Aummer 80
Rosenhelm̃en Angeigen
Mittwoch, S. April 1916
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Rünchener Renlglellen.
München., 3. April. Die Einweihung der
neuen prot. St. Johanneskirche in Haidhausen,
die an Stelle des alten Kirchleins gleichen Namens
auf dem Preylingplatze in kaum zweijähriger
Bauzeit entstand und heute ihrem kirchlichen
Zweck übergeben wurde, gestaltete sich
inmitten des Krieges zu einem erhebenden Ak#
der Treue und der Anhänglichkeit der proleslantischen
Gläubigen der Stadtteile rechts der
Isar an die Pfarrgemeinde. Die die Kirche
umgebenden Straßenzüge waren festlich geschmückt.
Die Kirche selbst, die im romanischen
Slil erbaut ist und Plat fur etwa 1100 Personen
bietet, war dicht gefüllt. Die Weihehandlung
wurde in Gegenwart zahlreicher Ehrennäste,
Vertreter der Ministerien, der Kreisregierung,
der prot. Oberlonsistoriums, der
Stadtgemeinde München und anderer Stellen
durch den Kommissär des Oberkonsistoriumo
Oberkonsistorialrat Veit vorgenommen.
Boyeriiche Nachrichten.
Freising, 2. April. In salschen Veroacht
lant geitern das „Freisinger Tagblatt“. Am
Tag zubor hatte c:z seinen L esern mitgeteilt,
dah am 1. April im Rathause eine größere
Menge pen Eiern, 12 Stuck um eine Mork,
un minderbemittelle Familien verlauft werde.
Jm Publilum, dem ein so niedriger Eierpreis
in jeziger Kriegszeit ganz unglaublich schien.
wurde diese Milleilung vielfach fur einen ubel.
ungebrachten Aprilscherz gehalten und die Redaktion
des Freis. Tagbl.“ von einzelnen besonders
talfräftigen Lesern fur diesen Fall in
liebenswüurdigster Weise mit Fenstereinichlagen
bedroht. Glücklicherwmeise war die Meldung
Talsache. Gestern vormitlag kamen unter gewaltigem
Andrange des Publilums 461000 Stück
Eier zu dem angegebenen Preise zum Verkauf.
So ##t das Publikum zu billigen Eiern gekommen
un ie bedrohte Redaktion hat ihre ganzen
Fenster bebalten
Füssen, 3. April. Die Gemeindeumlagen
mußten von 164 auf 107 Prozen erhoht weiden.
Die Burgerrechtegebuhren sind wie soigt
jestgesetzt worden: Bei einer Gesamtjahre
steuer unter 25 Mk. auf 4/ Ml., bei hoherem
Steuersatz 600 Mk., für Ausländer das Doppelte.
Für Reklamezwecke wurden 12000 Mk.
ausgeworsen.
egensburg. 3. April. Das Ordinariat der
Diözese Regensburg hat den Vorständen der
Diözesanpfarreien im bischöflichen Berordnungs-Dlatl
nahegelegt, die Soldatenbriefe ihrer Gemeinden
nach Tunlichkeit zu sammeln und in
don bbarramttlichen Registratur aufzubewahren.
dastie sowohl für die Seelsorge als auch als
lirchen- und profangeschichtliches Material sehr
gute Dienste zu leisten imstande sind.
Fr#et-’sb
ARedenfelden, 3. April. Die Zellitoff= und
Papierfabrik Redenfelden zahlt ihren Arbeitern
seit 1. März eine Kriegszulage. Verheiratete
Männer mit drei und mehr Kindern bis 17
Jahren erhalten 50 Pfg. für den Arbeitstag,
verheiratete Männer mit zwei und weniger
Kindern unter 14 Jahren 40 Pfg. ledige Arbeiter
über 18 Jahre und Frauen 30) Pig.,
alle übrigen männlichen und weiblichen Personen
unter 18 Jahren 20 Pfg. für den Arbeitslag.
