Full text : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

Nummer  114

Aosenhelmer  Anzeigẽr

Dienstag,  16.  Mai  1916

 

Bemetksfenerweptverband
——..

Resenheim,  15.  Mai.

Die  Feuerwehren  im  Bereich  des  Bezirksamler
  Nobonem  sind  in  einen  Verband  zusammengeschlossen,
  der  sich  alljährlich  zu  einer
Vezirksversammlung  zusammenfindet.  Im  vorigen
  Jahre  tagte  er  in  Brannenburg.  heuer
r  Niederaschau  für  die  Tagung  aueersehen.

Die  Versammiung  fand  am  gestrigen  Sonntag
fatt.  Trotz  des  Regenmetters  war  die  Zahl
der  Teilnehmer  überaus  groß,  ja  größer  wie  bei
rüheren  Versammlungen.  Sämtliche  65  Welreu
  des  Bezerles  waren  vertreten,  ein  Ergebnis,
lar  mit  lautem  Beifall  von  der  Versammlung
vegrüszt  wurde.  Und  gar  viele  Wehrmänner
b  welche  ale  Vertreter  entlegener  Gewmeinden
  nach  Aschau  eilten  und  selbit  vor  einem
  mehbrstündigen  Weg  zu  Fuß  bei  schlechtem
Witer  nichtt  zurückichreckten.  Damit  fleillen  sie
erein  Mrllichteiser  das  cchönfste  Jeugnis  aus
nd  beiundeien  gleichzeilig.  daß  das  Interesse
#an  der  Feuerwehrsache  im  Krieg,  der  so  viele
Lücken  in  den  Reihen  der  Wehren  gerissen  hat,
#*roßer  in  wie  zunor.  Der  Ernit  der  Zeit  findet
gerude  bei  den  Feuerwehren  die  höchste  Beachiung.


Als

es,

der  Bezirksersatzvertreter  Herr  Bürgeri
  ssslcs  Tun-Printdieqscrfammlnnqeröffnetemstqroßcspanltsnbinllhauchnzur

post  dicht  besetzt.  In  seinen  Begrüßungsw’orten
  gedackhie  er  namentlich  der  Anwesenteit
de:  Mitgliedes  des  Kreisausschusses,  Herrn
Seilz  aus  Traunstein.  Dann  widmete  er  warme
Worte  herzlichen  Gedenkens  den  Mitgliedern,  die
im  lchten  Jahre  aus  dieser  Welt  geschieden
iind,  tei.s  in  der  Heimat,  teils  draußen  auf
dem  Felde  der  Ehre  in  Verteidigung  des  hei—
uatlicken  Herdes.  Ganz  besonders  gedachte  er
Hinscheidens  des  langjährigen  Bezirksver-#.
  Herrn  Apothekers  Hagen  von  Oberörbon-.
  für  dessen  cußerordemlich  gegenereiche
und  verdiensenolle  Wirksamleit  im  Diensie  der
Fenerwehrsache  er  wärmitre  Worte  der  Anernnd
  des  dambaren  Gedenkens  hatte.
im  Jahre  1884  war  Herr  Hagen
Mualied  der  Wehr  von  Oberaudors;  ein  Jahr
spvater  wurde  er  deren  Vorfland,  seit  1886
zuhrte  er  da  Kommando,  1901  wurde  er  Be-#ir#usduimitglied
  und  seil  1910  war  er  Bezirtsvertretet.
  Zu  Ehren  der  Toten  erhob  sich
die  Verkammiung  von  ihren  Plätzen.

Dann  widmete  Herr  Rentmeister  Meier  von
Aschan  den  Verwetern  der  auswärtigen  Feuerw##ehren
  berzliches  Willkomm  in  Aschau  und  begrüßte
  sie  mit  einem  kräftigen  „Gut  Heil!“

Herr  Bejirksersatzvertreter  Haas,  Bürgermeister
  von  Prien.  erstatiete  dann  Bericht  über  den
Stand  der  Wehren  in  den  beiden  Distrikten  Rojenheim
  und  Prien.  Nach  seinen  Ausführungen
zählt  der  Beiir  Rosenheim  42  Feuerwehren  mit
264  Cborgen  und  2681  Mitglieder,  61  Saug- 



