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UAummer?e
zu dem Gedanken der Schulgelderhöhung woer.
Für seden Schüler an den Gym
anlaßten.
nasien zahle der Staat jetzt jährlich an v200
Mark. Der Gedanke des Handferkigkeitsunterrichtes
sei eseln ge. 3 gut, erde sich aber trotzdem
nichkf als In der neuen
Schulordnung lei r * HVetomg des Zeichenunterrichtes
vorgeschen. Die Zahl der vorhandenen
Kandidaten sei gegenwärt
der Bedarf aber nur Fering. Wir haben gepen.
wärtig eine ## Wahr von en:
Mwtstelacen 2 307, Mathematiker 284, Neusprachliche
194, en 134, Naturwissenschaftliche
10, Zeichnen 99, Handelswissenschaftliche
12. Der durchschnittliche Bedarf beträgt
25, 13, 13, 11, 4, 7, 3 Stellen für die
einzelnen Kotegorien. Mon verlangt mmmer
von der Unterrichtsverwaltung, daß sie Abhilfe
schaffen soll; Mittel und Wege gibt man
ihr nicht an. Einen Numerus. clausus zu schafsen.)
habe seine Bedenken.
Das Kapitel- „Gymnasien“ fand Genehmigung.
Dabei wurde vom Hause einstimng die
Erhöhung des Schulgeldes abgelehnt. eiter
sanden Genehmigung die angeforderten Summen
für Neu= und H#weiterungsbauten für die
Gymnasien in Freising, Passau, Kaiserslautern,
Amberg, Augsburg und Dillingen. Ohne
wesentliche Debatte fanden Bewilligung die
Mittel für die Realgymnasien, für Pr# Jomna
sien und Lateinschulen. Beim Kapitel Oberrealschulen
wurde die Debatte abgebrochen.
Die nächste Sitzung ist am Dienstag-Nachmittag.
Fonkische Kundschau.
Barern.
Neuwahl in Amberg.
Durch die Beförderung des bisherigen Senatspräsidenten
Lerno zum Generals: aalz#anwalt
wird in dem Wahllkreise Amberg, delsen Vertreter
im Landtage DVerno seit langen Jahre.:
war, eine Neuwahl notwendig. Da Lerno als
Generalstaatsanwalt ein Mandat nicht mehr
annimmt, so wird das Zentrum hier einen neuen
Herrn zu präsentieren haben. Außerdem wird
die Zentrumsfraltion im Lanotage durch den
Abgang Lernos in die Notwendigleit versetzt,
iich nach einem neuen Fraltionschef umgusehen.
Der Wahltreis Amberg ist nach dem Stun#uienverhältnis
als zentrumesicher anzulehen. 1912
standen dort 3700 Zentrumsstimmen 1830 der
vereiniaten Minderheitsparteien für den liberalen
Kandioaten gegenüber.
Die Sozialdemokraten und die Hoftafel.
*
—
*
Zu der am 9. Februar beim König slattfindenden
Hoftafel für die Mitglieder des Bayeriscken
Landtags war bekanntlich auch die sozialdemokratische
Fraktion in der Form eine
Einladung ergangen, daß die Mitglieder, die an
der Tafel teilnehmen, sich in einer Liste eintragen.
Die Mitalieder der sozialdemokratischen
Fraktion werden sich in diese Liste nicht
eintragen.
Bayern und die landwirtschaftlichen
Zölle.
In der Freitagsitzung des Reichstages ging
Abg. Emminger (Ztr.) in längeren Ausführungen
auf die Lage der bayerischen Landwirtschaft
ein. Das Algäu haben unter dem Rückgang
der Milchpreise sehr gelitten. Die Landwirte
verlangen die Erhöhung des Hartläsez,it eund
die Einführung des Rahmzolles. Deas Interesse
der Milchproduzenten muß im Auge behalten
werden; sietige Preise sind besser als
übermäßige, und darauf wirken die Schutzzölle
hin. Ein anderes Schmerzenskind unserer heimischen
Landwirtschast ist der Hopfenbau, der anderen
Ländern gegenüber sehr wenig geschützt ist.
