Nummer 85
großzügige Almverbesserung sein müß.
minder wichtig aber ist die vermehrte
chkeit des Rückfaufes von im Staatsbe-5
ehride Aimen, die sich nicht für die
stliche Bewirtschaftung eignen, durch die
krshichen und s ieblih auch die Notwendigleit
der baldmöglichen Beseitigung von Weidte,#ten
aus alter Zeit, deren Ausübung in
Praxi zu den schwierigsten Folgen führen lönnten.
ie ,Mitglieder Steimnger, Dr. Matzinger,
Freiherr von Freyberg und von Schilcher
waren mit dem 1. Präsidenten die H#i#uptvertreter
dieser Forderungen.
Selbstredend kam in rückhaltlosester Weise
in Gegenwart des Vertreters der oversten
Forstbehörre, Oberregierungsrat Muüller, auch
das Verhältnis zu den äußeren Forstbehörden
und zur Jagd zur offenen Aussprache. Volksernährung
und landwirtschaftliche Erzeugung
kommen vor der Jagd. Dieser Grundsatz wurde
als oberster anerkannt. Daß ein übermäßiger
Wildschutz in hohem Maße nachteilig für die
Land- und Weidewirtschaft sein muß, wie die
Forderung nach allzu starlem Abschuß von
ild der verständig betriebenen und zünstig
ausgeübten Jagd schadet, das wird kein Landwirk,
der die Dinge wirklich richtig und ohne
Voreingenommenheit zu beurteilen vermag, in
rede stellen.
Wenn auch zugegeben an einigen Orten die
Wildhege bedauerlicherweise über das erlaubte
Mah Wn“n zum Schaden der Almbauern
und der Vie häucht, 8 wurde doch eine allgemetne
Klage über den Wildschaden als nicht berechtigt
bezeichnet. Der Abschuß von Krüppelwild,
das ein Durchsüttern nicht lohnt, i#st nölig.
Dem Antrage von TedenahStriunnder
wurde Sleß, ich zugestimmt. Er #
Der bayer. Wnn enart sich
mit- der Stellungnahme des oberbaner. landw.
Kreisaus schusses einrerstanden. Im Hinblick
auf die während des Krieges entstandene
dringende Norwendigkeit der Mmöglichst baldieen
Ergänzung der Rindoiehbestände und der
Erstarlung des Mollereibetriebes siellt der
bayer. Landwirtschaftsrat an die K. Staatsministerien
des Imnern und der Finanzen das
Ersucken, den bereit; seit Jahren versprochenen
Erlaß des Aimschutzge' epes in allernächsier
Jeit zu verwirlichen, wabei insbesondere
die Arrondierung ron Almen und der Ankauf
derselben mögliht gefordert und erleichtert
werden soll.
Sef- und Personalnachrichten.
München. 8. April.
Ministervortrag. Der König h#n heute
vormittag den Staatsminister für Verkehrsangelegenheiten,
v. Seidlein, zum Vortrag empfangen.
Unter dem Vorsitz des Kö-
Staatsrat.
nigs fand am Montag mittag in der K. Resi-.
denz eine Staatsratssitzung statt.
erfassungsjulkiläum. Zum Gedächtnis
an die im Mai 1818 von König Mar .
dem bayerischen Volie d egebrn Verfassung ist
für die zweite Hälfte des Monats Mai in der
Kgl. Nesiden ein Festakt in Aussicht genommen,
bei dem die Mitglieder beider Kammern
des Landtages vor dem König erscheinen werden.
Wänchener RNeuigkellen.
München, 3. April.
In Streit geraten. Am BSahnhosgiat
gerieten Sonntag nachts ein 30 Jahre alter
MeeJ und ein 28 Jahre alter Glasschleifer,
nachdem sie in einer Wirtschaft mit ihren Mädchen
fünf Flaschen Wein getrunken hatten, wegen
der Mädchen in Streit, in dessen Verlauf der
Metzger dem Elasschleifer fünf Stiche in die
Brust versetzte. Der Metzger erhielt bei dem
Streit Hiebwunden am Kopfe. Den Abschluß
bildete noch eine Keilerei zwischen den beiden Begleiterinnen
der Verletzten.
—1
Schwere Gewitter. In der Bamberger
und Forchheimer Gegend gingen schwere Gewitter
nieder. Es wurden mehrere Personen getötet
u. durch zündende Blitze Brände verursacht.
Schwerer Raubmord. Die Geschäftsinhaberin
Marie Triem aus Neuweiler bei St.
Ingbert begab sich mit mehreren hundert Mark
ur Bezahlung einiger Mechuumgen nach Saarecken.
Als die Frau am Abend nicht zurückgekehrt
war, stellte man Nachforschungen an und
fand die Unglückliche zwischen Neuweiler und
Dudweiler ermordet und beraubt auf. Von dem
Täter fehlt bisher noch jede Spur.
Keubeuern, 6. 4. Der Empfang des
neuen Pfarrherrn, HH. Johann Bapt.
iedmair, war für die Gemeinde Neubeuern
ein Fest- und Ehrentag. der Ichon rein äußerlich
seinen Eindruck in festlichem Straßen- u. Fahnenschmuck
fand. Nachmittags 3 Uhr wurde der
Neueinziehende durch HH. Pfarrvilar Heigl und
stellv. Bürgermeister Paul mit der Kutsche in
Raubling abgeholt. Am Ortseingang wurde der
neue HH. Pfarter von der Gemeinde erwartet u.
von Beigeordneten Paul im Namen ver Marktgemeinde
begrübt. Namens der Schule bewillkommnete
Herr Lehrer Jakob HH. Pfarrer
Biedmair. Schulkinder entboten hierauf in poe-
Rosenheimer Anzeiger
Mtber Weise den Gruh der Jugend. In' der
Pfarrkirche erfolgte sodann die Vorstellung durch
55. Pfarrvikar Heigl. Mit freundlich-schönen
Worten dankte hierauf der neue Herr Pf farrer.
Seine Mahnung zu Friede und Eintracht in der
Gemeinde und sein Gelöbnis der treuen Ausopferung
für seine Pfarrkinder wurden von der
verlammelten Pfarrgemeinde mit tiefer Vewegung
entgegengenommen. Eine Andacht schloß
die schlichte und erhebende Einzugsfeierlichkeit.
Bad Aibling, 8. 4. Die gewerbliche
Kreditgenossenschaft Aibling hielt
gestern bei Schuhbräu cine Versammlung ab, in
welcher der Direktor der Bayer. Landesgewerbebank,
Herr Mertl, einen Vortrag hielt über die
Notwendigkeit und Sicherheit der 8. Kriegsanleihe.
Er mies treffend nach, daß die Aussprüche
der Bierbankpolitiker, die Kriegoanleihe
verlängere den Krieg, ein leeres Gerede sei, und
sorderte die Anwesenden auf, recht fleißig
Kriegsanleih zu zeichnen. Auch verbreitete er
sich emgehe: über die Notwendigkeit und Bedeutung
des bargeldlosen Verkehts (Schechverlehr)
in finanzpolitischer und volkswirtschaftlicher
Hinsicht. Der interessante Vortrag wurde
durch zahlreiche Lichtbilder bestens unterstützt.
Kommunales.
DSeisentl Sitzung des Kollegiums
der Gemeindekevollmächtigten
am Mittwoch, den 10. April 1918,
nachm. hall 4 Uhr.
Tagesordnung: 1. Volkslüche, hier Presseangrif
sse; 2. Ausgaben für ein Dienftfahrrad; 3.
Verkauf des Grenzschlachthofes; 3. Versicherung
gegen Schäden bei öffentlichen Unruhen; 5.
Straßengrundabtretung.
Geheime Sitzung: 1. Kriegsanleihezeichnung;
2. Teuerungezulagen; 3. Wiederbesetzung der erledigten
Sekretärstelle; 4. Ausbau der Wasserkrast
des Mühl- und Hammerbaches; 5. Prüsung
der Rechnung des städt. Elektrizi älswer
kes pro 1915; 6. Prüfung der Rech-ungen des
Kaiserbades; 7. Krediterhöhung.
Cofalun
Rosenheim, 9. April.
NKuüszeichnung im Felde. Dem Infanteristen
Zeno Weinzier! von Kolbermoor, wurde
das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen.
Ernennung. Zufolge GKV. 3. A--K.
wurde der Zahlmeister-Anwärter Mar Bernthaler
zum Unterzahlmeister ernannt u. nach
Erlangen versetzt.
Beförderung. Jum Ulnteroffizier beförbert
wurde Gefr. X. Pöltl, Gärtner und
Hausmeister im Feid Pölil. der seit bald
Vier Jahren an der ? elstfeont steht, hat bereits
vor einem Jahre das Eiserne Kreuz 2. Klasse
erhalten.
Vaterländischer Abend. Morgen,
Mittwoch, Abend, findet im „Derutschen Kaiser“
ein Vaterländischer Abend statt, bei dem
5H. Jesuitenpater Rupert Mayer, der rühm
lichst bekannte Divisionspfarrer, über das Thema
„Der letzte Wille unserer gefallenen Helden“
sprechen wird. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung
ist für jedermam frei.
Beerdigung. Unter überaus zahlreicher,
ehrender Beteiligung von Leidtragenden aus
allen Ständen, namentlich aus der Beamtenschaft,
wurde gestern Frau Mathilde Heim,
die Mutter der Frau Finanzrat Veh, zu Grabe
getragen, die nach langem, schwerem Leiden
im 77. Lebensjahre entschlasen war. Unter den
Klängen eines Trauerchorals der Stadtkapelle
sentte sich der Sarg hinab. Herr Stadipfarrer
Weber z#i#nete in ergreisenden Worten ein
Bild vom Lebensgange der Verstorbenen, der
reich an Ll. beit und Mühen, aber auch gesegnet
an Liebe und Danlbarkeit gewesen sei. Zwei
Söhne des Herrn K. Finanzrat Veh gaten der
Großmutter das letzte Geleite, während zwei
weitere Söhne durch die s.ilpen gegen das
Valerland an der Front festgehailen waren.
Ueber die Beerdigung des Herrn
Oberleutnant.s Ostermann werden wir
einen Bericht, den wir wegen Raummangel
zurüdstellen mußten, morgen nachtragen.
Eoldatenheimc. Kriegs-Oasen könnte
man die Soldatenbeime an und hinter der Front
bezeicknen. Wo die Qase dem Verschmachtenden
in der Wüste den ersten Trunk erquickenden Wassere
spendet, so sind die Soldatenheime hinter
der alles vernichtenden Feuerzone cine nie versiegende
Quelle., aus welcher der Krieger frisches
neues Leben in lechzenden Zügen trinkt.
Inmitten der Oede und Jerstörung ragt dieser
schatlenspendende Baum als Wahrzeichen treuer
Liebe der Heimat für die Feldgrauen empor
und jeder, der ein Soldatenheim an der Front
besucht hat, kann nur wünschen, daß die Hiimat
Sorge trägt, damit die Quelle niemals versiegt.
Demnächst soll, wie in ganz Bayern, so
auch hier zu Gunsten unserer Soldatenheime eine
umfassende Werbe- und Sommellä igkeit entfaltet
werden. Unter dem Vorsitz des Herrn Hofrat
Wüst beriet der Ortsausschub für die Sammlung
estern vormittag im Sitzungssaal des Rathauses
über die zu treffenden Mahnahmen zur Er-Kelung
eines möglichst günstigen Exrgebnisses.
ur Erledigung der Vorarbeiten bildete sich
ein Arbeitsausschuß.
Gastspiel im Hotel Deutscher Kaiser.
Es wird uns geschrieben: Wie bereits mitgeteilt,
gastiert kommenden Domerstag das
belannte „Münchner Residenz-Ensemble“ unter
Leitung des ehem. Mitgliedes von Hofschauspieler
Dreher Kralbert v. Corten? mit Thomas
bestem Werke „Magdalen#a“. Dir. v. Cortens
hat leine Kosten gescheut, auch lüer cine erstklafsige
Vorstellung zu gelen; es wäre deshalb ein
ausverkauftes Haus zu wünschen, umsemehr v.
Cortens als Paulimann eine seiner besten Nollen
gibt, unterstützi ven Mimy v. Corlens-Hofmann,
welche besonders als „Magdalena“ grose Erfolge
errang. Wer also wirklich einen genußreichen,
lünstlerischen Abend sich verschaffen will,
versäume nicht, sich umgehend ein Billet zu dieser
interessanten Aufführung zu besorgen.
Katholischer Frauenkund. In der
Versammiung am Sonntag bot der Kath. Frauenbund
seinen Milgliedern und den zahlreichen
Gästen einen genußreichen Abend durch das
Lichtbilrermelodram „Des Menschen Leben von
der Wiege bis zum Grabe“, welches in 70 Bildern
nach Gemälden hervorragender Künstler
das menschliche Leben mit seinen lichten u. dunllen
Seiten anschaulich vor Augen führte. Die Illustration
zu den einzelnen Lebensstufen wurde in
reizvoller Abwechslung von Prosa, Poesie u. Gesang
den Anwesenden durch die Darbietungen
der Jugendabteilung veimittelt, wofür dieser
reicher Beifall der ußörerschast lohnte. Hierauf
legrüßte HH. Stadtpfarrer Andr. Lidl,
als geistlicher Beirat, die Mitglieder in vertrauenermeckenden
herzlicten Worten, und die
neugewählte 1. Vorsihende, wesche die Versammlung
mit ehrendem Gedenken der bei der
6. Generalversammlung am 8. Mürz zurückgetretenen
1. Vorsitzenden Fr. J. Kögerl, und der
ausgeschiedenen Vorstandemitglieder Fr. M.
Weinberger und Frl. M. Gradl, eingeleitet hatte,
schloß nun dieselle mit dem Hinweis auf den
6. bayer. Frauenltag am 12. Mai, dem Fesle
der Patrona Bavariae.
Kath. Arbeeiterinnenverein. In der
sehr zahlreich besuchten Versammlung am leglen
Sonntag behandellte HH. Präses Haider das
Li tige Thema der Ingendfürsorge durch das
Elternhaus. Zur Erleichterung mancher Ellernforgen
gak er in einstünkigem Vortrage lehrreiche
Winke für die allgemeine und brrufliche
sowie reiigiös-sittliche und soziale Fortbildung
der schulentlassenen Jugend. Dem Neferat
schlok sich eine bescheitene, aber herzlickhe Begrüßungsfeier
des neuen 55. Stadtpfarrers A.
Lidl an. Ein humorvoller Dinlog und das Melodram
„Das Gewitter" von Schwab-Haller
schlossen vie Hutgelungene April-Versammlung,
die durch die Aufnahme von über 20 neuen Mitgliedern
einen besonderen Mag in der Vereinsgeschichte
verdient. Mogen die sozialen Vorteile
der neuen Verbandsreform noch viele Mithlieder
dem Verein zuführen!
Bilder vom Tage. 31 den großen Ofjerse
im Westen führen uns die während diefit
Woche in unseren Schaufenstern ausgestellgon
Bilder. Es sind dies: 1. Gewallige Stapel
von Stacheldraht beim Abtranspott; 2. die ersten
Aufnahmen vom Durchbruch westlich von
Huentin, (Eintreffen der ersten englichen Gefangenen
in einer Sammelltelle bei St. Quentin);
3. Artülerie mit gemischter espomun
beim Ueberwinden eines Trichterfeldes; 4. Über
die ersten Hestürmten Stellungen vorgehende
deutsche Artillerie; 5. und 6. veranschaulichen den
Empfang der Mannschaft des Hilfskreuzers
„Wolf“ beim Königsplatz und dem Brandenburger
Tor in Berlin.
Die Bauernvereinsbewegung ist
im Fortschreiten begrissen. Aus den zurzeit veröffentlichten
Rechenschaftsberichten der Kreisvereine
des Bauernvereins ergibt sich die interessante
Tatsache, daß die Bauernvereine an Mitgliedern
wachsen, obwohl heute die Mehrzahl
der Mitglieder im Felde stehen oder im
Heercsdienst sind.
Die Dekorationsstoffe sollen zu Waschezwecken
nutzbar gemacht werden, inebesondere
Saaldekorationen im Besitze von Vereinen.
Den Kommunalverbänden ist anheimgegeben
worden, mit den Vereinen wegen Uebernahme
dieser Stoffe durch die Altbekleidungsstelken in
Verbindung zu treten.
Milzbran d. Nach den amtlichen Feststellungen
unt die Zahl der im Jahre 1916 Im Deutschen
Reiche festgestellten Milzbranderkrankungen
36 betragen; von diesen haben 6, d. k. 16,7 wom
Hundert, zum Tode geführt. Aus Bayern wurde
lediglich 1 Erkrankung, die mit Genesung endete,
berichtet. Ein Arbeiter, der in seiner Leimsiederei,
die zugleich als Kadaververichtungsanstat diente,
beschästigt war, erkrankte an Hautmilzbrand
der linken Hand, linken Achselhöhle und linken
Brustseite. Er hatte sich die Ansteckung durch
Verletzung beim Fortschaffen einer wegen Milzbrand
notgeschlachteten Kuh zugezogen und erkrankte,
obwohl er sich die blutende Wunde
alsbald mit Brennspiritus ausgewaschen hatte.
Der hebitt Rückgang der Erkrankungsziffern
seit dem Jahre 1914 ist auf die durch den Krieg
heschaffenen besonderen Verhältnisse zurückzuführen.
Die anfangs starke inderung und das
Wlelich, völlige Aufhören der Einfuhr von
Stoffen tierischer Herkunft, besonders von
ten, Fellen, und Haaren, sodann auch der Ein 7
von ausländischen Kraftfuttermitteln haben offenbar
die Wwlichen e Milpbrandefime auf ·
zunehmen, stark bige v s besteht des
Anlaß, die HeeeG dieser tückichen
Krankheit zu warnen und zur Vorsicht zu
mahnen.
Mittwoch, 10. April 1918
* —.—
Sprechsaal.
E Veraniworting der Aehamson.)
Zum Kapitel „Fleischverkaus“
geht uns aus Pteiterkreisen fsolgende Zuschrift
zu: Wir wilssen, dab es für die mahgebenden
Etellen nicht leicht it, diese heille Frage n!Sinne
jedes Einzelnen zu lösen, deswegen wir auch
keine Grundlagen feststeilen wollen, sondern nur
die Bitte aussprechen, daß bei einer event. Neuregelung
der Verkaufszeiten auch an uns Arbeiter
gedackt und vielleicht ein Weg gefunden wird,
der es auch uns ermöglicht, Fleisch zu erhallen.
Unfere Verhäl tnisse geflat en es nich“, Dienstmädchen
usw. stundenlang anstehen zu lassen, sondern
wir müssen eben selbst zusehe), wie wir etmas
für unsere Familien hereinbringen. Wir seellen
uns auch gerne an, aber zu den jetzt seligesehzt en
Stunden an Samstag Nachmittagen ist uns
Männern dies nicht möglich. Es gebt eben viele
Familien, in deren Hmehalt ces kleine Kinder
gibt, wo die Muttler nicht absommen kann, wo
die Frau selbst oder die Kinder kranl und gekrechlich
sind, oder wo die Frau selbst zur (Urbeit
geht hier muss der Mann eingreifen und
er tuts gerne, wenn die Zeit ihm das erlaubt.
Vei den frũheren Verkausszeiten raar ihm #aees
monlich, er konnte vor Beginn der Arbeilzei:
lich G.lellen, heute ist das ausgeschlossen. Ju-2
lis 6 uhr nabmittags ist der Mann uro ost
auch o ie 5 ꝛi bei der Arbeit. Vielleicht iäh: sich
doch ein anderer W#eg finden.
TWir briden den maßgebenden Stellen unsere
Bitte zur Kenntnis, damit sie in der Lage
sind, sich ein Bild von dem latsächlichen Bedürfnisse
der ärmeren Bevölkerung zu machen.
Zur Fleischversorgung. Die Firma
Gebr. Nicher, Rosenheim, ersucht uns, unter
Bezugnahme auf den Sprechsaalartikel in Nr. 80
unseres Blattes miszuteilen, daß es unrichtig
ist, daß c5 in unserem Bezirk Gemeinden gibt,
in denen du Aufläufer des Kommissienärz Acher
nicht gewesen wären. Wir geben der Mitteilung
Raum, bemerken aber, daß der betr. Ariifelschreiber
mit keinem Worte der Aufkäufer der
Firma Aicher Erwähnung tat.
*
Eine kuriose Fahrt, man lann mit Recht
sagen. eine ech!e Kriegsfahrt im vollsten
Sinne des Wortes, gab es am Sonntag mit dem
Nachmittagszug (d.10 Uhr) von Rosenheim
nach Wasserburg. Der Andrang der Fahrgäste
war cin enormer. Die Waggons 3. resp. 4.
Klasse reichten nicht mehr aus, die Massen der
Fahrgäste unterzubri ingen. Diejenigen, welche in
später Minute an den Zug kamen, mußten sich
in Güterwagen, in denen? Merdet enspolfe nvor ·
genommen worden waren, und zudem sich in
nicht besonders hygienĩschem Zustande besan--den,
begnügen, und stehend, ohne Sitzgelegenbeit
und jeden Anhaltspunkt die Fahrt mitmachen.
Trotzdem, in den 3.-Klasse-Waggons noch S E
gelegenheit vorhanden war, durften die Fahtgäste
mit 4. Klasse-Karten diese nicht benützen.
obgleich mehrere bereitgewesen wären, auf die
3. Klasse draufzulezahlen. Wenn es in dieser
schweren Zeit sein muß, daß Fahrgäste in Güterwagen
die Fahrt mitmachen müssen, dann
möchie doch Sorge getragen werden, dah diese
in gereimgtem Zustande sich befinden, feste Anhaltspunkte
angebracht werkene und das Einsieigen
erleichtert wird. Man kann von Personeu,
speziell von Frauen und Kindern, doch nicht
erwarten, daß sie ihre „Gehwerlzeuge“ falt einen
Meter hoch erheben müssen, um „„lücklich“ im
ieserde. Transport-Wagen“ zu „anden“. Wie
leicht könnte man sich beim Ein- und Jussteigen
einen Unfall zustoßen.
Perschtedene Muchrichten.
Die Zeitungen. Während des Krieges
sind nach einer Mitteilung des Staatssekretärs
des Reichspostamtes an den Verein deutscher
Zeitungsverleger ron den in deutscher Sprache
berausgegebenen Jeitungen und Zeitschristen ins
gesamt 3572 Blätter eingegangen, darunter 898
politischen Inhalts. Dem Rückgang steht ein
Zuwachs durch Neuanmeldung von 1765 Zeitungen,
darumter 446 politischen Inhalts gegenüber.
Ein zweifelhaftes Ersatzmittel
scheint die auß#erhalb der bayerischen Landesgrenzen
hergestellte Mincralnährhefe zu sein. Wie
der „Münchner Post“ mitgeteilt wird, wird sie
nach einem besonderen Verfahren aus Ammoniak,
neuerdings auch aus Pferdeharn hergestelli.
Wenn das Zeug auch als Kraflfuttermittel für
das liebe Bieh seinen Zweck erfüllt, so solte man
die Werschuche chteit doch damit verschonen, zumal
das widerlich riechende Produkt auch noch 3,60
Mark pro Kilo kosten soll.
Grober Schleichhandel. De Kriminalpolizei
in Kassel beschtagnahmte für 300 000 Mk.
Oel und 750 Zentner * weinefleisch und Ochsenfleisch,
das auf dem Wege des Schleichhandels
aus Belgien eirgefülhrn worden und einem
Kässeler Größfabriksbeklicb upedat war. Die
beschlagnahmten Lebensmiltel wurden der Stadtrwaltung
ur Verkeilung an die Einwohner-—
Zusammenst oß auf der Donau. #.
folge eines Jusammenstoßzes auf der Donau in
der Nähe von Tas ( st) werden nach den
bieherigen Meldungen 20 Passagiere des Dumpfers
„Drine“, der 360 Reisende an Bord d datie,
vermißt; 14 sind perletzt.