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Absicht vereitelt und viele Unordnung und sogar Zänkereien herbei—
geführt wurden. Alles dieses wollte nun der Kurfürst mit einem
male abgestellt wissen und damit er auch von der Ansübung seines
Befehls sichere Gewißheit haben könnte, so ernannte er aus der
Ritterschaft selbst Müänner, auf deren Treue und Redlichkeit er
ein großes Vertranen setzte, zu Muster-Kommissarien. Dieses
waren folgende drei: 1) Haus Georg Wase auf Burkertsdorf,
Hauptmann der Aemter Stolpen und Nadeberg. 2) Tham Pflug
auf Plösern, Obristleutnant und 3) Inlins von Weißenbach
auf Neuen Schönfels, Nittmeister. Der erste, ihnen zur Verbesserung
vorgeschriebene Punkt betraf besonders die Gleichförmigkeit
der Waffen. Unter diesen war der Speer das vorzüglichste
und eigentlichste Kennzeichen eines freien Mannes und Ritters
bisher gewesen; die Erfindung und der häufige Gebrauch des
Feuergewehrs machten ihn aber beinahe ganz unnütz, und nur in
wenig Fällen noch brauchbar, daher man nun auf eine andere
Art Waffen bedacht sein mußte: diese sollten 1) aus einem großen
Schlachtschwerte, 2) aus zwei langen Pistolen und 3) aus einem
tüchtigen Feuerrohre bestehen, denn nur diese wurden sowohl zum
Angriffe als zur Vertheidigung für tüchtig und hinlänglich befunden,
wenn schon die Ritter unter die eigentlichen Vertheidigungswaffen
den Harnisch ganz vorzüglich zu rechnen gewohnt gewesen
waren. Die Arten des Harnisch waren aber auch sehr verschieden
gewesen, da bis jetzt noch keine Vorschrift deshalb vorhanden war,
sondern seine Gestalt und Einrichtung blos von den Einfällen oder
der größern oder mindern Furchtsamkeit des Ritters abhing. Ein
Theil trug daher nur einen den' Vorderleib bedeckenden Küraß,
ein anderer dagegen ein über den ganzen Körper gehendes und
von Messingdrath gestricktes Panzerhemde. Die außerordentliche
Schwere dieser Rüstung war jedoch sowohl für den Mann als
das Pferd hinderlich und erschwerte zugleich beider Bewegung.
Diesem nun auszuweichen hatte ein anderer Theil nur einen kleinen
Brustharnisch mit beweglichen eisernen Aermeln (von dem das
Deminutivum unser jetziger Ringkragen zu sein scheint). Alle
diese Rüstungen waren meistens nur Ueberreste jener ältern Zeiten,
deren Pracht, Schwere, Tüchtigkeit und künstliche Einrichtung wir
noch jetzt in den Rüstkammern, Zeughäusern (2) und auf den Gemälden
bewundern, und die jene romanhaften Begriffe vom Nitterwesen
bei uns noch immer unterhalten. Da aber pershönliche
Tapferkeit allein in unsern Zeiten nicht allemal zu der einzigen
Eigenschaft eines guten Soldaten erfordert wird, auch die nene
Art Krieg zu führen ganz andere Waffen und Einrichtungen nothwendig
machte, so sind jene für uns so ehrwürdigen Dinge nicht
mehr so vortrefflich, als sie uns zuweilen vorkommen, und es
auch in jenen ältern Zeiten gewesen sein mögen. Diese Rüstung
also nebst dem Speere sollte so wie die bisher noch gewöhnliche