilze!
murden  sodann  im  Koliertuch  schwach  ausgedrückt
  und  die  vereinigten  Auszlge  zunächst  über
freier  Flamme,  dann  im  Wasserbade  bis  zur
Ertraktkonsistenz  eingedampft.  Es  wurde  so  ein
Ertrakt  elm#ea  von  der  Beschaffenheit  des  Liebigschen
  Fleischertraltes  erhalten.  Das  Pilzertrakt
muß  als  sehr  wertvoll  angesehen  werden,  denn!
es  enthält  außer  den  Nährsal:en  all  die  anderen
löslichen  Nährstoffe  der  Pilee.  Es  ikt  wohl  bekannt,
  daß  in  neuester  Zeit  die  Nunung  der  Pilzsubstanz
  für  die  Eiweißernöhrung  der  Tiere  und
der  Menschen  durch  Züchtung  von  Hefezellen  in
großem  Maßstabe  in  Angriss  genommen  wurde.
Es  ist  dabei  bemerkenswert,  daß  man  auch  hier
bereits  daiu  übergegangen  ist,  Hefeertralt  herustellen,
  das  aber  nicht  gerade  angenehm
schmeckte.  Es  ist  aber  dem  Apotheker  Sto

 

mittwoch,  12.  Juli  1

leit  kurücgenommen-  Dieser  Beschluß  hat
Rechtskraft  erlang
Mil  kradersnen  Die  Milchhänd!
Therese  Vierlinger,  welche  in  der  Zwingerst
ein  Milchgeschäft  beiwäiole  verwässerte  eine
lang  die  für  die  Kunden  bestimmte  Milck
der  unverschämtesten  Weise.  So  wurde  fe
Lert,  daß  sie  in  einem  Falle  nicht  weniger
0  Pro:ent  (1)  Wasser  der  Milch  zuschi#
P0%  dieses  Wasser  um  den  Preis  der  Vollr
verkanste,  Vor  dem  Schöffengericht  redete
die  Pantscherin  auf  Notl  lage  hinaus.  Das
richt  verurteilte  sie  zu  einer  Woche  Gefän,
und  100  Mk.  Geldstrafe.

2————

Ein  ganzer  Waggon  mit  Mus
instrumenten  verschwunden.  Vorger
  eit  gaflierte  eine  ungarische  Honvedkal
in  München  und  in  anderen  Städten  Baye
Nunmehr  wird  laut  „Passauer  Zeitung“
lannt,  daß  der  ganze  Waggon  Musikinstrume
darunter  sehr  lostbare  u.  a.  eine  Harse
Werte  von  36  000  Kronen  —  beim  Rückir.
port  auf  der  öflerreichischen  Bahn  spurlos
schmunden  i#.  Alle  Nachforschungen  nach
Verbleib  der  kostbaren  Ladung  blieben  bi
vergeblich.

Mit  dem  Flugzeug  abgestürzt.
Fliegerschüler  Nassal  aus  Füssen  ist  mit  sei
Flugeug  bei  Bamberg  tödlich  abgestürzk.

Gegen  die  Flut  der  Fremden.
Ministerium  hal  genehmigt,  daß  auch  für
Fichlelgebirge  und  die  Fränlische  Schweiz
Kontingenlierung  der  Fremden  durchges
wird.  Beide  Gegenden  sind  von  Fremdern
der  letzten  Zeil  gerademn  überschwemmt  wor

Freuzle#de.

Kufstein,  15.  Juli.  Lebensmitt
preise  in  Kufstein.  Der  Milchpreis  ur
bier  auf  50  Heller  (43  Pfennig)  pro  Liter
gesetzt.  Für  ein  Kilo  Butter  ist  ein  Preis
7.80  Kronen  vorgeschrieben.  Unter  der  #
uird  für  ein  Pfund  Butter  bis  zu  20  Krc
(17  Marli  bez#ahlt.

