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flusse des Fruchtwassers und in der Austreibungszeit, und steigern
sich in dem Maaße, als es der Gebärmutter gelingt, sich ihres Inhalts
zu entledigen. Je mehr Fruchtwasser daher nach dem Blasensprunge
in der Gebärmutter zurückgehalten wird, um so günstiger ist
es für das Kind. Am Schlusse der Austreibungszeit aber, wo der
Kopf und selbst schon ein Theil des Rumpfes die Gebärmutter verlassen
haben, wo die verstärkten Wehen immer rascher sich folgen, und
gewöhnlich auch schon ein Theil des Mutierkuchens von der Gebärmutter
abgetrennt ist, muß jedenfalls das Athembedürfniß des Kindes
sehr schnell wachsen. Daher pflegt die erste Bewegung des aus den
Geburtstheilen hervorgetretenen Kindes eine von einem Schrei gefolgte
kräftige Einathmung zu sein; ja ösfters kann man, wenn nur der
Kopf geboren ist, schon am Gesichte des Kindes Athembewegungen
wahrnehmen. Die Nabelschnur klopft gleich nach der Geburt des
Kindes gewöhnlich noch lebhaft bis in die Scheide hinein, doch findet
ein wirklicher Kreislauf des Blutes in dem zusammengedrückten Mutterkuchen
nicht mehr statt. Wohl aber wird während der ersten Minuten
noch ein Theil der in ihm enthaltenen Blutmenge durch die
Gebärmutter in die Nabelblutader ausgepreßt und auf diese Weise
in den Körper des Kindes übergetrieben. Je mehr durch das A#lhmen
die Lungen des Kindes sich mit Luft füllen, um so schwächer
wird der Puls in der Nabelschnur und auf immer kleinere Entfernung
vom Nabel fühlbar, bis er eudlich ganz verschwindet, weil mit
dem Eintritte der Athmung das kindliche Blut andere Wege im Körper
einschlägt und jetzt in größerer Menge den bis dahin unthärigen
Lungen durch die Lungenschlagadern zuströmt.
g. 87.
Die Dauer der Geburt ist sehr verschieden, je nach der Stärke
der Wehen, der Weite des Beckens, der Nachgiebigkeit der weichen
Geburtstheile, der Größe des Kindes. Bei Erstgebärenden währt die
Geburt in der Regel länger, als bei Mehrgebärenden. Die durchschninliche
Dauer der Geburt bei weitem Becken beträgt 12 bis 15
Stunden, wovon 11 bis 14 auf die Eröffnungszeit, 1 bis 2 auf
die Austreibungszeit kommen. Im einzelnen Falle kann jedoch die