Der Hopfenzoll muß erhöht werden. Anh der
Gerstenbau in Bayern befindet sich in einer
drückenden Lage. Das liegt nicht zum geringsten
Teil an der kolossal starken Einfuhr der
Futtergerste aus Rußland. Die bayerischen
Landwirte, diie keineswegs aus einer großen
Zahl von Großgrundbesitzern bestehen, haben
den Wunsch, daß ihren berechtigten Beschwerden
Rechnung getragen werde.
Oeutschlan5.
Die bewaffnete Maoacht
Die „Nordd. Allg. Ztg.“ schreibt: Für die
angekündigte und vom Reichskanzler in seiner
letten Reichstagsrede erwähnte Nachprüfung
der Dienstvorccheift. von 1899 über den Wafsfengebrauch
des Militärs im Frieden üind zunächst
im Kriegeministerium die nötigen Vorarbeiten
erledigt worden. Gegenwärtig finden
unter Zustimmung der preußischen und
Reichsressorts der Justiz und des (annern kont.
missarische Beratungen statt. Auch hat sich
der Kriegominister mit den asslschgyh Stellen
für die nichtpreußischen Kontingente in Verbindung
gesetzt, um möglichste Uebereinstimmung
in der Fassung der Vorschriften herbeizuführen.
Der Stattholter von Elsaß-Loth-Wie
die „Noror. t 16. Zis. “schreibt, hat
sich der kaiserliche Statthalter von Elsahz Lotlringen,
Graf von Wedel, bereit erklärt,
einige Monate auf seinem Poslen zu bielken,
um die Nachfolger des Staatssekretärs Zorn
##n Bulach und der anderen aus ihren Aemtern
W#eem# An######
scheidenden Mitglieder der reichsländischen Regierung
in die Geschäfte einzuführen.
Aus Elsaß-Lothrincen.
Als Protest gegen die Versetzung des durch
ius Stehun mahme gegen den Kreisdirektor
eulerprozeh bllannt gewordenenchenn
n Schotte von Saarburgnach
die Budgetkommission der elsaßr“
10 zweiten Kammer die Posten sämtlicher
Gendarmeriehauptleute abgelehnt. In der
Budgetkommisston der zweiten Kammer erklärteder
„Straßburger Post“ zufolge Unterstaatssefretär
Mandel, daß die gegenwärtigen Mitglieder
der Regierung ihre Tätigkeit bis zu
der aus Berlin erwarteten Entscheidung nur als
die eines Gesch Hiemhesteriunek) auffassen lönnten.
Für den Verband für Jugendpflege waren
10 O00 Mark gefordert. Diese strich die
Kommission einmütig mit der Begründung, man
lönne sich nach Zabern von der Tätigkeit des
Verbandes, in dessen Komitee die Spitzen der
Zivilverwaltung mit den kommandierenden Generalen
zuscumenwifrlen sollen, nichts versprechen.
Von fortschrittlicher Seite wurde dann
betont, daß man dem unter dem Prot-orat des
Grafen Wedel stehenden Verbande wohl einen
gewissen Beitrag zur Verfügung stellen könne,
da aber der Statthalter seinen Platz verlassen
müsse, wolle man zunächst abwarten, wer sesn
Nachfolger würde. Zur Verpreußung der elsaßlothringischen
Jugend seien keine Lanoesmittel
verfügbar. Auch prinzipielle Bedenken gegen den
Geist der staatlichen Jugendpflege wurden erhoben,
doch gaben die angedeuteten politischen
Bedenken den Ausschlag.
Das Zaberner Regiment.
Im Reichstag fragte am Freitag der Abg.
