Metadata : Rosenheimer Anzeiger. 64. Jahrngang (64)

Nummer  85

großzügige  Almverbesserung  sein  müß.
minder  wichtig  aber  ist  die  vermehrte
chkeit  des  Rückfaufes  von  im  Staatsbe-5
  ehride  Aimen,  die  sich  nicht  für  die
stliche  Bewirtschaftung  eignen,  durch  die
krshichen  und  s  ieblih  auch  die  Notwendigleit
  der  baldmöglichen  Beseitigung  von  Weidte,#ten
  aus  alter  Zeit,  deren  Ausübung  in
Praxi  zu  den  schwierigsten  Folgen  führen  lönnten.
  ie  ,Mitglieder  Steimnger,  Dr.  Matzinger,
  Freiherr  von  Freyberg  und  von  Schilcher
waren  mit  dem  1.  Präsidenten  die  H#i#uptvertreter
  dieser  Forderungen.

Selbstredend  kam  in  rückhaltlosester  Weise
in  Gegenwart  des  Vertreters  der  oversten
Forstbehörre,  Oberregierungsrat  Muüller,  auch
das  Verhältnis  zu  den  äußeren  Forstbehörden
und  zur  Jagd  zur  offenen  Aussprache.  Volksernährung
  und  landwirtschaftliche  Erzeugung
kommen  vor  der  Jagd.  Dieser  Grundsatz  wurde
als  oberster  anerkannt.  Daß  ein  übermäßiger

Wildschutz  in  hohem  Maße  nachteilig  für  die
Land-  und  Weidewirtschaft  sein  muß,  wie  die

Forderung  nach  allzu  starlem  Abschuß  von

ild  der  verständig  betriebenen  und  zünstig
ausgeübten  Jagd  schadet,  das  wird  kein  Landwirk,
  der  die  Dinge  wirklich  richtig  und  ohne
Voreingenommenheit  zu  beurteilen  vermag,  in

rede  stellen.

Wenn  auch  zugegeben  an  einigen  Orten  die
Wildhege  bedauerlicherweise  über  das  erlaubte
Mah  Wn“n  zum  Schaden  der  Almbauern
und  der  Vie  häucht,  8  wurde  doch  eine  allgemetne
  Klage  über  den  Wildschaden  als  nicht  berechtigt
  bezeichnet.  Der  Abschuß  von  Krüppelwild,
das  ein  Durchsüttern  nicht  lohnt,  i#st  nölig.

Dem  Antrage  von  TedenahStriunnder
wurde  Sleß,  ich  zugestimmt.  Er  #

Der  bayer.  Wnn  enart  sich
mit-  der  Stellungnahme  des  oberbaner.  landw.
Kreisaus  schusses  einrerstanden.  Im  Hinblick
  auf  die  während  des  Krieges  entstandene
dringende  Norwendigkeit  der  Mmöglichst  baldieen

  Ergänzung  der  Rindoiehbestände  und  der

Erstarlung  des  Mollereibetriebes  siellt  der
bayer.  Landwirtschaftsrat  an  die  K.  Staatsministerien
  des  Imnern  und  der  Finanzen  das
Ersucken,  den  bereit;  seit  Jahren  versprochenen
  Erlaß  des  Aimschutzge'  epes  in  allernächsier
  Jeit  zu  verwirlichen,  wabei  insbesondere
die  Arrondierung  ron  Almen  und  der  Ankauf
  derselben  mögliht  gefordert  und  erleichtert
  werden  soll.

Sef-  und  Personalnachrichten.

München.  8.  April.
Ministervortrag.  Der  König  h#n  heute
vormittag  den  Staatsminister  für  Verkehrsangelegenheiten,
  v.  Seidlein,  zum  Vortrag  empfangen.


Unter  dem  Vorsitz  des  Kö- 



Staatsrat.

nigs  fand  am  Montag  mittag  in  der  K.  Resi-.

denz  eine  Staatsratssitzung  statt.
erfassungsjulkiläum.  Zum  Gedächtnis
  an  die  im  Mai  1818  von  König  Mar  .
dem  bayerischen  Volie  d  egebrn  Verfassung  ist
für  die  zweite  Hälfte  des  Monats  Mai  in  der
Kgl.  Nesiden  ein  Festakt  in  Aussicht  genommen,
  bei  dem  die  Mitglieder  beider  Kammern
des  Landtages  vor  dem  König  erscheinen  werden.

