Metadata : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

Aummer  49

Verdun  teilnahm,  berichtete  dem  „Petit  Parisik-1“:
  Mit  dem  doutschen  Trommelfeuer  verglichen,
  dessen  höllische  Intensität  in  der  Kriegsgeschichte
  überhaupt  unerreicht  ist,  waren  unsere
rtillerievorbereitungen  in  der  Champagne  ein
harmloses  Feuerwerksspiel.  Der  Pariser  Korresrondent
  der  „Times“  meldet:  In  allen  Berichten
  von  der  Front  wird  einstimmig  erklärt,
daß  selbst  das  furchtbare  Artilleriefeuer  bei  der
Offensive  in  der  Champagne  nichts  war  gegen
das  rücksichtslose  Bombardement,  welches  in  dieser
  Woche  mit  donnernder  Gewalt  über  die
Maashöhen  rollte.  Die  berühmten  30.5=  und
45  Zentimeter-Mörser  verstärkten  den  Chor  und
halsen  den  Boden  aufwühlen.  Laufgräben  und
Feldbesestigungen  wurden  in  Stücke  gerissen  und
vernichtet,  wobtei  die  berstenden  Granaten  lleine
Kugel  aufwarsen  oder  Erdlöcher  gruben.  Nie
zuvor  ist  eine  Schlacht  so  bis  in  die  lleinsten
Einzelheiten  vorbereitet  worden  oder  eine  Armee
so  reichlich  mit  Material  für  den  Sieg  ausgeruilet
  gewesen.
Der  französische  Bericht.

Paris,  27.  Febr.  Amtlicher  Bericht  vom
Samotagnachmittag:  In  der  Gegend  nördlich
von  Verdun,  wo  der  Feind  andauernd  seine  Anstrengungen
  gegen  die  Front  östlich  der  Maas
richtet,  ist  der  Kampf  noch  immer  erbittert.
Nach  den  letten  Meldungen  leisten  unsere  Trupreu
  in  densellen  Stellungen  den  wiederholten
Slurmen  des  Feindes  Widerstand.  In  der  Gegend
  von  Douaumont  haben  die  im  Gange  besindlichen
  Kämpse  den  Charakter  besonderer  Erliterung
  angenommen.  In  der  Front  am
Woeore  wurden  die  vorgeschobenen  Abteilungen,
die  wir  seit  den  Kämpfen  des  letzten  Jahres
al?  Uebermachungolinie  zwischen  Ornes  und
Hennemount  bielten,  auf  Befehl  des  Kommanlors
  und  ohne  vom  Gegner  angegriffen  zu
nerden,  näher  an  den  Fuß  der  Maachöhen
herangeführt.  Unsere  Artillerie  auf  dem  linken
und  reochten  Ufer  der  Maas  erwiderte  unermüdlich
  auf  die  feindliche  Beschießung.  Von  der
übrigen  Front  ist  nichts  zu  melden.

Der  Bericht  vom  Samstagabend  lautet:  In
der  Gegend  nördlich  von  Verdun  geht  die  Beschießung
  aufenthaltslos  östlich  und  wesllich  der
Maas  weiter.  Unsere  Truppen  antworteten  dem
Feinde  mit  kraftvoll  geführten  Gegenangriffen
auf  den  verschiedenen  angegriffenen  Punkten.
Alle  neuen  Angriffsversuche  der  Deutschen  in
der  Gegend  von  Champneurille  und  Cote  Poivre
(7),  wo  wir  fest  eingenistet  sind,  wurden  abgewiesen.
  Ein  erbitterter  Kampf  lobt  um  das
Fort  Douaumont,  das  ein  vorgeschobener  Bestandteil
  der  alten  Verteidigungswerle  des
Platzes  Verdun  ist.  Die  Stellung  wurde  morgens
  nach  mehreren  vergeblichen  Versuchen  vom
Feinbe  genommen.

Die  Stimmung  in  Frankreich.