Sittart (Itr.), wie lange das Zaberner Regiment,
das seine Verlegung auf die Tiuppenübungsplätze
Bitsch und Hagenau als Strase
eimpfinde, noch dort verbleiben müsse, oder wann
es wieder seiner früheren oder einer anoeren
Garnison überwiesen werden soll. Ein Regierungsvertreter
entgegnete, daß die Verlegang
des Regiments auf die Truppenübungsplätze
leine Bestwafung darstelle. Eine Beantwortung
der Frage selbst könne nicht erfolgen.
Uuslaond
Die Deportation der Arbeiterführer
In Südafrika ruft die gewaltsame Abschiebung
der Streilführer durch die Regierung eine immer
mehr wachsende Erregung hervor. Man fordert,
daß zunächst wenigstens für die Familien
der Deportierten gesorgt werde. General
Botha wird sich vor dem Südafrikanischen Parlament
wegen der Deportation der Arbeiterführer
zu verantworten haben; das Haus ist
zu einer außerordentlichen Tagung einbecufen
worden. Die Regierung verfügt in normalen
Zeiten über eine Mehrheit von 10 Mitgliedern.
doch wird es stark bezweifelt, ob Botha bei
dieser Frage eine derartige Mehrheit haben
wird. Die Gegner Bothas werden alle Anstrengungen
machen, um die ihnen verhaßte, englandfreundliche
Regierung zu stürzen. Bei diesem
Stand der Dinge wird man sich auf flürmische
Auftritte im Parlament gefaßt machen
müssen. Es kann leicht zu einer Krisis und dann
zu einer Schwenkung in der ganzen Haltung
der Südafrikanischen Union kommen.
Ueberfall auf eine Missionsstation
in China
Wie bereits berichtet, hat eine aus 2000 Köpfen
bestehende Räuberbande vom „weißen Wolf“
die Stadt Liuanchow in China überfallen, geplündert
und verbrannt. Auch die Missionsstation
wurde überfallen. Ein Jesuitenpater der
Mission wurde getötet, zwei andere sind gesangen
genommen worden. Ein französisches Kanonenboot
hat den Besehl bekommen, sich bereit
zu halten.
daf. aud Personalnacheichten.
Verlin, 30. Jan. Wie kürzlich in Potsdam,
so 11 der Kaiser zurzeit auch in Berlin auf
ätztlichen Rat fast täglich mit dem Zerlleinern
von Holz beschäftigt. Er widmet sich oieser Arbeit
gewöhnlich im Laufe der ersten Nachmittagsstunden
und er bevorzugt hierfür die Anlagen
des stillen Schloßgartens von Bellenue
im Tiergarten, wo die Passanten Gelegenheit
haben, ihn in geringer Entfernung inmitten
der Holzfäller zu beobachten.
##zza, 30. Jan. Paul Deroulede, Präsident
der französischen Patriotenliga und ehemaliger
Deputierter, ist heute früh hiergestorben.
Deroulede war ein leidenschaf licher Gegner des
Hauptmanns Dreyfus; im Verlauf der Affäre
versuchte er zweimal einen Staatsstreich, und
wurde deshalb 1900 zu zehn Jahren Verbannung
verurteilt. Er lebte meistens in San Sebastian.
Im Juli 1905 wurde zr begnadig!
und kehrte nach Frankreich zurüc; eine politische
Rolle hat er in den letzten Jahren nicht
mehr gespielt.
Seziale HNuposchan.
München, 30. Jan. Nach den Zusammenstellungen
r K. Stat. Landesamts wurden im
Jahre 1913 in Bayern 188 (1912;: 285)
Streiks und 45 (41) Aussperrungen
beendet. An den Sireits waren 13438 is iaij,
an den Aussperrungen 3126 (10 768) Arbeiter
unmittelbar beteiligt. Die größte Ausstandsbewegung
hatte das Baugewerbe mit 69 Streiks
und 3228 Streikenden, die Industrie der Steine
und Erden mit 29 bezw. 2201 und die Indnsteie
der Holz- und Schnitzslosse mit 27 bezw. 2828.
