Full text : Rosenheimer Anzeiger. 64. Jahrngang (64)

Aummer  18

Rosenheimer  Anzeiger

Dienstag,  22.  Januar  101##

 

der  Srʒialit  Mayeras  an  ihn.  Eine  große  Anzall
  Deputierter  und  Diener  des  Hauses  versuch.
len,  die  Kämpfenden  zu  treunen.  Es  kam  zu  einem
regelrechten  allgemeinen  Handgemengec-Plötzlich
  schwang  lich  Pugsicsi.  Conti  auf  das
Rednerpult,  zog  einen  Revosver  und  suchtelte
damit  herum,  indem  er  sich  gegen  dir  äußerste
ke#inke  wandle.  Auf  das  Zureden  seiner  K  dollege  n
stedte  er  schließlich  die  W  wieder  ein.  In  den

umult  hinein  ertönte  die  Alarmglocke  des
Mammer.  Die  Räumung  der  Kommer,  des
Sitzungssaales  und  der  Tribenen  soa  i:  der  Wandelgänge
  konnie  nur  langsem  ersolgen.  Die  Türen
  des  Sihungssaales  wurden  verriegelt.  Nach
dredviertelstundiger  Unterbrechung  murde  die
Sitzung  wieder  ausgenommen.

Terschiedene  Nachrihhlen.

Abenteuerliche  Kr  egsgewinne.
Die  norwegische  Neederei  Allie  6  eellschaft  Kloster
  wurde  im  Axril  1915  mit  einem  M  tienlapi
tal  von  1  Millivn  Kronen,  in  Antei:scheinen  von
2500  Kr.,  gegründet.  Später  murde  insolge  gro.
ßer  Kursjteigerung  und  der  damit  verkundenen
Unhandlichleit  der  Altien  eine  Eineilung  in
Stücke  von  500  Kr.  vorgenommen.  Al#s
Frühjahr  1917  die  crbellses’  üt  ausgelöft  wurde,
standen  diese  Aktien  auf  7500  U.8  3000  Kr.,
allo  1500  bis  1600  v.  H.  über  dem  Nennwert.

i  der  Siquidation  wurden  auf  jede  Altie
10  000  Kr.  aurbezahl:,  was  a#so  einem  Uerdienst
  von  2020  v.  H.  in  2  Jahren  entfpricht.
Während  der  Zeit  de:  Be  eitehens  der  Gesell.
schaft  waren  schen  60  v.  S.  Dividende  verteilt
wor  den.  Der  Wert  des  Alt  enlapitals  stieg  durch
diese  Riesenverdienue  von  1  Million  auf  20,1
Millionen  Kronen.

hof-  und  Personalnachrichlen.
München,  20.  Jannar.

Militär  Mar-Josephs=  Orden.  Der
Kong  bat  den  Oberleulnam  Sapei  Scheuring
des  16.  Iuf.  Regt.  vom  14.  Juli  1916  ab  zum

 

 

NRitter  des  Mäknär  Mar  Jcephs  Ordens  ernamt,
  well  er  während  der  Schlacht  an  der
Ermme  in  den  Kämofen  bei#  ZSongneval  durch

herverragende.  von  g  Kröft  tert  Um'sicht,  Ta!lraft  u.
Kaliblüt'gkein  zengende  Führertä#igkeit  und  durch
das  Vork  ld  gu#z  be  onderer  perfönlich.r  Tapfer
leit  seine  Kempaguse  zu  anpergewöh#lichen
Kamnfleistungen  befähig!  hat.

Münchener  Neuigkeilen.

MKünchen.  20.  Jannar.
Verbotene  Wirkschaften.  Für  die
laftwirlschaften.,  zum  Seler“  und  „zum  Metzgerbräu“
  im  Tal  haben  dir  militärischen  Stellen
Militärverho  erlaßen.  Der  Grund  für  diese
Makrregel  ist  darin  zu  erblicken,  daß  in  diesen  2=kalen
  in  den  letzten  Monaten  der  wilde  Handel
mit  Schuhen.  Kleidern  und  militlärischen  Auerüstungsgerenftänken
  einen  au#erordentlichen  Umfang
  angemnemmen  hal.

Bayerische  Nachrichlen.

