Metadata : Kronprinz Wilhelm. Meine Erinnerungen aus Deutschlands Heldenkampf.

nissen,  vor  stark  beschossenen  Sperrfeuerräumen  oder  flankierten  Tallinien
fest.  Sie  sollten  sich  gegenseitig  durch  flankierende  Feuerwirkung  auf  den
Feind  vorwärtehelfen,  waren  aber  im  unbekannten  Festungsgelände
natürlich  im  Wachteil.

Der  II.  März  stand  auf  der  ganzen  Armeefront  vom  XVIII.  N.  R.
westlich  der  Argonnen  bie  zur  Armee-Abteilung  v.  Strantz  unter  dem
Feichen  heftiger  Artillerlekämpfe.  Sie  bildeten  das  Relief  für  einen  gemelnsamen
  Angriff  des  II.  A.  R.  und  V.  R.  R.  über  die  Daux-Schlucht
hinüber  auf  das  Fort.  Indessen  auch  dieser  Angriff  scheiterte  vornehmlich
unter  feindlichem  Flankenfeuer.  In  Anbetracht  der  stark  herabgesetzten
Gefechtsbraft  des  II.  A.  N.  genehmigte  die  O.  S.  K.  am  12.  das  Seranziehen
  der  I9.  R.  D.  aus  dem  Gberelsaß  und  der  58.  J.  D.  von  der  Armee-Abteilung
  Falkenhausen.  Oie  letztere  sollte  die  6.  J.  D.  des  Generals
Zerhudt  v.  Rohden  ablösen  und  zusammen  mit  der  II3.  J.  D.  dem  vom
Westufer  herübergezogenen  Generalkommando  des  K.  R.  R.  unterstellt
werden.  Die  unverändert  bleibende  Douaumont-Besatzung  unterstand  ebenfalls
  diesem  Rorps.  Für  die  abzulösende  25.  J.  D.  trat  die  I9.  R.  D.  des
Generals  v.  Wartenberg  unter  den  Befehl  des  XVIII.  A.  R.  Die  Nach—
schub=  und  Ablösungsbewegungen  litten  erheblich  unter  dem  Strichfeuer
des  Feindes.  Wir  waren  nach  dem  siegessicheren  Beginn  des  Großangriffs
  in  das  mühselige,  verlustreiche  Würgen  hartnäckigster  Teilkämpfe
geraten  und  rechneten  auf  den  zweifelhaften  Vrfolg,  weniger  zu  leiden  alo
der  Feind.

Zwei  meiner  Angriffskorpe  waren  also  verbraucht  und  aus  der  Rampflinte
  herausgezogen.  Ich  gedenke  mit  wehmütigem  Stolz  der  unvergleichlichen
  Tapferkeit  der  Brandenburger,  Sessen  und  Westfalen,  die  die  ganze
schwere  Last  der  ersten  Angrifföphase  vor  Derdun  getragen  haben.  An
ihnen  bat  es  weiß  Gott  nicht  gelegen,  wenn  das  feindliche  Bollwerk  nicht
zu  Falle  kam.

Während  der  Ablösungen  ergingen  sorgfältige  neue  Angriffsanweisungen
zur  Gewinnung  der  Zöhenlinte  Werb  Thiaumont  —Fleury  —  Bergwald.  Die
Tiederkämpfung  von  Blockhäusern  und  Ilankierungsanlagen  sowie  die
gemeinsame  Durchführung  des  Angriffs  wurden  mit  den  Korpechefs  sorgfältig
  besprochen.

Um  eine  bessere,  das  Armee-Oberkommando  entlastende  Gliederung
der  Befehlsverhältnisse  zu  schaffen,  gingen  wir  allmählich  zur  Bildung

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