Zürich,  27.  Febr.  Bezeichnend  für  die
augenblickliche  Stimmung  in  Frankreich  ist  ein
Flugblatt,  welches  die  „Information“  an  der
Westfront  verbreiten  läßt  und  worin  es  heißt:
„Soldaten,  das  Vaterland  bittet  euch,  nicht
allein  Widerstand  zu  leisten,  sondern  auch,  wenn
nötig,  den  Heldentod  zu  sterben.  Vergebt  alle
Irrtümer  und  Mißhgriffe,  welche  euren  Aufentbalt
  an  der  Front  nutzlos  verlängerten.  Jetzt
ist  keine  Zeit,  zu  streiten,  was  die  Kriegsdauer
atgekurst  hätte.  Rettet  jetzt  den  Bestand  Frankreichs!“


Eine  englische  Stimme.

London,  27.  Febr.  Die  „Morning  Post“.
schreibt  in  einem  Leitartikel:  Wir  müsfen  den
furchtbaren  Charakter  des  deutschen  Angriffes
anerkennen.  Wir  weigern  uns,  in  dem  energischen
  Angriff  auf  die  starke  Stellung  Torheit
oder  Verzwmeiflung  zu  sehen,  und  zwar  aus  dem
einsachen  Grunde,  weil  eine  starke  Stellung  gewöhnlich
  auch  vitale  Bedeutung  besitzt.  Der
Preis  ist  dem  Risiko  gleichwertig.  Die  Geschichte
  beweist  immer  wieder  die  Richtigkeit  der
Auffassung,  daß  wenig  Siellungen  in  sich  so
stark  oder  so  gut  verteidigt  sind,  daß  sie  uneinnehmbar
  sind.  Die  Deutschen  versuchen  jetzt  in
Frankreich  dasselbe,  was  sie  in  Galizien  und
Belgien  mit  gutem  Erfolge  taten.  Sie  trachten,
eine  starle  Schlusselstellung  mit  einer  großen
Lawmine  von  Metall  und  Mannschaften  und  mit
aller  Gründlichkeit  und  Energie  des  deutschen
mililärischen  Intellekts  zu  erobern.  Sie  haben
den  Zeitpunkt  für  den  Angriff  mit  gewohnter
Klugheit  gemählt.  In  der  Champagne  und
in  Flandern  ist  der  Zustand  des  Bodens  vermutlich
  derartig,  daß  man  keinen  Gegenangriff
unternehmen  kann.  Die  Deutschen  rechnen  zweisellos
  auch  auf  Ruhe  an  der  östlichen  Front.
Die  Russen  sind  in  dem  Augenblick  anderswo
in  schweren  Kämpfen  verwickelt.  Das  Wetter
schtzt  also  den  gröhten  Teil  der  deutschen  Linien
vor  Gegenangrifsen.  Der  große  Wert  von  Verdun.
  Schlüsselstellung  der  französischen  Linien
ist  so  Uar,  daß  wir  nicht  erst  zu  vermuten  brauchen,
  daß  die  Deutschen  diese  Bewegung  be-Ponnen
  haben,  weil  sie  ausgehungert  oder  wahnsinnig
  sind.  an  kann  vielmehr  sagen,  daß
sie  eine  gewaltige  Kraftan  pannung  versuchen,
um  den  Krieg  mit  einem  Schlage  zu  beenden,
die,  wenn  sie  mißglückt,  eine  ernstere  Rückwirlung
  auf  ihre  miliklärische  und  deshalb  auch
kolilische  Lage  haben  muh.  (3.)

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Die  Räumung  von  Durazzo.

