Aummer I71
Allgemeines vom Krieg.
Die amerikanische
Münchhauseniade.
Die amerikanische Zettschrift nin-inm- Review“
schreibt: „Man hat bisöher auf beiden
n der Welt zu sehr vor dem „amerikanischen
Münchhausen“ gedienert! Die Vereinigten
Staaten können vor Herbst 1918 als wesentli-Faktor
laum in Betracht lommen. Nachden
der Zusammenberuch Rußlands gerade im
entscheidenden Augenblick alle guten Aussichten
für 1917 über den Haufen geworfen hat,
ist heute aller menschlichen Voraussicht nach die
Hesiun auf einen glücklichen Ausgang im
Jahre 1918 gering. Ebenso unwahrscheinlich ist
ein Kriegsende für 1919. Das nächste Jahr muß
eine Zeit beträchtlicher Besorgnis für die Westmächte
werden!“
Dies ist also das Ergebnis der mit unendlich
viel Worten und Drncerschwärz= verltünde.
ten Hilfe Amerilas! Jegtzt, wo die Probr aufs
Exempel gilt, entpupot sich die jämmerliche Ohnmacht
nur auf dem Papier Eistier- nden amerikanischen
Millirnenarmee. Die Untersecb
werden es auch weiter verhindern, daß die Regierung
der Vercinigten S der En-Staaten
die
tente gegebenen Zusagen erfüllen lann.
Das schlechte Verhältnis zwischen
den amerilanischen und englischen
Soldaten.
Die Auesagen der in deutsche Kriegsgefanhenschaft
gerarenen Amer-kaner wersen zum Teil
t interessante Streiflichter auf die gegenwärtigen
Verhälniste in den Ver einiglen Staaten,
auf- die strupellose Art, in den breiten
Massen die feblende Arigbrgeisterung 1 erdeugen,
und endlic) auch auf das nicht gerade kameradschefillche
Verhältnis der amerffanischen
Soldaten :# den englischen und französischen
Tundeegenosten. Namentlich auf die stammesverwandten
En ailänder sind sie meiit nicht gut
zu sorechen. Schon in den eren Wochen hat
6q eine Mise timmung gegen bie engliff schen Kameraden.
bro#derz aber gegen die Offf#eer#, geltend
" Lem ascht. In England, wo die Gefengenen
14 Tage rellen und nach Aldershot, London
usw. ur e-ichtigung milärischer Anlagen 92=schickt
wuarden, brb#en k.ie enaischen Oif#zere den
amerikanischen milttärichen Gruß nicht crwidert.
Fortuälrend ha c Relbereien mit den englischen
Soldaten gegeben. Nach Aus sogen der Gefangenen
sunnden sie sich m.) den Tommtes wie
„Katze und Hund“. In Amiens hat ein Amerikaner
1 einem englischen Soldaten gesagt:
„Wir müsen jetzt eure schmutzige Arbeit fertig
machen.“ Der Amerikaner sei daraufhen von
dem englischen Soldaten niedergeschofon worden.
In einem anderen Falle hat sich ein
englischer Soldat beklagt, daß sie drei Jahre
gesochten und geb##et bälten. und daß nun
die Amerikauer kämen, um ihnen die Ehre und
den Ruhm des Seg § sort- unehmen. Englische
Soeldaten laben ihnen gegenüber häufig grzäußert:
„Wir laben die Nase vell.“ lrsp
haben sie nicht emnen Tommng: efünden der heu
EEIIIIIIEIIII eraß Leusichlm
nicht b#siegt werden lönne. Die Oi *m iere, die
sie geseh#en Baben, haben auf sie „einen sehr arm-
seligen Eindruck gemoch:“"; aber auch de cigenen,
Offiziere sellen einen schweren Stand baben,
soweit sie keine regulären- emerikanischen Truppen
befell gen. Vielfach sühren nicht die Hauplleute
die Kompagnien, jondern umgekehrt.
Die Gefangenen sind leule äuderit w:ufrieden
mit ihrem Los und loben die gute Behandlung
und des frrundliche Cutge gc mnkommen der
Deutschen, um so mehr, als sie anfangs der festen
Ueber- rugung waren, gleich nach der Esengen,
Nosenheimer Anzelgek
nahme erschossen zu werden. Sie werden nach ihren
Versicherungen, wenn der Krieg zu e ist,
zu Hause die Wahrheit verkünden, und jhrerseits
in den großen Zeitungen berichten, wie sie die
Deutschen in Wrrlklichkeit gesunden hätten.
Diegedrückte Stimmung in England.