Wänchener  RNeuigkellen.
München,  3.  April.

In  Streit  geraten.  Am  BSahnhosgiat
gerieten  Sonntag  nachts  ein  30  Jahre  alter
MeeJ  und  ein  28  Jahre  alter  Glasschleifer,

nachdem  sie  in  einer  Wirtschaft  mit  ihren  Mädchen
  fünf  Flaschen  Wein  getrunken  hatten,  wegen
der  Mädchen  in  Streit,  in  dessen  Verlauf  der
Metzger  dem  Elasschleifer  fünf  Stiche  in  die
Brust  versetzte.  Der  Metzger  erhielt  bei  dem
Streit  Hiebwunden  am  Kopfe.  Den  Abschluß
bildete  noch  eine  Keilerei  zwischen  den  beiden  Begleiterinnen
  der  Verletzten.

—1

Schwere  Gewitter.  In  der  Bamberger
und  Forchheimer  Gegend  gingen  schwere  Gewitter
  nieder.  Es  wurden  mehrere  Personen  getötet
  u.  durch  zündende  Blitze  Brände  verursacht.

Schwerer  Raubmord.  Die  Geschäftsinhaberin
  Marie  Triem  aus  Neuweiler  bei  St.
Ingbert  begab  sich  mit  mehreren  hundert  Mark
ur  Bezahlung  einiger  Mechuumgen  nach  Saarecken.

  Als  die  Frau  am  Abend  nicht  zurückgekehrt

  war,  stellte  man  Nachforschungen  an  und
fand  die  Unglückliche  zwischen  Neuweiler  und
Dudweiler  ermordet  und  beraubt  auf.  Von  dem
Täter  fehlt  bisher  noch  jede  Spur.

 

 

 

Keubeuern,  6.  4.  Der  Empfang  des
neuen  Pfarrherrn,  HH.  Johann  Bapt.

iedmair,  war  für  die  Gemeinde  Neubeuern
ein  Fest-  und  Ehrentag.  der  Ichon  rein  äußerlich
seinen  Eindruck  in  festlichem  Straßen-  u.  Fahnenschmuck
  fand.  Nachmittags  3  Uhr  wurde  der
Neueinziehende  durch  HH.  Pfarrvilar  Heigl  und
stellv.  Bürgermeister  Paul  mit  der  Kutsche  in
Raubling  abgeholt.  Am  Ortseingang  wurde  der
neue  HH.  Pfarter  von  der  Gemeinde  erwartet  u.
von  Beigeordneten  Paul  im  Namen  ver  Marktgemeinde
  begrübt.  Namens  der  Schule  bewillkommnete
  Herr  Lehrer  Jakob  HH.  Pfarrer
Biedmair.  Schulkinder  entboten  hierauf  in  poe- 



 

 

 

Rosenheimer  Anzeiger

Mtber  Weise  den  Gruh  der  Jugend.  In'  der
Pfarrkirche  erfolgte  sodann  die  Vorstellung  durch
55.  Pfarrvikar  Heigl.  Mit  freundlich-schönen

Worten  dankte  hierauf  der  neue  Herr  Pf  farrer.

Seine  Mahnung  zu  Friede  und  Eintracht  in  der

Gemeinde  und  sein  Gelöbnis  der  treuen  Ausopferung

  für  seine  Pfarrkinder  wurden  von  der

verlammelten  Pfarrgemeinde  mit  tiefer  Vewegung

  entgegengenommen.  Eine  Andacht  schloß

die  schlichte  und  erhebende  Einzugsfeierlichkeit.
Bad  Aibling,  8.  4.  Die  gewerbliche

Kreditgenossenschaft  Aibling  hielt
gestern  bei  Schuhbräu  cine  Versammlung  ab,  in
welcher  der  Direktor  der  Bayer.  Landesgewerbebank,
  Herr  Mertl,  einen  Vortrag  hielt  über  die
Notwendigkeit  und  Sicherheit  der  8.  Kriegsanleihe.
  Er  mies  treffend  nach,  daß  die  Aussprüche
  der  Bierbankpolitiker,  die  Kriegoanleihe
verlängere  den  Krieg,  ein  leeres  Gerede  sei,  und
sorderte  die  Anwesenden  auf,  recht  fleißig
Kriegsanleih  zu  zeichnen.  Auch  verbreitete  er
sich  emgehe:  über  die  Notwendigkeit  und  Bedeutung
  des  bargeldlosen  Verkehts  (Schechverlehr)
  in  finanzpolitischer  und  volkswirtschaftlicher
  Hinsicht.  Der  interessante  Vortrag  wurde
durch  zahlreiche  Lichtbilder  bestens  unterstützt.

