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verhieß. Hatte Christian zu seinem Schutze Kreuzfahrer gewonnen,
warum sollte jetzt nicht einer der Ritterorden, die in Palästina gegen
die Sarazenen fochten, sich durch die Anerbietung eines Landgebietes
dazu bewegen lassen, dem Herzoge das heidnische Volk zu unterwerfen?
Der schon früh lebhaft gewordne Verkehr der Polnischen Fürsten
brüchlicher Consequenz dem Einfluß des Herzogs fern gehalten, zu ihm kommen,
mit dem Rathe, wie sie anzulegen sei! Und dieser Rath Christians, des Bischofs
und Herriu von Preußen, soll gar gewesen sein: Der Herzog möge für sich Preußen
durch den Deutschen Orden erobern lassen, diesem aber das Kulmische
Land und Vöbau schenken!! — Endlich wissen wir aus authentischster
Quelle, aus der von Kaiser Friedrich mitgetheilten
Erzählung Hermanns von Salza selbst (Dreger n. 65. vgl. unsre
Urk. 11.), wie der ganze Antrag des Herzogs gelautet. Die dem
Orden angebotenen Landschaften sund: die k#e#####, gue vocutur Colmen, uud eine
andere f#erra inter Marchiam suam (sc. Conradi) et confinia Prutenorum
(also Löbau). Es ist nun bekannt, daß das eine dieser Gebete, das Kulmische,
in Gegenwart der Schlesischen Erlen, Bischöfe und des Herzogs, von Konrad
vor drei Jahren sast ganz dem Bischofe geschenkt worden war. Ebenso bekannt ist
es, daß Löbau, welches dem Herzog nie angehört batte, im Jahre 1215 gleichfalls
dem Bischofe geschenkt worden war. Hieraus folgt, daß nicht der Herzog, sondern
Christian dem Orden jene Laudschaften anzubieten hatte, daß, wenn der
Hochmeister einen Namen nanute, d. b. wenn die Gesandten den Namen auch nur
des ersten ihrer Auftraggeber genannt häuen, dies der Name Christians hätte
sein müssen: aber der Bericht des Hochmeisters weiß nur von dem
Herzog, nennt den Bischof Christian gar nicht! — — Der Herzeg
hat also wirklich, indem er Kulm und Löbau dem Orden anbot, eine Lüge begangen,
einen Betrug an dem Bischof versucht! — Der Zweck dieses Betruges ist ebenfalls
aus der kaiserlichen Urkunde zu ersehen. Der Hochmeister hatte wohl verstauden, daß
Preußen, welches zuerobern er sich verpflichten sollte, ihm nich t angeboten
war. Das also war ch, was Konrad wollte. Christian hatte sich dazu nicht
gebrauchen lassen wollen: jetzt sollte es doch erreicht werden, durch den Deutschen
Orden. — Welch ein Net von Trug und Falschheit lag mithin in dem Antrage
des Herzogs! Wir wissen nun, wessen wir uns bei ihm zu versehen haben. Wer
die bestimmtesten Rechte, wer die von ihm selbst seierlich geschlossenen Verträge
so beispiellos verachtet und verleugnet, hat auf unseren Glauben keinen Anspruch
mehr. Wir haben, um uns zu versichern, was an seinen Worten wahr, was falsch
sei, keine anderen Mittel mehr, als die sorgfältigste Berücksichtigung seines Charak.
ters, die Vergleichung der Verhälmisse und die Aussagen Andercr. — Inwiesern
Günther von Plock würdig war, Konrads Vertrauter zu sein, wird uns außer diesem
Falle noch in einem spätern deutlich werden.