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holsteinischen Frage). Bei der Abstimmung wird der Antrag Passavant-Müller
abgelehnt und der Antrag des Ausschusses mit überwiegender
Mehrheit angenommen. Die Schleswig-Holsteiner (29
an der Zahl) erklären, sämmtlich gegen den Ausschußantrag gestimmt
zu haben.
Eine nach dem Schluß des Abgeordnetentages zusammengetretene
demokratische Volksversammlung erklärt die von der Majorität des
Abgeordnetentages befürwortete Neutralität geradezu für Feigheit oder
Verrath, findet den bewaffneten Widerstand Deutschlands gegen die
die friedensbrecherische Politik der preuß. Regierung für geboren und
verwirst den Parlamentsantrag desselben unbedingt.
S. den Wortlaut der Anträge an den Abgeordnetentag im Ergänzungsheft
S. 78.
21. Mai. (Bayern). Eine Besprechung der bayerischen Fortschritts-
partei in Gunzenhausen geht gegen eine unbedingte Neutralität, für
Volksbewaffnung und Einberufung eines Parlaments nach dem
Reichswahlgesetze von 1849.
" "(Sachsen). Die Einberufung des Landtags auf den 23. d. M.
wird mit Rücksicht auf die Congreßaussichten verschoben, alsbald aber
wieder auf den 26. d. M. angesetzt.
22. (Preußen). Eine Depesche an Württemberg wirft demselben
vor, neben Oesterreich und Sachsen zuerst gegen Preußen gerüstet
und damit die ganze jetzige Verwickelung wesentlich mit verschuldet
zu haben.
S. den Wortlaut Ergänzungsheft S. 81.
"„ ( Hannover). Der österreichische General Prinz Solms trifst
in besonderer Mission in Hannover ein.
„ (Kurhessen). Der österr. Oberst Baron Wimpffen trifft in
außerordentlicher Mission in Kassel ein.
23. (Bayern). Prinz Karl wird zum Höchstcommandirenden der
bayerischen Armee, General v. d. Tann zu seinem Generalstabschef
ernannt.
„ (Württemberg). Eröffnung des Landtags. Thronrede des
Königs. Die Regierung legt dem Landtage zwei Gesetzesentwürfe
vor, deren einer dem Kriegsminister die gesammte Landwehr zur
Verfügung stellt, der andere einen außerordentlichen Militärcredit von
7,700,000 fl. verlangt.
S. Ergänzungsheft S. 82.
24. „ (Preußen). Die Stadtverordneten-Versammlungen in Königsberg,
Stettin, Köslin, Kolberg, Magdeburg ect. richten Friedensadressen
an den König. — Dem Kreistage von Thorn wird von 14 Mitgliedern
ein Protest überreicht gegen jede Bewilligung von Steuern
und Lasten, denen die Zustimmung des Abg.-Hauses fehle, zumal
weder in der Gesetzsammlung noch im Staatsanzeiger ein Befehl
des Königs zur Mobilmachung veröffentlicht sei. Die Berathung
des Protestes wird vom Landrath verweigert. — Die Stadtderord-