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Die St. Alexius-Kapelle und deren silbernes Heiligenbild
auf der Dresdner Elbbrücke,
1305—15342.
(Aus Acten und Urkunden erläutert.)
Trotzdem, daß Schramm im Brückenbuche und Hasche
im Urkundenbuche zur diplomatischen Geschichte Dresdens, wenn auch
schon mit vielen Fehlern, die Urkunden abdrucken ließen, in denen
die St. Alexius-Kapelle nicht nur blos erwähnt ist; so haben
dennoch Hofrath Hase und Andere Vermuthungen über Ort und
Bedeutung dieser Kapelle 4) aufgestellt, die sie bei genauerer Lesung
der wenigen Urkunden gewiß unterlassen haben würden. Als der
Herausgeber jedoch so glücklich war, in die Geheimnisse des Dresdner
Brückenamtsarchivs dringen zu können, ward er in den Stand
gesetzt, schon bei der Herausgabe der Chronik der Dresdener Elbbrücke:)
auch über diese Brücken-Kapelle einiges Licht mehr zu
verbreiten. —
In der ältesten, die Dresdner Elbbrücken-Kapelle zum heiligen
Alexius betreffenden, hier mit abgedruckten Urkunde vom Jahre
1305 ist besonders auch der Ausstellung des Bildes des heiligen
Alexins bei mehren Festen, besonders um Pfingsten und Johannis,
gedacht; doch wußte man bisjetzt noch nicht, daß dieses Bild
seit dem Jahre 1508 sogar ein in feinem Silber gearbeitetes war.
Der Herausgeber war nämlich so glücklich, in der seit etwa sechs
Jahren sehr beflissenen Zeit, über das Alte in manchen Landesarchiven
aus Unkenntniß den Stab zu brechen und ohne die mindeste
Beachtung des historischen Werthes viele Acten zu maculiren,
auch ein Fragment einer Brückenrechnung vom Jahre 1508
(Gott weiß woher?) im Maculatur zu finden, ) die in der That
gerade sehr schöne Beiträge zur Geschichte der Brücke und der
Stadt selbst enthält. ) Es heißt in diesem Actenbruchstücke auf
dem letzten Blatte: "
Innome Silber.
i (14) lot erbeten worden ditz Jor, vnd gegeben zeur kirchen
iiii (4) margk silber gekoufft zeu dem Bilde scli alexij
Summa iiii Margk iz lot
Solch silber ist vbergeantwort worden anthonium goltschmide zen
dem bilde komen seti alexij.
1) Besonders über die Annahme einer Brüderschaft, die den ersten
Brückenbau veranstaltet haben sollte 2c.
2) Dresden. Verlag von Adler und Dietze 1848, mit drei großen Plänen.
3) Darüber später ein ausführliches Referat. —
#449) Im Brückenarchive selbst beginnen die Brückenamtsrechnungen erst
mit 1530. Außerdem sind noch die von 1480 und 1491 vorhanden. —