 

und  Druckspritzen,  10  Druckspritzen,  56  Hyrrantenaufsatze,
  28  Oberflurhydranten,  118
Unterflurbudranten.  9  Balanzierleitern,  13  me,

chunische  Leitern,  63  andere  Leitern  mit  (e-194
  Meier  gummierte  Schläuche,  10550
Hansschiünche  uim.  Die  23  Feuerweh-Piien
  zählen  248  Chargen  und
456  Milagiseder.  13  Sang=  und  Druckssprit-#zen,
  5  Drudinritzen,  13  Hydrantenaufsätze,
Oberilurbdranten,  70  Unterflurhydranten,  10
Balanzierleil##en,  10  mechanische  Leitern,  27  andere
  Leitern  mi:  Gesteli,  222  Metler  gummierie
*7  Meter  Haufschläuche  usw.  Mit
ilntertupungen  aus  Kreis=  und  anderen  Mitiein
  wurden  fanf  Wehren  mit  zusammen  350
Marl  bedasmn.  Ans  der  Landerunerstühzungs.
lasse  wurden  351.75  Marl  bewilligt.  Die  Verjalumlung
  wurde  darauf  hingewiesen,  daß  auch
im  Kriege  die  Mittel  zur  Unterstützung  aus
Kreisgeldern  zur  Verfügung  stehen.  Die  Wehren,
  rwelche  auf  Unteritützungen  Anspruch  erheben,
  möchien  nicht  versäumen,  ihre  Gesuche  möglicht
  bald  beim  K.  Beiirksamt  einzureichen.
Den  Bericht  über  die  Sterbekasse  erstattete
der  Beimrlksobmann,  Herr  Kiener-Pfafsenhofen.
Von  den  743  Mitgliedern  des  Bezirkes  sind
*45  unter  der  Fahne,  490  sind  zahlende  Mitalieder
  und  13  Mitglieder  sind  wegen  zurückgelegten
  75.  Lebensjahres  nach  8§  1  8  der  Satzugen
  beitragsfrei.  Im  Jahre  1915  sind  15
Mitglicder  der  Sterbelasse  gesiorben.  Die  an
die  Hinlerbliebenen  ausgezahlte  Sterbetumme
betrug  5020  Mark,  während  die  verstorbenen
Mitglieder  zu  Lebzeiten  nur  2173  Mark  eingezahlt
  haben.  Von  den  Mitgliedern  der  Sterbekasse,
  die  im  Felde  fiehen,  sind  6  gestorben;
die  Hinterbliebenen  erhielten  neun  Zehntel  der
Beiträge  rückverqütet.  Die  Sterbekasse  des  Landesverbandes
  zählte  insgesam  4147  Ortomitgliedschaften
  mit  117832  Milgliedern.  Hiervon
  sind  1915  inogesamt  2196  mit  eiher  Sterbesumme
  von  745  535  Mark  gestorben,  während
  879  gefallen  find,  deren  Hinterbliebene
28  062.52  Mark  vergntet  bekamen.  Zurzeit  stehen
  über  31.000  Mitglieder  unter  den  Fahnen
  und  im  Felde  und  sind  deshalb  beitragsfrei.
  Die  infolgedessen  der  Kasse  entgangene
Beitragssumme  beläuft  sich  auf  über  eine  Vierltel
  Million  Mark.  Im  Ganzen  wurden  bisher
  für  35  998  verstorbene  Mitglieder  über
111:  Millionen  Mark  aufgewendet.  Für  1365
gefallene  Mitglieder  wurden  42  546  Mark  an

oter

ren  im  Bezirt

  

 

Beiträgen  rückvergütet.  Das  Vermögen  der!
Slerbekasse  beträgt  über  7  Millionen  Mark.
Diese  hohen  Leistungen,  welche  in  Feuerwehr.
Ireisen  sicherlich  viel  Gutes  wirken,  werden  dazu
  beitragen,  das  Institut  immer  weiter  zu  verbreiten
  und  ihm  immer  mehr  Mitglieder  zuzuführen.
  Die  Ausführungen  des  Herrn  Kiener
  waren  übcraus  sachlich  gehalten  und  sanden)
lebhaften  Beifall  der  Versammlung.  Er  verwies
  auch  auf  einen  Antrag,  der  aus  Neuund
  Altenbenern  eingelaufen  ist  und  die  Nückrergütung
  der  Beiträge  für  die  gefallenen  Mit-  .
glieder  betrifft.  Auch  der  Vertreter  der  Neubenrer
  Wehr  gab  dem  Antrag  noch  eine  sehr  gute

