Full text : Kolonialpolitik. Mein politisches Vermächtnis.

nach  dem  Weltkriege  in  den  Haͤnden  einer  Anzahl  europaͤischer
Kolonialmaͤchte  bleiben.  Die  von  uns  geforderte  Neuordnung
der  Besitzverhaͤltnisse  wird  aber  dafuͤr  sorgen,  daß  die  Anteile
der  einzelnen  Maͤchte  ihren  wirtschaftlichen  Interessen  und  ihren
wirtschaftlichen  und  kulturellen  Kraͤften  angepaßt  sind.  Fuͤr
den  ganzen  Erdteil  oder  wenigstens  fuͤr  die  tropischen  Gebiete
ist  das  Vertragssystem  auszudehnen  und  auszubauen,  dessen
Grundlagen  bereits  in  den  Anfaͤngen  des  neueren  kolonialen
Zeitalters  geschaffen  worden  sind.  Diese  Vertraͤge  sollen  die
Beteiligung  der  Weißen  an  dem  Einschließungswerke  in  den
afrikanischen  Kolonien  unter  gleichen  Bedingungen  gewährleisten
  und  Grundlinien  aufstellen  für  die  gemeinschaftliche
Lösung  der  großen  Probleme  der  kolonialen  Verwaltung.  Mit
allen  Mitteln  ist  dafür  zu  sorgen,  daß  die  Militarisierung  der
Eingeborenen  von  Afrika  ferngehalten  wird.  Gelingt  es,  diese
Forderungen  zu  verwirklichen,  so  sind  die  Voraussetzungen  für
eine  glückliche  Entwicklung  Afrikas  und  seiner  Bewohner  in  den
kommenden  Jahrzehnten  vorhanden.  Dann  können  und  werden
die  besten  Kräfte  Europas  mit  der  Gewähr  des  Gelingens  an
die  der  Kulturmenschheit  gestellte  große  Aufgabe  herangehen.
Dann  werden  die  einzelnen  Stämme  Afrikas,  die  durch  Jahrtausende
  im  Schatten  der  Geschichte  vegetiert  haben,  in  geduldiger
Erziehungsarbeit  dem  Lichte  unserer  Gesittung  und  unserer
materiellen  Kultur  entgegengeführt  werden.  Dann  werden
die  noch  schlummernden  ökonomischen  Schätze  der  überreichen
Länder  nach  den  Methoden  europischer  Wissenschaft,  Technik
und  Organisation  gehoben  werden,  zum  Segen  auch  der  übrigen
Welt.  Dann  erst  wird  Afrika  erstehen  als  ein  vollwertiger  Teil
des  Erdkreises!  Wir  Deutschen  aber  fühlen  uns  berufen,  ein

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