Full text : Sachsen-Chronik Erste Serie. (1)

27

Die  St.  Alexius-Kapelle  und  deren  silbernes  Heiligenbild
  auf  der  Dresdner  Elbbrücke,
1305—15342.

(Aus  Acten  und  Urkunden  erläutert.)

Trotzdem,  daß  Schramm  im  Brückenbuche  und  Hasche
im  Urkundenbuche  zur  diplomatischen  Geschichte  Dresdens,  wenn  auch
schon  mit  vielen  Fehlern,  die  Urkunden  abdrucken  ließen,  in  denen
die  St.  Alexius-Kapelle  nicht  nur  blos  erwähnt  ist;  so  haben
dennoch  Hofrath  Hase  und  Andere  Vermuthungen  über  Ort  und
Bedeutung  dieser  Kapelle  4)  aufgestellt,  die  sie  bei  genauerer  Lesung
der  wenigen  Urkunden  gewiß  unterlassen  haben  würden.  Als  der
Herausgeber  jedoch  so  glücklich  war,  in  die  Geheimnisse  des  Dresdner
  Brückenamtsarchivs  dringen  zu  können,  ward  er  in  den  Stand
gesetzt,  schon  bei  der  Herausgabe  der  Chronik  der  Dresdener  Elbbrücke:)
  auch  über  diese  Brücken-Kapelle  einiges  Licht  mehr  zu
verbreiten.  —

In  der  ältesten,  die  Dresdner  Elbbrücken-Kapelle  zum  heiligen
  Alexius  betreffenden,  hier  mit  abgedruckten  Urkunde  vom  Jahre
1305  ist  besonders  auch  der  Ausstellung  des  Bildes  des  heiligen
Alexins  bei  mehren  Festen,  besonders  um  Pfingsten  und  Johannis,
  gedacht;  doch  wußte  man  bisjetzt  noch  nicht,  daß  dieses  Bild
seit  dem  Jahre  1508  sogar  ein  in  feinem  Silber  gearbeitetes  war.
Der  Herausgeber  war  nämlich  so  glücklich,  in  der  seit  etwa  sechs
Jahren  sehr  beflissenen  Zeit,  über  das  Alte  in  manchen  Landesarchiven
  aus  Unkenntniß  den  Stab  zu  brechen  und  ohne  die  mindeste
  Beachtung  des  historischen  Werthes  viele  Acten  zu  maculiren,
  auch  ein  Fragment  einer  Brückenrechnung  vom  Jahre  1508
(Gott  weiß  woher?)  im  Maculatur  zu  finden,  )  die  in  der  That
gerade  sehr  schöne  Beiträge  zur  Geschichte  der  Brücke  und  der
Stadt  selbst  enthält.  )  Es  heißt  in  diesem  Actenbruchstücke  auf
dem  letzten  Blatte:  "

Innome  Silber.

i  (14)  lot  erbeten  worden  ditz  Jor,  vnd  gegeben  zeur  kirchen
iiii  (4)  margk  silber  gekoufft  zeu  dem  Bilde  scli  alexij
Summa  iiii  Margk  iz  lot
Solch  silber  ist  vbergeantwort  worden  anthonium  goltschmide  zen
dem  bilde  komen  seti  alexij.

1)  Besonders  über  die  Annahme  einer  Brüderschaft,  die  den  ersten
Brückenbau  veranstaltet  haben  sollte  2c.
2)  Dresden.  Verlag  von  Adler  und  Dietze  1848,  mit  drei  großen  Plänen.
3)  Darüber  später  ein  ausführliches  Referat.  —
#449)  Im  Brückenarchive  selbst  beginnen  die  Brückenamtsrechnungen  erst
mit  1530.  Außerdem  sind  noch  die  von  1480  und  1491  vorhanden.  —