Full text : Kriegführung und Politik.

Zwang  des  Krieges.

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Deutschland  vernichten,  zwang  sie  uns  gewaltsam  den  Vertei—
digungskrieg  für  Deutschland  auf  .  .  .  und  trotz  dieser  Abhängigkeit
blieb  der  einzige  Weg,  zum  Frieden  zu  gelangen,  der,  Deutschland
in  unser  politisches  Geleise  zu  bringen,  d.  h.  Deutschland  zu  be—
wegen,  einen  Frieden  mit  Opfern  zu  bringen.  Immer  war  die
Situation  nur  die,  daß  wir  in  einem  denkbar  günstigen  militä—
rischen  Moment  einen  Frieden  hätten  vorschlagen  können,  der,  mit
bedeutenden  Opfern  verbunden,  vielleicht  die  Hoffnung  gehabt
hätte,  angenommen  zu  werden.“

Hätten  wir  in  der  Tat  in  günstiger  militärischer  Lage  ein
Friedensangebot  nach  dem  Vorschlage  des  Grafen  Czernin  ge—
macht,  so  hätten  wir  damit  wiederum  doch  nur  unsere  ganze
Schwäche  geoffenbart.  Der  Kriegswille  des  Feindes  wäre  damit
von  neuem  gehoben  worden;  wir  hätten  wieder  vor  einem  Ver—
nichtungsfrieden  gestanden.  Es  war  nun  einmal,  wie  ich  es  so  oft
ausgesprochen  habe,  immer  der  gleiche  Kreislauf,  aus  dem  es  nach
dem  Willen  des  Feindes  und  den  ungeschriebenen  Gesetzen  dieses
Krieges  kein  Entrinnen  gab  außer  durch  einen  Sieg  der  deutschen
Waffen.

Es  entsprach  den  klaren  Zielen  der  Entente,  —  soweit  ihre
Kräfte  irgend  reichten  —  nicht  eher  die  Feindseligkeiten  einzustellen,
als  bis  sie  Deutschland  und  seine  Verbündeten  vollständig  wehrlos
gemacht  hatte.  Mit  ihrer  Politik  der  militärischen,  politischen  und
wirtschaftlichen  Vernichtung  Deutschlands  mußte  jeder  Vorschlag
rechnen,  der  es  sich  zur  Aufgabe  setzte,  wirklich  zu  Friedensverhandlungen
  zu  kommen.

Nach  dem  18.  Juli  1918,  dem  Tage  des  Einbruchs  französischamerikanischer
  Divisionen  in  unsere  Front  südlich  Soissons,  hatte
die  O.  H.  L.  die  Absicht,  eine  Besprechung  mit  dem  Reichskanzler
herbeizuführen,  sobald  die  Lage  bei  der  7.  Armee  gefestigt  war.
Er  war  im  übrigen  dauernd  über  die  Kriegslage  unterrichtet.  Gleich
darauf  zeigte  der  Schlag  am  8.  August,  daß  das  deutsche  Heer
brüchig  geworden  und  somit  seine  Widerstandsfähigkeit  als  gemindert
  anzusehen  war.