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druckpapier (s. d.). — Schreibpult, m. u. Pult zum
Schreiben. — Schreibschrift, f. Schrift die geschrieben
wird, Gegensatz drucksehrift. — Schreibschulc, k. Schule
in der Schreiben gelehrt wird; auch Titel eines Buches,
das Vorlagen für Schönschreiben enthält. — Schreibstube,
k. Stube in der Schreiber thätig sind. — Schreibsucht,
k. Sucht zu schreiben, zu schriftstellern: Aelander,
den die schreibsucht qonult Hagedorn Od. 5,7. —
Schreibkafel, k., -tisch, m. Tasel, Tisch zum Schreiben.
— Schreibzeng, n. Gerät zum Schreiben, Tinten= und
Sandfaß nebst Feder.
Schreiber, m. der da schreibt; ahd. seribäri, mhd.
schribrere, schriber; in älterer Spr. vielfach Bezeichnung
für den Schriftgelehrten und den schreibenden, auch
höheren Beamten: cancellarius eins grosen hern scriber
Dief.; da wurden gerufen des königs schreiber Esth.
d, 9; auch notarius, tabellarius schriber, schreiber,
otlner schreiber Dief.; meist in Zusammensetzungen
eblieben, amts-, gerichts-, staats-. stadtschreiber u. a.;
Bezeichnung eines niederen, bloß abschreibenden Beamten
oder Bediensteten: rejicirte magister und schreiber aus
den schwäbischen provinzen Schiller Nänb. 2, 3; alle
behörden sind heut in groszer thätigkeit, alle schreiber
dehnen beut ihre finger Freytag Soll 2, 115; akten-,
begen-, notensebreiber, u. a.; in freierem Sinne, mhd.
schrib#ere Schreiblehrer, auch Verfasser, Dichter, wie
noch jetzt schreiber eines buches, einer abhandlung, der
schreiber dieser vovelle; besonders — Briesschreiber;
dazu: dasz von einer se fleiszigen schreiberin wic du
gar keine nachricht hier ist Moltke 6, 32; — schreiber,
Name des Fisches cyprirus nosus. — Schreiberei, (.
Thätigkeit des Schreibens, besonders amtliche: seribatus,
schriberie, schribeampt Dief.; die herren von der
sehreiderei Immermann Münchh. 1, 117; in freierem
Sinne, Beschäftigung mit Schreiben: ich bin der ganzen
schreiherei satt; ich dächte, Sie lieszen die ganze
schreiberei bis auf die ankunft meines cheims Lessing
Minna 2,2; Handschrift: ubersehen Sie die schlechto
schreiberei Wieland Klel. 1, 341. — Schreibung, k.
Handlung und Art des Schreibens.
Schreien, die Stimme überlaut ertönen lassen; nur
boch= und niederdeutsches Wort ohne weitere Entsprechung,
ahd. scrion, mhd. schrien, mud. schrien, schrigen:
Nebenform in mhd. alemannischen Quellen schriuwcn,
mit Übertritt in eine andere Ablautklasse, wovon sich
auch im älteren südlichen Nhd. noch manches ehält:
Prät. das volk schro D. Städtechr. 5, 223: der baur
schruh mit heller stimm Wickram Rollw. 23, 3; Plur.
schrawen die zwen blinden Pauli Schimpf 610b; Part.:
der ander blind hat noch recht geschrsuwen ebd.; hat
überleut geschrowen Herold Ee 185/; sonst in der
alten Spr. mit Eintritt eines hiatfüllenden r in den
Pluralformen des Prät., abd. scrirun, mhd. schrirn
(schriren sie mit dusmer stimme Lamprecht Franzisk.
4347), Part. geschrirn, wovon sich auch ein Sing.
schrir bildet: als ein kindelin da schrir ( mir) Servat.
1959; mit Nachklängen in der Schriftspr. d. 16. Ih.:
schrir das weib H Sachs 4,3, 70; sobald sie den ewigen
mitler anschrieren Mathesius Luth. 525; mundartlich
bairisch noch länger Schmeller; schwache Nebenform
Prät. mhd. schrite, Part. geschriet, geschrit, uhd.
schreite: da. reyeten, schreielen (sie) Garg. 151; in
fräterer Spr. nicht mehr. Bed. von dem Erschallen der
menschlichen Stimme, mit Verben ähnlichen Sinnes zusammengestellt:
rofen und schreien; heulet und schreict
Schreibpult — schreien.