Bas Aibling, 3. April. Vom Staatsomininerium
der Justiz wurde als Verweser det
* erichtsvollzieherstelle bei dem Amtoagerichte
Nibling der Gerichts-Assistent Hanso Schirferneber,
zuletzt verwendet im Kriegeministerium,
#bteilung für Machlahsacke, mit Wirkung vom
1. April l. J. bestellt
Feilnbach, 3. April. Die Lokalbahn A.--G.
München verzeichnet einen Verlust von 323 073
ark.
Mari, chen,d 3. April. Mit dem Eisernen
Kreuz wurde ausgezeichnet der Obergefreite
Mehgermeister Franz Hackl von Tiefenbach bei
Passau. ein Bruder des Schloßoikars Dr. Hackl.
Fünf Brüder desselben sind zum Schutze des
Vaterlandes ausgezogen, einer ist bereits gesallen,
einer holte sich eine dwere Kranlheit,
drei siehen noch an der Front
Traunstein, 3. April. Der Walter Hausl“,
der Bauerssohn Johann Sagmeister von Sa.
merberg jagte sowohl auf bayerischen wie auf
öslerreichischen Gefilden. Jetzt darf er einen
Monat Gefängnis dafür absitzen. . Der Hilfsarbeiter
Joh. Kirschrubauer von Nosenheim
stahl in einer Metzgerei Kalbsfelle und ein
Fahrrad. Der Metzgergehilse Jakob Unterreitmeier,
der mit Kirschenbauer in Laufen saß,
na#. Mitwisser und Anstifter dieses und noch
anderer Diebstähle. Kirschenbauer erhielt ein
Jahr und 4 Monate Zuchthaus, Unterreilmeier
6 Monate und 1 Woche Gesängnis.
Berchtesgaden, 3. April. Das hiesige Kinotheater,
gen. „Berchtesgadener Lichtspiele“, ist
in den Besitz des Hotelbesitzers Joses Ganghofer
in Berchtesgaden übergegangen. Das
Lichtspieltheater wurde vor mehreren Jahren
von Herrn Mar Reheis in Nosenheim, jetzt in
Salzburg, gegründet und bis zum jeht erfolglen
Bess, bahel selbst geleitet.
Generalsberst von Woyrsch.
Der Held von Iwangorod, Füörer einer
Armee auf dem östlichen Kriegsschaupl begeht
am 5. April sein 50 jähriges Militär-
Dienstjubiläum, v. Woyrich wurde am 4d. Februar
1847 zu Pilenitz in Schlesien geboren
und lrat am 5. April 1866 im 1. Garde-Regiment
zu Fuß ein. Im Feldzuge 1870 71 wurde
er bei Metn verwundct.
Die Volksschulen.
München, 30. Mäzz.
Am Donnerstag hat die Kammer der Abgeordneten
die Beratung des Kapitels über
die Vollsschulen begonnen. Einschlägig sind hier
die Anträge Dr. von Casselmann (lib.) beir.
Vorlage eines Gesetzentwurses über die Neuregelung
der Dienst und Gehaltsverhälmmisse
des Lehrpersonals; Dr. Wohlmuth („Ztr.) betr.
die Trennung des Mesnerdienstes vom Schuldienst,
und Bauer und Gen. (Ztr.) betr. die
Erhaltung der Halbtagoschulen und Abteilungsschulen,
souie ein neu eingegangener Antrag
Dr. von Casselmann betr. Gewährung von
Teuerungozulagen an das Volksschullehrpersonal.
Albg. Dr. Wohlmuth (.3tr.) wandte sich gegen
den Gedanken der Errichtung einer Einheitsschule,
durch die dem bayerischen Schulwesen eine
Gefahr drohe. Deren Einrichtung würde eine
Erschütterung unseres Schulmesens bedeuten.
