Nummer 88
mehr abgegeben, dagegen schließt Kufstein mit
einem Weniger von 82 Fahrkarten ab.
Ein jäher Witterungsumschlag ist
in rascher Verwirklichung der am Dienstag ausgegebenen
Wettervorhersage üler Nachtl eingetreten.
Abends schon türmten sich schwere Wollen
auf, nachts ling es an zu wettern und zu
regnen. In der Frühe folgte dann noch hefliger
Schneefasi, der sehr empfindliche Ablühlung mit
sich brachte. Hoffentlich geht der kalte Regen
ohne Schaden für die jungen Kultoren. namentlich
für die Baumblüte, ab.
Inn und Mangfal führen zurzeit wieder
hoben Wasserstand. Ersterer zeigt um Pegel
2.15 Meter, ist also seit gestern abends
um cwas weniger wie einen halben Meter gesiiegen,
während am Mangfallpegel 1.20 Meter
ab#ulefen sind. Der Inn füllt nun sein Bett
rallg aus. An den Umbauarbeiten an der
Brücke sieht man, daß es merllich vorwärts
gehl. Die massiven Träger überspannen bereits
zwei Drittel des Flusses. Hoffent! lic, tritt
durch etwaiges Hochwasser leine gröbere Störung
ein, so daß die Brücke bis 1. Juli dem
Verkehr übergeden werden kann.
Circlo italiano. Interessenten seien
daraus au'imerl im gemacht, daß die Damenableilung
des Circoro ilaliano ihre regeimäßigen
Berfamullngen am Montag den 20. April im
Hotel „Deutscher Kaiser" Grünes Zimmer) abhält.
Damen, welche sich in der ital. Sprache
noch mehr vervolllommnen möchten. find ais
Mitglieder slets winkommen. Welch großer
Sympathie sich die Methode des Herrn Bastianeili
ersfreut, dürfte der Umstand bewcifen,
daß er in den verhältnismäßig wenigen Jahren
seiner erfolgreichen Lehrtätigkeit, welche ia -
gentich nur einen Nebenberuf für ihn bilde
schon mehr als 100 Schü aller Alters de
zählen durfte und durchgelends bei allen die
erfreulichten Resultate erielte. Gerade in NRoseuheim
in es sehr zu begrüßen, daß dir italienische
Sprache sich so einbürgert und #1215
gu“ gepflegt wird; manchem Geschäfte bring:
es Nutzen, wenn schon an der Tür:e mu lesen ill:
„ii parla italiano“.
Briefmarlen und Benzin Philatelinen
haben entdeckt, daß die neuen hayerischen
Briefmarlen dem Beniin nicht standhaiten. Ein
Tronfen dieser Flüssigkeit genügt, um das game
Markenbild zu verwüchen. Eine Proke beilätigt
das. Nun ist es allerdings nicht sehr prakrisch.
daß die neue Marke so wenig wigerstandsfähig
ist. Eingeweihte wollen sedoch wissen, daß man
allsichtlich diese Eigenschaft bei der neuen Marke
herrorgerusen hat. In erster Linie, um Betrüge-Teien
möglichst hinkanhalten zu lönnen. Beit
ist, daß die Sammler das Benzin beren,
alte Marlen zu reinigen. Wie man hört,
den in Holland nun geradezu eine Fadrit besiehen.
die diese Reinigung so grün?lich vornimmt.
daß auch der Slempel oder die Stempel
streisen versckwinden, das Markenbild aber erhatten
bleikt. sodaß die abgestempelte Marte
rwieder wie neu aussieht. Viele Tausende sol-Grer
„chemisch gereinigter Marlen“ sollen all.
zährlich in den Handel lommen und dadurch die
banerische und die Reichspost schwer schädigen.
Das ist alfo lünftig ausgeschlossen.
Im Volizeiarrest verwahrt wurde
ein Pani- wlehrer von Deggendorf wegen Alnterlunfte
sosiglen.
Auoreißer. 1 Oberrealschüler von Heidelberg,
welche sich vor 8. Tagen von iu Hause entfernten,
wurden hier in Schutzhaft genommen,
während man die Eltern davon verständigte
Fahrradosebstähle: Am 12. d. Mis.
wurde ein Fahrrad, Marie „Tell“, Nr. 's
mit schwarzem Rahmenbau, aufwärts neboge- et
Leutsiange und gelbem Lederfattel und am 14.
d. Mts. ein Fahrrad, Marle „Parsifal“, ebenfalls
mit schwarzem Nahmendau, gleichfarbigen
Felgen, aber mit gerader Lenkstange, Freilauf
mit Rücktrittbremse entwendet. Wahrscheinlich
hat das pröchtige Osterwetter, das so gute Gelegenbeit
zu einer anregenden Partie gewährte,
auf die Fahrradmarder verführerisch= gewirl.
