Full text : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

6O  Jahegeng

 

Xr.  266

 

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Rosenheimer  Anzeiger

Dienstag,  b7.  November  7914

 

 

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Rosenheimer  Tagblakt

Amtliches  Publikakions-Organ.

 

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Schlul  der  Inserat#Unnahms  1

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berno#men

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Uhr  mitiaq-  Nach  diesem  Zeitwunti  tann  far  Lutnadme  in  die  laulende  Tagesmmmer  cht  mehr  garantiert  werden  grn  schlechtgelbredene#  Monastrim  wo#dd  keine  Berantwortung

Der  Heilige  Krieg  aller  Muselmanen  gegen  den  Dreiverband.

Das  Ringen  in  fFlandern.  —  Weitere  Fortschritte  in  nordfrankreich.  —  vor  einer  Sceschlacht  der  russischen  mit  der  deutschen  Flottc.  —
englands  Uebergriffe  in  der  Nnordscc.  —  bdic  einschließung  von  Przempsl.  —  Reuc  ötterreichische  erfolge  in  Serbien.  —  6robe  Kricgsbegeisterung
  in  der  Türkci.  —  die  türkischen  Sicge  im  Kaukalus.  —  Frankreichs  not  in  marokko.  —  Eln

Die  Kriegslage.

WITB.  Berlin,  15.  Nov.  Großes  Hauptquartlier,
  15.  Nov.,  vormitlags.

Die  Kämpfe  auf  dem  rechten  Flügel  zeitigten
  auch  gestern,  durch  ungünstiges  Wetter  beeinflußt.
  nur  geringe  Fortschritte.  Bei  dem
mühfamen  Vorarbeiten  wurden  einig:  Hundert

 

 

 

Frauzosen  und  Englander  gesungen  und  zwei

 

F

Maschinengewere  erbeutet.
Im  Argonnerwalde  gelang  es,  einen  starlen
–..."  —

frauzösischen  Stützpunkt  zu  sprengen  und  im

Sturm  zu  nehmen.

Die  Meldung  der  Franroien,  sie  hätten  eine

deutsche  Abteilung  bei  Coincourt  (südlich  Marsah
  in  Unordnung  gebracht,  ist  erfunden.  Sie
hatten  vielmehr  hier  erhebliche  Verluste,  während
  wir  keinen  Mann  verloren.

 

 

 

 

 

Im  Osten  dauern  an  der  Grenze  Ostpreußen
und  in  NRussisch  Polen  die  Käubse  sorl.  Eine
Eutscheidung  ist  noch  nicht  Ne

 

Osterste  Hceresleitung.

r  #  „"
Die  Ergebnisse  einer  Woche.
Verlin,  15.  Nov.  Welche  beträchtliche

Zahlen  sich  ergeben,  wenn  man  die  anschei
nend  lleinen  Erfolge,  wie  sie  Tag  für  Tag
gemeldet  werden,  zusammemimmt,  geht  aus
der  nachstehenden  Zusammenstellung  nach  den
Berichten  unserer  obersten  Heeresleitung  hervor.
  Darnach  sind  in  der  abgelaufenen  Woche
über  15  000  Gesangene  in  West  und  Ost  gemacht
  und  6  Geschütze  und  69  Maschinengewehre
  erbeutet  worden.  Bei  der  schwierigen,
  langsamen  Art,  die  der  Krieg  jetzt  aufweist,
  sind  das  gewiß  beachlenswerte  Erfolge.
·r  ?„*  *"“

Vom  westlichen  Keiegsschauplaß.
Das  Ringen  in  Flandern.