Wir sind Gegner eines Reichsschulamtes und
werden bis zum letzten Atemzug für unser baye-=risches
Schulreserwat kämpfen. Wir können in
jeder Hinsicht mit unserer Schule zufrieden sein.
ie Berufsfortbildungeschule sollte nur da eingerichtet
werden, wo es nach den örtlichen Verhältnissen
zweckmaßig ist und tüchtige Fachlehrer
vorhanden sind. Viel wichliger ist für die Allgemeinheit
die Voltsfortbildungeschule, deren
gänzliche Verlegung auf den Werktag unmöglich
erscheint. Auf dem Gebiele der staalsbürgerlichen
Erziehung hat die Kirche, die Religion
das beste geleistct. Redner verlangte dann mehr
Einheitlichleit in den Schulbüchern und die Festsetzung
eines gleichmäßigen Alters fur die Aufnahme
in die Vollsschule und erklärte, daß
seine Partei die Antrage Dr. von Casselmann
betr. Teuerungsobeihilfen an die Lehrer ablehnen
müsse und an der Regierungsvorlage
festhalte, schon im Hinblick auf die finanzielle
Lage Bauerns, die einen 53%0 igen Steuerzuschlag
notwendig mache.
Abg. Schubert (lib.): Ein Drittel der bayerischen
Lehrerschaft steht im Felde für die Verteidigung
des Vaterlandes und das in der
Heimat gelliebene Lehrpersonal hält dort den
Unterrichtsbetrieb aufrecht. Auch die Volksschule
hat ihren Anleil an den Ersolgen der
Gegenrart. Nedner verbreilet sich dann über
die Frage der Lehrerlildung, der Fortbildungsschule,
der Vollsschule und der Gewährung
außerordentlicher Zulagen an die Lehrer. Er
betont dabei, daß nach dem Krieg für die männliche
Jugend der siaatsburgerliche Unterricht
von auHerordentlicher Wichtigleit sein wird. Notwendig
erscheint die Ausfhebung der Präparandenschulen
und die Ausbildung der Lehrer an
höheren Lehranftalten. Die Erteilung des Fortbildungsschulunterrichtes
an den Sonntagen kann
nicht befürwortet werden. Für die Volksfortbildungsschule
sollten im nachsten Etat entsprechende
Mittel eingesetzt uerden. Weilere Forderungen
des Redners gipfeln in der Einführung
der Fachaufsicht und der Trennung des Organisten=
vom Kirchendienit sowie in der Forderung
der Beseitigung der konfessionellen Lesebücher.
Simullanschulen sollten überall oa errichtet werden,
wo es nolig erscheint; die Errichtung bezo.
Erhaltung der sog. Halbtlags= und Abteilungsschulen
kehnen wir ab. Mitwirken wird die
Lehrerschaft überall, wo es gilt, gegen die
sittliche Verwahrlosung der Jugend die Hand
anzulegen. Bestimmt hoffen wir sorui daß
die Staatsregierung den Entwurf eines Lehrergesetzes
in der nächsten Session vorlegen wird,
denn die Lehrerschaft hat ein Recht Gewißheit
zu erlangen, wie ihre Dienst= und Gehaltsverhältnisse
geregelt werden sollen. Dringend bat
der Redner schließlich um Annahme des Antrages
Dr. von Casselmann betr. Gewährung
von Teuerungszulagen an das Lehrpersonal.
Was für die Schule aufgemendet wird, kommt
dem ganzen deutschen Vaterlande zugute.
