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IV. Ordnungspolizei.
8 164. Ist die Herrschaft das entlassene Gesinde wieder anzunehmen
bereit, das Gesinde hingegen weigert sich, den Dienst wieder anzutreten,
so kann letzteres in der Regel keine Vergütung fordern.
8 165. Weist aber das Gesinde einen solchen Grund seiner Weigerung
nach, weswegen es seines Ortes den Dienst zu verlassen berechtigt
sein würde: so gebührt demselben die § 152 seg. bestimmte Vergütung.
8 166. Kann das Gesinde den vorigen Dienst wegen eines inzwischen
erhaltenen anderweitigen Unterkommens nicht wieder antreten, so
findet die Vorschrift des § 163 Anwendung.
Verlassung des Dienstes.
* 167. Gesinde, welches vor Ablauf der Dienstzeit ohne gesetzmäßige
Ursache den Dienst verläßt, muß durch Zwangsmittel zu dessen Fortsetzung
angehalten werden. 75)
78) Hierzu ist die OPolBeh. des
Dienstorts berufen (siehe Anm. 22 u.
29), die nach Prüfung des Bestehens
einer rechtlichen Verpflichtung des Gesindes
dem Dienstboten die Rückkehr in
den Dienst innerhalb einer bestimmten
Frist unter Androhung eines der zulässigen
gesetzlichen Zwangsmittel des
LVG. § 132 (Geldstrafe oder unmittelbarer
Zwang mittels Zurückführung in
den Dienst) schriftlich aufzugeben hat
OVG 29. Okt. 87 (XV 435), 3. Mai
98 (PrVBl. XX 398), 28. Jan. 02
(PrVBl. XXIV 218). Die Zwangsmittel
dürfen wiederholt angedroht
und festgesetzt werden OVG 19. Febr.
04 Aktz. 1 252. Welche Ermittelungen die
PolBeh. behufs Feststellung der Verpflichtung
des Dienstboten anstellen will,
insbesondere, ob es hierzu seiner Vernehmung
bedars, ist ihrem pflichtmäßigen
Ermessen überlassen OVG. 20. Nov. 03
Aktz. I 1672. Vermag die Poleh. die
Rechtsbeständigkeit des Dienstvertrages
nicht zweifelsfrei festzustellen, so muß
sie ihr Einschreiten versagen und dem
Dienstherrn überlassen, den ordentlichen
Rechtsweg zu beschreiten Vf. 6. Juni 88
(M. 124). Durch CPO. 8 888 Abs. 2
wird die Befugnis der Pol., das Gesinde
durch Zwangsmittel zur Fortsetzung
des Dienstes anzuhalten, nicht
berührt OVG. 29. Nov. 01 (Pr VBl.
XXIII 659) und Vf. 31. Jan. 02(M.
560). Gegen die Ablehnung des Erlasses
einer poliz. Vf. gegen den Dienstboten
steht der Herrschaft nur die Beschwerde
im Aufsichtswege zu (Nr. I 3 Anl. J
Anm. 1). — Erklärt ein gerichtliches
Urteil im Zivilprozeß den Dienstboten
für berechtigt, den Dienst zu verlassen,
so darf eine poliz. Vf., wonach er in den
Dienst zurückkehren soll, weder erlassen
noch eine bereits erlassene mit Zwangsmitteln
durchgesetzt, noch ein angedrohtes
Zwangsmittel festgesetzt werden OVG.
14. März und 9. Juni 77 (II 386 und
413). — Ersucht die OPPolBeh., welche
die Zurückführung in den Dienst angeordnet
hat, die O PolBeh., in deren
Bezirk der Dienstbote sich aufhält, um
Ausführung dieser Maßregel, so folgt
aus der Pflicht der PolBeh., sich
gegenseitig Hilfe zu leisten, daß die ersuchte
Behörde, sofern nicht das Verfahren
zu Bedenken Anlaß gibt, zu einer
Nachprüfung der Zulässigkeit der angeordneten
Maßregel an sich nicht berufen
ist. Sie muß die Zurückführung
aber trotzdem ablehnen, wenn der Dienstbote
in ein anderes ihrer Ansicht nach
zu Recht bestehendes Dienstverhältnis
eingetreten ist, zu dessen Lösung der
Dienstherr nicht bereit ist Vf. 6. Juni 88
(M. 124). — Gegen einen Dritten
kann die Pol Beh. zu dem Zwecke nicht
einschreiten, um die Entlassung vertragsbrüchigen
Gesindes aus einem Dienstoder
Arbeitsverhältnisse durchzusetzen
OVG. 13. März 03 (XILIII 428). —
Kosten der Zurückführung Anm. 29. —
Neben dem Zwang zur Rückkehr in den