Wünschenswert wäre es, wenn man den Langsingern
auf die Spur täme, da in lehztter Zeir
diese Diebftähle sehr überhand nehmen.
—
RMusük und Dhealee.
Theater im „Deutschen Kaiser“.
Heute Mittwochabend wiro die Wiener Operette
„Hoheit tanzt Walizer“, welche aift Ostersonntag
so großen Beifall gefunden hat, wiederholt.
Erstmals tritt dabei der neue Tenor Erwin
Jöschegg als Aloifius Strampfl auf. In der
übrigen Besehung ist eine Aenderung nicht eingetreten.
Leo Wanaus als Peperl und Marion
Gerner als Prinzessin werden von allen
wieder gerne gehört werden.
S#
— Nelensel oeebnnAnzelger—
Sport.
Vom Rennen in Daglfing. Am ersten
Tag des Ostermeetings in Daglfing erhielt Arzmillers
Zi. bayr. Inländer „Quido“ im Vesiherfahren
bei 100 Meter Vorgabe den ersten Preis.
„Mirabellis“ holte schon in der dritten Runde
die Vorgabe von 40 Mtr. ein und gewann mit
#roßem Vorsprung verhalten den Preis von
Zamdorf. „Mirabellis“. ist zurzeit die beste dreijährige
bayer. Traberstute.
Aus dem Gerichkssaale.
Kal. Mmésgericht Rosenhe im.
Dienstag den 14. April.
Wegen Uebertretung der Gewerbeordnung
hatte sich der Buchbindermeister Hans Steffens
hier zu verantworten. Er leitete seine beiden
Lehrlinge auch in der Buchdruckerei an.
obwohl er nur zur Anleitung von Lehrlingen i in
der Buchbinderei die Genehmigung hatte. Sein
Einspruch gegen einen Strafbefehl wurde verworfen.
Wegen verbotenen Waffentragens sah der
bereils vorbestrafte Dienstluecht Michael Pfinger,
zurzeit in Langenkampfen in Stellung, auf
der Anlhlgeboal. Er wurde am 18. Febcuar
Is. mit einem im Griffe sefstehendem Messer
angetroffen, weshalb er zu acht Tagen Haft
verurteilt wurde.
Am 5. Zebruar I. Is. wurde der Mautrer
Peter Kasfl in Farnham auf dem Wege ourch
die Ortschaft Ullerding von dem Schäferhund
des Bauern Michael Mener dortselbst in die
rechte Wade gebissen. Zur Anzeige gebracht,
wurde nun wegen Freilaufenlassen des Hundes
der Besitzer zu 15 Mk. eventuell 5 Tagen Haft
verurteilt
Anegesetzt wurden auch die Verhauslungen
gegen die Haufiererin Maria Hofmann von
Großlarolinenfeld wegen Hausiersteuerhinterziebung
und gegen den Taglöhner Johann Vuchmann
von hier wegen Betrugs zwess Ladung
weiterer Zeugen, während das Versahren gegen
das Dienstmädchen Anna Röäuschl von
Augsburg wegen Diebstahls, Unterschlagun gu.
Betrugs eingestellt wurde. weil die Sttraf;
ee nicht von den Geschädigten gestellt worden
sin
Ween Uebertretung der Gewerbeordnung
sab die Taglöhnerin Franziska Ponkrat auf
der Anklagebank. Sie zog am 27. Februar
in der biesigen Stadt von Haus zu Haus,
lauste und fammelte Lumpen, um sie, oann
wieder weiter zu verlausen. Hiewegen erlgante
das Gericht auf 10 Mk. oder 5 Tage Hast.
Eine gesährliche Betrügerin, die schon oft
megen Eigentumsdelikte vorbestraft ist, sah
wieder ihrer Aburteilung entgegen. Die Kellnerin
Anna Nohrer war Miite D czember v. Is.
in der Lahlboferschen *“m’ in Dienn.
Dort traf fie öfters mit dem Hausierer M NKichael
Farnhammer, zurzeit in Laufen in Strafhaft.
zusammen, den lie eines Tages um ein Darlehen
anging. Sie machte dem Gast vor,
tr müsse nach Nibling fahren, um eine Erbshaitangelegenbei
zu erledigen und benötige
5 Mk., die ihr Farnhammer auch gab,
* nur gegen das Versprechen, daß sie das
Geld am gleichen Abend wieder Rrükerstotten
wmüsse. Bis jetzt hat die Angellagte das Dar—
leten noch nicht zurüdbezahlt. In Andettacht
dessen, daß Farnhammer ein armer Teusscl ist,
die Rohrer aber einen sehr getrübten Leumuno
beucht. wurde auf einen Monat G efängnis und
auf sofortige Verhaftung erkannt, da die An—
Lellagte zurzeit ohne Stellung ist und fluchtrerdächtig
erscheint.