Abg. Profit (Soz.): Es ist Tatfache, daß die
chus in Bayern nicht gleichen Schritt gehallen
hal mit der wirtschaftlichen Entwicklung des
kandes. Die jetzige Reform des Fortbildungsschulu
esens i#t nur eine Scheinreform. Nach dem
Kriege wird die Konturrenz unter den Volkern
größer und schärfer und es ist eine Notwendig.
leit zur Erhaltung unserer Existenz, in diesem
inlernationalen Wirtschoftekampf alles aufzubieshn.
um das Volk ru rüften, Industrie, Handel,
Gewerle und Landwirischaft müssen in
diesen Wettlanipf das noötige Rüstzeug mit—
bringen und deshalb muß diese Friedensarbeit
schon im Kriege begonnen werden. Notwendig ist
dann auch. daß die Schule des Volkes nicht länger
das Stieflind unserer Gesezgebung i#sl. Die
Fortkildungsschule sollte tein Anhängsel der
Volksschule sein:; sie sollte eine besondere ilaatliche
Einrichtung werden mit Ausschaltung des
Sonntags als Unterrichtstag. Leider sind Kräfte
an der Arbeit, die das wenige, was die Fortbildungsschule
gebracht hat, wieder ausmerzen
#wollen. Wir sehen nicht ein, was die Kirche mil
der Fortbildungsschule zu tun haben soll. Wenn
mancher Erlaß der Militärverwaltung zu legrüßen
ist, so muf. man bei den füngsten Erlassen
der siello. Generallommandos betr. Jugendschutz
sagen, daß das Kind mit dem Bade ausgeschüttet
murde. Die Militärverwaltung hat hier ein
zu großes Visier gewählt und zu weit über
das Ziel hinausgeschossen. Die Unterrichtsverwallung
hat damit ihr Disziplinar= und Aussichtorecht
abgegeben an die Militärverwaltung.
Dann griff Kuliusminister von Knilling noch
einmal in die Debatte ein. Er erkannte eine
durchgreisende Regelung der Lehrerverh ällnisse
als nolwendig an, bei der Stütwerk wenig zweckdienlich
sei. Bezüglich der Frage der Trennung
des Kirchendienstes vom Schuldienst hat die
Unterrichtsverwaltung die Auffassung, daß diese
Verbindung gelöst werden soll, sobald dies irgendrie
angängig ist; fur sich allein kann das
aber nicht gemacht werden. Daß eine durchgreifende
Regelung der Lehrerbesoldung kommen
muß, wenn die Verhältnisse es gestatten, darüber
hesleht wohl Einigteit. Es ist aber ausgeschlossen,
aus dem Gesamtbereich der einschlägigen Fragen
ein Stück herauszugreifen und mit der Abtrennung
des Kirchendienstes für sich allein zu
beginnen, also den Lehrern etwas zu nehmen,
ohne ihnen etwas zu geben. Eine einheitliche Regelung
des Schulbeginnes und Feltseyung des
schulpflichtigen Alters hält auch die Regierung
fur angezeigt. Der Aufnahmetermin für das
ganze Land soll der 1. Seplember sein; die
Ausfnahmepflicht besteht, wenn das Kind zu
dieser Zeit das 6. Letensjahr vollendel har.
Die sogen. narionale Einheitsschule kann zurzeit
mohl als ein verschwommenes Phantom bezeichnet
nerden. Wir haben allen Grund, an
den erprobten Grundlagen unseres Schulwesens
jestzuhalten und sie nicht preiszugeben zugunsten
so unklarer Zukunftspläne, wie sie das Schlagwort
„Einheitsschule“ verlörpert. Bei Nichtgenehmigung
des freireligiösen Unterrichts ist
der Kernpunkt der, daß weder die Verfassungsurkunde
noch ein sonstiges Gesetz den freireligiosen
Eltern das Recht einraumt, daß ihre Kinder
an Unterrichts= oder Erziebungsanstalten freireligiösen
Unterricht erhalten lönnen.
