Full text : der Weltkrieg 1914. Band 2. (1)

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In  Westgalizien  sind  gleichfalls  größere  Kämpfe  im  Gange;  ihr  Ergebnis
  steht  noch  aus.  In  diesem  Raume  nahmen  unsere  und  deutsche
Truppen  gestern  weitere  1500  Russen  gefangen.

n  den  Karpathen  wird  weitergekämpft.  An  manchen  Stellen  hat
der  Feind  starke  Kräfte  wieder  hinter  den  Gebirgskamm  zurückgezogen.

           Der  Stellvertreter  des  Chefs  des  Generalstabes.
                                   v.  Höfer,  Generalmajor.


                Deutschland  und  die  südafrikanische  Union.
Vom  W.T.  B.  wird  amtlich  bekanntgegeben:

Von  burischer  Seite  wurde  die  kaiserliche  Regierung  um  Abgabe
einer  Erklärung  über  die  Stellung  Deutschlands  zur  südafrikanischen
Union  während  des  gegenwärtigen  Krieges  gebeten.  Der  Staatssekretär
des  Reichskolonialamts  Dr.  Solf  hat  darauf  folgende  Erklärung  abgegeben:


„Um  den  in  keiner  Weise  provozierten  Einfall  englischer  Truppen  in
das  Schutzgebiet  von  Deutsch-Südwestafrika  zu  entschuldigen,  und  um
in  den  Augen  der  holländischen  Bevölkerung  Südafrikas,  deren  überwältigende
  Mehrzahl  gegen  eine  solche  Maßnahme  war,  diesen  Schritt
zu  rechtfertigen,  haben  Mitglieder  des  Ministeriums  sowie  des  Parlaments
  der  südafrikanischen  Union  öffentlich  und  privatim  behauptet:

„Die  deutsche  Regierung  beabsichtige,  im  geheimen,  Südafrika  in
Besitz  zu  nehmen  und  zu  einer  deutschen  Kolonie  zu  machen.  Die
deutschen  Streitkräfte  in  Deutsch-Südwestafrika  hätten  das  Territorium
der  Union  verletzt,  ehe  Feindseligkeiten  von  seiten  der  südafrikanischen
Regierung  unternommen  worden  seien,  Deutschland  also  hätte  den
Angriff  provoziert.  Falls  man  keine  Gegenmaßregeln  ergriffen  hätte,
würde  das  Schutzgebiet  als  Basis  für  militärische  Operationen  gegen
die  britischen  Schiffe,  die  den  Verkehr  zwischen  Südafrika  und  Europa
besorgen,  benutzt  und  der  Union  unabsehbaren  Schaden  zugefügt  worden

  sein.“

Da  die  deutsche  Regierung  dem  Eindruck  zu  begegnen  wünscht,  den
diese  falschen  Nachrichten  auf  alle  Südafrikaner  gemacht  haben,  erkläre
ich  das  Folgende:  ·

Die  deutsche  Regierung  hat  niemals  den  Wunsch  oder  die  Absicht
gehabt,  das  Territorium  der  südafrikanischen  Union  vorübergehend  oder
dauernd  zu  besetzen,  noch  auf  irgendeine  Art  die  deutsche  Herrschaft  über
die  Union  oder  über  Teile  des  Landes  zu  erzwingen,  weder  durch  militärische
  Einfälle  von  Deutsch-Südwestafrika  aus,  noch  in  anderer  Weise.
—  Soweit  der  kaiserlichen  Regierung  bekannt  geworden  ist,  ist  das  Territorium
  der  Union,  ehe  die  südafrikanische  Regierung  den  Angriff  auf
Deutsch-Südwestafrika  anordnete,  von  dort  weder  zu  Wasser  noch  zu
Lande  angegriffen  worden.  Deutschland  ist  überzeugt  davon,  daß  die
Ursachen  des  Krieges  zwischen  Deutschland  und  England  Südafrika  in
keiner  Weise  berühren;  Deutschland  wünscht  vielmehr,  die  Feindseligkeiten,
  die  ihm  durch  die  Regierung  der  südafrikanischen  Union  aufgezwungen
  worden  sind,  einzustellen,  vorausgesetzt,  daß  auch  die  Regierung
der  Union  weiterem  feindlichen  Vorgehen  gegen  deutsches  Territorium
Abstand  nimmt  und  die  bereits  besetzten  Gebiete  wieder  räumt.  Die
deutsche  Regierung  ist  in  diesem  Falle  bereit,  zu  versichern,  daß  keinerlei