Eipiehlung  mit  auf  den  Weg.  Er  will,  daß
an  die  Hinterbliebenen  der  Gefallenen  mindeens
  der  volle  Beitrag  rückvergütet  wird.  Der
jenige  Rückvergütungsmodus  sei  eine  unverdiente
  Härte,  die  befeitigt  werden  müsse.  Die
Versammlung  schloß  sich  einstimmig  diesem  Antrag
  an,  und  Herr  Kiener  gab  die  Zusage,
dein  Antrag  die  mitimmung  anderer  Obmansc
  usten  zu  sichkern,  damit  er  dam  einer
auperordemtlichen  cbeneratversamulung  nach  dem
Kiiese  rorgelegt  merden  kann.  Der  Bezirksersanrerltreter
  sprach  Herrn  Kiener  wärmsten  Dank!
für  Kassenführung  und  Berichterstattung  aus.

Herr  Kassier  Guggemoos  erstattete  dan
Berichl  rüber  die  Neuregelung  der  Umlagen
für  den  Landesverband.  Sie  betragen  jetn
2  Mark  für  je  100  Mann.  Herr  Seitz-Traunstein
  wies  darauf  hin,  daß  es  in  der  Begründung
  lediglich  heiße:  zur  Durchführung  neuer
Auigaben.  Diese  neuen  Aufgaben  bedeuten  aber
neue  Auflagen.  Man  sollte  doch  sicher  wissen,
wofür  das  Geld  Nerwendung  sinden  soll.  Weiler
  wies  er  darauf  hin,  daß  seit  dem  Krieg  die
Gesuche  um  Unicritützung  aus  Kreismilteln
usw.  sehr  mangeihaft  einlaufen,  obwohl  die
Mittel  dafür  bereit  siehen.  Er  ersuchte,  die  seinerreil
  beĩanntzugebenden  Termine  nicht  zu  rer
säumen  und  die  Einzaben  kechizeitig  zu  machen.:

Zum  Schluß  der  Versammlung  sprach  der
Vertreter  von  Eggslätt  dem  Ausschuß  den  Dank;
des  Bezirtsverbandes  für  seine  Mühewaltung
im  ler  ien  Jahre  aus  mit  dem  Ersuchen,  auch  fernerbin
  in  eifriger  Arbeit  für  die  Feuerwehrsache
  wirlen  zu  wollen.  An  die  Versammlung
richtete  er  die  Aufmunterung  zu  treuer  Pflichterfüllung.


Herr  Bezirksersatzvertreter  Haas  schloß  dann
die  Versammlung  mit  dem  Wunsche  nach  einem
  baldigen  siegreichen  und  ehrenvollen  Frieden.
  Dann  brachte  er  noch  ein  „Gut  Heil!“
auf  den  Protektor  de?  Feuerwehrverbandes,  auf
König  Ludwig,  aus,  in  das  alle  kräftig  einstimmten.


Im  Anichluß  an  die  Versammlung  folgte  um

Uhr  die  Besichrigung  der  Feuerwehr  von!
Hohen=  und  Niederaschau,  welche  zu  einer  gemeinsamen
  Uebung  angetreten  war.  Neben  den
älteren  Mitgliedern  Rand  auch  die  Jungmannschaft,
  wesche  seit  Kriegsbeginn  eifrig  mitarbeitet.
  Dam  gehört  auch  der  Ingendliche  Hornist
Franz  Tarer  Furtner,  welcher  seinen  2  Dienst  vortrefflich
  versieht.  Wacker  griffen  alle  bei  der
Uebung  ein,  jodaß  alies  glatt  von  statten  ging
und  die  Einwohnerschaft  aufs  neue  die  Gewißheit
  bekam,  daß  ihre  Wehr  auch  für  den  Ernstsall
  bereit  ist.  Zum  Schluß  sprach  Herr  Seitz
der  Mannschaft  die  Anerkennung  für  die  eben
geleiitete  Arbeit  aus.  Die  Wehr  habe  zur  vollen
  Zufriedenheit  gearbeitet,  für  ihre  Pflichttreue
  in  dieier  schmeren  Zeit  habe  er  nur
Worte  der  Anertennung.  Am  Nachmittag  vereinigten
  sich  die  aus  nah  und  fern  herbeigeeilten
Wehrmänner  noch  zu  kameradschaitlichem  Beisammensein.
  Möge  der  Bezirksverband  Rosenheim-Land
  auch  in  Zukunmft  sich  kräftig  weiter
entwickeln!

