Full text : Rosenheimer Anzeiger. 64. Jahrngang (64)

Aummer  174

der  amll.  öflerreichisthe  Bericht.

MTB.  Wien,  29.  7.  Amtlich  wird  verlautder

  italienischen  Fronl  Geschützkampf  und
Gedlanl
In  krranien  wurde  der  durch  unseren
Vorstoß  ausgelöfte  Gegendruck  des  Feindes  slärker.
  Unsere  Stellungen  im  Semeni  Knie  waren
fünfmal  das  Jiel  heftiger  Angrifse,  die  danl  der
tapferen  Hallung  der  von  der  Artillerie  krästig
  unterstützten  Vorteidiger  durchweg  blulig  zusammenbrachen.
  Auch  im  Gebirge  Mali  Siloves
griff  der  Feind  viermal  vergebens  an.  Er  wurde
eum  Teil  durch  Feuer,  zum  Teil  durch  Gegensleß
  zurückgetrieben.
Der  tEhbel  des  Generalstabs.

Faalsen.

Wiederbevölserung  von  Görz.
*“  Zürich,  29.  7.  Schmeizer  Blätter  melden.
daß  laut  „Secolo“  die  Stadt  Gör:;  durch  die
Ssierreichischen  Behörden  wieder  bevölkert  werde
und  war  ausschließlich  itamienseindlichen  Elemenlen.


—.——
Türkei.

Ein  türlischer  Erfolg  in  Palästina.

Türkischer  Heercsbericht  vom  28.
Juli.  Palästinafront.  Beiderseitige  Artilleriekämpfe
  von  geringer  Stärle  und  rege  Fliegerlätigkeil.
  Eine  starle  feindliche  Ausllärungstä:
tigkeitsabteilung  murde  gestern  Nacht  östlich  der
Straße  Jernsalem-Nablus  vertrieben.  Neue
Kämpfe  um  Maan  und  die  Vahnlinie  nördlich
davon  führten  am  25.  7.  wiederum  zu  einem
stolien  Erfolg  aunserer  Waifen.  Line
mehrere  tansend  Mann  ählende,  von  den  Eng—
ländern  mut  vielen  Geschüten  und  Maschinengewehren
  ausgerüftele  Rebelle  llande  verbintete  unter
  persönliche  r  Führung  ihrer  Stammesoberhäupter
  in  verge  en,  bom  frühen  Morgen
bis  zm  spãten  Arend  anhaltenden  Angriffen.
Unsere  tapie  eren  Besat  ungen  schingen  alle  Angrisse
  ab.  Bei  Dichardun  jaten  unsere  Verflärkungen
  den  Angreifer  von  Norden  und  Süden  u.
schlugen  ihe  in  vestelos  Flucht.  Nieic  tote  Rebellen
  bedecken  das  Schiachtseld.  infere  Flieger
griffen  menl.  don  Maan  ein  große
penlager  mit  #alllreicen  Bomben  und  M  aschinengewehren
  an.

 

 

 

  

Hor  #ie  zuK  Sec.
21  Oc  Tonnenversenkt.
Berlin.  20.  7.  Amtlich.;  Im  Kanal  wurden
  21005  Bruttio.=  Regiiler-Tonnen
versenkt.
Der  TChei  der  Admiralf"aes  der  Marine.
*  London.  23.  7.  (Reuter.,  Ein  englischer
und  ein  belgiser  r  »-  sche  rdampfer  sind  von  einem
II  Boot  verieukti  worden.  Teil  ihrer  Velatzungen
  ur  urde  goretlei.

die  ußland.

JIntervention  der  Alliierien.

#r  Kiewm.  23.  7.  Nach  dem
haben  engiisch  fransische
Petlrosadowmel  am  Omegasee  genommen.
japanische  E  Fschwader.  weiches  brei  große  Kriegsschiffe
  und  2  Kreufer  um'saält
in  Wladiwonok.  Die  Ghinesischzapanischen  Truppen
  haben  Tichita  b'  zu  und  marschieren  gegen
Westien.
.  Tschechische  (Greucl.