Kommunales.
DSeisentl  Sitzung  des  Kollegiums
der  Gemeindekevollmächtigten
am  Mittwoch,  den  10.  April  1918,
nachm.  hall  4  Uhr.

Tagesordnung:  1.  Volkslüche,  hier  Presseangrif
  sse;  2.  Ausgaben  für  ein  Dienftfahrrad;  3.

Verkauf  des  Grenzschlachthofes;  3.  Versicherung
gegen  Schäden  bei  öffentlichen  Unruhen;  5.
Straßengrundabtretung.

Geheime  Sitzung:  1.  Kriegsanleihezeichnung;
2.  Teuerungezulagen;  3.  Wiederbesetzung  der  erledigten
  Sekretärstelle;  4.  Ausbau  der  Wasserkrast
  des  Mühl-  und  Hammerbaches;  5.  Prüsung
  der  Rechnung  des  städt.  Elektrizi  älswer
kes  pro  1915;  6.  Prüfung  der  Rech-ungen  des

Kaiserbades;  7.  Krediterhöhung.

Cofalun
Rosenheim,  9.  April.

NKuüszeichnung  im  Felde.  Dem  Infanteristen
  Zeno  Weinzier!  von  Kolbermoor,  wurde
das  Eiserne  Kreuz  2.  Klasse  verliehen.

Ernennung.  Zufolge  GKV.  3.  A--K.
wurde  der  Zahlmeister-Anwärter  Mar  Bernthaler
  zum  Unterzahlmeister  ernannt  u.  nach
Erlangen  versetzt.

Beförderung.  Jum  Ulnteroffizier  beförbert
  wurde  Gefr.  X.  Pöltl,  Gärtner  und
Hausmeister  im  Feid  Pölil.  der  seit  bald
Vier  Jahren  an  der  ?  elstfeont  steht,  hat  bereits
vor  einem  Jahre  das  Eiserne  Kreuz  2.  Klasse
erhalten.

Vaterländischer  Abend.  Morgen,
Mittwoch,  Abend,  findet  im  „Derutschen  Kaiser“
  ein  Vaterländischer  Abend  statt,  bei  dem
5H.  Jesuitenpater  Rupert  Mayer,  der  rühm
lichst  bekannte  Divisionspfarrer,  über  das  Thema
  „Der  letzte  Wille  unserer  gefallenen  Helden“
sprechen  wird.  Der  Eintritt  zu  dieser  Veranstaltung
  ist  für  jedermam  frei.

Beerdigung.  Unter  überaus  zahlreicher,
ehrender  Beteiligung  von  Leidtragenden  aus
allen  Ständen,  namentlich  aus  der  Beamtenschaft,
  wurde  gestern  Frau  Mathilde  Heim,
die  Mutter  der  Frau  Finanzrat  Veh,  zu  Grabe
  getragen,  die  nach  langem,  schwerem  Leiden
im  77.  Lebensjahre  entschlasen  war.  Unter  den
Klängen  eines  Trauerchorals  der  Stadtkapelle
sentte  sich  der  Sarg  hinab.  Herr  Stadipfarrer
  Weber  z#i#nete  in  ergreisenden  Worten  ein
Bild  vom  Lebensgange  der  Verstorbenen,  der
reich  an  Ll.  beit  und  Mühen,  aber  auch  gesegnet
an  Liebe  und  Danlbarkeit  gewesen  sei.  Zwei
Söhne  des  Herrn  K.  Finanzrat  Veh  gaten  der
Großmutter  das  letzte  Geleite,  während  zwei
weitere  Söhne  durch  die  s.ilpen  gegen  das
Valerland  an  der  Front  festgehailen  waren.

Ueber  die  Beerdigung  des  Herrn
Oberleutnant.s  Ostermann  werden  wir
einen  Bericht,  den  wir  wegen  Raummangel
zurüdstellen  mußten,  morgen  nachtragen.

