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Die Rubriken selbst unter einander standen noch in keiner
genauen logischen Folge; manche Wahrheit schien sich oft auch
mehr in eine gewisse Nubrik hinein veriret zu haben als absichtlich
hincingesetzt worden zu seyn. Am wenigsien läßt sich
an strenge Beweise der einmal angenommenen Sätze denken,
weil aller Beweis darauf hinauskam, daß das wahr sey,
was die Väter gesagt hatten, und gesunde Eregese noch seltener
als theologische Freiheit war. Ein Glück war es
für die Theologie, daß der Ehrgeiz der Rbmischen Bischoͤfe
eine ganz andere Richtung nahm, als der Ehrgeiz der Bischoͤfe
von Alerandrien in der vorigen Periode hatte. Um Bes
siimmung der Glaubenslehre war ihnen nur wenig zu thun,
sondern mehr um Kirchenverfassung und politisches Ansehn,
Wenn der Rdmische Bischof von Andern nicht aufgereizt
wurde, so mengte er sich nicht in die entstandenen Streitigkeiten,
und wenn er auch bisweilen sein Wort mit dazwischen
sprach, so ward nicht mit dem Donner von Peters
Stuhl, sondern noch immer mit einiger Verkräglichkeit gegen
widerspenstige Partien gesprochen.
Wie sich aber in den helledenkenden Koͤpfen des letzten
Jahrhunderts dieser Periode nach und nach deutlichere Begriffe
entwickelten, und alles bei ihnen voll Thätigkeit war,
die bieher angenommenen'Religionswahrheiten auch mit der
Pbilosophie ihres Zeitalters in Uebereinstimmung zu bringen:
so entwickelte sich fast in gleichem Verhältniß bei einer entgegengesetzten
Classe von Menschen — die Mystik. Es hat
nehmlich von jeher in der Kirche eine Gattung von Menschen
gegeben, welche vor jedem deutlich aufgeklärten Religionsbegriff
wie vom Blitze geschröckt zurückfuhren, lieber in
gewisse dunkle geheimnißvolle Worte sich versenkten, als nach
klaren Ideen handelten, dabei aber, was bei dem Menschen