Die Aussperrungen betrafen hauptlachlich. e
Baugewerbe (18 Aussperrungen mit 1580
Ausgesperrten) und die Industrie der Steine
und Erden (17 Auesperrungen mit 1291 Ausgesperrten).
In den Üübrigen Gewerbegruppen
war die Zahl der Aussperrungen gering.
berschedene Rachrichten.
Berlin, 30. Jan. Die Zahl der vom
mnen Lloyd über Bremen befsörderten
überseeischen Passagiere hat im letzten Jahre eine
Höhe erreicht, wie nie zuvor. Die Gesamtzahl
der beföroerten Personen belief sich auf 277 919
gegen 201 631 im Jahre 1912. Davon waren
Kofütenpassagiere im Jahre 1913 44 785 gegen
39 500 im Vorjahre. Zwischendeckspassogiere
38 500 im Vorjahre. Zuischehdeckspassagiere im
Jahre 1913 233 134 gegen 163 131 im Vorlahre.
Die Zahl der Auswanderer betrug im
Jahre 1913 239 564 gegen 169 951 im Vorjahre,
davon waren deutsche im Jahre 1913
5s gegen 7974 im Vorjahre, fremde im Jahre
1913 229854 gegen 161 977 im Vorjahre.
Berlin, 30. Jan. Das erste drahtlose
Telegramm zwischen Deutschland und Amerika
ist vom Deutschen Kaiser an den amerikanischen
Präfstidenten Wilson gerichtet worden. Der Kaiser
drückt darin die Hoffnung auz, daß die
drahtlose Verbinoung ein neues Vand zwischen
Deutschland und den Vereinigten Staaten
bilden werde. Darauf sandte Wilson folgendes
Antworttelegramm an den Kaiser: „Ich
bin erfreut, Eurer Maiestet. huldvolle Grüße
zu empfangen, die durch die neuc transatlantische
Funkenstation Eilvese übersasrdt wurden.
Ich beglückwünsche Eure Majestät zu diesem
neuen Gliede einer engeren Verbindung zwisch'n
den Vereinigten Staaten und Deutschland.“ Die
Entsernung zwischen der deutschen Station Eilvese
und der amerikanischen Station Tuckerto#n
beträgt 6500 Kilometer.
Norfolk (Virginia), 30. Jan Der
Dampfer „Monroe“ sank morgens auf der
Höhe von Hog-Jsland insolge ein:? Zusammenstoßes
mit dem Dampfer „Nantucket“. Lehlerer
rettete 85 Passagiere und Mannschaften
vom „Monroe“. Umgelommen sind 48 Personen.
ri“ ri
·
“ Großes Grubenuaglück.
Dortmund, 30. Jan.
Abermals sind die deutschen Kohlengrubengebiete
von einer schweren Katastrophe beimgesucht
worden. Auf der Zeche Achenbach im
benachbarten Brambauer ereignete sich heute
nachmittag kurz vor Schichtwechsel in der' drilten
Sohle ein großes Unglück, dessen Umfang noch
nich" voll bekannt ist. Bis abends waren 6
Tote und 7 Leichtverletzte geborgen. Das Unglü4
entstand durch eine Schlagwetterexplotion.
Von den Nachbarzechen wurden Hilfsmannschaften
angesordert. In der Grube befinden
sick noch 60— 80 Mann, über deren Schilsal
noch nichts bekannt ist. Man befüchhtet das
Schlimmse.
Eine spätere Meldung besagt: Bis nachts 1
Uhr waren 22 Tote und 17 Verlette geborgen.
Von den Geretteten sind 10 sehr schwer verletzt.
Die Grubenverwaltung nimmt an, daß in der
Grube keine Toten mehr sind. Die gesamte Belegschaft
soll 60 Mann betragen haben.
vom bayer. Laudeseisenbahnral.
München, 30. Jan.
