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Schönhausen, 23. ö. bo.
Liebe Malle
Einen feierlichen Gratulationsbrief schreibe ich Dir zu Deinem,
wie mich dünkt 24sten (ich sage es nicht weiter) Geburtstag).
Du bist nun wirklich majorenn, oder würdest es doch sein, wenn
Du nicht das Unglück hättest, dem weiblichen Geschlechte anzugehören,
dessen Glieder nach Ansicht der Juristen selbst dann nicht,
wenn sie Mütter der dicksten Hänse sind, aus der Minderjährigkeit
heraustreten. Warum dieß trotz seiner anscheinenden Ungerechtigkeit
eine sehr weise Einrichtung sei, werde ich Dir auseinandersetzen,
wenn ich Dich hoffentlich in etwa 14 Tagen
à portée de voix humaine vor mir habe. Johanna, welche
augenblicklich noch in den Armen des Lieutenant Morpheus ruht,
wird Dir geschrieben haben, was mir bevorsteht. Der Junge in
Dur brüllend, das Mädchen in moll, 2 singende Rindermädchen,
zwischen nassen Windeln und Wilchflaschen ich als leidender Familienvater.
Ich habe mich lange gesträubt, aber da alle Mütter
und Tanten darüber einig waren, daß nur Seewasser und -Luft
dem armen Wariechen belfen können, so würde ich, wenn ich
mich weigerte, bei jedem Schnupfen, der das Rind bis in sein
7ostes Jahr befällt, meinen Geiz und meine wäterliche Barbarey
anklagen hören, mit einem „siehst du wohl, ach wenn das arme
Rind hätte die See gebrauchen können“. Das kleine Wesen leidet
übrigene seit einigen Tagen sehr an den Augen, die ihm
thränig und verklebt sind. Oielleicht kommt es von den Salzbädern,
die sie braucht, wielleicht von Augenzähnen. Johanna ist
über Gebühr verunruhigt davon, und ich habe zu ihrer Genug-1)
In Wahrheit war es der 3z5., da Malwine v. Bismarck am 29. Juni
1227 geboren wurde.
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