Full text : Spittler’s sämmtliche Werke. Zwölfter Band. (12)

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datirt;  aber  selbst  auch  da  wird  die  Erwartung,  unter  den
Zeugen  einen  Grafen  von  Wirtemberg  anzutreffen,  getäuscht.
Da  Friedrich  l2  cinen  großen  Theil  dieses  Zeitraums  in  Italien
  zubrachte,  und  da  es  doch  sehr  wahrscheinlich  war,  daß
auch  Grafen  von  Wirtemberg  unter  seinem  Heere  gewesen,
auch  von  so  ansehnlichen  Herren,  als  sie  damals  schon  waren,
gewiß  zu  erwarten  stand,  daß  sie  kaiserliche  Urkunden  als  Zeugen
  unterschreiben  würden,  so  durchsuchte  ich  Alles,  was  aus
Muratori  und  Ughelli  hieher  gehoͤrte,  aber  ich  suchte
eben  so  unbelohnt.  Bei  Muratrori  ist  die  Menge  der  hieher
  gehörigen  Urkunden  nicht  groß  genug,  und  bei  Ughelli
sind  die  Namen  der  Jeugen  so  dußerst  sehlerhaft  abgedruckt,
daß  kritische  Konjektur  falt  beständig  nothwendig  wird.  Wir
werden  aber  sogleich  sehen,  warum  es  höchst  mißlich  ist,  sich
hier  der  kritischen  Konjektur  zu  bedienen.  Herr  Uhland
hat  durch  eine  scharfsinnige  und  dabei  doch  sehr  natürliche
kritische  Vermuthung  in  einer  Urkunde  vom  Jahre  4181  einen
Grafen  Friedrich  von  Wirtemberg  endeckt.  2)  Die  Urkunde
ist  König  Friedrich's  I.  Bestätigung  des  Klosters  Denkendorf;
  sie  ist  von  Eßlingen  datirt,  also  aus  der  Nähe  des
Stammschlosses  Wirtemberg,  und  hat  unter  den  Zeugen,  so
wie  sie  bei  Besold,  S.  457,  angeführt  werden,  einen  Comes
  Fridericus  de  Weithemberg.

Da  man  nun  bisher  keine  Grafen  von  Weithemberg  gefunden
  hat,  und  die  Veränderung  aus  Weithemberg  in  Wirthemberg
  so  gering  und  so  natürlich  ist,  daß  sie  sich  gleich
mit  dem  ersten  Anblick  empfiehlt;  überdieß  auch  Petri,  wo
er  diese  Urkunde  unter  dem  Artikel  Denkendorf  liefert,
wirklich  Comes  Fridericus  de  Wirtemberg  liesk,  so  scheint
die  Sache  keiner  Schwierigkeit  mehr  unterworfen  zu  seyn.

*)  Diss,  cit.  F  12.