Full text : König Albert von Sachsen von Johann Georg, Herzog zu Sachsen.

228  Regierungsantritt  und  erste  Königsjahre  (1873—78).

 

bisher.“  Sehr  besorgt  ist  er,  als  er  von  einer  Bergbesteigung
hört:  „Etwas  erschrocken  bin  ich  über  Deine  Bergbesteigung,
nimm  Dich  ja  in  Acht  mir  und  uns  Allen  zu  Liebe.“  Im
August  begrüßte  Albert  den  Kaiser  Wilhelm  auf  der  Durchfahrt
  durch  Sachsen.  Es  folgten  dann  die  Manöber  sowohl  bei
uns  als  auch  in  Schlesien.  Daß  er  in  diesem  Jahre  zu  den
JFagden  in  Steiermark  war,  konnte  ich  nicht  feststellen,  vermute
  aber,  daß  es  ebenso  wie  im  vergangenen  Jahre  geschehen
  war.  Von  nun  an  ging  er  fast  immer  nur  nach  Steiermark
  zum  Kaiser  Franz  Joseph,  und  zwar  nach  Mürzsteg,  nicht
mehr  nach  Ischl.  Vielleicht  kann  ich  hier  noch  einiges  über
Jagden  in  Sachsen  einschieben.  Im  August  und  September
ging  der  König  gewöhnlich  zu  einigen  Hochwildjagden  in  die
sächsische  Schweiz  und  wohnte  dazu  immer  in  Sendigs  Hotel
in  Schandau.  Im  Oktober  waren  regelmäßig  die  Jagden  in
Rehefeld.  Moritzburg  wurde  mit  Ausnahme  der  letzten
Lebensjahre  niemals  zu  längerem  Aufenthalt  besucht,  sondern
nur  für  ein  oder  zwei  Tage  zu  Jagden.  Ab  und  zu  lud  der
König  dorthin  fürstliche  Gäste  ein.  Allzugern  tat  er  das  aber
nicht,  da  er  ihnen  Wild  zum  Schuß  lassen  mußte,  das  er  gern
selbst  geschossen  hätte.  Im  Oktober  oder  Aovember  ging  Albert
gewöhnlich  auf  etwa  eine  Woche  nach  Wermsdorf.  Das
dortige  Schloß  war  erst  zu  Beginn  seiner  Regierung  vom
Staat  dem  König  überlassen  worden.  Dafür  übernahm  jener
Hubertusburg.  Bei  allen  diesen  Fagden  wurde  ein  bestimmter
Kreis  von  Herren  immer  wieder  eingeladen.  Der  König
spielte  gern  abends  nach  dem  Jagddiner  das  alte  sächsische
Jägerspiel  Grobhaus,  das  ihn  einst  der  spätere  General  von
Holleben  während  eines  Manövers  in  Jahnishausen  gelehrt
hatte.  Die  Jagden  in  Jahnishausen  hielten,  solange  meine
Großmutter  lebte,  ihre  beiden  Söhne  abwechselnd  ab.  Als  es
nach  ihrem  Tode  mein  Bruder  Max  erbte,  gab  mein  Vater
immer  die  Fagd.  Aber  der  König  war  stets  dabei.  Die
Feldjagden  fanden  in  der  Gegend  von  Dresden  statt.  Als
ich  Kind  war,  endeten  zwei  von  ihnen,  die  Bergkeller=  und  die