Rotterdam,  15.  Nov.  Die  Deutschen
sehen  ihre  Angrifse  unaufhörlich  Tag  und  Nacht
in  der  Richtung  südlich  von  Roulers  sort.  Sie
sperren  behauptete  Wege  nach  Blankenberghbe,

eebrügge  und  Lissewighe,  um  eine  Umgehung

bindern
sländig  Verstärtungen  an.  Pferde  und  Mannschaften
  machen  gewaltige  Anstrengungen,

schweres  Geschütz  nach  Dpern  zu  bringen.  Besonders
  heftige  Kämpfe  sind  südlich  VBpern  im
Gange.  Unter  dem  Schußz  der  dort  aufgestelllen
deutschen  Artillerie  gingen  preußische  Gardeabteilungen
  vor  und  taten  sich  besonders  im
Kampf  gegen  die  hartbedrängten  Engländer
hervor.  Seit  dem  Falle  von  Dirmuiden  nehmen
die  Deutschen  ohne  Jweifel  eine  viel  bessere
lellung  ein  als  porher.  Das  Ziel  der  deut- 



schen  Offenfive  scheint  vor  allem  zu  sein,  die
Engländer  aus  ihren  Stellungen  zu  vertreiben
und  gleicheitig  die  Belgier  abzuschneiden.  (J.)

Rotterdam,  13.  Nov.  Ein  amtlicher  englischer
  Bericht  meldet:  Die  preußische  Garde

——————————————x
hat  am  11.  November  vor  Dpern  einen  wütenden
  Angriff  auf  unjere  Truppen  gewagt,  die
—m  —  —  —  ——  —

sckon  durch  frühere  Infanterieangriffe  geschwächt

 

    

worden  naren.  Die  englischen  Truppen  waren

drei  Stunden  bindurch  einem  schredlichen  Bom- 



bardement  ausgeselit  und  gleich  danach  ging  die

—  —  —  —

erste  und  me#ite  Brigade  der  preußziichen  Garde
....——-zum

  Angriff  über,  der  mit  größlem  Mut  und
..  —  —  —  —

mit  Hartnätdialeit  durchgesübrt  murde.  Der
Apern  einzubrechen,  vereitelt.

doch  gelang  es  den  Deutichen  an  drei  Stellen,
Linie  iu  durchbrechen.  Sie  wür

 

Versuch,  in  wurde

 

die  englische

den  oech  verhindert,  weiteres  Gelände  zu  gewinnen.

  (.I3.)

Wi.  Amnerdam,  15.  Nov.  „Telegraaf'
meltet  aus  Sluis  vom  1.1.  November:  (Leuein
abend  begannen  an  der  Küst  die  Kandenen
donnern,  nachdem  in  der  letzten  Heit  Stüle  6#
herricht  hatte.  Gleichi#eieig  wurde  auch  un  de:
Front  in  der  Umgebung  von  Lombardzyde  und
Nicupxort  gelämpft.  Die  See  slurmt,  lalrer
Wind  fegt  uber  die  *  en  und  die  Ebene.  Gleich.
wohl  wurde  hartnatig  gelämoft.  Nacht-  r
gann  ein  heftiges  Unweiter.  Krachender  Doannen
mischte  sich  in  das  Getöfe  der  Geschutze.

St.  Omennd  Armentieres  vor  der
Acbergabe.
Amsterdam,  1d.  Nov.  Der  Uebergang

deutscher  Truppen  über  den  Kanal  an  fünf

Stellen  dauert  an.  Die  Forts  von  St.  Omer

und  Armentierer  lehen  vor  der  Uebergabe.  (.).,

Engli  sche  Flieger.

WiI.  Brüssel,  15.  Nov.  Die  Brufseler
Zeilung  Le  Belge  meldet:  Ein  englischer  Flie

ger  warf  uber  Courtrai  eine  Vombe  ab,  welche
15  Pertonen  in  der  Stadt  tötete.

VLord  Roberts
WIII:.  London,  15.  Nov.  Amtlich  wird
mitgeteilt,  euß,  Lord  Roberts  gestorben  ist.  Er
besand  sich  in  Franlreich  zu  Besuch  bei  den  indischen
  Truppen,  deren  Oberbefehlshaber  er  war.
Am  Donnerstag  zog  er  sich  eine  Eriällung  zu,

aus  der  sich  eine  Lungenent  ndung  entwickelle,
der  et  clag.
Die  Differenzen  zwischen  Belgien
und  England.
Berlin,  15.  Nov.  Die  „Hamb.  Nachr.“
meiden  aus  Brüssel:  Aus  bester  Quelle  kann

 