Eoldatenheimc.  Kriegs-Oasen  könnte
man  die  Soldatenbeime  an  und  hinter  der  Front
bezeicknen.  Wo  die  Qase  dem  Verschmachtenden
in  der  Wüste  den  ersten  Trunk  erquickenden  Wassere
  spendet,  so  sind  die  Soldatenheime  hinter
der  alles  vernichtenden  Feuerzone  cine  nie  versiegende
  Quelle.,  aus  welcher  der  Krieger  frisches
  neues  Leben  in  lechzenden  Zügen  trinkt.
Inmitten  der  Oede  und  Jerstörung  ragt  dieser
schatlenspendende  Baum  als  Wahrzeichen  treuer
Liebe  der  Heimat  für  die  Feldgrauen  empor
und  jeder,  der  ein  Soldatenheim  an  der  Front
besucht  hat,  kann  nur  wünschen,  daß  die  Hiimat
Sorge  trägt,  damit  die  Quelle  niemals  versiegt.
  Demnächst  soll,  wie  in  ganz  Bayern,  so
auch  hier  zu  Gunsten  unserer  Soldatenheime  eine
umfassende  Werbe-  und  Sommellä  igkeit  entfaltet
  werden.  Unter  dem  Vorsitz  des  Herrn  Hofrat
Wüst  beriet  der  Ortsausschub  für  die  Sammlung
estern  vormittag  im  Sitzungssaal  des  Rathauses
über  die  zu  treffenden  Mahnahmen  zur  Er-Kelung
  eines  möglichst  günstigen  Exrgebnisses.

ur  Erledigung  der  Vorarbeiten  bildete  sich
ein  Arbeitsausschuß.

Gastspiel  im  Hotel  Deutscher  Kaiser.
  Es  wird  uns  geschrieben:  Wie  bereits  mitgeteilt,
  gastiert  kommenden  Domerstag  das

 

 

 

belannte  „Münchner  Residenz-Ensemble“  unter
Leitung  des  ehem.  Mitgliedes  von  Hofschauspieler
  Dreher  Kralbert  v.  Corten?  mit  Thomas
bestem  Werke  „Magdalen#a“.  Dir.  v.  Cortens
hat  leine  Kosten  gescheut,  auch  lüer  cine  erstklafsige
  Vorstellung  zu  gelen;  es  wäre  deshalb  ein
ausverkauftes  Haus  zu  wünschen,  umsemehr  v.
Cortens  als  Paulimann  eine  seiner  besten  Nollen
gibt,  unterstützi  ven  Mimy  v.  Corlens-Hofmann,
welche  besonders  als  „Magdalena“  grose  Erfolge
  errang.  Wer  also  wirklich  einen  genußreichen,
  lünstlerischen  Abend  sich  verschaffen  will,
versäume  nicht,  sich  umgehend  ein  Billet  zu  dieser
  interessanten  Aufführung  zu  besorgen.

Katholischer  Frauenkund.  In  der
Versammiung  am  Sonntag  bot  der  Kath.  Frauenbund
  seinen  Milgliedern  und  den  zahlreichen
Gästen  einen  genußreichen  Abend  durch  das
Lichtbilrermelodram  „Des  Menschen  Leben  von
der  Wiege  bis  zum  Grabe“,  welches  in  70  Bildern
  nach  Gemälden  hervorragender  Künstler
das  menschliche  Leben  mit  seinen  lichten  u.  dunllen
Seiten  anschaulich  vor  Augen  führte.  Die  Illustration
  zu  den  einzelnen  Lebensstufen  wurde  in
reizvoller  Abwechslung  von  Prosa,  Poesie  u.  Gesang
  den  Anwesenden  durch  die  Darbietungen
der  Jugendabteilung  veimittelt,  wofür  dieser
reicher  Beifall  der  ußörerschast  lohnte.  Hierauf
  legrüßte  HH.  Stadtpfarrer  Andr.  Lidl,
als  geistlicher  Beirat,  die  Mitglieder  in  vertrauenermeckenden
  herzlicten  Worten,  und  die
neugewählte  1.  Vorsihende,  wesche  die  Versammlung
  mit  ehrendem  Gedenken  der  bei  der
6.  Generalversammlung  am  8.  Mürz  zurückgetretenen
  1.  Vorsitzenden  Fr.  J.  Kögerl,  und  der
ausgeschiedenen  Vorstandemitglieder  Fr.  M.
Weinberger  und  Frl.  M.  Gradl,  eingeleitet  hatte,
  schloß  nun  dieselle  mit  dem  Hinweis  auf  den
6.  bayer.  Frauenltag  am  12.  Mai,  dem  Fesle
der  Patrona  Bavariae.