*  Stockhol,  20.  7.  Eine  Agenlurmeldung
berichtei,  dasß  grote  Maifaire:  der  Cimahme  von
von  Spyeran  an  der  Wolga  durck  bie

Ein  deutscher  Riesenflugplatz.
Dieser  Tage  folgten  weit  über  hundert  Vertreter

  der  verschjedenen  Reichsstellen  und  der
deutschfen  Preise  einer  Cinladung  des  Komman

Tin

Die

 

 

  
  

dierenden  ·E7  Luftnreittrafite.  Errellenz  von
Höpruner,  um  den  Fluguian  in  Döberitz  in
Eshnien

Unser  Verlizer  Mitarbeiter  berichtel  darüber:

Zueril  wurden  die  verick  jedenen  Nlncsugarten
vorgesphrt,  on###fangen  don  den  einfachen  und
heule  so  bescheiden  aur  sehenden  Maschinen  des
Jahres  1013.  Dann  haben  mir  eine  vleihe  seinduͤcher
  Fiugeuge  gesehen,  die  durch  unsere  tapfe
ren  Flieger  erbeittet  worden  sind.  Sie  eichn  en
sich  durd  mertwürdige  Bemalung  der  Tragflächen
  aus.  Henise  siehen  sic  in  deutschem  Dienst
und  geben  unser:#r  heranwachsenden  Fliegerwel#t
gule  Erlernungem  k-önlichkeite  n.  Erhebend  war  es
aber,  alo  man  von  einem  zum  arberen  Flugzeug
gehend  mit  eigenen  AÄugen  sehen  lonnte,  wie  aus
der  lleinen  WMalchine  des  Jahres  1934  ein  immer
gröheres  Felugteng  uurde,  mis  die  Schlachtflieger,
die  Beobachtungsflieger  und  schliegich  die  Großkampfflieger
  immer  neuere  Maschinen  erhalten
haben.  Man  wor  erllannt,  ein  Großlampfflug.
„eug  zu  sehen,  ##15  riesige  Tragslächen  beiitzt.
Man  sah  es  sich  a-  eindlich  an  und  vermutete  hinter
  der  großen  Maschine  eine  nach  Hunderten
zählende  Pferdetraft.  „Leider  ist  das  Wetter
beute  nicht  güntig.“  sagte  der  führende  Offizier,
  „sonst  könmten  wir  Ihnen  ein  Großflug-Feug
  der  neuesten  Art  vorführen.“  Wir  bedauerten
  das  alle.  Plögzlich  meldet  ein  junger  Offi- 



  

 

 

Rosenhelmer  Anzeiger

solgten.  Die  hingerichteten  Arbeiter  seien  dort
nach  Hunderten,  ja  Tausenden  zu  zählen.
Miljukow  unter  Polizeiaussicht.
“.  Kiew,  29.  7.  Nach  einer  Meldung  des
MUltrainischen  Telegraphen  Bureaus  hat  der  Minisierrat
  nach  lebhaften  Debaiten  beschlossen,
Milinkow  und  seine  Parteigänger  unter  Polizeiaufsicht
  zu  stellen  und  sie  nächften  aus
der  Ulraine  aur#zumeisen.
Rücklritt  der  sibirischen  Regierung.
RKopenhagen,  29.  7.  Die  „Times“
meldet  aus  Wladiwoslot:  Die  sibirische  Regierung
  ist  eiurüdgetreten.  Die  Tschechoflomaien
  bereilen  nunmehr  den  Vormarsch  auf  Irlutk
vor.
Dr.  Helfferich  in  Moslau.
Moskau,  28.  7.  Der  neue  deutsche  Gesandte
  Dr.  Lelfferich  ist  in  Moslau  eingetroffen
und  hat  di  'plematische  Vertretung  übernom-Die

  nöte  der  Enkeme.

der  engl.  Munitiönsarbeikerstreil.

*  London,  29.  7.  Eine  amtliche  Reutermeldung
  vom  28.  Juli  129  Uhr  abends  besagt:
Das  Mumstionsministerium  hat  heute  aus  allen
Teilen  des  Landes  Nachrichten  erhalten,  wonach
sich  die  Lage  in  den  Munitionsbelrirbebe#irken
dedentend  gebessert  hat  und  daß  der
Krößte  1  Teil  der  Auefländigen  wahrscheinlich  morgen
  die  Arbeit  wieder  aufnehmen  wird.

