Full text: Königlich Württembergisches Staats- und Regierungs-Blatt vom Jahr 1817. (12)

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ren noch ganz fehlen, daß manche Produkte in Gegenden erzwungen werden, wehin 
sie nicht gehören) oder daß von dem Zufalle des Gedeihens einzelner Kultunen der 
ganze Wohlstand mancher Landwirthe auscchließlich abbängig g#macht ist. Ulerdieß 
sind selbst noch manche Strecken unangedaut; verödete Waldstächen, Allmanden und 
Waiden sehen dem Wohlstande der Burger eine unnatürliche Gränze, und das Brach- 
feld wird nur in einzelnen Landcstheilen bennzt. 
Das größere landwirthschaftliche Schaffen, welches bei ausgedehnten Besikungen 
der Spekulation so manchen Spielraum laßt, sucht man vergeblich, und es fehlt 
dem Staate sogar ein ganzer Stand für dasselbe, nämlich ein gekildeter Pachrerstand. 
Es ist daher in dem Gebiete der Landwirthschaft noch vieles zu wirken übrig, 
wozu nur eine sorgfältigere Bildung der Landwirthe und eine erleichterte Mitther" 
lung und Verbreitung nüslicher Erfahrungen in der Landökonemie führen kann. 
Diese beiden Wege eröffnet nun der König, indem er eine Bildungs-Anstale 
für Landwirthe zu errichten und einen Verein zu Belebung und Verbreitung der 
landwirthschaftlichen und ökonomischen Industrie zu gründen beschlossen hat. Er 
Selbst und Seine erhabene Gemalin wollen Sich an die Spitze dieses Ver- 
eins stellen, weil Sie Sich von defsen Wirk'amkeit eine kräftige Unterstützung in 
Ihren Bemühungen für den Wohlstand des Volks versprechen. 
Wer sollte nicht dem Rufe des besten Königs zu einer Verbindung mie Freu- 
den folgen, wodurch der Vaterlandsliebe ein neuer Spielraum zur Beförderung des 
Sctaatswohls gegeben wird! 
Es find folgende Bestimmungen) unter welchen ein landwirthschaftlicher und 
ökonomischer Gerband gegründet werden soll: - 
1.) Gebildete Landwirthe, Oekonomen und Naturforscher Wuͤrttembergs treten, 
unter der höchsten Autorität, aus Vaterlandsliebe in einen Verein zusam- 
men, dessen JZweck Belebung und Verbreitung der landwirthschaftlichen In, 
dustrie und des #äkonomischen Wohlstandes ist. 
2.) Die von dem Könige verläufig ernannte Jentralstelle, welche ihren Sis 
in Stuttgart hat, wird die Verbindung der einzelnen Mitglieder mit dem 
Ganzen durch Mittheilung und Correspondenz bewirken; ste wird nußliche 
wirthschaftliche Wahrheiten unter dem Vereine verbreiten, und demzelben 
alle neue wesentliche Erfahrungen im Gebiete der Landwirthschaft und Heko= 
nomie mittheilen. Auch liegt es in ihrer Bestimmunsg, die höheren Staats- 
behörden auf die Beförderungs-Mittel und Sindernisse der landwirthschaft, 
lichen Kultur aufmerksam zu machen. 
5.) Damic nun diese wesentlichen Jwecke erreicht werden können, werden auch 
die Mitglieder des Vereins ausgefordert, von allen ihren öfonomischen und 
landwirthschaftlichen Erfahrungen, sofern sie neu find und ein allgemeineres 
Interesse haben, der Jentralstelle Nachricht zu geben, und sie besonders auf 
alle Mängel und Gebrechen der vaterländischen Landwirthschaft, so wie auf 
die Verbesserungs-Mittel derselben, aufmerksam zu machen.
	        
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