Bern,  26.  Febr.  Die  „Agenzia  Stefani“
verbreitet  eine  Mitteilung  über  die  beendigte
Zurückziehung  der  serbischen,  montenegrinischen
und  albanischen  Truppen  und  sagte  weiter,  da
mit  der  Abreise  der  albanischen  Regierung  von
Durazzo  die  Räumungsarbeiten  beendigt  waren,
trat  die  dorthin  entsandte  Brigade  gemäß  des
vereinbarten  Planes  den  Rücdzug  an.  Die  Einschiffung
  ging  unter  dem  Schutze  der  italienischen
Schisse  glatt  von  statten.  (Z.)  Wie  harmlos
  die  Italiener  doch  die  „Räumung“  der  albanischen
  Hauplstadt  hinstellen  wollen.  Wenn
man  den  amtlichen  Wiener  Bericht  danebenhält,
lLekommt  man  ein  ganz  anderes  Bild  der  tatsächlichen
  Vorgänge.  Die  Italiener  sind  aus
Durazzo  vertrieben,  von  einer  freiwilligen  Räu-   


 

Durazzo  genommen.

Durch  Extra-Blatt  bekannt  gegeben  am  Sonntag,  den  27.  Februar  1916  nachmittags  5  Uhr.

WIB.  Wien,  27.  Febr.  Amtlich  wird  verlautbart.

Heute  morgen  haben  unsere  Truppen
Durazzo  in  Besitz  genommen.

   
 
  
 
   
    

 

    
  

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mung,  wie  sie  hier  geschildert  ist,  kann  keine  Rede
sein.  Tatsache  ist  ja  auch,  daß  die  italienische
Brigade  jüngst  vor  Durazzo  emscheidend  geschlagen
  wurde.

Der  Fliegerschrecken  in  Durazzeo

Lugano,  27.  Febr.  Der  Abtransport  der
Truppen  aus  Durazzo  stand  beständig  unter
dem  Feuer  der  österr.  Flugzeuge.  Wie  oft  derartige
  Angrisse  auf  Durazzo  erfolgten,  lann
nicht  gesagt  werden.  Jedenjalls  erschienen  läglich
  österr.  Flieger  über  den  Stadt.  Als  der  lerbische
  Kronprinz  in  Durazzo  im  Gebäude  der
serbischen  Gesandtschaft  Wohnung  nahm,  erschienen
  die  österr.  Flieger  ##ets  über  diesem
Gebäude  und  ließen  ihre  Bomben  niederregnen.
  Auch  als  sich  der  Kronprinz  einschiffte,
warsen  Flieger  Bomben  auf  die  Landungs- 



brücke  und  die  Transportschiffei  (Z.)

 

——.  ——

Die  kriegsverwendungsfähigen
Personen  der  freiw.  Krankenpflege.

Berlin,  27.  Febr.  Eine  laiserliche  Verordnung
  vom  19.  Februar  aus  dem  Großen
Hauptquartier  besagt:  „Ich  bestimme,  daß  die
kriegsverwendungssähigen  männlichen  Personen
der  freiwilligen  Krankenpflege  in  den  Etappen
und  in  den  Gebieten  des  Generalgouverne
ments  zunächst  höchstens  bis  50  v.  H.  der  gesamten
  Kopfstärke  für  den  Waffendienst  versügbar
  gemacht  und  durch  militärisches  Personal
  ersetzt  werden.  Ob  ausscheidende  Delegierte
ersetzt  werden  sollen,  überlasse  Ich  der  Vereinbarung
  zwischen  Meinem  Kommissar  und  dem
Mililärinspetteur  der  freiw.  Krankenpflege  und
dem  Chef  des  Feldsanitätswesens.  Bei  dem
Ausscheiden  einer  so  großen  Zahl  von  Personen
aus  der  freiw.  Krankenpflege  ist  es  Mir  ein
Bedürfnis,  dieser  Meine  Anerkennung  für  die
bisher  in  so  hohem  Mahe  bewiesene  Opferwilligkeit
  und  ihr  durch  langjährige,  sorgfältige
Friedensarbeit  vorbereitetes  segensreiches  Wirken
  zum  Besten  der  verwundeten  und  kranken
Krieger  auszusprechen."“.

