Full text : Königlich Württembergisches Staats- und Regierungs-Blatt vom Jahr 1821. (16)

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werden,  als  ob  jener  nur  vorgeschobene  Kulisse,  dieses  aber
des  Redners  wahrer  Geist  war;  umgekehrt  dürfte  dieser
Schlenker  nur  ein  durch  den  bittern  Groll  hervorgereizter
Tribut  an  den  alten  Adam  sein,  der  prinzipiell  schon  über—
wunden  war.

Und  noch  zwei  Sätze  aus  der  großen  Marktrede  in
Jena!  „Ich  habe  erst  in  reiferen  Jahren  einsehen  gelernt,
welchen  Ring  in  der  Rette  der  göttlichen  Vorsehung  für  die
Entwicklung  unseres  deutschen  Daterlandes  die  Schlacht
von  Jena  gebildet  hat.  Mein  herz  kann  sich  nicht  darüber
freuen,  mein  Derstand  sagt  mir  aber:  wenn  Jena  nicht
gewesen  wäre,  wäre  vielleicht  Sedan  auch  nicht  gewesen.“
„Es  gehört  zu  der  göttlichen  Jührung  der  deutschen  Nation,
auf  die  ich  für  die  Zukunft  Dertrauen  habe,  daß  politische
Zufälle,  die  niemand  voraussehen  konnte,  den  engen  Jusammenhang
  zwischen  Oesterreich  und  Rußland,  der  uns
zur  Zeit  von  Olmütz  gegenüberstand,  sprengten  uff.“

Mit  dem  Elauben  an  die  Lührung  der  deutschen  Na—
tion  gehörte  unmittelbar  zusammen  der  GElaube  an  eine
spezielle  Jürsorge  Gottes  für  das  angestammte  Königtum.
Wie  wir  schon  aus  der  Rede  über  den  christlichen  Staat
wissen,  war  Bismarcks  Loualität  unmittelbar  mit  seiner
Srömmigkeit  geeint.  „Sprich  nicht  geringschätzig  von  dem
RNönige“,  mahnt  er  seine  junge  Srau  56);  „wir  fehlen  beide
darin  und  sollten  nicht  anders  von  ihm  reden  wie  von  unsern
  Eltern,  auch  wenn  er  irrt  und  fehlt,  denn  wir  haben
seinem  Sleisch  und  Blut  Treue  und  huldigung  geschworen.“
Wie  sein  Derhalten  im  Justande  der  Gereiztheit  durch  den
jungen  herrn  sich  damit  verträgt,  bleibt  da  freilich  eine