Mit Freisoruch endete die Hauptverhandlung
gegen bie Dienstmagd Rosalie Berger, zurzeit
hier. Sie entlehnte Ende August 1913 bei
dem Schweinehändler Josef Spörkl in Lungenweid
20 Ml. unter falschen Vorspiegelungen.
Da Spörll vor Gericht versicherte, er
bälle das Geld auch hingegeben, wenn er die
wal. ren Verhältnisse gekannt hätte, erfolgte
Freisprechung, weil Betrug nicht vorliegt.
Ohne Erfolg war der Einspruch des Fabrik.
arbeiters Josef Harlmann von hier gegen einen
Stafbesehl. lautend auf 2 Tage Haft, weil
er seine Kinder, zum Betteln ausschickte. Der
Angeklagte brachte vor, er habe seinen Rindern
bieses Tun schon oft verboten, aber er
lomme immer #pät von der Arbeit nach Hause,
da lönne er nicht verantworilsch gemacht werden.
wenn die Kinder untertags betteln. Es.
sieht aber fest, daß der Angellagte den Erlös
der Kinder angenommen hat und da#ß die
Kinder schon seit Jahren betteln in einer
äußerst frechen Weise, worüber oft Klage gechael
Oberprielter von Rohrdorf von der Anlage
der Bedrohung.
Eine Zechprellerei brachte den berells vorbestraften
Taglöhner Wolfgang, Bichler in
Kolbermoor vor die ranken des Gericht-.
Ter Angeklagte zechte am 2. März in der Gastwirtschaft
zum „Salzburger 8 dahier und
verschwand heimlich unter Hinterlassung einer
Schuld von 1,20 Mk. Er wurde hiefür 6 .
oder 2 Tagen Gefängnis verurteilt unter Zubilligung
mildernder Umstände.
Verhandlungen des Diftrirksrales
Kosenheim 1914.
(Aus dem Bezirksamtsblatt.)
Voranschlag
der Einnahmen und Ausgaben der
Tistrictegemeinde RNolenbeim
das Jahr 1
Ausgaben.
(Schlub.)
15. Beitrag zum Besuche eines Le ehrkurses
an der Kreisgeflügelzu
anstalt 30.—
16. Unterstützung unbemittelter tüchtiger
Handwerker zur Teilnahme
an Meisterkursen 50.—
17. Unterstützung von Gemeinden
im Wegbauwesen:
1. Der Gemeinde Degerndorf für
den Umbau der Dorfstraße in
Degerndorf 900.—
der Gemeinde Flintsbach für
den Neubau der Förchenbachdrücke
in Tiefenbach 300.—
. den Gemeinden Happing und
Pfraundorf für Unterhaltung des
Gemeindeverbindungsweges Kaltenmühl-Happing-Pfraundorf
k der Gemeinde Höhenmoos für
Herstellung der Zufuhr= und
Ladestraße bei dem Bahnhof
in Achenmühle
der Gemeinde Kiefersfelden
für Instandhaltung der Straße
Kiefersfelden- Wachtl, Herstellung
eines Weges über
den Kieferbach, Beschaffung
einer Straßenwalze, 1. Rate
von 19500 Mark,
. der Gemeinde Martewben für
Unterhaltung des sogen. A#blinger-Verbinoungsweges
00.—
der Gemeinde Pietzing für Instandsetzung
des Gemeindevecbindungsweges
Anisag-Ofenwinkl-Mangolding
nebst Herstellung eines
Durchlasses 800
der Gemeinde Rohrdorf für Beschaffung
von Beschotterungematerial
und Wegmacher-Entlohnung
der Gemeinde Stephanslirchen für
Herstellung der wesstichen Zu ·
fuhrstraße am Bahnhof Landl,
Höherlegung des Gemeindeverbindungsweges
Innbrücke-Hofau,
für Kiesbeschaffung 1500.—
8. Für Feuerlöschzwecke:
a) Zuschuß an die 4 freiw.