Die  banerischen  Königsschlösser
wurden  im  vierten  riegs  aiit  191  von  23  400
Personen  lesucht.  Der  Verlehr  i#t  gegen  das
Vorjahr  nicht  unbeträchtlich  geiliegen.

An  Krie  göôgesangenen  sind  in  Bayern
am  1.  Ju#nnau  unlergebracht  gewesen  zusammen
123226  Man  n  zum-Mlnndknmhuper
49000Va..,scnt«nI!-u.r«!1U«qukn

Hochwosscrisndlxlsfikhwcmmuns
Hostie-Bachsan  trscllckhs  Lochwassernach
richten  lauien  aus  denr  verschiedenin  Gegenden
Bayerns  ein.  Der  Main  und  die  eguis  sind

 

 

Spruchwelsheu.
liicbt  der  icbone  Rermel.  londeen  der  Harte  K##m
OIdNden  lnd.
mo  curelnrlt  ond  Forfocht  anfännt,
1  vorf  der  innere  MWert  auf.

die  RKuine  von  Sainen.

12)  NRoman
aus  dem  Londe  der  „Incdenla“  von  Luls  Humpeler.
Ein  Blick  Mias,  in  dein  er  eine  stumme  Frage
zu  lesen  glaubte,  hatte  genugl,  um  die  vor  Fremden
  so  srreng  geschlossenen  Lippen  zu  öffnen.
„Seit  ungefähr  drei  Wochen  bin  ich  hier  im
Süden,  in  desien  wundervollem  Klima  ich  mich
rasch  erlolte.  Meine  Heimatstadt  it  Wien.
Dort  lebte  ich  auch  bieher  all  die  Jahre  meines
  Lebens.  Ich  bin  soimsagen  aus  Wien  nicht
hinausgekommen.  Mein  Vater  starb,  ale  ich  das
Gomnasialsiudium  vollendet  hatte.  Er  hinterließ
  meiner  Muiter  und  mir  ein  nicht  unbe
trächtliches  Vermönen,  welches  mich  in  den  Stand
seßte,  mich  ganz  meiner  Arbeit  zu  widmen.  Meine
Eltern  hätlen  es  gerne  gesehen,  wenn  ich  den
geistlichen  Beruf  ergrissen  hätte,  und  wenn  es
ihnen  auch  schwer  fiel,  daß  ihr  Wun  sch  nicht
in  Erfüllung  ging,  legten  sie  mir  doch  nichts  in
den  Weg,  sodaß  ich  meinen  eigenen  Ideen  nach
gehen  konnte.  Meine  liebe  Mutter  besonders
war  es,  die  mich  in  meiner  Arbeit  unterstützte,
  die  mir  half,  wo  und  wie  sie  nur  konnte.
k#be  sie  sehr  lieb  gehabt.  Als  lie  vor  drei

im

ständig  im  Steigen  begrisfen.  Bei  Bischerg,.  it
der  Main  über  5  Meter  gestiegen.  Schwere
wasserschäden  werden  aus  dem  Ihgrund  *  l
det.  Dort  hat  der  Schulbetrieb  vielfache  Sirungen
  ersahren.  Tie  West.  und  Nordpfalz  ist  auf
vielen  und  ausgedehulen  Strecken  von  Hochwasser
überflutet.  Ganzbesonders  ist  das  Bliestal  slark
leimgesucht,  auch  das  Glan  und  A  senztal  sind
weilhin  überschwemml.  Der  gesam!e  Bahnver
lehr  an  der  prälzisch  preusischen  Westgrenze  wurde
  durch  Hochwasser  so  slark  beeinträchtigt,  daß
er  eingeslellt  werden  niußte.

Verunglückter  Flieger.  Am  Donnerstag
  nachmittags  gegen  3  Uhr  überflog  von  Osten
kommend  ein  Flieger  die  Stadt  Psaffenhofen;
aus  den  unsicheren  Bewegungen  konnte  man
schon  erkennen,  daß  etwas  nicht  in  Ordnung
war.  Auherhalb  der  Stadt  muhßte  er  notlanden
und  dabei  ging  das  ganze  Flugzeug  in  Trümmer.
Der  Flieger  seibit  üt  verletzt  und  war  längere

davongeirahen  zu  haben.