Am Donnerstag hielt der Bayer. Lanceseisenbahnrat
eine Sitzung ab. In der Hauptsache
beschäftigte er sich mit dem Entwurf cees
Sommerfahrplanes 1914. Ministerialrat Ruckdeschel
eröffnete die Verhandlungen hierüber
mit längeren Ausführungen, aus denen folgende
bemerkenswerte Punkte entnommen seien:
Der Entwurf für den Sommer 1914 sieht
Mehrungen nicht vor, wenn er auch eine große
Reihe von Verbesserungen im Fern= und Lokalverkehr
in Aussicht stellt. Die Verbesserungen
sind zum großen Teil auf eine zwekmäßigere
Lage von Zügen hauptsächlich im Fernverkehe
mnchuführen, zum Teil werden sie durch den
Wegsall des Nord--Süd-Expreßzuges (Berlin.
Tirol-Rom-Expreß) während des Sommers ermöglicht,
wodurch 634 tägliche Zugkilometer
für anderweitige Zwecke frei werden. Die Zurüclhaltung
der Staatseisenbahnverwaltung im
Sommer 1914 ist geboten durch die Rücksicht
auf die allgemeine wirtschaftliche Lage, die sich
nach nicht in dem Maße gefestigt hat, daß die
Aufwendung größerer Mittel im Personenzugsverkehr
gerechtsertigt werden könnte. Auch hor
sich der Personenzugsverkehr im Jahre 1913
nicht in dem Maße entwickelt, daß mit einer
erheblichen Steigerung desselben unter oen gegebenen
wietschastlichen Verhältnissen gerechnet
werden dü
Der umsiard, daß eine erhebliche Steigerung
der Einnahmen aus dem Personenverkehr nicht
angenommen werden kann, würde es an sichrecht-
Vonnkag, 7. Feb###ä## 7617
––
J. wenn die Staatseisenbahnveccaltung
die Zugsleistungen für den Personeno verkehr
zinschränken. würde. Es gibt genug Stünmen,
die diese Forderung erheben, sie verkennen
hierbei aber doch den enormen Verkehrszuwachs,
Aufschwung und großen Anteil, der für Bayern
im internationalen Verkehr gewonnen worden
ist. Daß dieser große Anteil von der Staatseisenbahnverwaltung
oft mit schweren Opfern
errungen und erhalten wird, ist richtig; daß
aber dieser große Anteil im internat onalen
Fremdenverkehr für das Land eine unschätbare
Zuwendung und für Eir viele Erwerbstände
die Grundlage der Eristenz und die Quelle
des Wohlstandes geworden ist, sollte #troh der
unleugbaren Schattenseiten, die der Fremdenverkehr
für jedes Land mit sich bringt, von
Einsichtigen nicht bestritten werden. Die Vorsicht
in der Aufstellung des nächsten Sommerfahrplans
ist im übrigen auch geboten mit Rücksicht
auf den Fahrpark, der dermalen der
Staatseisenbahnverwaltung zur Verfügung
sieht.
Zum Schluß bat Ministerialrat Ruckdeschel
die Versammlung, die Erwägungen der Staatseisenbahnverwaltung
zu würdigen und von Forderungen
auf Zugsvermehrungen zurzeit absehen
zu wollen. Der Entwurf des Sommerfahrplans
1914 wurde sodann in mehrsiündiger
Veratung nach den Vorschlägen der Verwallung
angenommen. Die Neuerungen für Rosenheim
und Umgegend haben wir schon mitgeteilt.
vom bayer. kandwirtschaftsral.
München, 30. Januar.
In der letzten Sitzung des bayerischen Landwirtschaftorates
sand die Neuwahl des Direkloriums
statt. Wiedergewählt wurden Dr. Freiherr
von Celto als erster Präsident. Oelonomierat
Mittermeier, 2. Präsident, Landtagsab—
geordneter Oekonomierat Steininger, 2. Sekretär.
Der 1. Sekretär isi Milglied des Direltoriums
in seiner Eigenschaft als Generalselretär.