 

CM##schuicht##.
Rosenheim,  15.  Mai.
Auszeichunungen  im  Felde.  Der  Unteroffizier
  und  Offiziersaspirant  Franz  Hamberger
  wurde  mit  dem  Eisernen  Kreus.  der  Unlteroffitier
  und  Offiziersa#ppirant  Mar  Ham.-berger
  mit  dem  Militärverdienstlreuz  3.  Klasse
mit  der  Krone  und  mit  Schwertern  ausgezeichnet.
  Beide  traten  im  September  1914  als
Kriegefreiwillige  ein  und  stehen  seit  Februar
1915  im  Felde.  Dem  Landwehrmann  Georg
Blümel,  Obermüller  in  der  Kunstmühle  S.  Oswald
  in  Rosenheim,  wurde  das  Eiserne  Kreuz
rerliehen;  Blümel  wurde  in  der  Winterschlacht
in  der  Champagne  im  Jahre  1915  verwundet.
Der  Schäfflermeister  Peter  Rinser  aus  Nosenheim,
  Wehrmann  im  1.  Res.-Jäger-Bat.,  wurde
mit  dem  Eisernen  Kreuz  ausgezeichnet.
ilitärische  Beförderung.  Charak.
lerisier!.  als  Major  wurde  der  Hauptmann  Anlon
  Sibin  (Rosenheim)  der  Landwehr.  Infanleric
  1.  Ausgebots.
Oberbayerischer  Schuldienst.  Befördert:
  Die  Lüssebhrerd  Anna  Aichner  in
Rimsting,  BA.  Rosenheim,  ab  1.  Mai  zur  Schulrerweserin
  daseise  die  Hilfslehrerin  Ina  Bilz
in  Albaching,  B  asserburg,  ab  1.  Juni  zut
Schulverweserin  daselbst.  Neu  ernannt:  Der
Kandidat  des  Lahseschnaienten  do  Bromberger
  von  Freising,  zurzeit  E

Hilfslehrer  auf  der  Alruessernstel  In

 

ber  im.
re  versammlung.  Die  gestrige
  Versammlung  des  Valler  eins  4

Bräu-am-Anger-Saale  lann  nach  Besuch  und.
Verlauf  als  ein  voller  Erfolg  seitens  der  hiesigen
  Ortsgruppe  gebucht  werden.  Der  Redner,
Landtagsabgeordncter  Scharnagl  München,  entledigte
  sich  seiner  Ausgabe  in  bekannt  llarer
und  meisterhafter  Weise.  Sein  Thema:  „Was
bedeutet  der  Weltlrieg  für  des  deutschen  Volkes
  Zukunft?“  hat  uns  nicht  etwa  das  Biaue
rom  Himmel  hernnterversprochen.  Nein,  auf
Grund  von  Tatsachen  und  gestützt  auf  die  bisherigen
  Kriegserfahrungen,  die  uns  ungeachtet
mancher  Mängel  und  „Kinderlrankheiten“  mit
gewissem  Stolze  erfüllen  dürsen,  wies  uns  der
Referent  die  Wege  für  die  Zukunft.  Die  verflossenen
  21  Kriegsmonate  geben  uns  ieinen
Crund  zu  Kopfhängerei  und  Verzagtheit,  son.
dern  begründele  Hoffuung  aus  einen  endgültigen
Ersolg  und  einen  ehrenrollen  gesicherten  Frieden.
  Am  deutschen  Volke  liegt  es  nun,  durch
rerständnisnolleso  Zusammenwirken,  durch  was.
leres  Durchbalten  und  nicht  zuletzt  durch  Selbst.
Lefinnung  und  innere  Einlehr  mil  Aufblict  zit
Coli  diese  Zumuitsboffnungen  zur  schönen
Frucht  reisen  zu  lassen.  S:zurmiicher  Beifall
lohnte  den  Redner,  dem  der  Geschäfts  führer  im
Namen  der  Versammlung  und  der  Ortegruppe
den  wärmsten  Dam  aussprach.  Möge  diese

ersammlung  ein  lleiner  Baustein  jein  zum
gurt  zden  Werle  der  Vollserriehung  und  schulun  g.
wie  sie  der  Vollsrerein  iur  das  laih.  Deutsch
land  auf  seine  Fahne  geichrieben,  und  möge  sicht
die  Mit  gli  #iederzahl  der  Orlsgruppe  Nosenheim
sort  und  fort  erhöhen