 

bestätigt  werden,  daß  zwischen  Belgien  und  England

  sehr  ernste  Difserenzen  bestehen.  Es  teißt,
daß  jeder  perfönliche  Verkelr  zwischen  König  Albert
  und  der  englischen  Heeresleitung  aulgehört

 

habe.  Die  Engländer  versuchen,  unter  allen
Umständen  die  mit  Deutschland  gewünschte  direkte
  Verständigung  zu  verhindern.  (JZ.)
Wierereine  Lügenmeldung.
WiIh.  Verlin,  15.  Nov.  (Amtlich.)  Die
Nachricht  ausländischer  Blätter,  daß  einer  der
denischen  4%  Zemimeler  Mörser  explodiert  sei
und  die  Explosion  großen  Schaden  angerichtet
habe.  i#l,  wie  amtlich  se  stnaeimellt  wird,  vollständig
erfunden.
ciner  Seeschlacht  in
der  Östsec.
Won.  16.  Nach  Kopenhage
der  Blatiern  hat  die  ruffische  Flotle  min  Kurs
Verlassen,  der

deutschen  Floite  eine  Sceschlacht  zu  liefern.

In  Erwartung

Berlin,  Nov.

 

nai  Sudwest  Helingiors  um

 

Vernichtung  eine-  japanischen

 

Torpedobootes.

 

MIIRNfTofio,  15.  Nov.  Amtlich  wird  bericktet:
  Cin  japanisches  Torpedoboot  ist  beim

 

Minemuchen  in  der  uhi  von  Kilüurschau  durch

à

nme  Mine  zum  Sinten  gehract  worden.

 

Der  Kampf  zur  See.

Die  nordirchen  Lander  gegen  die

englischen  Schilanen.

WII:i.  Stocholm.  15.  Ner.  Dir  Presse
ihrichi  ihre  Genugiuung  u  den  einjamen
Auftreten  der  flandinarischen  Lander  gegen  die
Finderungen  der  friedlichen  Scefami  aus.  Ge
sei  erfreulich,  sagt  das  „Slodhiolme  Dagkbiad',
daß  diese  VGemein#l  ai#t  auf  eine  Initiative  von
Süweden  zurüc  uführen  sei.  Der  amtliche  Ve
richt  sagt  ni#hl,  aui  welche  M.:5  zregeln  er  es
abgesehen  Dat,  aber  unsweiselllaft  hat  in  erster
Reihe  die  ungeheure  englische  Absperrung  der
Nordsee  den  protefltierenden  Regierungen  be
jonders  vorgeschwekt.

W'  Washington,  15.  Nov.  Iunfolge
der  Vorstellungen  von  Dänemark,.  Holland.
Schweden  und  Normegen,  daß  ihr  Handel  mit
Amerika  durd  die  Minen  in  der  Nordice  außerbalb
  der  territorialen  Gewässer  gelähmt  sei.
hat  der  stellvertretende  Sekretär  des  Staale
departemente  den  britischen  Botschafter  um
sormation  in  dieser  Angelegenheit  gebeten.  Dieser
  hatie  jedoch  leine  Information  zu  gelen.
Englische  Kreuzer  durch  deutsche  Geschütze

  beschäoigt.

Genf,  15.  Nov.  Die  deutschen  Geschütze  an
der  belgischen  Kuste  haben  nach  Pariser  Meldungen
  auf  den  englischen  Schissen  größeren
Schaden  angerichtet,  als  die  englische  Admiralität
  ugab.  Man  glaubt,  daß  die  Kreuzer
„Falcon“,  „Brillant“  und  „Rinaldo“  unbrauchbar
  geworden  sind.  (J3.)

 

An  Strano  getriebene  Minen.
Amsterdam,  15.  Nov.  Von  vielen  Punl
ten  dex  Hollandischen  Külde  kommen  Aachrichten

japanisches  Torpedoboot  vernichtet.