————
München.  30.  Juli.
Seinen  60.  Geburtstag  beging  am  29.
Juli  der  Bin  eprälident  der  Kammer  der  Algeordneten.
  Dr.  Leopold  von  Casselmann.  Aus
diesem  Anlaß  hat  der  König  dem  Jubilar  teleraphl
  sch  seine  Glückuünsche  aus  chesprochen.

a  %  Sesseinter
MHünchen.  30.  Juli.
Erpressung  -versuch.  Ein  cohuitg  aus
der  G  egend  von  Fürstenfeldbruck  traf  im  Adort
eines  Gasthofes  in  der  Bayerstraße  einen  Mann
in  sonderbarer  Stlellung  und  ließ  sich  mit  ihm
in  ein  Gespräch  ein.  Ein  dritter  Mann  lam  da-Ju,
  fiellte  sich  al#  Kriminalbeamter  vor  und
berichtigte  die  leiden  eines  Vergehens  nach
§  175  des  N.  St.G.B.  Der  Gastwirt  bat  ihn
um  Schonung  und  gab  dem  „Kriminalbeamten“
auf  dessen  Verlangen  500  Mi.  worauf  dieser

 

erilärte,  vorlnfig  ron  einer  Verhaflung  Abstand

n  iiehinen  A-  n  nächsten  Tag  kam  der  angebliche
in  Shh  de#s  Gastmir
is  und  verlangte  2000  Ml.:  damit  werde  „die
ache  abgetan“  sein.  Die  Tochser  des  Gastwirtes
röpfte  Verdacht  und  versprach,  das  Geld  am
nächien  Tag  an  einen  bestimmten  Ort  nach
München  u  bringen.  Der  Erpresser,  ein  sahnenjlüchtiger
  Soldat.  ging  in  die  Falle  und  wurde,
als  er  auf  das  Geld  wartele,  verhaftet.

Verhaftete  Speichereinbrecher.

 

In

einem  Hause  an  der  Edlingerstraße  wurde  ein  18

„Rußli  Goles“
Truppen  die  Stadt
Das

befindet  sich  noch

Tschechen

i

Luftriese  ist.

 

Jahre  alter  Seemann  aus  Hamburg  und  ein
Jahre  aller  Bäcker  aus  Würburg  sesigenom-*—
  Die  beiden  haben  eine  Reihe  von  Speichereinbrüchen
  ausgeführt  und  dabei  Gegentände  im
Werte  von  über  2000  Mark  geislohlen.
Ingendliche  Hasendiebec.  Jwei  junge
Vurschen,  ein  17  jähriger.  Hilfsarbeiter  und  sein
13  Jahre  aller  VBeuder,  die  sich  aus  der  elterlichen
Wohnung  entle  i3  hatten,  verlegten  sich  in  den
Heimgärten  wui  das  Hasenstehlen.  Bei  ihrer
Feit  nahme  neilanden  die  beiden  ein,  über  100
Hasen  ##inendet  und  verlauft  u  haben.  Der
Erlö,  -!*i*-r  500  Mk.  murde  geteilt.

 

