Deutschland. 51
und stimmfähiges Mitglied des deutschen Bundes. Die Bedingungen gingen
nur auf einen individuellen Gewinn, während Oesterreich und der Bund Anspruch
auf Das hätten, was die Herzogthümer an Wehrhaft zu Land und
zur See leisten könnten. Die österreichische Regierung sei bereit, zu bewilligen,
daß Rendsburg zur Bundesfestung erhoben werde, daß Preußen den
Kieler Hafen für seine Marine, eine Canalverbindung zwischen beiden Meeren
und den Eintritt des neuen Staates in den preußischen Zollverein erlange.
So lange aber die Souveränetätsfrage in der Schwebe bleibe, sei für Detailverhandlungen
kein Boden. Oesterreich lehne das mitgetheilte Promemoria
ab und schließe eine Phase der Verhandlungen, in der eine definitive Vereinbarung
überhaupt nicht möglich scheine.
5. März. (Weimar). Die Regierung legt dem Landtag den Entwurf
eines Militärstrafgesetzbuches ganz nach preußischem Muster vor.
„ „ (Hansestädte). Abschluß eines Handelsvertrags zwischen Frankreich
und den Hansestädten.
6. „ (Schleswig-Holstein). Der von der Delegirtenversammlung
der Schleswig-Holsteinvereine am 26. Febr. neu gewählte engere
Ausschuß setzt sich mit dem 36er Ausschuß in nähere Verbindung
und spricht den Wunsch einer persönlichen Zusammenkunft aus, „um
sich mit den Leitern der deutschen Volkspartei Betreffs der Haltung,
welche im deutschen Interesse bei dem nunmehrigen Stande der
Dinge als angezeigt zu erachten seien, ins Einvernehmen zu setzen“.
9. „ (Hannover). Die officiöse H. Hannov. Ztg. spricht sich für
die preußischen Forderungen vom 22. Febr. bez. Schleswig-Holsteins
aus. ·
10/11. März. (Oesterreich). Der österr. Präsidialgesandte Kübeck und
der österr. Gesandte in München Blome werden nach Wien berufen,
um einen von den Mittelstaaten am Bunde beabsichtigten Schritt in
der schleswig-holsteinischen Frage in Erwägung zu ziehen.
11. März. (36er Ausschuß) erwiedert auf die Zuschrift des engern
Ausschusses der schlesw.-holst. Vereine, er erachte es „Angesichts der
gegenwärtigen Lage der Dinge und besonders bei der täglich wachsenden
Zerfahrenheit der Meinungen für geboten, der gewünschten
Zusammenkunft eine größere Ausdehnung und einen allgemeineren
Charakter zu geben, und habe deßhalb beschlossen, den gesammten
36er Ausschuß zu einer Sitzung nach Berlin einzuberufen und lade
den engern Ausschuß der schlesw.-holsteinischen Vereine möglichst vollziählig
dazu ein“.
15. „ (Lauenburg). Das preußische Kriegsministerium entspricht dem
Wunsche der lauenburgischen Landesregierung um Aufnahme der in
Folge des Wiener Friedensvertrages aus dem dänischen Dienste entlassenen
Lauenburger Unterofficiere und Musiker in die preußische
Armee; die lauenburgischen Unterofficiere und Musiker äußern dagegen
den Wunsch, im Lande bleiben zu dürfen. Die officielle
Lauenburger Ztg. meint jedoch: „Der ausgesprochene, aber unbegreifliche
Wunsch kann natürlich gar keine Berücksichtigung finden.
Männer, die eben aus einer besiegten Armee eines fremden Königs
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