Die Londoner Wochenschrist „The World“
schreibt: „In Paris ist jetzt trotz der Nähe der
Kriegsrone das Leben fröhlicher als in London.
Letzthin haben englische Offfziere zu Dutzenden
es vorge#ugen, ihren Urlaub dort statt in England
31 berbrirgen. Die anscheinende Wohlversorgtbeit
der eleganten Nestaurante im estlichen
London ist nur Atrappe. Der Direltor#eines
der be kanntesten Londoner Hotels äuherte, daß
er von einer Mahlzeit in seinem eigenen Restaurant
immer halb hungrig aufstände.“
Der Krieg zur See.
Englands bittere Not.
Es gibt keinen besseren Beweis für die Wirksamtkeit
des deutschen 1. Boottkrieges, als Ausfül
rungen der „Daily Mail“, wee die solgende:
„Solange die feindlichen uU.Voote noch 14 Proviantschisse
wöchentlich versenken. tommt es gar
nicht darauf an, wieriele U.Voote England auf
dem Meeresboden schickt. Optimisten und Pessmisten
mögen sagen was sie wollen: die Tatsache
bleibt' bestehen, daß England in diesem
Jühre gegen bittere Noi zu lämpfen habenwird,
wonn e nicht mehr Schiffe Daut und weniger
isni.“ Vor noch gar nicht langer Geit scholl es
aus dem englischen, und brionders dem Northclijse
Blattetwalde gan; anders! Der umgelehrte
Procch hat 65r in der Beurteilung der
Aur lungerung“ Deutüchlands vollrogen, auf
die chenais so Hrone Hoffnungen gesetzt wurden
und über die dieselve „Daily Man“ jetzt
schreilt: „Ein neniraler, gewissenhafter Beobachter
hat seslge##lli, daß die Lebensbedingun-#en
in n Betlin heute besser sind als ror einem
i
sen beiden Gegenuberstellingẽ n, ist Biscount of
Morthciiffes Blatt seinen Lesern allerdinge
sch: ildig geblicben. Es hilst sch aus der Verlegenheit,
indem es so tut, als habe nie ein
Engländer an die Verndigung des Krieges durch
die Vlodade Deutschlands geglaubt, u. chlieht.
seinen Artikel mit den Worten: „Es gibt nur
einen Weg, der zum Siege führt: Sjeg auf dem
Schlachtfelde.“ Wir waten immer bieier Meinung,
aber die Entente ist es, die ich bis Geute
gegen diesen Sa sperrt. weii ein Blick auf die
Kriegslarte seigl, miie es um sie und hren „Sieg“
stelt, wenn man dlesen allein richtigen Grundsath
anwenüdct.
Feindliche Zamis! in der Schlacht
bei Cambral.
Aus dei Felde wird uns geschrieben:
Schon selt einigen Tagen lauerte der Tank
ug der BSatterie in verschjedenen Stellungen
um das Dorf Bourlon herur n auf Beute. 20
am Abend des 256. November 1917 hatte er
Stellungswechsel in eine vorgeschobene, ciwa
1000 Meter südlich des heiß umstrittenen Dorkes
gelegene neue Stellung vorgenommen und
schien der rechle Augenblick gelommen, also:
Alles rauo an die Geschütze! Es war noch
dämmerig, ein leichter Regen siel. Rings um
die Geschütze schlugen in regelmähigen Zwi--
fchenpaiiseii lrachenddeieinolicheiinaiiaten
ein, in knapp 1 Meter Lutfernung rou dem
rechten Geschütz waren zei fricche Schußlöcher,
denen noch weiflicher #kalm zacheomn. Einig
(Minuten erregiester Spannung vergingen. Da
wurde auf der Höh: 10) südlich des Bourlon=Laldes
en sich scharf gegen den Horzont ab.
lebender, siänd'ig wachsender Buckel sichtbar, der
bald wieder klein und kleiner wurde und am
diesseiligen Hang h: rabglt. D as Spiel wiederholte
sich noch mehrete Male. Sie kommen!
Gerade; u eclösend werite dieser Aueruf. Die
Gesch. wurden eingerschtet. Auf 1400,
1200 Meter Entsernung solpten. sich die Schüsse,
der erste Tank wurde unter Feuer genommen.
