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Fettersatzstoffe. Das waren teils direkte Preissetzungen durch
den Bundesrat, teils Rahmengesetze, die den Reichskanzler zur
Aufstellung von Preisen ermächtigten oder die Gemeinden mit ihrer
Einführung beauftragten. Der. Reichskanzler hat im November
für Wild, Stroh, Häcksel, Buchweizen, Hirse, im Dezember für
Gemüse, Zwiebeln, Sauerkraut, Süßwasserfische, Marmeladen von
der ihm erteilten Ermächtigung Gebrauch gemacht. Für die Preise
von Gemüse, Wild, Schweinefleisch und anderen und namentlich
für Kartoffeln wurden mehrere Anderungen und Ergänzungen der
betreffenden Berordnungen nötig.
Durch die verschiedenartigsten, einander widersprechenden Erfahrungen
ging die Regelung der Kartoffelversorgung. Im ersten
Jahre wurden Hochstpreise gesetzt und wiederholt geändert. Die
Erhebungen gaben einen außerordentlich großen drohenden Fehl—
betrag, demzufolge gegen Ende des ersten Wirtschaftssahrs die Preise
nochmals erheblich erhöht wurden. Bald darauf zeigten sich aber
bisher zweifelhaft oder verborgen gewesene Kartoffelbestände, sodaß
die gezahlten Preise allgemein erheblich unter den letzten Höchstpreisen
blieben. Am 26. August 1915 ging man infolgedessen dazu
über, die Kartoffeln durch Aufhebung der Höchstpreise wieder der
freien Breisbildung zu überantworten, weil zunächst reichliche Mengen
vorhanden zu sein schienen. Am 16. September wurden auch für
Jutterkartoffeln die Breise außer Kraft gesetzt. Nur für die Lücken
in der freien Versorgung war die behördliche Beschaffung eines
kleinen Teils der Kartoffeln zu niedrigen Ubernahmepreisen vorgesehen.
Dazu wurden schon am 0. Oktober wieder neue Grundpreise
und zwar als Grundlage für eine beschränkte Enteignung
festgesetzt, denen dann Schritt für Schritt eine immer festere
Regelung und Bewirtschaftung dieses Erzeugnisses gefolgt ist.
Der Januar 1910 brachte ergänzend neue Höchstpreise u. a.
für Gemüse, Zwiebeln und Sauerkraut, der Februar schon die
Preise für Rohzucker und Zuckerrüben der Ernte von 1910, ferner
Höchstpreise für Stroh und Häcksel, Schweine und Schweinefleisch.
Seither ist die Schaffung dieser Art von Hcöchstpreisen
neengsam worden, aber sie hat bis zur Gegenwart nicht aufgehört.
Diese Zeitspanne hat in der Tat gewisse Erfolge für sich
aufzuweisen. Die Wirtschaftskosten einer durchschnittlichen Familie,
wie sie der Statistiker R. Calwer Monat für Monat auf
Grund seiner umfassenden Preisanschreibungen berechnet hat, waren
im Frühherbst 1917 erheblich angestiegen, als der ungünstige
Ausfall der Ernte wenigstens teilweise offenbar wurde und die