Eine sehr eingehende Debatte zeit igte das
Reserat über die Flurbereinigung inob-sondere
biasichtlich der neuen Voll uge vorchti ten. Fol—
gender Antrag des Herrn Reserenten wurde einstimmig
angenommen: 1. Welcher Einflul, der
Dreiseiderwirtschaft bei der Flurbereirigung zulommt,
kann nur von Fall zu Fall unter Berüchichtigung
der anherord entlich verschiedenen
ortlichen Verhältnisse entschieden werden. 2. Es
besteht leine genügende Veranlassung, von den
Grundlagen der Wertsermiltlung, die im Flur
bereinigungsgesetze und in den hiezu ertassenen
Vohlzugsvorsch risten aufgestellt gind- abzuge *2PP
Bei den auf Grund der Art. 27, 33 Abf. 2
dur Art. 38 des Flurbereinigungegesetzes er·
solgenden Beschlußfassungen der K. Flurbereinigungs-Kommission
erscheint die Mitwickung
ersahrener Landwirte geboten.
Die nächste Plenarversammlung des
schen Landwirtschaftsrates vom 10.—13.
bruar befaßt sich wiederum mit wichligen landund
vollswirtschaftlichen Fragen. An der Spitze
steht die landw. Vorbereitung auf den Ablauf
unserer Handelsverträge, über die der 1. Präsident
Dr. Graf Schwerin Bericht erstattet. Weitere
Gegenstände betreffen die Auslandsarbeiterfrage,
sowie die Zentralisation des landw. und
gewerblichen Arbeitsnachweises und endi#ich die
Arbeitslosenversicherung, ferner die Bewegung
der Lebensmittelpreise in den wichtigsten Ländern
der Welt, Stand der Maul= und Klauenseuche,
die reich-gesetzliche Regelung des Handels
mit Futter= und Düngemitteln, die Miß.-bräuche
bei Einfuhr russischer Fultergerste u.
a. m. Dr. Freiherr von Cetta referiert über
die Beschlüsse der Generalversammlung des Internationalen
landw. Instituts in Rom.
Munchener Heutgtellen
München. 30. Jan. In der Herberge Krämerstraße
166 beu: ohnte seit 18 Jahren die von
ihrem Manne geschiedene 74 Jahre alte Schreinerewitwe
Magdalena Koch im Parterre des
zwisch en anderen Herbergen liegenden Häuschens
zwei Räume, die von je einem ganz mederen- Fensrerchen
aus spärlich erhellt sind. Vor etwa
sehn Tagen lieferte man die Frau, nachdem sie
vor einem Vierteljahre ins Krankenhaus ge:
bracht und vor 14 Tagen wieder in ihr „Heim“
zurückgeschickt worden war, ins Gasteigspitel ein.
Was in ihren „Zimmern“ gesunden wurde,
spottet jeder Beschreibung. Unmittelbar vor
der Türe türmte sich ein Schmutzhausen auf, zusammengeseht
aus stinkenden Lumpen, filzigem
Papier und zerbrochenen Flaschen, durchsetzt mit
Tausenden von Pantoffeln, alten Herings- uno
Blechbüchsen, kurz, ein Müllhaufen. Ungezählte
Ratten und Mäuse trieben hier ihr unheimliches
Spiel. Ueber diese, eine pestilenzartige Stillluft
verbreitende Unratsstätte hinweg muhte die
alle Frau, ausf allen Vieren kriechend, ihre „Lagerstätte“
aufsuchen. Lagerstätte! Ein aus lauter
Lumpen zusammengesetztes Loch, das sich
obenauf auf einem Unrathaufen in einer dunlklen
Ecke befand, hat der Frau 18 Jahr: lang,
Sommer und isen as Lager gedient! Die
unglückliche Frau hatte sich ehzer. im Krankenhaus
nicht wohl besape und mit Schwierigleiten
war es verbunden, ihre Einbringung ine Gasteig-
Deut-
spital, die endlich auf Antrag des Bezirkeinspek.