Aha, er will rechts aus#neifen — nochtein —
Ein helles Aufb. iben der Geschohrauch e
den dum'en Schatten des Tauls TIrefler! Das
Feuer der Tanlkanonen verstummte. Jetzt den
nächsten! Herum den Lasettenschwan! geht
nicht!! Er hitie sich durch den Rückitoß so feit
in den ausgeweichten Lehmboden eingebohrt,
daß er nicht mehr von der Stelle zu bewegen
war. Alle Mann heran! Lasettenscha an aus.
graben, Geschütz herausziehen! Noch ein Stücd,
nroch ein Anspannen al#er Kräfte, und das Geschütz
stand außerhalb des Geschützstandes auf
» offer-ein Felde, etzt aber weeder. frei beweglich.
sie cinn#:g mÖ, alcche- Schluhfolgerung aus diesich
nordürflig e ingegrabe n. Es war bekannt ge“
worden, daß der Feind zwei frische Divisionen
und 30 Tanks #um Angriff bereitgestellt hatte.
NW war schärsce Aufmerksamleit geboten. Um
C0.30 Uhr morgens meldet: der Posten lebhast:s
Streufeucr auf das Dorf Bourlon und das
umliegende Gelän# und cine Stunde später
Trommelfeuer auf die vorderen Gräben. Jent
De fseimlch'n Tenkswrninwichn ctwa 200
Meter weiter vorgesommen und iubren dichtgebran
igt, uns ihre volle Preilseile bielend.
noch 5 an der Zall. in Richtung auf Veurlon
u. lebRa#st nach allen Richtungen hin feuernd.
Aun solale Schun auf Schuh au- be iden Royren,
auf die lich durch j##r egenes Feuer seib#
rerratenden Ungernme. (Ein deutlich vernehmbare#
Singen über unseren Köpfen, wir erlo
s#elten von den Tanl# Maschinengewehrseuer.
Jetzt g#lie, ihr oder wir, lenen Schuß herau:t,
der usch: gen genau gerichtet ist.
Der Eiser des Gesechts hüätte allmählich die
Vedienung erfaßt, der fü hrende Offizier setzte
sich selb t on den Richt#itz e'nes Geschütz= s. Ladebemmung!
ei anderes Geschoß raus den
Schuf, der saß drin! Fast gleichzeit g klang es
aus dem Munde mehrerer Kanontere, denen die
elle Kampftegeister: ing an den Augen abzu.
selen war: Der ichieft noch? Noch ein Schuß
und noche einer, dann war alles still. Der nächste
Schus.! Daror, eimno höher halten — Trefser!
Er versuchte zu drehen, noch ein paar
Schüsee, dann war auch dieser stl. .-I—gnride-c(3eicl)iil3ls1tlciissivichtnauchsck
.ei-elcrleugt,zw«derronihnibschosscneii
PairermqenLranntciilchterlohrittheller
»tikI)ilai.i-iie,dievwiJethIetchdns
Aufflammen der krepierenden Lanimunibon
NRichis rührte sich drüben
mehr. 6 se nkliche Tanis stinden. 5 daron dcht
nelrneinander, wie auf eine Schnur gereiht,
berschoffen und tellweis: brennend, im Gelände.
N. achdem die Geschutz: nachgesch'en und al'es für
elwaige meitere feindlich: Angriffe vorbereitet
war, konnten die Bedienungen nach fast zweisründigem
Aucharren im seindlichen Feuer in
Deckungz gehben. Eln: später:e Belichtigung
xeigte uns, daß die Tanls größtenteils 2 und
3 Volltreiser aufwiesen. Die Bedienungsleute
lagen »un Teil gräßlich zugerichtet tot unter
und neben den dran
noch verstärkt w rde.
Gedenket 1er bungeraden Vönel
Sonnkag, 13. Januar 15138
Pollsische Rundschen.
Grolz; admital von Tirpiy über den
Kamofgegen England.
* Köln, 11. 1. In einer Anterredung, die er
dem Verliner Vertreter der „Köln. Bolksztg.“,
Dr. Essele, über die Verhandlungen in Breut-Litcw#l
gewährte, äußerte sich der Großädmiral
orcn Tirpitz über die Fol itische Lage under
llärte dann auf die Frage, ob wir Tugland nieder
wingen lönnen, folgendee:
Für mich und alie Stellen, die tiefer in dirte
Frage eingedrungen sind, gibt es lein.n Zwei
sel, daß wir England niederr wingen
iönnen, wenn w##r beim U-Boot-Krieg Stange
halten, und es u. eederwingen komen, in durchous
alfePbarer Zeit. Das Schicktal Englandist
unentriunbar. Das erlennt man in England
selbst auch. Je näher der Augenblick kommt, der
England zwingen wird, nachzageben, d. st# größer
wird vielleicht das englische Mundstück sein. Das
darf uns nicht irre machen, wir müssen durchhal
ten! Natürl. ch müssen wir auch den Wllen dazn
habem und eine entiprechende Peolit tre- beu.