 

In  ihrer  Wehmung  in  Nürnberg  wurde  eine  22
Jahre  alie  Arberflerin  let  aufgefunden.  Die  Zimmer
  waren  mit  Gas  angefüllt.  Es  waren  die
Hahnen  der  Zmmmerlampe  und  des  Kochherdes
geschlossen,  nur  der  Hauptleitungohahn  war  nicht
vollständig  gef  schoostn:  außerdem  wurde  festgestellt,
  daß  das  Rohr  unter  diesem  Hahn  defekt
war.  Das  dadurch  ausgeströmse  Gas  führte  den
Tod  der  Wohmungeinhaberin  herbei.

Im  NRauch  erslickt.  Die  Dsmisler
Kreszenz  Mitil  in  Un:erpeiching  bei  Rain,
Lech,  zündele  die  im  Hausgang  befindlichen  Vau.
schen  an,  um  das  Nrmenhaus  z/  verbremnen.
Dann  legte  sie  sich  wieder  zu  Bett.  Otebewohner
bemerkten  din  Rauch,  worengten  die  Türe  auf  und
sanden  die  Zebenemäd:  tot  im  Belte.

Durch  einen  Orkan  getötet.  Durch
einen  Orkan,  der  in  den  Abendstunden  des  16.
Januar  in  Windehei  (Mittelfr.)  wütete,  wurde
eine  Feldscheune  zum  Einsturz  gebracht.  Der
Gipsarbeiter  Müllek,  der  in  der  Nähe  der  Schenne
  Schutz  suchte,  rurde  von  ihr  b.graben  und
konnte  nur  mehr  als  Leiche  gebore  nerden.
Mordauschlag.  Der  auf  Urlaub  heimgelehrte
  Landwelrmarn  Michael  Gräf.  Alteisenländler
  in  der  Brunenstrate  in  Selk,  hat  seine
Frau  u.  seine  3  Kinder,  2  Mädchen  im  Alter
ron  12  und  15  Jahren  und  einen  sechsjährigen
Knaben  mit  der  Anl  erschlagen  wollen  und  alle
vier  schmer  verletzt.  dann  int  der  Täter,  ein  fleißiger,
  solider  früberer  Porzellandreher,  der  me-.

 

gen  K  rankheit  den  Aleisenhandel  aufgenommen

und  dabei  ein  sehr  gutes  Auskommen  gefunden
hatte,  flüchtig  geganzen.  Er  hat  offenbar  im  Irrsinn
  gehandelt.

Zu  diesem  traurigen  Familiendrama  erfährt
man  noch  solgende  Cineelheiten=  Der  Alieisenländler
  Gräf  trug  sich  *  eine  Zeit  lang  mit
Selbitmerdgedanken.  einem  Bekannten
äußerte  er  sich  am  Mitlwoch  abends  über  seine

melche  Unruhe  nch  Hause.  Gegen  3  Uhr  nachts
schob  Gräf  seine  Popiere  und  seinen  Geldbeutel
in  die  Wanduhr,  deren  Perpendikel  dadurch  zum
Stillstand  kam,  und  schritt  zur  unseligen  Tat.
Ein  gebergtes  Beil  ergreifend,  schlug  er  anscheinend
  zuerst  die  ältere  Tochter  nieber.  die  man  in
EEIIIIZIItJIIII
len  die  mit  unheimlcher  Wucht  gefürten  Sueixe
gegen  die  in  tiesstem  Schlafe  lie  genden  anderen

sertrümmerte  Sd  sisftet  bioßgelegt.  Eine  Tochter
  rie  nach  der  Mer.,  doch  diese  hörte  nich
mehr.  Der  Totschlger,  der  sosort  flüchlete,  konn-Nle
  bis  zur  Stunde  —  vich  verhaftet  werden.

 

Jaohren  slarb,  d  a  war  es  mir,  als  hãtle  das  Leben

leinen  Wert  mehr  für  mich.  Ganz  allein  stand  ih
da.  Nur  die  lehzlen  Werte  meiner  slerbenden
Mutter  richleten  mich  immer  wieder  in  meinem
arcen  Schmerze  auf:  „Deine  Arbeit,  Harald,
denk  an  dein  Vaterland!“  Mit  diesen  Worten
verschied  sie,  sanft  und  ruhig,  wie  ihr  Leben
gewesen  war.