zumen  Zliegerbaiung  win  jenem

zn  r  ge.  en  seiner
It  Jn)  2  betiett  in.  daß  das  Groß-La.
  urifiun-  ug  ....  .“  eben  heraniomme.  Das
war  ein  Ablick!  Majeltstisch  sani  es  aus  der
Luft,  berührte  leicht  den  Voden  uno  rollfte  damm
quf  mehreren  Alen  gleitend  seinem  Besrimmungsoerte
  u.  Das  war  bein  Wunder,  würdig
angestaunt  iuu  werden.  Die  Tragflächen  sind
nicht  mehr  aus  irgend  einem  Spammolif,  sie  sind
untereinander  nicht  mehrn  lit  Drählen  verbunden.
MFie  w.  irden  sich  Uriere  Gequer  freuen,  wenn  man
ihnen  jett  erählen  würde,  melcher  Art  dieser
Den  Gesalien  wollen  wir  ihnen  je—
doch  nicht  iun.  Aber  das  eine  kann  man  sagen:
man  hat  im  Volf  schon  dadon  gewußt,  daß  es
Elug-  euge  gidl,  die  nid  mehr  einen,  sondern
F#eiPropeller  haben.  Kerner  muste  man,  daß
es  Flug  euge  gibl,  in  denen  **2  mehr  als
ei  Personen  milfliegen  löännen.  Der  Führer,
ein  wetiergebräunter  Ositsier.“  meloete  vorschristemäßig
  die  Ankunft.  Er  war  siol;  darauf,
uon  hohen  Militärs  und  von  den  Vertretern  der
öfsentlichen  Meinung  beginduüünscht  zu  werden.
Alo  wir  bald  darauf  einem  anderen  Schauplatze
uns  #uwandien,  rassellen  die  Motore  und  surrten
die  Propeller,  trotz  des  herniederprasseinden  Negens
  und  troh  des  heftigen  Sturmes  hob  er  sich
leicht  von  der  Erde  und  entschwebte  wieder  dorihin,
  von  wo  er  gelonmen  war.  Inzwischen
lurrte  eine  Maschine  nach  der  anderen  los,  um
gialue  in  die  Lüfte  aonu  führen.  Ein  ganz

alElleiner  munterer  Luftgeselle  machte  die
krften  Sprünge.  Bald  stieg  er  aast  kerzengerade

 

BSherische  Nachrichten.

Diebslahl.  Ein  20  Jahre  alter,  noch  unermittelter
  Jursche  ktahl  bei  einem  Einbruch  in
Straß  (Obb.)  1685  Mr.  Bargeld,  Münzen,
eine  Menge  Bettwäsche,  Wäschefloffe,  u.  a.  von
hohem  Ner.

Gesä  icher  Spielzeug.  Der  18  ·jährige
  74,0  Vortollent  von  Rosenau  bei
(Grasenau  (RNdb.)  sand  eine  Kapsel,  die  er  mit
einem  Nagel  öffnen  wollte.  Die  Kapfel  ging
los  und  riß  dem  jungen  Menschen  ein  Auge
heraus  und  die  Finger  der  linlen  Hand  weg.

Todesstur  #  In  Allkofen  bei  Straubing

  slürzte  der  Delonon  Joseph  Straher  durch
Brechen  einer  Leitersprosse  so  unglücklich  auf  eine
im  Stadel  slehende  Maschine,  daß  er  bald  darauf
  starb.
.  kindgaupfetjnng  Oberhalb  des  Bahnhofes
  Ulrichsberg  (RNdb.)  wurde  ein  neugeborenes
  Kind  aufgefuhden.  Verdächtig  der
Auosetzung  is  eine  Person,  die  in  Ulrichsberg  die
Fahrt  unterbrach.

Ein  wackeres  Mädchen.  Die  il  jahrige
Bäcermeisterslochter  Dora  Jobst  aus  Reichertshofen
  bei  Ingolstadt,  die  schon  vor
ein  paar  Jahren  eine  Milschülerin  aus  den  Fluten
  2og,  sprang  beherzt  hinzu,  als  dieser  Tage
eine  Dame  beim  Baden  bereits  im  Wasser  verschwand,
  und  zog  sie  heraus.

Einbruch  in  einem  Schloß.  In  dem
zurzeit  unbewohnten  Freiherrich  v.  Grohschen
Schlosse  in  Trockau  (Oberfr.)  wurde  dieser

Tage  ein  großer  Einbruch  festgestellt.  Die  Diebe
sunhlen  eine  gan  Anzahl  feinerer,  teils  vergoldeter
  Möbelstücke,  wie  Sosas,  Armeessel,
Stühle,  Höcker,  Betlladen,  Matratzen,  Waschische

  mit  Marmor,  Nachttische,  Spiegel,  Uhren
neneon  mit  eingewebten  und  gestickten  Wappen,
Aitertümer  aus  Zinn  und  einen  Kasten  Silber
mit  alten  Varodefbbesteden.  UAuch  die  Vorhänge
wurden  nicht  verschmäht.  Die  entwendeten  Gegenstände
  müssen  schon  wegen  der  großen  Zahl
mit  einem  Wagen  fortgeschafft  worden  sein.  Von
den  Einbrechern,  auf  deren  Ermittelung  eine  hohe
Belohnung  auegeseht  iil  „-hat  man  bis  jetzt  noch
keine  Spur.