König  Ferdinand  in  Koburg.

Koburg,  27.  Febr.  Am  Geburtstage  des
Königs  der  Bulgaren  war  die  Stadt  reichlich
beflaggt.  Aus  den  Kreisen  der  Bürgerschaft
wurden  dem  König  zahlreiche  Wünsche  dargebracht.
  Der  Landtag  des  Herzogtums  sandte
ein  prachtvolles  Blumengebinde  mit  einem  Huldigungsschreiben;
  in  gleicher  Weise  übermittelte
die  Stadt.  Koburg  ihre  Glückwünsche.  Vormittags
  fand  in  der  kath.  Kirche  eine  feierliche
Messe  statt  und  im  Anschluß  daran  in  der
Gruft  der  kath.  Kirche  eine  Andacht  für  die
Eltern  des  Königs.  An  beiden  Handlungen
nahm  der  König  mit  den  Prinzen  und  dem  Gefolge
  teil.

Kardinal  Merrier.

Lugano,  26.  Febr.  Kardinal  Mercier  ist
aus  Rom  abgereist.  Eine  Anzahl  Belgier  und
Nationalisten  gaben  ihm  bis  zum  Bahnhof  das
Geleite  und  veranstaltelen  dort  unter  Hochrufen
auf  Belgien  und  die  Entente  und  Pereal-Rusen
auf  Deutschland  eine  Kundgebung.  Der  Welsch-Schweizer
  Carry  hielt  eine  schwulslige  Ansprache,

 

die  mit  den  Worten  schloß:  „Auf  Wiedersehen

  am  Tage  der  Revanche!“  Mertier  dankte,

indem  er  eine  ihm  gleichzeitig  überreichte  belgische

  Fahne  an  die  Brust  drückte.  (J.)
Kriegsverrat  in  Belgien.

Brüssel,  27.  Febr.  Wegen  Kriegsverrats,
begangen  durch  Zuführung  von  Mannschaften
an  den  Feind,  hatten  sich  vor  dem  Feldgerichte
des  Gouvernements  Brüssel  zwei  Geintliche,  Bostieelo
  und  Pierlot,  sowie  drei  weitere  Personen
  zu  verantworten.  Bosteels  war  der  Mittelsmann
  zwischen  den  wehrfähigen  Leuten,  die
zum  Heere  abwandern  wollten,  und  den  Führern,
  welche  die  Grenzüberschreitung  zu  leiten
hatien.  Ihm  wurden  die  jungen  Leute,  welche
dort  bereits  mit  falschen  Ausweispapieren  versehen
  wurden,  zugeschickt.  An  der  Wachsamkeit
der  deutschen  Grenzbesatzung  ist,  soweit  festgestellt
  werden  konnte,  die  Ausführung  des  Vorhahabens
  gescheitert,  sodvaß  nur  auf  Bestrafung
wegen  versuchten  Kriegsverrats  erkannt  werden
  konnte.  Das  Gericht  erlannte  gegen  die
Hauptbeschuldigten  auf  folgende  Strasen:  Gegen
  Bosteels  auf  12  Jahre  Zuchthaus,  gegen
Pierlot  unter  Anrechnung  einer  sechsmonatlichen
Gesängnisstrase  auf  6  Jahre  und  einen  Monat
  Zuchthaus  und  gegen  zwei  andere  auf  vier
Jahre  Zuchthaus.  (Z.)

Hochverräter.

Wien,  27.  Febr.  Das  Landwehrdioisionsgericht
  Linz  a.  D.  verurteilte  einen  Sattler,  geborenen
  Reichsitaliener,  wegen  Hochverrats  zu
anderthalb  Jahren  schweren  Kerker,  verschärft
durch  zwei  Fasttage,  zwei  harte  Lager  mit  Ab
sperrung  in  dunkler  Zelle  in  jedem  Monat.
Sein  Komplize,  ein  Buchbinder,  wurde  wegen
Hochverrats  und  Majestätsbeleidigung  zum
Tode  durch  den  Strang  verurteilt.  (3.)