Kath.  Arbeeiterinnenverein.  In  der
sehr  zahlreich  besuchten  Versammlung  am  leglen
  Sonntag  behandellte  HH.  Präses  Haider  das
Li  tige  Thema  der  Ingendfürsorge  durch  das
Elternhaus.  Zur  Erleichterung  mancher  Ellernforgen
  gak  er  in  einstünkigem  Vortrage  lehrreiche
  Winke  für  die  allgemeine  und  brrufliche
sowie  reiigiös-sittliche  und  soziale  Fortbildung
der  schulentlassenen  Jugend.  Dem  Neferat
schlok  sich  eine  bescheitene,  aber  herzlickhe  Begrüßungsfeier
  des  neuen  55.  Stadtpfarrers  A.
Lidl  an.  Ein  humorvoller  Dinlog  und  das  Melodram
  „Das  Gewitter"  von  Schwab-Haller
schlossen  vie  Hutgelungene  April-Versammlung,
die  durch  die  Aufnahme  von  über  20  neuen  Mitgliedern
  einen  besonderen  Mag  in  der  Vereinsgeschichte
  verdient.  Mogen  die  sozialen  Vorteile
  der  neuen  Verbandsreform  noch  viele  Mithlieder
  dem  Verein  zuführen!

Bilder  vom  Tage.  31  den  großen  Ofjerse
  im  Westen  führen  uns  die  während  diefit

  Woche  in  unseren  Schaufenstern  ausgestellgon
  Bilder.  Es  sind  dies:  1.  Gewallige  Stapel
von  Stacheldraht  beim  Abtranspott;  2.  die  ersten
  Aufnahmen  vom  Durchbruch  westlich  von
Huentin,  (Eintreffen  der  ersten  englichen  Gefangenen
  in  einer  Sammelltelle  bei  St.  Quentin);
  3.  Artülerie  mit  gemischter  espomun
beim  Ueberwinden  eines  Trichterfeldes;  4.  Über
die  ersten  Hestürmten  Stellungen  vorgehende
deutsche  Artillerie;  5.  und  6.  veranschaulichen  den
Empfang  der  Mannschaft  des  Hilfskreuzers
„Wolf“  beim  Königsplatz  und  dem  Brandenburger
  Tor  in  Berlin.

Die  Bauernvereinsbewegung  ist
im  Fortschreiten  begrissen.  Aus  den  zurzeit  veröffentlichten
  Rechenschaftsberichten  der  Kreisvereine
  des  Bauernvereins  ergibt  sich  die  interessante
  Tatsache,  daß  die  Bauernvereine  an  Mitgliedern
  wachsen,  obwohl  heute  die  Mehrzahl
der  Mitglieder  im  Felde  stehen  oder  im
Heercsdienst  sind.

Die  Dekorationsstoffe  sollen  zu  Waschezwecken
  nutzbar  gemacht  werden,  inebesondere
  Saaldekorationen  im  Besitze  von  Vereinen.
Den  Kommunalverbänden  ist  anheimgegeben
worden,  mit  den  Vereinen  wegen  Uebernahme
dieser  Stoffe  durch  die  Altbekleidungsstelken  in
Verbindung  zu  treten.

Milzbran  d.  Nach  den  amtlichen  Feststellungen
  unt  die  Zahl  der  im  Jahre  1916  Im  Deutschen
  Reiche  festgestellten  Milzbranderkrankungen
36  betragen;  von  diesen  haben  6,  d.  k.  16,7  wom
Hundert,  zum  Tode  geführt.  Aus  Bayern  wurde
lediglich  1  Erkrankung,  die  mit  Genesung  endete,
berichtet.  Ein  Arbeiter,  der  in  seiner  Leimsiederei,
die  zugleich  als  Kadaververichtungsanstat  diente,
  beschästigt  war,  erkrankte  an  Hautmilzbrand
der  linken  Hand,  linken  Achselhöhle  und  linken
Brustseite.  Er  hatte  sich  die  Ansteckung  durch
Verletzung  beim  Fortschaffen  einer  wegen  Milzbrand
  notgeschlachteten  Kuh  zugezogen  und  erkrankte,
  obwohl  er  sich  die  blutende  Wunde
alsbald  mit  Brennspiritus  ausgewaschen  hatte.
Der  hebitt  Rückgang  der  Erkrankungsziffern
seit  dem  Jahre  1914  ist  auf  die  durch  den  Krieg
heschaffenen  besonderen  Verhältnisse  zurückzuführen.
  Die  anfangs  starke  inderung  und  das
Wlelich,  völlige  Aufhören  der  Einfuhr  von
Stoffen  tierischer  Herkunft,  besonders  von
ten,  Fellen,  und  Haaren,  sodann  auch  der  Ein  7
von  ausländischen  Kraftfuttermitteln  haben  offenbar
  die  Wwlichen  e  Milpbrandefime  auf  ·
zunehmen,  stark  bige  v  s  besteht  des

