EI Menrhir. (Februar 21.) 33
Gelsbnisses nachzukommen, dann aber auch die maßgebenden deutsch-bürgerlichen
Parteien, den Nationalverband und die Christlichsozialen, die immer
wieder erklären, daß zuerst gewisse Boraussetungen erfüllt werden müssen,
sich aber beharrlich weigern, diese klor und deutlich zu kennzeichnen.
21. Febr. (Ung. Abgcordnetenhaus.) Friedensfrage. Kundgebung
für das Bündnis mit Deutschland.
Abg. Ludwig Holl (Karolyi-Gruppe) unterbreitet solgende Interpellation:
Es sei eine Forderung der Menschlichkeit und Zivilisation, daß
die möglichste Abkürzung des Blutvergießens und die möglichst baldige
Wiederherstellung des Friedens zum Gegenstande dauernder Bestrebungen
gemacht werden. Zu diesem Zwecke sei die Feststellung der Friedensbedingungen
in konkreterer Form seitens jedes Machtfaktors wünschenswert.
Er frage deshalb den MNinisterpräsidenten, ob die ung. Regierung
— ohne auch nur im geringsten die Kraft des Waffenganges lähmen zu
wollen — geneigt sjei, dahin zu wirken, daß ein vom Parlament zu entsendender
Sonderausschuß einen vertraulichen. Gedankenaustausch in
Angelegenheit der Erörterung der Friedensbedingungen pflege, wobei er
seine Aufmerksamkeit auf die Grundlage erstrecke, auf welcher nach den bisherigen
Erklärungen der tompetenten aktaren ein dauerhafter Friede e
gebaut werden könnte. Die Interpellation führt sodann aus, doß diese Er
tlärungen sich um folgende Grundlagen zu gruppieren scheinen: 1. di-Frage
der allgemeinen Abrüstung. 2. Die Handelsfreiheit der Nationen;
bierzu gehört die Freiheit der Welthandelsplätze für sämtliche Nationen
und die Freiheit der Meere. 3. Die Anerkennung und Achtung der Staatlichkeit
der historischen Nationen.
Nachdem Abg. Hollé seine Intervellation in anderthaloftündiger Rede,
in der er verschiedentlich die Politik des Deutschen Reiches krinisiert, begrünort
hat, ergreist inisterpräsident Graf Tisza das Wort zu folgenden
usführungen: Ich kann meine Antwort sehr kurz fassen; itn einziger Zweck
ist, daß ich gegest eine solche Einstellung gewisser Tatsachen und
Ereignisse protestiere, welche meiner Ansicht nach der historischen Treue
widerspricht und besonders im ung. Parlament im heutigen Augebt
unseren Interessen in jeder Beziehung nur schädlich sein kann. (Zust.
or allem protestiere ich dagegen, daß der Herr Abgeordnete die 35
geschichte dieses Krieges so hinstellt, als ob dieser Krieg nicht ein von
einem von bösen Angriffsabsichten erfüllten Feinde uns aufgezwungener
Krieg wäre, jsondern als ob er durch eine in der deutschen Politik eingetretene
Wendung bervereruen worden wäre, welche diesen Weltkrieg notwendig
machte. Ich verstehe es, wenn unsere Feinde dies zu behaupien
veriuchen, aber ich verstehe es ni 4, daß sich ein Mann im ung. Parlament
findet, der eine jolche Rolle auf sich nimn#. ([Lebh. Beif. und Händekl. r.)
Die Expansion, welche das Deutiche Reich seit 1871 gezeigt hat, ist eine
friedliche, wirtschaftliche und kulturelle Expansion, welche die Unabhängigkeit,
die Existenz, die Lebensinteressen keiner einzigen anderen Nation, keines
ein igen anderen Staates bedrohte, welche auch für sich einen Platz an der
Sonne wünschte, wesche aber niemand aus der Sonne zu verdrängen
wünschte. (Lebh. Beif. r.) Es ist eine tendenzibie, perfide, böswillige Entsiellung
des Tatbestandes seitens unserer Feinde, wenn sie vor ihrer eigenen
öm#enklichen Meinung die heutige Situation jo erklären, als hätten sie sich
gegen die Eroberungsabsichten, gegen die andere Nationen bedrohenden
Machtbestrebungen Deutschlands verreidigen müssen. (Vebh. Zuft. r.) Unser
rienesbanhnie. behielt diesen. seinen Charakter während seines ganzen
estandes. Ich h mi schon jüngst darauf berusen. Aber es schadet
Enrovalicher i“ Lvin: 3