Der Etat für Schulzwecke wird dann nach den
Beschlüssen des Ausschusses genehmigt, die Anträge
und Petitionen werden nach Ausschußantrag
verbeschieden. Der Antrag Dr. v. Casselmann
(lib.) auf Vorlage eines Lehrergesetzes
wird abgelehnt: angenommen werden die Anträge
Dr. Wohlmuth (Zemr.) auf Trennung
des Mesnerdienstes vom Schuldienst und Bauer
(Jentr.) betr. (Erhaltung der Halbtags- und
Allteilungeschulen, ebenso die Anträge Winsauer
(lib.) und Dr. v. Casselmann (liv.) zu Gunslen
ron Kriegsteilnehmern der Lehranstalten. Der
zu der Lehrernotstandsvorlage gestellte Antrag
Tr. v. Casselmann (lib.) 5% Wederherstells
der ursprünglichen Regierungsvorschläge wird
algelehnt.
Angenommen wird die vom Finanzausschuß
beschlossene Fassung der Regierungsvorlage; der
Finanzausschuß hatte beantragt: es sei
dem Antrag des Alg. Held isprehen der
angesorderte Betrag von 1,620,000 Mk. zur
Geuährung außerordentlicher Zulagen an das
Lehrpersonal der Volksschulen in Gemeinden
lie zu 10000 Einwohnern nach den in der
Begründung zur Nachtragsforderung vom 28.
Dezember 1915 angegebenen Grundsätzen zu
bewilligen, jedoch mit der Maßgabe, daß 1. die
besonderen Kriegsteuerungsbeihilsen fur die
Lehrer wegsallen sollen, 2 k. Volkeschulednern ge
gegebenenfalls Schulverwesern, die noch im Bezuge
der 1. oder 2. Dienstalterszulage stehen,
schon beim Vorhandensein eines Kindes eine
um 30 Mk. erhöhte Notstandszulage gewährt
werden kann, die sich für jedes weilere Kind
um 30 Mk. erhoht. Vom Eintritt in oie 3.
Tienstalterszulage an berechnet sich die No
siandszulage nach den in der Begründung zur
Nachtragsforderung angegebenen Grundsätzen.
Außerdem hatte der Ausschuß beantragt: „Die
Kammer wolle ihr Einverständnis damit erkla
ren, daß die außerordentlichen Zulagen alsbalt
nach Bewilligung der Nachtragsforderung in
beiden Kammern mit Ruckwirkung vom 1. Ja
nuar 1916 an nach den neuen Grundsätzen sei
gesetzt und eingewiesen werden“.
—
Rosenheim, 4. April.
Auf dem Felde der Ehre gesallen
Peter Pichler. Ablöswärter in Inzenham. P-Prutting,
Res. im 24. Inf.-Rgt.: Ludwig Aic,
hammer, gepr. Husschmied aus Waging, Sol:
des Goötzichmiedmeiiters Aichhammet, Gefr. in:
3. Inf. Rgt.
Ordensverleihunge n. Der S
Militärverdienstorden 2. Klasse mit Schwerier
wurre dem Generalmajor Morit Frhr. vor
und zu Egloffstein, Komanndeur der 3. Ka
vallerie-Brigade, der Militärverdiennorden 4
Klasse mit Schumertern dem Oberleutnant Lur
wig Wieninger des Landwehr-Trains 2. Au:-gebots
(Rosenheim) verliehen.
Gendarmeriediennt. Versegzt wurder.
Gend.- Serg. Joseph Bablick von Pornbach na
Berchtesgaden, Gendarm Joseph Winzlmert
von Berchtesgaden nach Pörnbach, Gend.-Sein
Joseph Rayinger von Osflermünchen nach Kori
bermoor.
Liberaler Berein Rosenheim. B9
einer geschlossenen Milgliederversammlung de
liberalen Bereins Rosenheim wurde auf Atrag
des stellv. Vorsigenden, Herrn Dr. Sten
beis, der Beitritt des lib. Vereins zum ober
bayerischen Kreisverband beschlossen. Der u
zueiten Teile des Abends folgende umsan-.
reiche Bericht über Kriegs- und Friedenaneed.
erstattet von Herrn Landlagsabgeordneten Povermalter
Löweneck, welcher ausführlich diesevon
einer freien Vereintgung angesehener Mä.
ner und Fuhrer verschiedener politucher Par
teien gestellte Programm behandelle, fand lelhaften
Beisall. Dem Berichte folgte eine an
regende, verschiedene interessante Erörterungen
mit sich bringende Aussprache, worauf der Vor
sitzende dem Reserenten den herzlichen Dan!
der Versammlung zum Ausdruck brachte.
