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Rohstoffe mit den Friedensbedürfnissen war doch nicht so ohne
weiteres zu lösen. Von allen Seiten stürzten sich natürlich die
Fabrikanten, die nicht mit Kriegslieferungen voll beschäftigt wurden,
auf die noch freigebliebenen Borräte. Mannigfache Bestände an
Halbfabrikaten, selbst fertige Gebrauchsgegenstände wurden wiederum
zu Rohstoffen verwandelt, wo die eigentlichen Rohstoffe beschlagnahmt
worden waren. Und bald gingen die Preise so in die Höhe,
daß auch die Kriegslieferungen davon aufs empfindlichste berührt
werden mußten. So stellte sich denn auch hier heraus, daß
Mengenausgleich und Preisbildung nur zwei Seiten ein= und
derselben Erscheinung sind, daß man also auf die Dauer nicht das
eine regeln und das andere freilassen konnte. Auch für die Kriegsrohstoffe
folgten daher auf die Beschlagnahme die Höchstpretse.
So war man denn aufbeiden Sachgebieten in die gleichen Linien
eingelaufen: der Mengenaustausch wurde zentralistisch in besonderen
Kriegsorganisationen zusammengefaßt, und an die Stelle freier
Marktpreise wurden behördliche Taxpreise gesetzt.
IV.
Die Parallelität des Borgehens bedeutet aber nicht, daß in
beiden Tätigkeitsbereichen nun auch die Wirkungen dieses Systems
bis in alle Einzelheiten hinein durchaus dieselben gewesen sind. Die
Unterschiedlichkeiten des Stoffes müssen notwendig Abweichungen
nach sich ziehen, und ebenso lassen es die Berschiedenheiten der Erzeugungs=
und Verbrauchsbedingungen selbstverständlich nicht zu
völlig gleichen Endergebnissen kommen. In den Wirkungen der
Vereinheitlichung trennen sich also die Bewirtschaftung der Nohstoffe
und die der Nahrungsmittel. Nur die letztere sei hier noch in
sene Einzelheiten hinein verfolgt, welche es mit dem Handel und
der Preisbildung zu tun haben.
WMöglichkeiten der Mitwirkung des Handels. An sich
schließt gerade im Umsatz der Nahrungsmittel die behördliche
Mengenregelung eine Mitwirkung des Handels keineswegs.
völlig aus. Auf der einen Seite ist bei einem solchen System,
das sich auf die Verteilung der irgendwie gewonnenen Menge
beschränkt, genau ebenso wie bei freier Wirtschaft die zur Verteilung
bestimmte Menge erst einmal aus den unendlich mannigfachen
Quellen der Produktion herauszuholen. Da bietet schon
das Inland, in dem man — aus guten Gründen — weder einen
Broduktionszwang noch eine Pflicht, ganz bestimmte Mengen abzu-