Kuropatkin.

Petersburg,  27.  Febr.  Kuropatkin  ist
zum  Befehlshaber  der  Armeen  an  der  Nordfront
  ernannt  worden.  (3.)

Japan  und  China.

Kopenhagen,  26.  Febr.  Die  Zeitung
„Mizi  Mizi“  in  Tokio  kündigt  ein  agressives
Vorgehen  Japans  gegen  Juanschikai  an,  der
trotz  des  Abratens  Japans  an  der  Wiederherstellung
  der  Monarchie  in  China  festhalte.  Der
japanische  Kreuzer  „Kasagi“  sei  von  VDokoha- 



ma  nach  Schanghai  abgeschickt  worden.  (3.)

 

Dienstag,  26.  Februar  1916

Ler  U-  Boolsliieg  und  Ametila

Am  Sonntag  kam  aus  Berlin  eine  Meldung.
welche  überall  mit  größter  Genugkuung  aufgenommen
  wurde.  Sie  brachte  folgenden  Bericht
  der  offiziöosen  „Nordd.  Allg.  31g.“2

„Es  sind  trotz  der  klaren  Darlegung  des
Staatssekretärs  v.  Jagow  Zweifel  entstanden,
ob  die  Grundsätze  der  unter  dem  10.  Februar
veröffentlichten  Denkschrift  über  die  Behano
lung  bewaffneter  Kauffahrteischiffe  durchgeführt
werden  würden.  Diese  Zweifel  sind  gänzlich
unverständlich  und  unbegrundet.  Es  hat  nie
die  Absicht  bestanoen,  von  den  in  der  Denkschrift
angekündigten  Maßnahmen  abzuweichen.  Die
energische  Führung  unseres  U.  Bootskrieges  nach
den  Grundsätzen  der  Denkschrift  wird  zu  dem
angesetzten  Zeitpunkt  beginnen.“

Damit  werden  erfreulicherweise  alle  Zweisel
beseitigt.  Mit  diesen  krafwollen  Worien  muß
man  auch  in  Amerika  rechnen.  Wilson  richiete
an  den  Senator  Sione  einen  Brief,  in  dem  er
sagte:  „In  jedem  Falle  liegt  unsere  Aufgabe
klar  vor  uns.  Keine  Nation  oder  Gruppe  von
Nationen  hat  das  Rechl,  während  der  Dauer
des  gegenmärtigen  Krieges  Grundsätze  zu  än
dern  oder  außer  acht  zu  lassen,  auf  die  sich  alle
Nationen  zur  Milderung  der  Schrecken  und  Lei
den  des  Krieges  geeinigt  haben,  und  wenn  die
klaren  Rechte  amerikanischer  Bürger  etwa  unglücklicherweise
  durch  eine  solche  Haltung  beein
trächtigt  oder  bestritten  werden  sollten,  so  würde
die  Rücksicht  auf  unfere  Ehre  uns  keine  Wahl
in  bezug  auf  unsere  Haltung  lassen.  Ich  kann
leine  Beeinträchtigung  der  Rechte  der  amerikan
schen  Bürger  nach  irgendeiner  Richlung  zulassen.
die  Ehre  und  Selbftachtung  unserer  Nation
stehen  auf  dem  Spiele.  Wir  lieben  den  Frieden
und  werden  ihn  um  jeden  Preis  bewahren.
außer  um  den  Preis  der  Ehre.  Unferen  M
lürgern  zu  verbieten,  von  ihrem  Rechte  Ge#
brauch  zu  machen,  aus  Furcht,  wir  lönnten  in
die  Lage  kommen,  diese  Rechte  für  sie  geltend
zu  machen,  märe  eine  tiefe  Erniedrigung  und
märe  in  der  Tat  eine  Zustimmung  zur  Ver
letzung  der  Rechie  der  Menschheit  an  jedem
Orte,  durch  jede  Nation  und  unter  jedem  Vorwande.“


Hierauf  bekommt  Wilson  von  der  „Nordd.
Allg.  Zig."“  folgende  Antwort:  Die  in  der
Denkschrift  dargelegten  Grundsäye  widersprechen
keinesmegs  dem  Volkerrecht.  Denn  die  in  der
Denkschrift  veröffentlichten  Geheimbefehle  der
englischen  Marine  weisen  die  armierten  englischen
Handeleschiffe  ausd#ücklich  an,  sich  nicht  nur
zu  verteidigen,  sondern  auch  ihrerseits  zum  Angriff
  uberzugehen.  und  die  weiter  mitgeteilten
zahtreichen  Einzeljälle  erweisen,  daß  dieser  Befehl
  lefolgt  wird.  Solche  Schiffe  hören  aber
nach  den  Grundsätzen  des  Bölkerrechls  auf,
friedliche  Handelsschiffe  zu  sein.  Anderseits  er
scheint  das  Verhalten  unserer  Gegner  als  ein
grober  Bruch  des  Volkerrechts,  da  diese  mir
ihren  Handeleschiffen  Kriegsakre  auf  der  See
vornehmen,  zu  denen  wirkliche  Kriegsschiffe  be.
rufen  sind.

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Torpediert  und  versenkt.

London,  27.  Febr.  (Reuter.)  Die  brit:-schen
  Dampfer  „Dendby“  und  „Tummel“  wurden
  versenkt.  Funf  Ueberlebende  des  „Tummel“
  wurden  gerettet,  sieben  werden  vermißt.
Der  britische  Dampfer  „Fastuct“  ist  versenkt
worden,  alle  Personen  wurden  geretiet.  Der
britische  Dampfer  „Dido“  iit  gleichfalls  ver
senkt  worden.  Nur  ein  Teil  der  Besatzung
wurde  gerettet.  In  Marseille  traf  die  Nackricht
  von  der  Torpedierung  einee  Dampfers
ein.  Es  dürfte  sich  um  den  Dampfer  „Woitoorby“
  handeln.  Der  Dampfer  „Treverleyn“  traf
ein  Boot  mit  15  Mann  an  und  retiete  die  Jusassen.
  Eine  andere  Bootsbesatzung  wurde  von
einem  unbelannten  Dampfer  geborgen.  Nach
Mitteilungen  eines  Mannes  von  der  „Westoorby“
  wurde  der  Dampfer  durch  ein  Geschoß
in  zwei  Teile  zerbrochen.  Der  japanische  Dampser
  „Michi  Maru“  (1483  Tonnen)  ist  gestrandet:
  der  japanische  Dampfer  „Hoko!  Maru'
verließ  am  20.  Dezember  Singapore,  seitdem
hat  man  nichts  mehr  von  ihm  gehört.  Auch  der
englische  Dampfer  „Primus“  ist  stark  über
fällig.  Versenkt  wurden  die  zwei  Fischerfahrzeuge
  „Brown“  und  „Orleander“.  Die  Besatzungen
  wurden  in  Lowestoft  gelandet.  Gleichsalls
  als  verloren  gilt  der  japanische  Dampfer
„Dubari  Maru“  (4120  Tonnen);  er  hatte  eine
Ladung  im  Werte  von  1,2  Millionen  Mark
an  Bord.

Auf  Minen  gestoßen.

London,  27.  Febr.  (Reuter.)  Das  englische
Parketboot  „Malofa“  ist  auf  der  Höhe  von
Dover  untergegangen;  es  soll  auf  eine  Mine
gelaufen  sein.  Einzelheiten  über  das  Schicksal
  der  Passagiere  sind  noch  nicht  bekannt,  jedoch
  scheinen  nur  wenig  Verluste  an  Menschenleben
  zu  beklagen  zu  sein.  Der  Dampfer  hatte