Faeuermehren des Distrikts
*
·
300.—
+
4#
950.—
□
–
□#
rr—
—
6 Mark 1584.—
b) E* n der Zeitung für
Feuerlöschwesen 121.—
Jpc) dem Bezirksfeuerwehrvertreter
Aversum für Regie und Reisekosten
d) Für Anschaffung von Feuerlöschmaschinen:
1. der freiw. Feuerwehr Oberandorf
für ein Universallöschgerät 180.—
2. der freiw. Feuerwehr Leonhardspfunzen:
Zuschuß zur Anschaffung
einer Löschmaschine 450.—
) Entschädigung für bei Fahrten
zu Brandstellen verunglückter
Spanntiere
f)Für Neuanlage von Hydranten
und von Wasserreserven:
1. der Wasserleitungsgenossenschaft
lienmarkt für den Einbau von
Hydranten in die Wasserleitung
2. der Gemeinde Oberaudorf für
Einbau von 6 Sydranten
3. der Wesserleitungegenossen.
schaft Degerndorf für die E
richtung von Hydranten 400.—
4. der Wasserversorgungsgenossenschaft
Törwang: 2. Unt
120.—
500.—
600.—
90.—
führt wurde. Es blieb bei den im Strafbefehl
ausgesprochenen 2 Tagen Hast.
ers
für Wasserreserve nebst wrktatn 300.—
Donmerstag, 16. April 1874
Fresgefprochen wurde der Geschäftsführer Mi- 5. F Herstellung einer
asserreserve in Siegharting,
„Gemeinde Neukirchen,
6. Für Hersiellung eines Hochreservoirs
und Einbau von 5
Hydranten in die Wasserleitung
in Steinkirchen 1. Rate von
800 Mark
7. Für Einbau von 45 Hydranten
in die Wasserleitung der Gde.
BPrutting, 1. Nate v. 3000 Mk. 1000.—
8. Für Herstellung einer Wasserreserve
in Söllhuben 300.—
19. Beitrag zur Sustentation der
Bezirksbaumeisterswe. Hellmuth 200.—
20.
21.
22.
23.
24.
25.
26.
27.
28.
29.
30.
31.
32.
33.
34.
35.
36.
37.
38.
39.
40.
41.
a2.
43.
44.
45.
66.
76.—
47. - lãmpfuns der Tuberkulose 100.—
48.
49.
50.
51.
52.
53.
54.
Beitrag * „Taubstummenanstalt
wart
Beitrag aen Anmeerstühungspereln
der Bezirksamtsgehilfen
Zuschuß zum Samariterverein für
Lzirurgischrthopädishe Hilfe in
ünchen
Jüucchs zum Verein für Arbeiterlolonien
in Bayern
Beitrag zum Penstonsverein der
Distriktsstraßenwärter
Beitrag zum Germanischen
Nationalmuseum in Nürnberg
Beitrag an das Srraphische 90etes.
werk in Altöttin
Zuschuß an die — Wohltätigkeitsanstalten
Zuschuß an den Rotenkreuzwerein
des Bezirles Rosenheim
Unterstütung von Hebammen,
denen ohne Verschulden die Praxicausübung
untersagt ist
Beitrag an den Verein zur Förderung
des Fremdenverkehrs in
München und im bayer. Hochland 50.—
Zuschuß an den Kreisverein zur
Unterstühung der Hinterbliebenen
der Vollsschullehrer
Beitrag zum Pensionsverein berufsmäßiger
bayer. Polizeisoldaten
und Schutzmänner
Zuschuß an den Junganverband zur
Förderung des Fremdenverkehrs
100.—
Beitrag m St. Johannis-Hauptoerei
20.—
Beitrag zu Sanitätskolonne
Nosenheim 50.—
Für Krüppelfürsorge 50.—
Beitrag zum Verein für Krankenfürsorge
durch den 3. Orden
Zuschuß zur Landkrankenpflegerin.
Station Kiefersfelden
Beitrag an den Verein zur Gründung
eines Sanatoriums für Lungenkranke
aus dem Mittelstande in
Bayern
Desinfeltionskosten
Zuschuß zu den Drucklosten des
Bezirksamtsblattes
- zur Zentrale für Säuglings- 0
n zu den Jugendfürsorgevere
- zur Vogelschutz-Organisalion
Für Stipendien zum Besuche hauswirtschaftlicher
Wanderkurse
n- der Hebammen-Zuschuß
zur Pferdezuchtgenossenchaft
9 an den Trinkerheilanstalte.
verein „Vollswohl“
Zuschuß an den Verein zur Errichtung
eines Genesungs= un
Invalidenheims bayerischer
Feuerwehren
Vettea zu den Kosten der Baukontrolle
Zuschuß an den Bezirksausschuß
für Naturpfleg
Kosten für Ugeertigung der
gemeindlichen Steuerverzeichnisse
zur Umlagenberechnung
den Kreisverband oberbayerischer
rauenvereine: Beitrag zu
uslagen für Beckufsactigunge der
Kostlinder
100.—
1200.—
–
Summa Abt. III;: 3286.
0.
—
50.
—
—
IV. Steuern und Umlagen 104
VI. Verleilung der Zinsen des Fonds
der 13 älteren Gemeinden des
Distriktes 8426
VII. Nekerrefond und z
* siee Faue 3500.
b) Betriebsreservefonds 8000.
Summa der Ausgaben: 145 843.