Anlaß,  die  HeeeG  dieser  tückichen
  Krankheit  zu  warnen  und  zur  Vorsicht  zu
mahnen.

 

Mittwoch,  10.  April  1918
*  —.—

Sprechsaal.

E  Veraniworting  der  Aehamson.)
Zum  Kapitel  „Fleischverkaus“
geht  uns  aus  Pteiterkreisen  fsolgende  Zuschrift
zu:  Wir  wilssen,  dab  es  für  die  mahgebenden
Etellen  nicht  leicht  it,  diese  heille  Frage  n!Sinne
  jedes  Einzelnen  zu  lösen,  deswegen  wir  auch
keine  Grundlagen  feststeilen  wollen,  sondern  nur
die  Bitte  aussprechen,  daß  bei  einer  event.  Neuregelung
  der  Verkaufszeiten  auch  an  uns  Arbeiter
  gedackt  und  vielleicht  ein  Weg  gefunden  wird,
der  es  auch  uns  ermöglicht,  Fleisch  zu  erhallen.
Unfere  Verhäl  tnisse  geflat  en  es  nich“,  Dienstmädchen
  usw.  stundenlang  anstehen  zu  lassen,  sondern
wir  müssen  eben  selbst  zusehe),  wie  wir  etmas
für  unsere  Familien  hereinbringen.  Wir  seellen
uns  auch  gerne  an,  aber  zu  den  jetzt  seligesehzt  en
Stunden  an  Samstag  Nachmittagen  ist  uns
Männern  dies  nicht  möglich.  Es  gebt  eben  viele
Familien,  in  deren  Hmehalt  ces  kleine  Kinder
gibt,  wo  die  Muttler  nicht  absommen  kann,  wo
die  Frau  selbst  oder  die  Kinder  kranl  und  gekrechlich
  sind,  oder  wo  die  Frau  selbst  zur  (Urbeit
  geht  hier  muss  der  Mann  eingreifen  und
er  tuts  gerne,  wenn  die  Zeit  ihm  das  erlaubt.
Vei  den  frũheren  Verkausszeiten  raar  ihm  #aees
monlich,  er  konnte  vor  Beginn  der  Arbeilzei:
lich  G.lellen,  heute  ist  das  ausgeschlossen.  Ju-2
  lis  6  uhr  nabmittags  ist  der  Mann  uro  ost
auch  o  ie  5  ꝛi  bei  der  Arbeit.  Vielleicht  iäh:  sich

doch  ein  anderer  W#eg  finden.

TWir  briden  den  maßgebenden  Stellen  unsere
  Bitte  zur  Kenntnis,  damit  sie  in  der  Lage
sind,  sich  ein  Bild  von  dem  latsächlichen  Bedürfnisse
  der  ärmeren  Bevölkerung  zu  machen.

Zur  Fleischversorgung.  Die  Firma
Gebr.  Nicher,  Rosenheim,  ersucht  uns,  unter
Bezugnahme  auf  den  Sprechsaalartikel  in  Nr.  80
unseres  Blattes  miszuteilen,  daß  es  unrichtig
ist,  daß  c5  in  unserem  Bezirk  Gemeinden  gibt,
in  denen  du  Aufläufer  des  Kommissienärz  Acher
nicht  gewesen  wären.  Wir  geben  der  Mitteilung
Raum,  bemerken  aber,  daß  der  betr.  Ariifelschreiber
  mit  keinem  Worte  der  Aufkäufer  der
Firma  Aicher  Erwähnung  tat.