Die  Idee  zu  meiner  Erfindung  war  mir  gelommen,
  als  ich  noch  fast  ein  Knabe  war  und
sie  versolgte  mich  Iag  und  Nacht.  Um  mich

sür  sie  voz  zubereilen.  siudierte  ich  meine  Lieb-Ungswisienschaften,
  Phy#fik  und  Chemie.  Nach
langen,  mühevollen  Versuchen  gelang  es  mir  endlich.
  als  ich  schon  di:  Professur  an  der  Universität
  erlangt  halte,  die  Substanz,  deren  Spuren
  ich  so  hartnädig  rerfolgle,  zu  entdeden  und
sast  gleichzeitig  die  Modelle  meiner  Apparate
in  der  deträumiten  Volllommenhiit  berzustellen.
Kurs  vor  dem  Tode  meiner  Mutter  gelang  mir
mein  erstes  pralliches  Elxperiment;  ich  bekam
diesen  Erfrig  am  eigenen  Körper  zu  spüren:
lange  lag  ich  bewuhtlos,  ohne  irgendwelchen
Schaden  genommen  zu  haben.  Nun  bin  ich  so
weit,  daß  ich  boffen  darf,  in  etwa  einem  Jahre
mit  meiner  Ersindung  in  die  Oeffentlichkeit  tre.
ten  zu  können,  denn  es  handelt  sich  nur  noch
darum,  eine  größere  Menge  der  Subitanz  in
Vorrat  zu  schaffen  und  meine  Apparate  in  gewisser
  Hinsicht  umgzubauen.  Der  Zweck  meiner
Forschungen  läßt  sich  in  wenigen  Worten  zusammenfassen:
  r“*  will  den  Greueln  der  Kriege
ein  Ende  machen,  die  mordernden  Kanonen  und
Gewehre  durch  Apparate  ersetzen,  die  denselben

 

Zeit  bewußtlos.  E  scheint  innere  Verletzungen

schwere  Lage,  doch  begab  er  sich  ohne  irgend- 



Durch  ausgeürömtes  Gas  getötet.  3

 

Von  den  niedergeshlagenen  Opfern  ist  nun  am
Donmerstag  abends  die  12  Jahre  alte  Tochter
ihren  schweren  Verle  ungen  erlegen.  Der  Kleine
verschied  in  dieser  Nacht.  Während  die  äliteste
Tochter  wieder  erwacht  ist,  liegt  di:e  Frau  noch  bewußllos
  darnieder.

Weitere  Opfer  des  Bruchmühler
Eisen  bahnung  Sle.  Von  den  bei  dem
Eisenb#ahnunglück  in  Bruchmühlbach  schwerverletzten
  Persenen  sind  zmei  weitere  verstorben  und
zwar  der  Trainsoldat  M.  Willinger  und  der  #anslurmmam
  Karl  Will.  Dadurch  erhöht  sich  die
Zahl  der  Opser  des  Unglückes  auf  22.

Bayerisches  Oberland.

Uußdorf,  21.  1.  Frühlingsboten.-Eine
für  de  jetz  ge  Jahre:z  it  #l#t  ne  örch  iun  ist  in
einem  Garc  in  Nubdorf  zu  betrachten,  nämlich
  ein  Weidenbaum  mit  Valmlähchen  und  in
einem  andern  Garten  Kno  pen  ven  Schneeglöckchen.
  .

Endorf,  18.  1.  Held  im  Priestergewande.
  Der  frühere  Expositus  und  jetzige  Di-Visienspfarrer
  HOugo  Straßer  von  Hirnsberg,
der  in  den  Kämpfen  bei  Verdun  für's  Vaterland
Ulutete,  hat  sich  in  den  siegreichen  Kämpfen  bei
Cambrai  durch  seine  unerschroclene  Haltung  in
der  ersten  Lnie  das  Eiserne  Kreuz  erworben.