Ein  Schiebelager.  In  einem  Lebensmittelgesch
  äst  in  Schweinfurt  wurden  10  Zentner
  im  Schleichhandel  erworbenes  Weizenmehl,
im  Hauptbahnhof  ein  ganter  Wagen  mit  Lebensmitteln,
  wie  Butter,  Schinken.  Würite  und  Mehl,
beschlagnahmt.

+—  .  .  »-·.
WANT-i  Miste-sie
Traunstecchs  Primi:.  Die  Primiz
des  H.  H.  Kapu:  burnaler  Joachim  Reitmaier
murde  am  Sametag  abend  mit  einem  Ständchen
  vor  der  Wohnung  des  Neugeweihten  durch
den  Kirchenchor  eingeleiter.  Somtag  morgens
wurde  der  neue  Diener  des  Herrn  in  festlichem
Aluge  zur  Pfarrlirche  geleit#L.  Zunächtt  hielt  H.
5.  Lomkapitular  Dunmair  eine  sormvollendele
Festpredigt  „beginnend  mit  kur:  er  Schilderung
der  Schrecken  des  Krieges,  mit  seinen  traurigen
VBegleiterscheinungen,  als  Wucher,  Unbotmäßigleit
  der  Jugend,  Sittenlofiakeit  usw.,  feierte  dann
den  Neupriester  als  Ordensmann  und  verbreitete
sich  über  die  segenereiche  Wirlsamleit  der  Orden
überhaupt.  Sodann  brachte  H.  H.  Paler  Joachim
  sein  erites  hl.  Opfer  dar,  wobei  H.  H.
geisil.  Rat  Damegger  als  Patrinus,  H.  H.
Kooperator  Schwertsirm  und  Diakon  Gastager
als  Leviten  assistierlen.  Der  Lirchenchor  löste
seine  Aufgabe  in  vorglicher  Weise.  Ein  Festmahl
  im  Marimiliansgarten  beendete  diesen  schönen
  S.
Bammerau,  23.  7.  Einbruch.  Beim
#  Sisen  Klinger  in  Ainring  wurde  in

 

hinauf,  bald  stürzte  er  lantlos,  beängstigend  für
den  Zuschauer  aus  sti:  ier  hohen  Flugbahn  herun-,

  schon  frampfte  es  einem  das  Herz,  man  sah
*  den  Verunglückten,  do  ein  Dröhnen,  ein
unbeschreibliches  Surren  und  heiter  schwang  er
sich  wieder  hinauf.

Dann  besichtigten  wir  die  sorgsam  zusammengestelllen
  Signalapparate.  Was  da  nicht  alles
erfunden  worden  ist!  Für  den  einfachsten  Infanteristen
  oder  Pionier“  r–  heute  möglich,  sich
durch  die  Luit  mit  dem  Führer  eines  Flugmuges
zu  versftändigen.  Er  empfängt  von  jenem  Mitleilungen
  und  gibt  ihm  Befehle  hinauf.  Auf  der
drahtlosen  Station  sah  und  hörte  man  das  Einund
  Auslausen  der  Nachrichten.  Ein  besonderes
Geheimnis  bildet  es  natürsich,  wie  die  großen
Flug:euge  die  eimelnen  Teile  ihrer.  Mannschaft
verfländigen.  Dann  ging  man  weit  über  das
Feld,  um  die  triegerische  Seite  des  Flugzeugs
kennei  zu  lernen.  Es  dient  ja  bekamtlich  nicht
nur  zu  Erlundungezwecken,  sondern  es  soll  vor
allem  den  Feind  auch  angreisen,  feindliche  Truppensammlungen
  und  Lager  beschießen  und  bomberoieren.
  Da  wurde  uns  gemigt,  wie  verschieden
  die  Anordnung  der  größeren  und  kleineren
Maschinengewehre  vorgenommen  wird.  Von
einem  Flugzeug  aus  kann  man  nach  oben  und
unten  schießen.  Der  feindliche  Flieger,  der  über
dem  deutschen  Flugzeug  einher  kreist,  kann  ebenso
  getroffen  werden,  wie  die  feindliche  Truppe,
die  zur  Front  marschiert.  Was  an  Geschossen  ersonnen
  worden  ist,  grenzt  an  das,  was  man  sich
kaum  vorstellen  kann.  Ein  duolo  hes  Maschinen  ·
gewehr  z.  B.  vermag  in  einigen  Selunden  mit

