Full text : Bayerns Gauen nach den drei Volksstämmen.

102

mayer,  Blumberger  und  Richter,  aus  dem  Wiener  Archiv
für  Geschichte  rc.  besonders  abgedruckt.

Meine  Bemerkung,  hinsichtlich  des  Verhüältnisses  der
Markgrafen,  die  ich  oben  behm  Nordgau  aufstellte,  findet
auch  hier  ihre  Anwendung.  Daß  jene  der  Ostmark  in  einiger
  Abhängigkeit  vom  Herzegthume  Bayern  gewesen,  beweiset
  unter  manchen  andern,  besonders  eine  Stelle  des  Otto
Friliug.  cap.  28  (der  es  doch  wohl  am  beßten  wissen
mochte).  „  Henrieus  malor  natu  Ducatam  Baloariae
per  VII.  vesilla  resignawwit.  Ouibus  minore  krad  tis
ille  duobus  vexillis  Alarchlam  orientalem  cum  comitatibus
  ad  eim  e  anliquo  pertinentibus  reddidit.
Exinde  de  ea#lem  Alarchia  cum  Pracdlict:#  Comllatl-—
bus  duos  tres  dicunt  judicio  principam  Ducahum  lecit
eumque  non  solum  silbi,  sed  et  uxori  cum  duobus
vexillis  tradidit.“  —

39.  Salzburggau.

Ist  von  dem  Autor  richtig  bezeichnet,  nur  steht,  muthmaßlich
  durch  einen  Druckfehler,  Atersee,  soll  jedoch  Abersee
heißen.  Die  vielen  Orte,  welche  besonders  im  noͤrdlichen
Theile  des  Gaues,  schon  in  den  aͤltesten  Zeiten  vorkommen,
nennt  uns  das  Urkundenbuch  zur  Juvavia  von  Kleinmayern.

40.  Der  Pongau,

Der  Umfang  des  Gaues  ist  richtig  angegeben;  wic  dann
hier,  und  in  den  meisten  Gauen  des  Gebirges,  die  Schneeschmelze:
  —  „Dront  aduge  alium  (Clecurrentes“  —  die
richtigste  und  natürlichste  Grenze  bildet.  Die  provincia
Gasteun  (von  Bayern  1297  an  Salzburg  verkauft  muß
ebenfalls  ihrer  natürlichen  Cage,  und  auch  der  heutigen  Verhaltnisse
  wegen,  noch  zuin  Pongaun  geschlagen  werden.  Ben
Lend  beginnt  erst  der  Pinzgau,  der  Eingang  in  Gastein  ist
noch  diesseits,  und  die  Begrenzung  des  Comitats  Tarenbach—
d.  i,  das  untere  Com.  Pinzganu  —  1228  sagt  deutlich:  „do--nec
  ip  i  torrens,  dqu  diclturn  tuenta  (Dientenbach)
influit  juxta  Bongeu.“  —  Die  Urkunde  an.  950  ibill.
Nro  LAl,  cap.  72  sagt  nichts  vom  „Tüntenbach.“

Ferner  heißt  es;:  „Engilbert  comes  in  Bongowe  kr  ia
loca  Chir  jhun.  Marchfsfell  et  quod  Tiuphor  in
benel.  tennuit.“  (ibid.  Lap.  67.)  Hier  bezieht  sich  aber