Prien  a.  Ch.,19.  I.  Vom  Roten  Kreuz.
Am  Donneretag  u  chmttnfmduu  Bayerischen
o:  dahler  die  Generalverfammlung  dis  Frauenvereins
  orm  NRoten  Kreuz  stat.  Dem  Rechen.
4.  aftebericht  der  Do#rfteherin,  Frau  Apolheler
Dr.  Weinhart,  ist  zu  entnehmen.  daß  der  Verein
462  Miltglieder  zählt  und  vielsei.ig  sich  betäligt.
Dem  Verein  obliegt  die  praklische  Leitung  der
Suppenanstalt  für  zurzeit  täglich  über  100  Schul.
linder  und  entsprechende  Beisteuer  dazu.  Seit
Kriegsbeginn  wurden  65  558  Portionen  Suppe
rerteilt.  Gröfere  Summen  wurden  aufgewende:
für  ar  me  Kranle  .  Invali  de.  Wöchnerinnen  sowie
für  Lrebegaben  in:  Feld,  Bekleidung  von  Erstkommunilanten,
  Wei,schisspenken.  Im  Bereinslazarett
  wurden  seit  Kriegebeginn  632  Krieger
rerpllegt.  Die  Auegaben  be  tronen  1917  21900
Mark  Verpflegungegelder  an  die  Verwaltung
des  Disiriktskrankengn  auses  und  7116  Mk.  andere
Ausgaben,  die  der  Frauenverein  besorgt.  Mit
diesem  Anteill  be  Fierfen  sich  de  Einnahmen  de?
*  au  16  S04  Mk.  Die  Ausgaben  auf

601  Mk.  T#  es  erliche  Vermogen  ist  6540
8  Der  Beirat  des  Vereins,  Distriktsschulinspeltor
  Frischhut,  berichtet,  über  se  ne  finanzielle
Leitung  der  Suppenanitalt,  der  Ninderbewahranftalt,
  ambulanten  Krankenpflege,  Tuberkulose- 



 

sunsorge  und  Kriegesürsorge,  durch  welch  letztere

er  8000  Mk.  seit  1913  an  Familsem#nterstühungen
  gewähren  konnte.
Breitbrunn,  19.  1.  Einbruch.  Es  ist  nicht
allzulange  ber,  daß  in  der  Oberleutnant  Berger-Villa
  in  Estadt  ein  schwerer  Einbruchdiebslahl
verübt  wurde.  In  der  ger  lregen  Nacht  wurde  dort
wieder  eingeberchen.  Damals  wurde  cine  Mannsund
  eine  Frauensperson  in  den  20er  Jahren  des
Diebstahls  bezichtigt,  aber  i  tonnte  ihrer  nicht
habhaft  werden.  Gend.  Woechter  Schmid  von

Bereitbrunn  ist  es  dieses  Mal  gelungen,  die  bei

z

Orfer.  Lerzerschutterndes  Wekgeschrei  ertönte
und  das  Alut  spritzte  keilweise  an  die  hohe  Sinlendecke;
  teilweise  wurde  das  Gehirn  durch  die

 

diesem  Einbruchdiebstahl  in  Betracht  lommende

24iährige  Frauensperson  zu  verhaften  und  in

das  Amt-gerichtspefängnie  Prien  einzullefern;
ver  Dieb  wurde  auch  verhaftet,  ist  aber  enisprun-Urget,

  19.  1.  BVrand.  In  der  Nacht  zum
Freitag  gegen  halb  5  Uhr  brach  im  Anwe  en  des
Xarer  Weiher,  zum  Kriechbaumer  in  Lochhofen,
auf  blöber  Unausgellärte  Weise  Feuer  aus.  A's
der  Besitzer  erwachte,  stand  das  ganze  Anwesen
Vereits  in  Flammen,  sodaß  so  gut  wie  gar  nichts
melrr  geretiet  werden  konnte  Lediglich  das  Vich
konnte  noch  in  Sicherheit  gebracht  werden.  Der

Zweck  ersüllen,  ohne  zu  verwunden,  und  ohne

zu  töten.  kurz,  ich  will  der  Welt  die  Möglichkeit
geben,  das  Ideal  des  ewigen  Friedens  durch  unblutige
  Wafsen  zu  erzwingen."

Balmer  schwieg  und  sah  in  die  schönen  Augen,
  die  groß  und  sinnend  auf  ihn  gerichtet
waren.

