5
Aber dem historischen Skeptiker bleiben dabei doch immer
noch folgende nicht unbeträchtliche Zweifel. Petri's Autoritaͤt
beweist hier nicht, denn was Petri von Urkunden wirtembergischer
Kloͤster hat, das hat er alles aus Besold. Liest
also Petri irgendwo anders, als Besold, so ist er vielmehr
nach Besold zu verbessern, als Besold nach ihm. Wenn
nun aber auch dieser Name Comes Fridericus de Weithemberg
zu verbessern ist, so gibt es zum Unglück für die wirtembergische
Geschichte noch mehrere gräfliche Häuser, die sich
mit einer eben so leichten Veränderung diesen Friedrich zueignen
könnten. Warum könnte es nicht in Werdenberg
verbessert werden, oder in Fürstenberg (nach der Orthographie
dieser Zeiten Wirstenberg), oder irgend einen anderen
der Namen, die mit dem Namen Wirtemberg die
nöthige Aehulichkeit haben. Vielleicht sollte es Comes Fridericus
de Hohemberg heißen. Dieser Graf Friedrich von
Hohemberg steht in einer Urkunde *) Herzog Friedrichs von
Schwaben vom Jahre 1185, worin eine Sereitigkeit zwischen
dem Kloster Salmannsweiler und Grasen Konrad von Heiligenberg
emtschieden wird.
Nun scheint es die beste Art, verderbte Kopien der Diploms-Unterschriften
zu verbessern, wenn man die Unterschriften
anderer gleichzeitigen Urkunden mit denselben vergleicht. Bei
einer solchen Vergleichung aber ist unter allen Grafen Friedrich,
die vorkommen, obiger Fridecricus Comes de lohemberc noch
immer der passendste; und auch die Veränderung zwischen
Hohemberc und Weithemberc ist nicht gelungen.“)
*) S. Lunig Spic. Eccl. P. III. p. 509.
##) Daß die Namen Hohenberg und Wirtemberg öfters mit einander
verwechselt werden, bemerkt schon Nauchpar in seiner
örtingischen Geschlechtsbeschreibung (Wallersiein 1775. 9.) S. 2: