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Verdun teilnahm, berichtete dem „Petit Parisik-1“:
Mit dem doutschen Trommelfeuer verglichen,
dessen höllische Intensität in der Kriegsgeschichte
überhaupt unerreicht ist, waren unsere
rtillerievorbereitungen in der Champagne ein
harmloses Feuerwerksspiel. Der Pariser Korresrondent
der „Times“ meldet: In allen Berichten
von der Front wird einstimmig erklärt,
daß selbst das furchtbare Artilleriefeuer bei der
Offensive in der Champagne nichts war gegen
das rücksichtslose Bombardement, welches in dieser
Woche mit donnernder Gewalt über die
Maashöhen rollte. Die berühmten 30.5= und
45 Zentimeter-Mörser verstärkten den Chor und
halsen den Boden aufwühlen. Laufgräben und
Feldbesestigungen wurden in Stücke gerissen und
vernichtet, wobtei die berstenden Granaten lleine
Kugel aufwarsen oder Erdlöcher gruben. Nie
zuvor ist eine Schlacht so bis in die lleinsten
Einzelheiten vorbereitet worden oder eine Armee
so reichlich mit Material für den Sieg ausgeruilet
gewesen.
Der französische Bericht.
Paris, 27. Febr. Amtlicher Bericht vom
Samotagnachmittag: In der Gegend nördlich
von Verdun, wo der Feind andauernd seine Anstrengungen
gegen die Front östlich der Maas
richtet, ist der Kampf noch immer erbittert.
Nach den letten Meldungen leisten unsere Trupreu
in densellen Stellungen den wiederholten
Slurmen des Feindes Widerstand. In der Gegend
von Douaumont haben die im Gange besindlichen
Kämpse den Charakter besonderer Erliterung
angenommen. In der Front am
Woeore wurden die vorgeschobenen Abteilungen,
die wir seit den Kämpfen des letzten Jahres
al? Uebermachungolinie zwischen Ornes und
Hennemount bielten, auf Befehl des Kommanlors
und ohne vom Gegner angegriffen zu
nerden, näher an den Fuß der Maachöhen
herangeführt. Unsere Artillerie auf dem linken
und reochten Ufer der Maas erwiderte unermüdlich
auf die feindliche Beschießung. Von der
übrigen Front ist nichts zu melden.
Der Bericht vom Samstagabend lautet: In
der Gegend nördlich von Verdun geht die Beschießung
aufenthaltslos östlich und wesllich der
Maas weiter. Unsere Truppen antworteten dem
Feinde mit kraftvoll geführten Gegenangriffen
auf den verschiedenen angegriffenen Punkten.
Alle neuen Angriffsversuche der Deutschen in
der Gegend von Champneurille und Cote Poivre
(7), wo wir fest eingenistet sind, wurden abgewiesen.
Ein erbitterter Kampf lobt um das
Fort Douaumont, das ein vorgeschobener Bestandteil
der alten Verteidigungswerle des
Platzes Verdun ist. Die Stellung wurde morgens
nach mehreren vergeblichen Versuchen vom
Feinbe genommen.
Die Stimmung in Frankreich.
Zürich, 27. Febr. Bezeichnend für die
augenblickliche Stimmung in Frankreich ist ein
Flugblatt, welches die „Information“ an der
Westfront verbreiten läßt und worin es heißt:
„Soldaten, das Vaterland bittet euch, nicht
allein Widerstand zu leisten, sondern auch, wenn
nötig, den Heldentod zu sterben. Vergebt alle
Irrtümer und Mißhgriffe, welche euren Aufentbalt
an der Front nutzlos verlängerten. Jetzt
ist keine Zeit, zu streiten, was die Kriegsdauer
atgekurst hätte. Rettet jetzt den Bestand Frankreichs!“
Eine englische Stimme.
London, 27. Febr. Die „Morning Post“.
schreibt in einem Leitartikel: Wir müsfen den
furchtbaren Charakter des deutschen Angriffes
anerkennen. Wir weigern uns, in dem energischen
Angriff auf die starke Stellung Torheit
oder Verzwmeiflung zu sehen, und zwar aus dem
einsachen Grunde, weil eine starke Stellung gewöhnlich
auch vitale Bedeutung besitzt. Der
Preis ist dem Risiko gleichwertig. Die Geschichte
beweist immer wieder die Richtigkeit der
Auffassung, daß wenig Siellungen in sich so
stark oder so gut verteidigt sind, daß sie uneinnehmbar
sind. Die Deutschen versuchen jetzt in
Frankreich dasselbe, was sie in Galizien und
Belgien mit gutem Erfolge taten. Sie trachten,
eine starle Schlusselstellung mit einer großen
Lawmine von Metall und Mannschaften und mit
aller Gründlichkeit und Energie des deutschen
mililärischen Intellekts zu erobern. Sie haben
den Zeitpunkt für den Angriff mit gewohnter
Klugheit gemählt. In der Champagne und
in Flandern ist der Zustand des Bodens vermutlich
derartig, daß man keinen Gegenangriff
unternehmen kann. Die Deutschen rechnen zweisellos
auch auf Ruhe an der östlichen Front.
Die Russen sind in dem Augenblick anderswo
in schweren Kämpfen verwickelt. Das Wetter
schtzt also den gröhten Teil der deutschen Linien
vor Gegenangrifsen. Der große Wert von Verdun.
Schlüsselstellung der französischen Linien
ist so Uar, daß wir nicht erst zu vermuten brauchen,
daß die Deutschen diese Bewegung be-Ponnen
haben, weil sie ausgehungert oder wahnsinnig
sind. an kann vielmehr sagen, daß
sie eine gewaltige Kraftan pannung versuchen,
um den Krieg mit einem Schlage zu beenden,
die, wenn sie mißglückt, eine ernstere Rückwirlung
auf ihre miliklärische und deshalb auch
kolilische Lage haben muh. (3.)
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Die Räumung von Durazzo.
Bern, 26. Febr. Die „Agenzia Stefani“
verbreitet eine Mitteilung über die beendigte
Zurückziehung der serbischen, montenegrinischen
und albanischen Truppen und sagte weiter, da
mit der Abreise der albanischen Regierung von
Durazzo die Räumungsarbeiten beendigt waren,
trat die dorthin entsandte Brigade gemäß des
vereinbarten Planes den Rücdzug an. Die Einschiffung
ging unter dem Schutze der italienischen
Schisse glatt von statten. (Z.) Wie harmlos
die Italiener doch die „Räumung“ der albanischen
Hauplstadt hinstellen wollen. Wenn
man den amtlichen Wiener Bericht danebenhält,
lLekommt man ein ganz anderes Bild der tatsächlichen
Vorgänge. Die Italiener sind aus
Durazzo vertrieben, von einer freiwilligen Räu-
Durazzo genommen.
Durch Extra-Blatt bekannt gegeben am Sonntag, den 27. Februar 1916 nachmittags 5 Uhr.
WIB. Wien, 27. Febr. Amtlich wird verlautbart.
Heute morgen haben unsere Truppen
Durazzo in Besitz genommen.
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mung, wie sie hier geschildert ist, kann keine Rede
sein. Tatsache ist ja auch, daß die italienische
Brigade jüngst vor Durazzo emscheidend geschlagen
wurde.
Der Fliegerschrecken in Durazzeo
Lugano, 27. Febr. Der Abtransport der
Truppen aus Durazzo stand beständig unter
dem Feuer der österr. Flugzeuge. Wie oft derartige
Angrisse auf Durazzo erfolgten, lann
nicht gesagt werden. Jedenjalls erschienen läglich
österr. Flieger über den Stadt. Als der lerbische
Kronprinz in Durazzo im Gebäude der
serbischen Gesandtschaft Wohnung nahm, erschienen
die österr. Flieger ##ets über diesem
Gebäude und ließen ihre Bomben niederregnen.
Auch als sich der Kronprinz einschiffte,
warsen Flieger Bomben auf die Landungs-
brücke und die Transportschiffei (Z.)
——. ——
Die kriegsverwendungsfähigen
Personen der freiw. Krankenpflege.
Berlin, 27. Febr. Eine laiserliche Verordnung
vom 19. Februar aus dem Großen
Hauptquartier besagt: „Ich bestimme, daß die
kriegsverwendungssähigen männlichen Personen
der freiwilligen Krankenpflege in den Etappen
und in den Gebieten des Generalgouverne
ments zunächst höchstens bis 50 v. H. der gesamten
Kopfstärke für den Waffendienst versügbar
gemacht und durch militärisches Personal
ersetzt werden. Ob ausscheidende Delegierte
ersetzt werden sollen, überlasse Ich der Vereinbarung
zwischen Meinem Kommissar und dem
Mililärinspetteur der freiw. Krankenpflege und
dem Chef des Feldsanitätswesens. Bei dem
Ausscheiden einer so großen Zahl von Personen
aus der freiw. Krankenpflege ist es Mir ein
Bedürfnis, dieser Meine Anerkennung für die
bisher in so hohem Mahe bewiesene Opferwilligkeit
und ihr durch langjährige, sorgfältige
Friedensarbeit vorbereitetes segensreiches Wirken
zum Besten der verwundeten und kranken
Krieger auszusprechen."“.
König Ferdinand in Koburg.
Koburg, 27. Febr. Am Geburtstage des
Königs der Bulgaren war die Stadt reichlich
beflaggt. Aus den Kreisen der Bürgerschaft
wurden dem König zahlreiche Wünsche dargebracht.
Der Landtag des Herzogtums sandte
ein prachtvolles Blumengebinde mit einem Huldigungsschreiben;
in gleicher Weise übermittelte
die Stadt. Koburg ihre Glückwünsche. Vormittags
fand in der kath. Kirche eine feierliche
Messe statt und im Anschluß daran in der
Gruft der kath. Kirche eine Andacht für die
Eltern des Königs. An beiden Handlungen
nahm der König mit den Prinzen und dem Gefolge
teil.
Kardinal Merrier.
Lugano, 26. Febr. Kardinal Mercier ist
aus Rom abgereist. Eine Anzahl Belgier und
Nationalisten gaben ihm bis zum Bahnhof das
Geleite und veranstaltelen dort unter Hochrufen
auf Belgien und die Entente und Pereal-Rusen
auf Deutschland eine Kundgebung. Der Welsch-Schweizer
Carry hielt eine schwulslige Ansprache,
die mit den Worten schloß: „Auf Wiedersehen
am Tage der Revanche!“ Mertier dankte,
indem er eine ihm gleichzeitig überreichte belgische
Fahne an die Brust drückte. (J.)
Kriegsverrat in Belgien.
Brüssel, 27. Febr. Wegen Kriegsverrats,
begangen durch Zuführung von Mannschaften
an den Feind, hatten sich vor dem Feldgerichte
des Gouvernements Brüssel zwei Geintliche, Bostieelo
und Pierlot, sowie drei weitere Personen
zu verantworten. Bosteels war der Mittelsmann
zwischen den wehrfähigen Leuten, die
zum Heere abwandern wollten, und den Führern,
welche die Grenzüberschreitung zu leiten
hatien. Ihm wurden die jungen Leute, welche
dort bereits mit falschen Ausweispapieren versehen
wurden, zugeschickt. An der Wachsamkeit
der deutschen Grenzbesatzung ist, soweit festgestellt
werden konnte, die Ausführung des Vorhahabens
gescheitert, sodvaß nur auf Bestrafung
wegen versuchten Kriegsverrats erkannt werden
konnte. Das Gericht erlannte gegen die
Hauptbeschuldigten auf folgende Strasen: Gegen
Bosteels auf 12 Jahre Zuchthaus, gegen
Pierlot unter Anrechnung einer sechsmonatlichen
Gesängnisstrase auf 6 Jahre und einen Monat
Zuchthaus und gegen zwei andere auf vier
Jahre Zuchthaus. (Z.)
Hochverräter.
Wien, 27. Febr. Das Landwehrdioisionsgericht
Linz a. D. verurteilte einen Sattler, geborenen
Reichsitaliener, wegen Hochverrats zu
anderthalb Jahren schweren Kerker, verschärft
durch zwei Fasttage, zwei harte Lager mit Ab
sperrung in dunkler Zelle in jedem Monat.
Sein Komplize, ein Buchbinder, wurde wegen
Hochverrats und Majestätsbeleidigung zum
Tode durch den Strang verurteilt. (3.)
Kuropatkin.
Petersburg, 27. Febr. Kuropatkin ist
zum Befehlshaber der Armeen an der Nordfront
ernannt worden. (3.)
Japan und China.
Kopenhagen, 26. Febr. Die Zeitung
„Mizi Mizi“ in Tokio kündigt ein agressives
Vorgehen Japans gegen Juanschikai an, der
trotz des Abratens Japans an der Wiederherstellung
der Monarchie in China festhalte. Der
japanische Kreuzer „Kasagi“ sei von VDokoha-
ma nach Schanghai abgeschickt worden. (3.)
Dienstag, 26. Februar 1916
Ler U- Boolsliieg und Ametila
Am Sonntag kam aus Berlin eine Meldung.
welche überall mit größter Genugkuung aufgenommen
wurde. Sie brachte folgenden Bericht
der offiziöosen „Nordd. Allg. 31g.“2
„Es sind trotz der klaren Darlegung des
Staatssekretärs v. Jagow Zweifel entstanden,
ob die Grundsätze der unter dem 10. Februar
veröffentlichten Denkschrift über die Behano
lung bewaffneter Kauffahrteischiffe durchgeführt
werden würden. Diese Zweifel sind gänzlich
unverständlich und unbegrundet. Es hat nie
die Absicht bestanoen, von den in der Denkschrift
angekündigten Maßnahmen abzuweichen. Die
energische Führung unseres U. Bootskrieges nach
den Grundsätzen der Denkschrift wird zu dem
angesetzten Zeitpunkt beginnen.“
Damit werden erfreulicherweise alle Zweisel
beseitigt. Mit diesen krafwollen Worien muß
man auch in Amerika rechnen. Wilson richiete
an den Senator Sione einen Brief, in dem er
sagte: „In jedem Falle liegt unsere Aufgabe
klar vor uns. Keine Nation oder Gruppe von
Nationen hat das Rechl, während der Dauer
des gegenmärtigen Krieges Grundsätze zu än
dern oder außer acht zu lassen, auf die sich alle
Nationen zur Milderung der Schrecken und Lei
den des Krieges geeinigt haben, und wenn die
klaren Rechte amerikanischer Bürger etwa unglücklicherweise
durch eine solche Haltung beein
trächtigt oder bestritten werden sollten, so würde
die Rücksicht auf unfere Ehre uns keine Wahl
in bezug auf unsere Haltung lassen. Ich kann
leine Beeinträchtigung der Rechte der amerikan
schen Bürger nach irgendeiner Richlung zulassen.
die Ehre und Selbftachtung unserer Nation
stehen auf dem Spiele. Wir lieben den Frieden
und werden ihn um jeden Preis bewahren.
außer um den Preis der Ehre. Unferen M
lürgern zu verbieten, von ihrem Rechte Ge#
brauch zu machen, aus Furcht, wir lönnten in
die Lage kommen, diese Rechte für sie geltend
zu machen, märe eine tiefe Erniedrigung und
märe in der Tat eine Zustimmung zur Ver
letzung der Rechie der Menschheit an jedem
Orte, durch jede Nation und unter jedem Vorwande.“
Hierauf bekommt Wilson von der „Nordd.
Allg. Zig."“ folgende Antwort: Die in der
Denkschrift dargelegten Grundsäye widersprechen
keinesmegs dem Volkerrecht. Denn die in der
Denkschrift veröffentlichten Geheimbefehle der
englischen Marine weisen die armierten englischen
Handeleschiffe ausd#ücklich an, sich nicht nur
zu verteidigen, sondern auch ihrerseits zum Angriff
uberzugehen. und die weiter mitgeteilten
zahtreichen Einzeljälle erweisen, daß dieser Befehl
lefolgt wird. Solche Schiffe hören aber
nach den Grundsätzen des Bölkerrechls auf,
friedliche Handelsschiffe zu sein. Anderseits er
scheint das Verhalten unserer Gegner als ein
grober Bruch des Volkerrechts, da diese mir
ihren Handeleschiffen Kriegsakre auf der See
vornehmen, zu denen wirkliche Kriegsschiffe be.
rufen sind.
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der sam zut See
Torpediert und versenkt.
London, 27. Febr. (Reuter.) Die brit:-schen
Dampfer „Dendby“ und „Tummel“ wurden
versenkt. Funf Ueberlebende des „Tummel“
wurden gerettet, sieben werden vermißt.
Der britische Dampfer „Fastuct“ ist versenkt
worden, alle Personen wurden geretiet. Der
britische Dampfer „Dido“ iit gleichfalls ver
senkt worden. Nur ein Teil der Besatzung
wurde gerettet. In Marseille traf die Nackricht
von der Torpedierung einee Dampfers
ein. Es dürfte sich um den Dampfer „Woitoorby“
handeln. Der Dampfer „Treverleyn“ traf
ein Boot mit 15 Mann an und retiete die Jusassen.
Eine andere Bootsbesatzung wurde von
einem unbelannten Dampfer geborgen. Nach
Mitteilungen eines Mannes von der „Westoorby“
wurde der Dampfer durch ein Geschoß
in zwei Teile zerbrochen. Der japanische Dampser
„Michi Maru“ (1483 Tonnen) ist gestrandet:
der japanische Dampfer „Hoko! Maru'
verließ am 20. Dezember Singapore, seitdem
hat man nichts mehr von ihm gehört. Auch der
englische Dampfer „Primus“ ist stark über
fällig. Versenkt wurden die zwei Fischerfahrzeuge
„Brown“ und „Orleander“. Die Besatzungen
wurden in Lowestoft gelandet. Gleichsalls
als verloren gilt der japanische Dampfer
„Dubari Maru“ (4120 Tonnen); er hatte eine
Ladung im Werte von 1,2 Millionen Mark
an Bord.
Auf Minen gestoßen.
London, 27. Febr. (Reuter.) Das englische
Parketboot „Malofa“ ist auf der Höhe von
Dover untergegangen; es soll auf eine Mine
gelaufen sein. Einzelheiten über das Schicksal
der Passagiere sind noch nicht bekannt, jedoch
scheinen nur wenig Verluste an Menschenleben
zu beklagen zu sein. Der Dampfer hatte