Schreihals — Schrein. 474
neucrer kräftiger Rede: es ist zum losschrcien schön
Heyse Par. 1, 207; um, nach etwas schroien: schrei
das volk zu Pharao umb brot 1. Mos. 41, 55; um hilte,
nach genugthuung schreicn; (sie) sehrien gen himel
2. Chron. 32, 20; in lebhafter Unzusriedenheit: wer am
meisten uber die wolfeile zeit .. schreit Schiller
Räub. 2, 3; ach und weh, hilfe schreien; (sie) schreien
mordjo Ränb. 5,1; vivat, hoeh schreicn; mit Angabe
der Worte: (er) schrei und sprach, herr, hilf mir
Matth. 14, 30; die todten, schreien sic. scien erstanden
Schiller Näub. 5,2; in erweiterter Fügung: einem
dio ohren voll (Möser Phant. 3, 176), die wüchter
aus dem schlofo (Goethe Faust 1), aus den grulften
die todten (Geibel 1, 221) schreien; ich habe mich
mude geschrien Ps. 69, 1; (so mag Zeckel) Lenc spinn!
Lene spinn! heischer sich schrein Weiße kom. Op.
2, 150; wehklagen, wodurch sie die eingestüurzten
mauern ihres judischen Ziors . vicder emporschreien
möchten Schleiermacher bei Häusser d. Gesch. 3, 169;
— von Tieren: wie der birsch schreiet nach frischem
wasser Pf. 12, 2; das .. man auch nicht ein vieh
schreien höret Jer. 9, 10; — freier und übertragen:
eine scele (Ps. 42, 2), stimme (1. Mos. 4, 10) schreit,
tbrünen (Sir. 35, 19) schreien uber einen; wo diese
werden schweigen, so werden dic steine schreicn Luc.
19, 40; verbrechen, das rache schreit Fichte phil.
Journ. ö, 72; das unschuldig vergessene blutschreit zum
himmcl; daher: schreiendes unrecht Gandy Erz. 42;
eine schreiende ungerecbtigkeit Preußen i. B. 1, 119;
schreiende gewalt Schiller Tell 3, 3; s ist himmelschreiend
1, 3; Jerome . dessen ausschweifungen
schreiend gewesen sind Häuffer d. Gesch. 3, 232; in
Hiungichere Anwendung: der schnee sehreit. bei starkem
roste, wenn Menschen oder Wagen darüber gehen;
grimmig schreicn im hohlen bauche des felsen die
stürme Schiller 1, 121; eine klarinctte schreit, hat
zu grellen Ton; farben schreien, wenn sie zu grell sind;
in die schreiendsten farhen gekleidet CF Meyer Nov.
2, 300; auch schreiender gegensatz Pesc. 23; — der
Inf. als Subst.: vernim mein schreicn Ps. 5, 2; wer
scine ohren verstopft fur dem schreien des armen
Spr. Sal. 21, 13; das schreien eines tieres, der farben
u. s. w. Dazu: Schreihals, m. Bezeichnung eines lant
Schreienden, besonders eines anhaltend schreienden Kindes.
— schreilustig, gern schreiend: sehreilustige kinder Freytag
Erinn. 308.
Echreeier, in. der da schreit; mhd. schrier, Ausrufer,
Herold, auch nhd. noch — Rufer: heere dort .. und
schreier ziehn voran Herder z. Litt. 3, 118; vgl. auch
marktschreier; Zänler: huderiger schreyer, aldercafor
clamosus et turbidus, tauber schreyer, rabula Maaler;
jetzt ganz besonders von dem, der überlaut Unzufriedenheit
dußert: die gutgesinnten erheben sich, und die
lautesten schreier sind verschwunden Moltke 4, 130;
dem schreier den mund zu stopfen Heyse 9,388.
Schrein, m. hölzerner Behälter, Schrank; frühes
ris aus lat. serinium, ahd. als Neutr. serini.
mhd. als Reutr. und Masc. schrin, uhd. nur Masc.,
Plur. schreine; im weltlichen Gebrauche, kleider-, geld-,
ducher- urkundenschrein; scbrein von cingelegter
orbeit Stieler; stellts (das Käsichen) hier nur immer
in den schrein Goethe Faust I; in ihren schreinen
sammelte sich das geld Freytag Bild. 1, 292; im
geistlichen Gebrauche, Reliquienbehälter: det (er that
sant Florencien schrin ulbrechen D. Städtechr. 3, 453;
Jer. 48, 20; ruste und schrie und lermte Les ling Wandelaltar altarschrein; vor einem bunten schreine
Dram. 36; hervorhebend laut (Ap. Gesch. 7, 50). wie on
der folter (Simpl. 3, 32), am spiesz (Paten verh.
Gabel 1) sebreien; gegenüber Schwerhörigen, in großer
der muttergettes angelongt C F Meyer Jenatsch 38; in
heidrischem Sinne: wenn Eos- mit gluhendem sebein
ie teppiche röthet om beiligen schrein Goctbe Pan-Gemütsbewegung,
in Schmerz (Ofsenb. 14, 19), Wut dora 1; — Sarg: spänn#we schrine und laden wordin
(Luc. 23, 18), begehrend (Susanne 24. Matth. 1. 27)9
die kleinen kinder schreien; auch in Jubel, daher
da bereit, du 1nrstliche gebeine dar in geleit Ködiz
u62, 27; da ruft der blutfleck sie (die Tote) empor vom