„Nun  kennen  Sie,  Knädige  Frau,  alles  Wissenswerte
  aus  meinem  Leben  und  das  grobe
Jiel,  das  ich  mir  gesteckt  habe.  Ich  weiß  nicht,
weshalb  ich  mich  vor  Ihnen,  einer  mir  vor  wenigen
  Stunden  noch  ganz  unbekannten  Frau,  so
abanos  offenbart  habe.  —  Es  mußte  wohl

so  se

3r  danke  Ibnen.  Herr  Balmer,“  sagte  Mia
leise,  mit  geprenter  S-imme,  die  ihre  verhaltene
Erregung  verriet.  „Ihr  Vertrauen  ehrt  mich.
Nun  kommen  Sie,  ich  will  Ihnen  das  Steinhaus
  zeigen.“

Sie  schritten  durch  den  Garten  zum  Steinhaus
Dinüber.  Mia  öffnete  die  unversperrte  Türc.
Eine  dumpse,  kühle  Luft  schlug  ihnen  cuitziden.

utting,  Mutting,  darf  ich  nicht  mil

pSo  komm,  Wildfang!“

Ein  großer  leerer  Gang  nahm  sie  —  Linler
Hand,  gleich  neben  der  Türe,  war  ein  abgeschlos.
senes  Velat,  weiter  rechts  zwei  ebensolche  Räume.
  Ganz  rückwärts  befand  sich  eine  schwere,
verrosiete  Eisentüre.

Da  faßte  Jlie  Balmer  bei  der  Hand  und
Hlüsterte  ihm  zu:

„Herr  Professor,  da  hinter  dieser  Türe  geht's
eine  Treppe  hinab  in  den  dunkeln  Gang,  welcher
bis  unter  die  Ruine  führt."

 

 

Vrandleider,  der  geprüster  Schußmesster  ist,
te  in  seinem  snne  auch  2  Ztr.  Spren
pulver  (Westfalit)  Whrt,  das  mit  pver.
brannte;  da  vorsi  e  Sprengkaplein
in  #nem  arlberen  Ne#  zaufbewahrt  waren,
hatte  das  Abbrennen  der  Pülvermasse  keine  weiteren-
  Folgen.

Bad  Kölz,  20.  1.  (Stiftung.)  Aus  Anlaß
  des  Goidenen  Hochzeitsjubiläums  des  Kö-Aigepcrte
  laben  die  flädtischen  Kollegien

000  Mk.  gestiftet  unler  dem  Namen  „König
20  ihel  des  Handweris.“  Aus  den  Zinsen
  sollen  an  würdige  und  bedürftige  Schüler  der
Berufs  Ffortbildungeschue  Tölz  Bei  lien  zur  weiteren
  Ausblldung  gegeben  werden

Coratwachrichlen.
Rosenheim,  21.  Jannar.
Aus  Achnung.  im  Felde.  Der  Schäffler
Franz  Windmeier  ven  Rosenheim,  Soldat  in  ei
nem  Landw.-IJuf.-Reg.,  wurde  mit  dem  Eisernen
Kreus  2.  Klasse  ausgezzichnet.
Lebensmittelversor
tag  ist  gegen  Bezugsmarke  2

 

ing.  Ab  Mon-.
Migeffess.  Kat#

see-Ersatz  erhäitlich.  Bis  einschl.  Mittwoch  sind

mit  Bestellmarke  3  Teigwaren  zu  bestellen.
D  ienstag  und  Mittwoch  ist  Abgabe  von  Sauerkraut
  im  Pernlohnerkeller.  Am  Mit'wech  wird
im  Stadtlagerhaus  Blankraut  abzJegeben.  Donnerstag
  nachm.  und  Freitag  kommt  Weicht  äse
nach  #  aemburger  Art  zur  Abgabe.  In  den  Feinlostgesohcsten
  M.  Fuchs,  A.  Kronberger,  Frarz
Huber,  M.  Mayer  und  M.  Rauscher  sind  Oelsardinen
  per  Dose  Mark  1.75  erhältlich.
Spezereiwarenabgabe  im  Stechlladen.
  Die  Atgabe  an  die  städt.  Anfalke  u.
Gastwirte  erfolgt  morgen,  Dienstag,  von  2  Ps  3
Uhr  nachmittag.

Gründung  einer  gewerblichen  Einkaufsgenossenschaft.
  Bei  außergewöhn.
lich  zahlreichem  Besuch  wurde  in  der  am  Samstag
abend  vom  Allg.  Gewerbeverein  Rosendeim  veranstalteten
  Bersammlung  von  Gewerbetreibenden
  die  Zwedmäßigkeit  der  Errichtung  genannter
  Genossenschaft  erörtert.  Nach  einleitenden
Darlegungen  durch  den  Vorsitzenden  sand  reger
Gedanken=  und  Erfahrungsaustausch  statt.  Als
Ergebnis  ist  die  vorläufig  unverbindliche  Einzeichnung
  der  unerwarteten  und  überraschenden

JZahl  von  36  Interessenten  für  die  Gründung
und  der  Beschluß  einer  Gründungsversammlung
am  Samotag,  den  26.  Januar,  im  Case  Wendl
zu  verzeichnen.

