5—26. 1611 65
ceritet und notturft des werks hierunter mehr in obacht nemben als Januar 22.
was derselben sonsten in dieser sachen belieben mögte.“ Geben Saltzburg
den 22, januarü a. 1611.
Jb., Ambraser Akten, Missiven vom März 1611, zu no. 28; Kop. und Ma, 111j11
— Kop. mitgeteilt von Thomas Porger.!
26. Herzog Johann Friedrich von Württemberg anJanuar22.
König Matthias.
Dero Abgesandte,? die E. kgl. W. im November zu mir und zu
andern unierten Kurfürsten und Fürsten geschickt haben, werden Derselben
berichtet haben, wie schwach es jetzt mit dem Reich bestellt
ist, so dass, wenn nicht bei Zeiten durch E. kgl. W. und andere
vornehme und genehme Glieder des Reichs beim Kaiser Unterbauung
geschieht, die Zerrüttung und das Mistrauen unter den Ständen
zu noch grösseren Weiterungen und zum Untergang des Reiches führen
könnte. Wie zu dieser Interposition zu gelangen wäre, werden
E. kgl. W. aus meiner damals erteilten schriftlichen Resolution vernommen
haben, wobei ich mich erbot, zur Fortpflanzung des Vertrauens
es an mir nicht fehlen zu lassen. Aber die Läufe hieroben
Landes lassen sich gegen den Frühling immer gefährlicher an; die
Lage ist viel drohender als im Vorjahr, da die kölnischen Verhandlungen
sich zerschlagen baben und das elsässer Volk des Erzherzogs
Leopold nicht aus der Gegend weichen will sondern obwol bezahlt
! Gleich unwirsch antwortet der Erzbischof dem Pfalzgrafen Philipp
Ladwig von Neuburg, der in seiner Aengstlichkeit eine Aktion des baierischen
Kreises bei den Kreisobersten angeregt hatte; der Erzbischof berühmt sich,
dass das passauer Volk sich vornehmlich durch sein Zutun über die Donau zurück
habe; so lange er und der Herzog von Baiern mit schweren Unkosten
unter Waffen gestanden hätten, habe er nicht gehört, dass der Pfalzgraf
seine Hilfe angeboten hätte, deren er, der Erzbischof, Gott lob auch nicht
bedurft hätte. „Jetzt aber, da alberait die sachen schier fürüber, kommen
E. L. erst mit dem craiss herfür und, das noch mehr ist, suechen Si mehr
als unzeitlich darzue denselbigen in die österreichischen sachen zu vermischen,
so dahero kaineswegs gehörig. Wann dann diss alles sachen sain aines
scharpfen und weiten aussehens, also seind wir weder zu dem ainen oder zu
dem andern uns bewegen zu lassen nicht gesint sondern vilmehr bei unserm
vorhaben zu beharren in deme entschlossen, das wir mit den jetzigen
schwierigkaiten des reichs unverworen begern zu verbleiben und die macht,
so uns Wott verlichen, zu verthädigung unserer land und leute, wie
biss anhero beschehon, also auch fürbass allain anzuwenden.* (Erzbischof
von Salzburg an Pfalzgraf Philipp Ludwig am 10. Februar 1611; Mb., 303/2,
f. 15; Or.).
3 Ueber diese Schickung vgl. no. 21, 8. 53, Anm, 2.
Briefe u. Akten des dreissigjährigen Krieges, IX. Bd. 5)