über  ctlicke  an  den  Strand  getriebene  englische
Minen,  die  bei  den  lettt  ägi  gen  heftigen  Stürmen
  losgeri'sen  wurden.  In  Siellendam  wurden
  drei.  in  Vlüsingen  zwer.  in  Domburg  eine,
in  Koog  eine,  in  Nieuwe  Sluis  zwei,  in  Zoeichduinen
  zwei  Minen  an  Land  getrieben.  Sie
bilden  eine  schwere  Cefahr  für  die  Küste  und  die
Schiifahrt.  (0).)

*  *
*
Nom  öfllichen  Kriegsschauplaß.
Die  Russen  in  Polen.
Petersburg,  14.  Nov.  De  r#7
Wremia“  wird  von  millitärisdhrer  Seite  cellä
Neue  große  Oreratienen  in  Poien  seien  kncn  it
unmöglich,  da  die  runischen  Truppen  reorgani
jiert  werden  massen.  Dagegen  sei  auf  ein:  Ope
ration  in  Ostrreußen  zu  rechnen.  (Z.)0

Französische  u.  tussische  Schandkalen

Französische
WIN,  Wi  14.

Barbaren.
Nov.  Na,  Verichten  von
wieitbee  Ken  ici  (Sescklleht##,  die  als  fran
ilscker  Cefanneiba  zurnagetert  ind,  waren.
Föu  durch  den  Griegsausbrucnuuberraichten  feindüchen
  Stazglsangehörigen  auf  dem  Wege  zu
dem  Gesangenenlager  und  „w  end  der  Gefangenischaft
  der  rohesten  Velandlung  ausgeseßt.
Die  nach  vertrauenswürdiz  een  lildelungen  auf
genommenen  Pratokolle  wurten  der  amerikanichen
  Bosschaft  zur  Wei:  ergabe  an  die  ameri
lanische  Volich  at  in  Frankreich  ubergeben,  damit
  das  ot  -  d«  tsc«  angenen  dort  nach  Mög-=in
  leit  eri  inrtert  werde.  In  dern  Pro:ololl  heiizt
unter  anderein:  Einde  Hundert  Personen,
7  Manner,  Frauen  und  Kinder.  haben
die  Fahrl  bon  Luy#nad.  Sharrrente  unter  Be
wachung  von  Soldaten  und  begr  eitet  von  loh
lendem  Pel#emitdemacht.  Hierbei  wurde  ein
eiwa  70  jähriger  Mann  bnäflihlich  von  dem
Pobel  zu  Tode  getreten.  Bor  den  Augen  der
ubrigen  Criangenen  murden  jungen  Mädchen
die  Kleider  vom  Leibe  geritsen  oder  rabgesch  nillen,
  so  daß  sie  beinahe  nadt  den  Leidensweg
bis  zu  denm  Bestimmungsort  ihrer  Internietung
antreten  musten.  Mochnerinnen  wurden  auf
dar  uUnmenschlichste  behandelt.  Weder  ärxztliche
Oilfe,  noch  ein  Tropfen  Milch,  noch  sonst  eine
Erteichternng  wurd-  ilnen  gewährt.  Sie  wur.
ken  ebemo  wie  allr  anderen  Gefangenen  rohen

  
  

 

 

1  *  gseinen  Soldbaten  zur  Obhut  übergeben.
Die  Nalung  bestund  aus  altbackenem  Brot,
schlechtem  Waiser  und  Fleisch  von  abnestandenem
  Vich.  Andere  Einzelheiten  uber  die

„Kauen  und  Mädcken  zugefügten  Beleidigungen
lassen  sich  nicht  wiedergeben.

Russische  Barbarei.

Berlin,  14.  Nov.  Ein  besonders  schroffes
Beispiel  barbarischer  Kriegeführung  haben  uns
lurelich  die  Nussen  bei  Tomassom  in  Polen  aeneren.
  Amtliche  Ermittlungen  uber  die  Wahrnehmung,
  daß  die  Russen  feindliche  Einwohner
gir  Kugelfänge  vor  sick  hertreiben,  um  un.
jeren  Truppen  das  Feuer  unmöglich  zu  machen,
zuhrten  zun  folgendem  Ergebnis:  Das  Land.
nn  Ravallerie  Regiment  Nr.  meldete  am

 

Oltaher  den  Armer  Obertommanda  dient-