Die  Ausschankzeiten  für  Vier.  Amt.
lich  wird  niitgeteilt:  e  baner.  slellr.  General.
klommandos  haben  nn:  inehr.  in  Anbetracht  der
herrschenden  Bierlnappheit,  um  für  die  Ernte.
arbeiten  genügend  Bier  zur  Verfügung  zu  ha.
ben,  Ausschanlzeiten  enaci  etzt,  wie  dies  bereits
  in  der  Beianntmachung  über  die  Abgabe
ron  Bier  vom  31.  März  1916  in  Aussicht  ge
sielt  worden  war.  Ad  13.  Mai  1916  darf  in
Gast.,  Schanl-  und  Sreisewirtschaften,  Vere  fus
und  Erfrisckungerum  en,  Fremdenpensionen  und
Fiaschenbiergeschäften  Bier  nur  mehr  abgegeben
werden  an  Werklagen  in  der  Zeit  ron  11  Uhr
ror#  rittags  bis  2  Uhr  nachmittags  und  in  der
Jeit  ab  61.  Uhr  nachmittags.  an  Sonn=  und
Fesetagen  in  der  Zeit  ron  11  Ulmr  vormittags
bis  2  Uhr  nachmittags  und  in  der  Zeit  ab
*  Uhr  nachmittags.  Auperhalb  dieser  A#.-schan#zeiten
  darf  Bier  nur  abgegeben  werdem
au  Arbeiter  während  der  Arbeitspausen  (Brotzeiten),
  an  landwirtschaftliche  Arbeiter  einschl.
der  Unternehmer  zu  den  Erntearbeiten  und  an#
Reisende  in  den  Bahnhofwirtschaften.  Die
Stadtmagistrate  der  unmittelbaren  Städte  und
die  Bezirksämter  können  diese  Ausschankzeiten.
noch  weiter  einschränken  und  insbesondere  Ausschanischlußzeiten
  sestsetzen,  um  den  übermäßigen
Bierkonsum  besonders  an  den  S#n  und  Feit
tagen  lintanzulalten.  Auf  der  anderen  Seite
kann  den  Wirlten  an  Auoslugsorten  non  den
Distriltspolizeiberörden  für  Werktage  die  Abgabe
  von  Bier  in  der  Jeit  von  1—  9  Uhr  nachmittags
  an  Stelle  der  Zeit  ad  61:  Uhr  nachmitiags
  gestattet  werden.

Der  Nabattsparrerein  Rosenbeim
hielt  am  11).  Mai  im  Case  Wendl  seine  diesjäh
  rige  ordentliche  Migiteder  Versammiung  ab.
Aus  dem  umfangreiczen  Jahre:  und  Rechen-—



 

  

ichaftsberiält  i#l  zu  entnehmen,  das-  trotz  der
is4  weren  zeil  sich  der  Raba####relein  gul
entmicell  hat  und  dai  ##  ium  das  Wort
Duröhalten“  auck  in  die  Tal  umgesest  wird.

Die  Mitglieder#za  beträgt  6%7.  Die  Einnahmen
in  der  Markenkasse  betrugen  -'-  Ml.  gegen
15  80!  Mk.  im  Vorfal  re.  Die  Auegalen  de
liefen  sich  für  #0#  eingelötte  Sz:arbucker  auf

23,  Ml.,  gegen  1508  Starb#cher  mit  Mf.
i  im  Jatre  1214.  JZur  Sicherung  der  Ein
lösung  der  noch  in  Umiauf  befindlicken  Sparbücher
  sind  bei  der  (GGewerbeban!  Rosenheim
97n  Mk.,  bierron  75011  Mtk.  für  Kriegsanleibhe.
linterlegt.  Die  Vereinslaise  hatte  im  Berichts
jahre  821.0688  Ml.  Einnahmen  und  555.23  Mk.
Auegaden,  jo  daß  ein  Aktirret  rvon  265.85
Mark  verblieb.  Hierm  lommt  der  Attivreit  vom
Vorjahre  mit  ———ed  sich  das
Vereinerermögen  auf  651.35  MI.  Aus  dem
Rechenschaftobericht  im  leicht  eriichklich,  daß  eine
Befürchtung  und  ein  noch  ron  mancker  Seile
gehegter  Wunsch,  der  Nabattsrarrerein  mochte
zu  den  totgeborenen  Kindern  gehören.  nicht  augebracht
  isl,  daß  er  rielmehr  fur  alle  seine  Verpfüchtungen
  rolle  Sicherheit  gewährt.  Die  auszuscheidenden
  Vorstandemilglieder  wurden  wieder
  einstimmig  gewählt.  Die  Vereinsleitung
setzt  sich  somit  wie  bisher  zusammen.

