Full text : Europäischer Geschichtskalender. Neue Folge. Vierzehnter Jahrgang. 1898. (39)

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8  1I.
Die  beiden  ersten  Ordnungen  enthalten  keine  forstlich  wichtigen  Thiere.

3.  Ordnung:  Handflatterer.

Säugethiere  mit  vollständigem  Gebiß  und  Flughäuten  zwischen  den  verlängerten
  Vorderzehen  und  Beinen.

1.  Familie:  Insektenfressende  Fledermäuse.  Es  sind  Dämmerungs=  und
Nachtthiere,  welche  eifrig  auf  Insekten  Jagd  machen  und  dadurch  für  Wald,  Garten
und  Feld  sehr  nützlich  werden.  Ihre  1—2  Jungen  tragen  sie  im  Fluge  mit  sich
herum.  In  der  Ruhe  und  im  Winter  während  der  Erstarrung  hängen  sie  oft
klumpenweis  an  den  Hinterbeinen  in  Gebäuden.

Vespertillo  murinus,  Riesen-Fledermaus;  die  größte,  spannt  36  cm,  spitze
Ohren  viel  länger  als  Kopf,  langsam  flatternd  auf  Straßen  und  Plätzen.
V.  serötlnus,  ziemlich  groß,  spannt  31  cm,  Ohren  wenig  länger  als  Kopf,  nußbraun,
  gewandt  fliegend  an  Waldrändern.  V.  nôctüla,  spannt  34  cm,  breite
muschelförmige  Ohren,  jagt  sehr  schnell  um  die  Gipfel  der  höchsten  Waldbäume,  hat
sehr  spitze  Flügel.  V.  pipistrellus,  Zwergfledermaus.  Kleinste  und  gemeinste  Art;
überall  an  Wohnungen,  auch  im  Walde;  spannt  20  cm.

8  12.
4.  Ordnung:  Raubthiere.

Säugethiere  mit  scharfhöckrigem
Gebiß,  langem  Eckzahn  (e)  (Fig.  2),
oben  wie  unten  kleinen  Vorderzähnen
  (Schneidezähne)  (s)  und
einem  hervorragenden  scharfen
Backenzahn  (r)  (Reißzahn);  sehr
muskelkräftig,  theils  Zehen-,  theils
Sohlengänger;  nähren  sich  meist
von  warmblütigen  Thieren,  doch  Figur  2.  Schädel  des  Marders.
auch  von  Leichen;  wenn  die  Höckerzähne  nicht  scharf  sind,  nähren  sie  sich  auch  von
Pflanzenkost.

32)  1.1

1.  Familie:  Bären.
2.  Familie:  Marder.  10  I.  Der  zweite  Schneidezahn  (untere  Vorderzahn)

  des  Unterkiefers  aus  der  Zahnreihe  zurückgestellt  (Figur  2).  Körper  langgestreckt,
  walzenförmig.  Beine  kurz,  fünfzehig;  Sohlengänger.

Meles  täxus,  gem.  Dachs.  zv  1  ei  Nährt  sich  von  Waldfrüchten,
Wurzeln  und  Larven;  ist  forstlich  nützlich,  jagdlich  schädlich.  Schwarz  und  weiß