*

Eine  kuriose  Fahrt,  man  lann  mit  Recht
sagen.  eine  ech!e  Kriegsfahrt  im  vollsten
Sinne  des  Wortes,  gab  es  am  Sonntag  mit  dem
Nachmittagszug  (d.10  Uhr)  von  Rosenheim
nach  Wasserburg.  Der  Andrang  der  Fahrgäste
war  cin  enormer.  Die  Waggons  3.  resp.  4.
Klasse  reichten  nicht  mehr  aus,  die  Massen  der
Fahrgäste  unterzubri  ingen.  Diejenigen,  welche  in
später  Minute  an  den  Zug  kamen,  mußten  sich
in  Güterwagen,  in  denen?  Merdet  enspolfe  nvor  ·
genommen  worden  waren,  und  zudem  sich  in
nicht  besonders  hygienĩschem  Zustande  besan--den,
  begnügen,  und  stehend,  ohne  Sitzgelegenbeit
und  jeden  Anhaltspunkt  die  Fahrt  mitmachen.
Trotzdem,  in  den  3.-Klasse-Waggons  noch  S  E
gelegenheit  vorhanden  war,  durften  die  Fahtgäste
  mit  4.  Klasse-Karten  diese  nicht  benützen.
obgleich  mehrere  bereitgewesen  wären,  auf  die
3.  Klasse  draufzulezahlen.  Wenn  es  in  dieser
schweren  Zeit  sein  muß,  daß  Fahrgäste  in  Güterwagen
  die  Fahrt  mitmachen  müssen,  dann
möchie  doch  Sorge  getragen  werden,  dah  diese
in  gereimgtem  Zustande  sich  befinden,  feste  Anhaltspunkte
  angebracht  werkene  und  das  Einsieigen
  erleichtert  wird.  Man  kann  von  Personeu,
  speziell  von  Frauen  und  Kindern,  doch  nicht
erwarten,  daß  sie  ihre  „Gehwerlzeuge“  falt  einen
Meter  hoch  erheben  müssen,  um  „„lücklich“  im
ieserde.  Transport-Wagen“  zu  „anden“.  Wie
leicht  könnte  man  sich  beim  Ein-  und  Jussteigen
einen  Unfall  zustoßen.

Perschtedene  Muchrichten.

Die  Zeitungen.  Während  des  Krieges
sind  nach  einer  Mitteilung  des  Staatssekretärs
des  Reichspostamtes  an  den  Verein  deutscher
Zeitungsverleger  ron  den  in  deutscher  Sprache
berausgegebenen  Jeitungen  und  Zeitschristen  ins
gesamt  3572  Blätter  eingegangen,  darunter  898
politischen  Inhalts.  Dem  Rückgang  steht  ein
Zuwachs  durch  Neuanmeldung  von  1765  Zeitungen,
  darumter  446  politischen  Inhalts  gegenüber.


Ein  zweifelhaftes  Ersatzmittel
scheint  die  auß#erhalb  der  bayerischen  Landesgrenzen
  hergestellte  Mincralnährhefe  zu  sein.  Wie
der  „Münchner  Post“  mitgeteilt  wird,  wird  sie
nach  einem  besonderen  Verfahren  aus  Ammoniak,
neuerdings  auch  aus  Pferdeharn  hergestelli.
Wenn  das  Zeug  auch  als  Kraflfuttermittel  für
das  liebe  Bieh  seinen  Zweck  erfüllt,  so  solte  man
die  Werschuche  chteit  doch  damit  verschonen,  zumal
das  widerlich  riechende  Produkt  auch  noch  3,60
Mark  pro  Kilo  kosten  soll.

Grober  Schleichhandel.  De  Kriminalpolizei
  in  Kassel  beschtagnahmte  für  300  000  Mk.
Oel  und  750  Zentner  *  weinefleisch  und  Ochsenfleisch,
  das  auf  dem  Wege  des  Schleichhandels
  aus  Belgien  eirgefülhrn  worden  und  einem
Kässeler  Größfabriksbeklicb  upedat  war.  Die
beschlagnahmten  Lebensmiltel  wurden  der  Stadtrwaltung

  ur  Verkeilung  an  die  Einwohner-—


Zusammenst  oß  auf  der  Donau.  #.
folge  eines  Jusammenstoßzes  auf  der  Donau  in
der  Nähe  von  Tas  (  st)  werden  nach  den
bieherigen  Meldungen  20  Passagiere  des  Dumpfers
  „Drine“,  der  360  Reisende  an  Bord  d  datie,
vermißt;  14  sind  perletzt.