***  .  .  2
5  Pgrisches  Oöreims.

Endorf,  15.  Juli.  Die  Regen-bur,
FZentrallasse  hat  für  beschädigte  und  kr#
Krieger  ein  -chlo  ut  bei  Endorf  angek,
und  weiter  der  Stacn  RNegensburg  200  000
zur  Errichtung  einer  chirurgischen  Ansitalt
geben  behuss  unentgelktlicher  Behandlung
Mitgliedern  des  chriftlichen  Bauernvereins
der  Oberpfal;  und  Niederbayern.

Traunstein,  15.  Zuli.  Hühnerdie
In  der  Nacht  vom  12.  au  13.  d.  M.  wur
in  Hallabruck  23  Stück  Legehühner  von  ei
unbekannten  Täter  gestohlen.

Reit  i.  W.,  15.  Juli.  Betagte  Bet
steigerinnen.  Dieser  Tage  beklliegen  Ur
Lehrberger  (70  Jahre  alt  und  Elise  Hörr
(65  Jahre  alt)  den  Hochgern.

Maria  Eck,  15.  Juli.  25jähriges  Pr
sterjubiläum.  Im  Miinoritenkloster  N
bach  (Niederbayern)  feiert  Hochw.  I..  Cypt
ayer  (1915  16  in  Maria  Ecl  sein  25  jähri
Priesterjubiläum.

mühldorf,  Juli.  Die  Getreik
ernte  hat  nun  auch  in  unserer  (Gegend
gesezt.  Der  Linnerbauer  von  Erharting
dieser  Tage  30  Zenlner  Winterge  rite  an
Kommunalverband  algeliefert.  In  Obetn
lirchen  wurde  mit  dem  Korns—  önitt  begonnen

Finsterwalds,  16.  Juli.  Diebe  an?
Arbeit.  Beim  Wascherbauern  Joseph  F

charakteristischen  Geschmack  der  Hese  auch
den  empsiedlichsten  Gaumen  verloren  hat  ##
in  (Geruch  und  Geschmack  an  das  Liebig
Fleischertralt  erinnert.  Das  Pilextrakt  lom
an  Slichstoffgehalt  dem  Fleischertre
gleich  und  mus  besonders  in  der  RKriegs
als  ein  guter  Ersatz  dafür  entsprechend  gesch
werden.

Prüft  man  nun  die  bisher  üblichen  Kom
vicrungsverfahren  unter  Berücksichtigung  di-Tatsachen
  nach,  so  kommt  man  zu  dem  betrüt
den  Resultat,  daß  die  bisherige  Methode
Rücksicht  auf  die  Erhaltung  des  Pilmährwer
die  verkehrteste  war,  die  man  einschlagen  lom
Eine  bessere,  bequemere  und  billigere  Methbt
als  die  Konservierung,  ein  vollwertiges  Dau
präparat  aus  den  Pilzen  herzustellen,  erg
sich  aus  den  jüngsten  Untersuchungen  #r
Schwint.  Klostermann  und  Scholta  über  !
Wert  der  #  als  Nahrungomittel.  Aus
Arbeit  von  Schmidt,  Klostermann  und  Scho
ergibt  sich  der  Schluß,  daß  das  Verfahren,
Pilze  wie  Fleisch  direlt  zu  schmoren,  für#
Ausnutzbarkeit  nicht  vorteilhaft  ist,  und  sie  en
fehlen  dafür,  die  Pil#e  möglichst  feingep#
vert,  wie  Gemüse  wit  Wasser  gelocht,  da
mit  Fett  versetzt  und  als  Suppe  „au  ge  ni
ren.  Ich  glaube,  daß  eine  nach  Zusatz  #
Kartoffell  nach  Art  der  Kartoffelsuppe  heu
richlete  Speise  das  beste  i##,  da  dadurch  das
richt  an  P#n#r  #sbraen  angereichert  wird,
denen  ja  die  Pilze,  verhältnismäßig  arm  sr
und  man  dem  experbmentell  festgestellten  d

y

 

 

 

gerungen
  haben  auch  Interesse  für  den  Nicht-  lungen,  ein  solches  Extrakt  herzustellen,  das  den  Verhältnis  der  Eiweißstoffe  und  Kohlenh