Fahrp#  landundbrungen,  Die  Bahnstation
  teilt  uns  mit:  Ab  20.  Januar  1918  rreten
solgende  gnentadnremn  ein:  Pz.  815,  nun
mehr  München--H.  ab  um  4.15,  Nosenheim  um
6.54,  ab  7,10,  Salzburg  an  9,52  abds.  Zwischen
Salzburg  und  Freilassing  verkehrt  an  Samstagen
  und  Vortagen  von  Feiertagen  ein  Pz.  893.
Salzburg  ab  10  40,  Freilassing  an  10,52  abends.

In  Strecke  Obing-Endors  Obb.,  verke  ehrt  Zug
42  nunmehr  30  Minuten  späler.

In  Strecke  Waserhury  Inn  Bhf.-Wasserburg
Inn  Stadt  verkehrt  Zug  5  wieder  i  in  seiner  alten
Lage,  Wasserburg  Bhf.  ab  6,55  früh.

In  Strecke  Thunstiis.  Nuhpe  ding  ist  Zug  33
um  10  Mimuten  späler  gelegt,  Traunstein  ab  9
Uhr  abends.

Hochwasser.  Der  Inn  führt  selt  einigen
Tagen  Hochwasser.  Die  rasche  Schneeschmelze,
außerordentlich  begünstigt  durch  die  laue  Wi.-terung
  der  letzten  Tage  hat  den  Wasserspiegel  um
ein  Beträchtliches  gehoben.  Das  Wasser  kommt
in  braungelben  Wogen  das  Bett  herabgektrieben.
So  weit  bis  jetzt  bekannt,  sind  ernstliche  Hoch
masserschäden  noch  nicht  eingetreten.  Auch  bre
Mangfall  war  vor  acht  Tagen  noch  ein  beschei
denes,  durchsichtiges  Bächlein,  und  itt  jetzt  zu  ei-„Möchtest

  du  hinuntergehen?“

„Nein,  ich  sürchte  mich,  es  ist  zu  unheimlich.“,

Balmer  lachte  und  laut  schallte  es  in  den
finstern  Raum  hinein.

Nachdem  er  sich  alles  angesehen  hatte,  gingen
  sie  wieder  in  den  Garten  zurück.

„Gnädige  Frau,  das  Steinhaus  ist  für  meine
Zwecke  wie  geschaffen.  Aeußerlich  wird  alleo
so  bleiben  wie  es  ist,  nur  die  Fenster  muß  ich
vergitlern  lassen,  die  beiden  Räume  rechts  vom
Gang  werden  das  chemische  und  mechnische  Laboratorium
  abgeben  und  der  Naum  links  neben
der  Tür  wird  das  Zimmer  für  meinen  Diener
Joseph,  wenn  Sie  erlauben.“

Mia  nickte  zustimmend.

„Ich  würde  mich  ungern  von  ihm  trennen,  er
belft  mir  bei  meinen  Arbeiten  und  ist  schon  fünf
Jahre  in  meinem  Hause  in  Wien.  Er  isl  ein
lustiger,  lieber  Bursch,  der  das  Leben  von  der
Sonnenseite  nimmt.  Aus  Bayern  gebürtig.
kam  er  über  Salzburg  und  Tirol  nach  Wien.
G  hatie  das  Glück,  so  muß  ich  wohl  sagen,
ihm  das  Leben  zu  retien,  sonst  wäre  er  in  der
Donau  ertrunken  und  seither  hängt  er  mit
Leib  und  Seele  an  mir.  Und  was  die  Haupt-  -
sache  ist,  er  kann  schweigen.“

Sie  hatten  inzwischen  den  Garten  durbk.
schritsen.  Da  blieb  Mia  plötzlich  stehen,  machte
  vor  dem  überraschten  Professor  einen  leichten
  Knicks,  und  während  es  wie  ein  loser  Schalk
über  ihr  Gesicht  huschte  agte  sie:

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