Full text : Also sprach Bismarck. Band II. 1870 - 1888. (2)

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einen  neuen  Krieg  mit  dem  Nachbarn  vom  Zaune  zu  brechen,
antwortete  er:?)  „Die  Franzosen  sind  nicht  bei  Verstand.  Wir
haben  bei  einem  Kriege  nichts  zu  gewinnen,  aber  alles  aufs
Spiel  zu  setzen.  Wenn  wir  gezwungen  werden,  schreiten  wir
zum  Kriege,  aus  eigenem  Antriebe  nimmermehr.“

Salzburg,  18.—20.  September  1877.

Unterredung  mit  dem  Minister  Andrassy,  betreffend
  den  Kaiser  Wilhelm.“

Auf  die  Frage  nach  Bismarcks  Befinden  hatte  Andrassy
zur  Antwort  erhalten:  „Gastein  hat  mir  gutgetan,  aber  in
Berlin  erwarten  mich  wieder  Unannehmlichkeiten,  die  alles
verderben  können  ...  Ich  werde  einige  Minister  wegschicken
müssen.“

Andrassy:  „Das  muß  Ihnen  doch  nicht  schwer  fallen,  darin
sind  Sie  ja  ziemlich  geübt.“

Bismarck:  „Gewiß,  aber  mein  allergnädigster  Herr  macht
mir  doch  immer  Schwierigkeiten.  Einmal  sagte  mir  Se.  Majestät,
  was  ich  denn  gegen  den  Mann  habe,  dessen  Enthebung
ich  betrieb.  Ich  erwiderte:  Nichts,  Majestät,  als  daß  er
dumm  ist.  —  Ja  freilich,  bemerkte  der  Allergnädigste:  Sie
halten  gleich  jeden  für  dumm.  Mich  am  Ende  auch,  aber
mich  können  Sie  doch  nicht  fortschicken!“

Berlin,  23.  September  1877.

Unterredung  mit  dem  Präsidenten  des  Reichskanzleramtes,
  Staatsminister  Hofmann,  betreffend
die  Fabrikgesetzgebung  und  das  Tabakmonopol.

Bismarck:  „Ich  habe  vor  meiner  Abreise  nach  Friedrichsruh
  Ihnen  noch  meine  Ansicht  über  die  drei  Gesetzentwürfe

*)  Nach  der  zu  Eingang  erwähnten  Quelle.

»*)  Nach  einer  Veröffentlichung  des  ehemaligen  Sektionschefs
  des  österreichisch  =  ungarischen  Ministeriums  Ludwig  Deoczi  in
der  „Neuen  Freien  Presse“  (1896).