Full text : Spittler’s sämmtliche Werke. Vierter Band. (4)

281

kel  Boleslaus  III.,  mit  seiner  schwachen,  getheilten  Macht  der

Preußen  sich  nicht  mehr  erwehren  konnte,  rief  er  die  Deutsch-1226

berrn  herbei,  schenkte  ihnen  Culm  sammt  dem  zugehoͤrigen
District  und  all  das  Land,  das  ihre  siegreichen  Waffen  dem
Feinde  entreissen  wuͤrden.  Dies  war  eine  Huͤlfe,  die  bald  der
Herzog  von  Masovien  eben  so  zu  bereuen  Ursache  hatte,  als
die  Preußen  selbst  in  kurzem  erfuhren,  wie  unerbittlich  der
Deutsche  Sieger  sey.

Doch  gegen  Ueberschwemmungen  der  Art,  wie  die  Mon—
golische  war,  haͤtte  keine  Vereinigung  und  keine  Hülfe  retten
  konnen.  Der  wilde  Schwarm  trieb  sich  unwiderstehlich
fort  bis  an  die  Oder  hin,  und  siegte  bei  Schidlo,  und  erfocht
bald  einen  zweiten  noch  größeren  Sieg  bei  Lignitz  und  verheerte
ganz  Schlesien  und  Mähren.

Boguphali  (B.  von  Posen)  Chronicon  Poloniac  in  Somcrsber.

gii  Scriptt.  rerum  Siles.  T.  I.  p.  60.

5.  Endlich  aber  seit  dem  Ende  des  dreizehnten  Jahrhunderts
  vereinigten  sich  die  Herzogthümer  unten  an  der  Wartha
  und  oben  an  der  Weichsel.  Durch  die  Union  der  Fürstenthümer
  von  Posen  und  Kalisch  entstund  unten  an  der
Wartha  die  erste  feste  Masse  von  Großpolen,  und  diese
kam  nun  fortdaurend  unter  eine  Regierung  mit  dem,  was
sich  seit  langem  schon,  oben  an  der  Weichsel  (Kleinpolen),
als  ein  eigenes  großes  Fürstenthum  gebildet  hatte.  Beide
Kernmassen,  deren  jede  künftighin  noch  viel  Land  an  sich
ziehen  mochte,  waren  also  endlich  da,  und  hatten  sich,  unbeschadet
  ihrer  in  dividuellen  Verfassung,  zu  einem
Herrn  vereinigt.  Seit  daß  sich  auch  damals  Wladislatv

Lokietek  feierlich  zu  Cracau  als  König  hatte  kroͤ-nen

  lassen,  blieb  nun  auch  die  koͤnigliche  Wuͤrde  ununter—
brochen.

1240

4