Ich traue den Deutschen ja auf dem Gebiete de-Pelitik
allerhand 3u, aber ich möchte es nich
lur möglich halten, daß wir uns auf einen
Kafjenstillstand einlassen, der unsere Unter
seeboote lahmlegt.
Baverischer Laudlag.
*smünchen, 11.
Die Moblenbelieserung der
rematorien:
Jannar.
Die Nenderung des
Zwangsabtretungsgesetzes
Die Lederversorgung.
Die Kammer der Algeordneten beschäftigte
sich in der Freltagsitzung nnächst mit einem
0. irag Held (.ZS#tr.) P#w. einem Antrag des
Aursschusses, der die Regierung ersucht. An
erdnungen uu treifen oder zu veranlasten, daß
die Belfeserung der Leichenverbr emungsanstal.
len mit Koblen eingesteltt werde. Als Geaner
des Antrages beziichnete sich der so- reldemokralische
Abg. Schmid, der gegen einen derartigen
Eingriif in das Selb tverwaltungere##t der G.
meinden protestierte und behqup##ete, daß der
Antrag nur von dem Bestreben ausgehe, die
fdem Zemrun unbeaqueme FSeuechestatiung
auf diesem Wege en erdrosseln.
Abg. Giehr! (Z#rc.:, siel t: sich auf den Boden
des Antrages, der im Volle wohl verslanden
werde und der es ermoͤgliche, in gan; Bayern
mehr als hundert Fam lien mit Koblen zu ver
jorgen. Auf denselben ablehnenden Stand.
punkt wie der soz. Redner siellte sich der lid.
Abg. Dr. Quidde- Für die Negierung sprach
der Minister des Znnern Dr. von Brettreich.
Er betonte, ß die Regierung barundsahhlch
auf dem Standpunkte siehe, daß bei den belechenden
Verhälinissen an Kohlen eingelpar:
werden müsie, m#s möglich s.i. Ein flantsauf
sichtliches Eingreisen in die Zuständigkeit der
Gemeinden sei eben erit dann eingebracht, wenn
die Gemeinden ihre Befugnisee überschreiten oder
die Vorschristen über b#i# Unterverte lung nicht
eachten. Diese Vorausse#zungen lieg en nicht vor.
Der Antrag fand darauf gegen die Stimniender
So ialdemo-raten und Liberalen Annah ne.
Nachgehelt wurde dann die Abltimmen: #br
den Gesetzentwurf betr. die Aenderung des
Zwangsaktretungege sehe. Er fand
genen die Slimme des Abg. Akastt (win) An
nahme.
Dann ging das Haus über zur Veratung Oes
Antrages betr. die ausreichende Lederversorgung
der Bevölkerung zu erschwinglichen Preisen.
Spru XXI—
nich woile d-lnen Siun auf blnee richten,
die nur auro alltu darte mudrar r
Sel denen du verleen mo#t die Pildh
Und lu den Staub vor !*nszm . S blicken.
ble Koloe. Don Salurn.
9 om
aus dem Londe der .Ju von Luls Gumpeler.
Warmer Erdgeruch, vermischt mit dem zarten
Duft der Nosen, stieg vom Boden auf. Da und
dort krochen lleine und groß: Eidechsen am Gemäuer
umher: ste schillerten im Sonnenglans,
als wären sie von schimmerndem Erz. Ein Zitronenfalter
flatterte von den Rcsen hinweg
durch den stillen Raum in die blaue, laue
Lust. Im nahen Busch schmetterte ein Fink,
ein schwaches Echo? töme von der nahen Bergwand
herüber. Von Ferne her drang ab und
U ein leises Rauschen des Wasserfalles. Es
verlor sich in den Felswänden, so still und
heimlich, wie wenn aonster Windhauch über die
Saiten einer Harfe streicht.
sang ihr llagend sehnsüchtiges Lied dazu.
Wie im Traume versunken stand Harald da.
Ihn dünkte es wie ein Märchen aus uralten
Zeiten! Es war ihm, als müßte jetzt aus einem
der Tore ein Schloßfräulein heraustreten und
an die Mauerbrüstung eilen, um lug zu
halten nach dem Gelicbten.
Leise, als fürchtete er die Hausgeister zu stören,
schritt er durch den Hof, am Burgyfried
Eine Nachtigall
vorüber# z einem schmalen Pforlchen, und woll.
te durch dasselb: eintreten. Da blieb er gebant
steben. Ein wundersames Bild entrolite sich ihm
und fesselte ihn derart, daß er kaum zu atmen
wapte.