 

Mittwoch,  31.  Juli  1018

dessen  Maschinenhaus  eingebrochen  und  eine  ein-—
  Zentner  schwere  Dynamomaschine  und
3  Ledertreibriemen  je  8  Meter  lang  gestohlen.
Bentd  Eö#tler  Wiebacher  in  Ainring  wurde,  während
  sich  die  Hausbewohner  auf  dem  Felde  besenen
  aus  einem  unversporrten  Zimmer  50
Mark  B  hargeld,  eine  Geldbörse  und  Lebenomit-*
  von  einem  Mann  gestohlen,  der  bei  den  Nachbarn
  hamsterte.  Beim  Bauern  Franz.  Gaßner  in
Obergeisenfelden  wurde  eingelrochen  und  Lebensmittlel
  im  Werte  von  50  Mk.  gefslohlen.

Schaftlach,  28.  7.  Tödlicher  Unfall.
Am  Samslag  mittaog  kam  der  Monteur  der
Oberbayer.  .  Ueberlandzentrale  Wilhelm  Baumeister
  bei  Montierungsarbeiten  hier  der  Starkstromleitung
  zu  nahe  und  wurde  getötet.  Der
Verstorbene,  ein  fleißiger  Arbeiter,  ist  Familienvater
  und  hinterläßt  eine  Frau  mit  mehreren
RKindern

Srafing,  29.  JW.  Totgefahren.  Am
Sonntog  fruh  5  Uhr  wurde  in  der  hiesigen  Station
  gelegentlich  des  Rangierens  der  als  Aushelfer
  verwendete,  verheiratete  Bahnarbeiter  Johann
  Prieler  ohne  Verschulden  drister  getötel.

Siecgertsbrunn,  28.7.  Nochgutweggekommen
  ist  am  Dienstag  die  Tochter  des  Sägewerksbesitzer
  Volentin  Inselkamer  von  Siegertsbrunn.
  Sie  „kam  mit  den  Kleidern  der
Tranemission  gu  nahe,  die  ihr  fast  buchftäblich
vom  Oberkörper  gerissen  wurden.  Außer  Hautabschürfungen
  im  Gesicht  und  am  linlen  Oberkörper
  kam  sie  jedoch  zum  Glück  mit  dem  Schrecken

davon.

Aus  dem  Narhaus.
dessfetliche  Sitzungdes  Kollegiums
der  Gemeinde-Bevollmächtigten
Mittwoch,  den  21.  Juli
nachmittags  4  Uhr.

«  gesord  nung:  1.  Bekanntgabe  von  Zuw
  2.  Veschaffung  von  Schulräumen  für

e  Mädbchenmittelschule,  3.  Beitritt  zum  Blin
Bwinche  für  Oberbayern,  4.  Zuschuß  für
ein  Kriegererholungsheind  5  Beitritt  um  Verein
für  Kommunalwirtschaft  und  Kommunalpolitil,
6.  Errichtung  einer  Berufsberatungsstelle.

Geheime  Sitnzung.  1.  Personalien,

Aegeteuerunge  boihissen  für  die  slädtischen
Baeh  Lehrer,  Hilfsschutgleute  und  Arbeiter.

—
*  Rosenheim,  30.  Juli.