Kath. Frauenbun d. Die Versammlung
der Hausf rauenabteilung war trot des schönen:
Wetters om Sonniag nider Erwamen gut be
sucht. Vor Beginn des Vortrags wurde nock
eine Zuschrift vom Landesverband in Müncher.
verlesen, melche die Stellungnahme gegen die
ausschreitende Fruhjahromode behandelte. Daß
TBaterlandslicbende Frauen diese Mode: „Die
übermäßig weilen und noch dazu kurzen Rode
nicht mitmacken, veriteht sich von selbst. E
wurde aber trohdem von zuständiger Stelle die
Anregung gegeben. in der Kriegsfursorge (Se
dankr. 9 1I) Unterschriften zu sammeln, welche“
sich die Mitglieder des lath. Frauenbundes a#n
schließen werden. Die am Sonniag Anwesen
den haben sich bereils eingezeichnet; die Nichtarwesenden
wollen dies nachbolen und zwar i#
der Hausfrauenberatungsitunde Donnerstas
von 2 3 Uhr. Junstr. 46. Eine gule deutsche
Frau läßt sich nicht nachsager, in hbarter Kriege
zeit das Geld verschmendet zu haben, wo ecs ĩo
viel No: und Elend zu lindern giblt. Eine echte
deutsche Mutter dulde: auch an ihren Tochterleinen
übertriebe#ne Lazus in Rleidern! D#1
Stolz der deutschen Frau soll sein: Einfachheit.
Fleiß und Srarsar Tn. Um auf den Vortra
v. Fr. Professor iner kurückzukommen „Un
sere Fleischlücke RKricgsz28i#“ so wurde cr
mit großen Be ausgenommen, denn die
Reserentin bat s verinden. das für sich pr.
saische Theine in feine Form zu kleiden und den
noch viel Vrannsos und Neues zu bieien. Die
reichhaltigen Resepte fur Fischspeisen zeigten.
daß auch hiemit das teure Fleisch noch ersent
werden lanz. Wir Sausfrauen finden immer:
noch Mit:el und Wege bei noch längerer Dar *
des Krieges durchzuhalten, wir lassen un
wenig deliegen, wic unsere Krieger im Felde:
Der Orisl. Mautterverein bielt in deleklen
Tagen die Jabresversammlung im
Kioringerbräu ab. 95. Geistl. Rat Geßle
difnete die gutbesuchte Veriammlung und ipra
in lehrreichen Womnen über die Pflichten der
christlichen Mutter, besonders über chriftliche Kin
rererziehung. Wie der Jahresbericht ausweiit.
mwurden im Jahre 1915 insgesamt 91 Mit
glieder ausgenommen, während 29 fortgezogen
und 32 gestorden sind. sodaß sich am Jahres
schluß ein Mitgliederstand von 1357 ergibk.
3“/) mehr wmie im Vorjahr. Der Verein enlfaltete
namentlich zu Weihnachten wohltätige Arbeit.
An 35 arme Schulmadchen murden 28
Paar Filzschube und 7 Paar Ledermiefel ver
leilt, arme Witmen und Waisen gesallener
Krieger erhielten 35 Paar Filzstiesel und
Schuhe, 2 Paar Lederstiefel, 21 Paar Handschuhe
u#s. Die Hälfte der Kosten wurde durch,
Sammlung aufgebracht, die andere Hälfte vom
Verein gedeckt. Ferner wurden an viele arme
Krieger Liebesgaben versandt und rerteilt. Zur
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