11
nig ihnen so gleichgültig, daß sie eben so nichtswürdig beide
dem Feinde verriethen #), oder wie die übrigen ihres Standes
lieber alles zu Grunde gehen ließen, als daß sie dem Vaterlande
zum. Besten die Gemeinlasten redlich auch mittragen
halfen.
Dieß alles hatte man in den beiden schwedischen Kriegen
3), die Koͤnig Friedrich II. zu bestehen hatte, und in denen
er vermittelst der Tapferkeit der Coppenhagenschen Bürger
und vermittelst der holländischen Seemacht kaum noch
sein Reich rettete, bis zum allgemeinen Aergernisse gesehen.
Sobald also der Coppenhagensche Frieden geschlossen
worden war 729), mußte Reichstag seyn. Die Mieth-Soldaten
konnten nicht bezahlt, nicht entlassen und nicht beibehalten
werden, wenn nicht Geld zusammenkam. Der Koͤnig
konnte nichts mehr thun. Die pflichtigen Unterthanen waren
verarmt; der Adel mußte zutreten. Es war jetzt wie-*)
Von Uhlefeld ist's bekannt, aber auch Sehested war in dieser
Beziehung nichts weniger als edler Mann. Auch er sprach
mehr gegen Whitelocke, wie er gegen einen Fremden hätte
thun sollen.
1654. 5. April hatte der englische oder romwelische Gesandte
Whitelocke with a danish genlleman of great qualit)
and experience — der Reichshofmeister Uhlefeld scheint's nicht
gewesen zu sepn — zu Upsala eine Unterredung. Der Dine
zeigte ihm, wie Coppenhagen von den Engländern erobert
werden könne, wie man den Sund passiren möge, ohne daß
man die Kanonen von Helfiugör und Helsingborg zu fürchten
habe u. s. w. Endlich brach Whitelocke in die Worte aus:
Let me say to Fou in lreedome. How can Jou, being a
native of Denmarke, satisl) yourself to discover ihese ihings
to me, where by prejudice niay come to your countrey?
7) Der erstere vom Jun. 1657 bis zum Roeskilder Frieden im
Febr. 1658. Der zweite vom Aug. 1058 bis zum Coppenhagner
Frieden im Mai 1660.
½ 1660. 27. Mat.