Auozeichnungen  im  Felde.  Der  Chevaurleger
  Franz  Kaver  Trä  beim  Stabe  eines
bayer.  Juf.-Reg.  wurde  mit  dem  Eisernen  Kreuz
Klasse  ausgeeichnet.  Das  Militärverdienstkreuz
  3.  Klasse  wurde  im  schon  früher  verliehen.
Er  sieht  seit  31  Mt.  im  Felde  und  ist  der  Sohn
des  Salinheiners  Martin  Trä  in  Rosenheim.  Mit
ihm  stehen  noch  zwei  Brüder  an  der  Front.

Beförderung.  Zum  Leutnant  in  einem
Res.  Juf.-Reg.  wurde  befördert  der  Gerichtsassistent
  am  Amtegericht  Rosenheim  Chriftian  Grill
mayer,  Sohn  des  Zugführers  (brillmayer.  Seit
19.  Dezember  1914  im  Felde,  ist  er  mit  dem
Eis.  Kr.  2.  Kl.  und  mit  dem  Verd.  Kr.  3.  Kl.  mit
Krone  und  Schwertern  ausgereichnet.  Vizefeldwebel
  H.  Flor.  Schandl  v.  Nofenhein,  wurde
.  Offz.O•  -tellvertreter  befördert.  Das  Eiserne
Kreus  2.  Kl.  und  das  Verdienstlreuz  hat  er  bereits
  früher  erhalten.

Für  das  VBaterland  gestorben  iilt
Bäckermeister  Hans  Moser  aus  der  Innstraße
dahier.  Ein  beliebter  und  tüchtiger  Geschäftrmann
  ist  das  Opfer  der  blutigen  Werkschlachten
geworden.  Moser  zog  zu  Anfang  der  Krieges
ins  Feld,  siellte  draußen  wacker  seinen  Mann  und
kehrte  erst  zurück,  als  ihn  eine  Krankheit  zwang,

 

 

L

einer  bestimmten  Art  von  Geschossen  rine  diche
Mauer  zu  durchlochen.  Wieder  ein  anrerer  Geschoß
  entzündet  im  Augenblick  einen  Balian,  der
unrettbar  verloren  ist.  Fan  einem  Feuerwerk
vergleichbar  ist  die  Reihe  von  Signal  Lichtgeschossen,
  die  eine  feindliche  Stellung  der  eigenen
Artillerie  bewichnen.  Wieder  in  einigen  Minnten
hat  eine  andere  Art  von  Geschossen  den  Benzinbehälter
  eine  Flugreuges  in  Brand  gesleckt.
Brandgeschosse  legten  in  einem  entfernt  si  hender
Gebäude  in  der  Zeit  eines  Augenz  winlerns
Feuer.  Selbst  für  Fachleute  bedeutete  d  eine
ganz  hervorragende  Errungenschaft  deutscher
Technik,  als  uns  ein  neuartiges  Maschinengewehr
vorgeführt  wurde,  das  in  seiner  unglaublichen
Wirksamkeit  leider  auch  mithelfen  muß,  den  Krieg
rascher  zu  beenden.

Ein  anderes  Kapitel  war  die  Vorführung  der
Bomben.  Nicht  viel  größer  als  eines  Mannes
Faust  war  die  Kugelbombe,  die  wir  bei  Beginn
des  Krieges  zur  Versügung  hatten.  Die  neuesten
Sprengbomben  sind  wahre  Ungetüme,  die  in
einem  Wohnummer  vom  Boden  bis  zur  Decke

richen  würden.  Sie  haben  dußerlich  viel  Aehnlichkeit
  mit  einem  Torpedo.  Zwischen  diesen  beiden
  Extremen  liegen  natürlich  eine  Reihe  von
Abarten  verschiedenster  Größe.  Die  Brandbombe
ist  nicht  besonders  groß,  es  trilt  auch  nicht  eine
besonders  auffällige  Detonation  auf,  wenn  sie.
auseinanderplatzt,  aber  ihre  Wirkung  ist  auf
Pphysikalische  und  uchemische  Gesehe  zuaniusng  —8
deren  Wirkung  hier  ganz  erschreckend  zum  Ausvruck
  kommt.  rend  wir  vie  verschie  "  Arten
  von  Lchtsign###e#n  gezeigt  bekamen,  worunter