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diees mitsich bringt, werden so ungeheuer sein,
daß das Land bald Einspruch erheben wird, und
Frankreich wird sich dann vor die Frage gestellt
sehen: entweder zu entsagen, was es nicht wird
ertragen können, oder in kürzester Zeit Krieg zu
führen. Die Verantwortlichkeit derer, die das
Volk in diese Lage gebracht haben, wird schwer
seint). Man folgt ihnen in einer Art von Kopflosigkeit, von interessantem,
aber beklagenswertem Wahnsinn. Wenn man nicht für einen Hochverräter
gelten will, ist es heute verboten, auch nur einen einfachen
Zweifel an der Notwendigkeit der Annahme der dreijährigen Dienstzeit
zu äußern. Jedermann ist sich darüber klar, daß die Gesamtheit der
Nation weit davon entfernt ist, der vorbereiteten Neuerung günstig
gegenüberzustehen, und begreift die Gefahr, die der Zukunft droht; aber
man schließt die Augen und marschiert weiter. Die Propaganda zugunsten
des Gesetzes über die dreijährige Dienstzeit, durch die ein Wiedererstehen
des Chauvinismus herbeigeführt werden soll, war ausgezeichnet vorbereitet
und durchgeführt; sie diente anfangs als Sprungbrett für die Wahl
des Herrn Poincare zum Präsidenten der Republik; sie setzt heute ihr
Werk fort, ohne sich um die Gefahren zu kümmern, die sie hervorruft;
das Unbehagen im Lande ist groß.“
Während am Balkan neue Kämpfe emporzulodern drohen, Frankreich
durch die Annahme der dreijährigen Dienstzeit den Konfliktstoff
Europas aufs neue vermehrt, feiert in Berlin Kaiser Wilhelm II. sein
fünfundzwanzigjähriges Regierungsjubiläum. Nach dem Ausgange, den
der Weltkrieg für uns genommen, und nach den ungeheuren Beschuldigungen,
die man in der ganzen Welt — zum Teil leider einschließlich
Deutschlands — auf den Träger der deutschen Kaiserkrone gehäuft hat,
ist es für uns von der größten Wichtigkeit, zu wissen, wie der belgische
Gesandte in Berlin, der kritische und sicherlich über den Verdacht der
Deutschfreundlichkeit erhabene Baron Beyens, damals unter dem frischen
Eindrucke der Geschehnisse über die Gesamttätigkeit des deutschen
Kaisers geurteilt hat. War doch der Anlaß zu kritischen Überblicken so
geeignet wie kaum ein anderer. Seine damaligen Ausführungen sollten
nicht nur für uns, sondern für alle objektiv Denkenden eine Veranlassung
bilden, die Tätigkeit des deutschen Kaisers inmitten der Weltwirren des
Jahres 1914 nicht losgelöst von seiner fünfundzwanzigjährigen vorhergehenden
Tätigkeit zu betrachten.
Beyens stellt zunächst in seinem ausführlichen Berichte vom 24. Juni
1913?) ausdrücklich die wirkliche Popularität fest, deren sich der Kaiser
nach einer so langen Regierungszeit bei seinen Untertanen erfreue. Ausdrücklich
bezieht er sich auf die allgemeine Verurteilung, die fünf Jahre
vorher aus Anlaß der Veröffentlichungen im ‚Daily Telegraph‘‘ dem Kaiser
ı) Vom Verfasser hervorgehoben.
2) Bd. IV, S. 155ff. Auch dieser Bericht ist In Deutschland noch fast unbekannt.
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