Auf einer Rasenbank saß ein lleines Mädchen
in weißem, dustigem Kleide; die dunkeln Haare,
welche ein liebreizendes Gesicht umrahmten, umhüllten
in dichtem Lockengewirr den zarten
Oberkörper; sie reichten fast bis zum m Woden.
Unbeweglich saß die Kleine da und blickte auf
zu einer wunderschönen Frau, die auch ganz
weiß gelleidet war. Eine jeine, schlanke Gestalt.
Das goldbionde Haar war in dichten
Flechten, wie eine Krone, um das schöne Haupt
geschlungen. Vor sich hatte sie einen photographischen
Apparat. Sie legte soeben ein schwarces
Tuch darüber. Iede ihrer Bewegung war
Anmut und Würd.
„Mutting, was M-n
Die Allme hatte den Blick auf das Pförichen
Herichtet.
„Das Rosenlkind!“
Balmer war so öberrascht, das rei Z#inde, liei,W
nne Wesen wiederzusehen, wel er in Bozen
beobachtet hatte, daß er diesen zwi
Ausmif nicht zu unterdrücken vermochte.
Nun wandte 0 3 die Dame, falt erschroden,
um. Do entfiel ihrer
Hand, ein u Ser hrruhnic,
kam von ihren Lippen.
Harald sah in ein wunderbar reines Frauenantlitz,
in zwei blaue Augen, die leuchteten, wie
wenn der blaue Himmel sich darin gespiegelt
Lätie
Er- verbeugte sich und sagte:
„Verzeihung, gnädige Frau, ich wollte nicht
stören, ich ziehe mich wieder zurück, ich wußte
ch
Zitie- bleiben Sie doch, hier hat jeder Zutrii
Ein herrliches dunkles Metall zitterte in ihrer
Stimme.
Zögernd trat Balmer näher.
„Meine Anwesenheit wird wohl diesem lleinen
Engel nicht angenehm sein, denn Sie wollten
wohl eben eine Aufnahme machen!“
„Oh, das tut meiner Ju# nichts. Nannten
Sie sie nicht das Rosenkind?“
„Ja. Ich war gestern mit einem Freund in
ozen und sah die Kleine, als sie gerade mit
einem Arm voll Nosen vorbeiging. Kies reizende
Bild blieb mir im Gedächtnie
„Wir haben in unserem Garten eine Menge
Nosen, aber meine Ilse liebt es, auch von Bozen
immer wieder viele Rosen heimzubringen.“
Die Dame machte sich bei diesen Worten
wieder am Apparat zI schaffen.
„Ilse, setz dich wieder so, wie du krüher warst
— oh weh, da stimmt etwas am Apparat nicht.“
Boalmer trat hinm.
„Bielleicht kann # Tlen Verzeihung
Professor Harald Ba "7
„Mia von —
Balmer besah den Apparat und hatte bald den
Febler entdecit. 5 die Aufnahme vorüber
war, sprang Klein= Ille von ihrem Sitze und
lam lachend 2u ihrer Mutter zelaufen.
„Mutting, jetzt nehme ich dich, aus!“
„Weißt du was, Ilse,“ sagte Balmer, „wenn
deine Mutter erlaubt, so photographiere ich
euch beide zusammen, denn eine Platie ist ja
noch übrig, so viel ich gesehen habe.“
„Ja, bitte, bitte Mutting.“
Mia von Hohenfels stellte sich an die Seite
ihrer Tochter und umschlang sie wie schützend
mit ihren Armen. Das ergab ein Bild von solcher
Anmut, daß Balmer, dessen Hände zitteren,
sich Gewalt antun mußte, um ruhig 61
bleiben. Mia blickte mit ihren großen blauen
Augen auf Balmer und in diesem Augenblick
schnappte der Verschluß mu. Dann half er beim
Zusammenlegen des Apparates, trat an eine
Maucröffnung und sah hinab auf Salurn,
welches Zu Füßen der Ruine ausgebreitet lag.
t umeden sagte cr:
dige Frau, Sie haben mir, heute schon
e# i vollsen Genuß bereitet.“
„Wieso
Sie zee leicht. ,
„Ich ging an Ir Villa vü und härte
das Andante aus dem Geistertr#
zuch! ie. das flimmt! Der obrlchorr kommt
zweimal in der Weshe um mit une hu mausizieren,
mein Toͤchterchen bic die Geige
—