Full text : Spittler’s sämmtliche Werke. Fünfter Band. (5)

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der  eben  derselbe  Fall,  wie  er  schon  1645  gewesen  war,
und  schon  damals  schrieb  König  Christian  IV.  seinem  Reichsrathr
  „Wollen  sich  die  guten  Herren  vom  Adel  einbilden,
„daß  es  mit  dem  Friedenmachen  rein  abgethan  sey,  und
„daß  sich  die  Volker  zu  Roß  und  zu  Fuß  mit  Worten
„werden  abspeisen  und  abdanken  lassen?  Werden  sie  nicht
„bezahlt,  so  ist  eine  Meuterei  zu  fürchten,  deren  Stillung
„noch  einmal  so  viel  kostet.  Will  es  der  Adel  darauf  an-„kommen
  lassen,  so  bin  ich  vor  Gort  im  Himmel  und  vor
„aller  Welt  entschuldigt,  was  darauf  folgen  mag.  Die
„Liebe  zwischen  dem  Adel  und  den  andern  im  Lande  ist
„ohnedieß  nur  sehr  geringe;  kommt  noch  so  etwas  hinzu,
„so  wird's  wohl  nicht  gut  ablaufen.  Es  scheint  mir  in
„der  That  auch  sehr  seltsam,  daß  wenn  der  Adel  zur  Ver-„/theidigung
  des  Vaterlandes  seinem  Herrn  mit  Geld  bei-„springen
  soll,  so  ist  er  nicht  bei  Mitteln;  aber  wenn  sie
„Kron-Güter,  wie  gewöhnlich,  zum  Pfande  oder  unter
„ihre  Gewalt  bekommen  können,  so  ist  Geld  im  Ueberfluß
„da.  *)“

So  war's  schon  1645  gewesen,  und  wie  viel  dringender
  war  nicht  jetzt  die  Noth  geworden.  Noch  ehe  nämlich
  der  erstere  Krieg  mit  Karl  Gustav  angefangen  hatte,
lagen  schon  sechs  Millionen  Thaler  Schulden  auf  dem  Reich;
die  laufenden  Ausgaben  konnten  schon  damals  nicht  mehr
bestritten  werden;  dritthalb  harte  Kriegojahre,  wo  der
Feind  meist  im  Lande  selbst  gewesen  war,  und  der  militärische
  Aufwand  alle  Kräfte  des  Reichs  überstiegen  hatte,
waren  durchgemacht  worden,  und  so  eben  noch  hatte  das

*)  S.  Holberg  dänische  Neichshistorie  lI.  Th.  S.  855.