Anerkennung  für  eine  wacere  Tat.
Die  17  jährige  Aufseherstochter  Kreszenz  Inzinger
  in  Hochrunstsilze,  eine  Rosenheimer  Bürgerstochter,
  hat  am  1.  August  1915  den  Ton.
werksarbeiter  Rupert  Ruber  in  Kolbermoor,
der  mit  seinem  Fahrrad  in  einen  rom  Negen
angeschwollenen  Wassergraben  im  Moorgrunde
beim  Salinengebäude  Hochrunsifilze  gestucz:
war,  mit  Emtschlossenheit  rom  Tode  des  Ertrinkens
  geretict.  Für  diese  mutrolle  Tat  wurde
der  Kreszenz  Inzinger  die  Anerkemung  der
Kgl.  Regierung  von  Oberbanern  ausgeserochen.

Näharbeiten  für  das  Heer.  Dem  .
Bezirlsamte  Rosenheim  wurden  auf  Ansuchen

3000  Hemdenschnitteile  zugewiesen,  welche  be.
dürftigen,  nähsertigen  Frauen  und  Angehörigen
von

riegsleilne  ern  zugewiesen  werden.  Die
Abgabe  erfolgt  sue  Herrn  4

aufmann  Klep- 



per  in  Rosenheim,  Klepperh
Josephplatz  Nr.  22,  und  z
bis  4  Uhr  am  Donnerstag  an  Frauen  aus
dem  Landbezirke,  am  Freitag  an  Frauen  aus
dem  Stadtbezirke  Rosenheim.  Zu  anderer  Zeit
erfolgt  weder  Abgabe  noch  A#mahme.

Eine  Geldbörse  wurde  gefunden;  abzuholen
  im  magistratischen  Geschäftszimmer

r.

K#chüche  Jachrichter.

Die  Bauernwallfahrt  nach  Altöt.,
ting  fand  am  gestrigen  Sonntag  stalt.  Rund
10.000  Bauern  waren  aus  dem  ganzen  rechts
rbeinischen  Bayern  dem  Ruse  der  Führer  des
#ristl.  Bauernrereins  zu  dieser  Wallfahrt  ge.
solgt.  Nur  Oberbayern  war  noch  nicht  ver.
treien,  das  wegen  des  großen  Andranges  seine
Walliahrt  auf  Montag  und  Dienstag  verlegte.
Zehn  rollgefüllte  Erxtrazuge  liefen  am  Sonntag
in  Altötling  ein.  Es  war  einer  der  gröbten
Tage,  welche  Allölling  je  gesehen.  Abends
murde  in  drei  Kirchen  Predigt  und  Segenzan.
dacht  abgebalten,  nac  dem  den  ganzen  Tag
über  die  Beichtuhle  umlagert  waren.  Tausende
janden  bei  den  Abendandachten  in  den  Kirchen
leinen  Plag,  sie  süllen  den  geräumigen  Markt
plau#  in  Erwartung  der  unter  freiem  Himmel
flatlfindenden  Abendr  ersammlung.  Nach  einem
Marienlich  sprach  zueri  Dr.  hlittenbauer.
dann  Bezirlsobmann  hermaier  und  Benefi.
Fin:  Casteiger  Moosach.  mährend  Dr.  Heim  den
Schluf  machte.  Seine  Rede  solen  mit  einem
Hoch  auf  König  und  Kaiser.  Wuchtig  hallte
dann  die  Königshymne  über  den  weiten  Plat

.[(  —
Ein  Kriegsschwindler.

münchen.  14.  Mai.  Der  27  jährige  Kellner
Nobert  Maynr  ron  München  befand  sich  bei
Kriegoausbruch  in  England.  Es  gelang  ihm
noch  am  4.  August,  nack  Calais  und  dann  nach
Deulichland  zu  kommen.  In  München  benüßie
er  den  Umstand,  daß  er  „Flüchtiing“  war,  dazu.
  verschiedene  Wohlfahrtseinrichtungen  zu  be.
tirugen.  Wicderholt  fand  er  sichs  in  den  Geid#fssräumen
  des  Vereins  für  diarDeutschtum
im  Auelande  ein  und  erschwindelte  sich  Geldbelräge
  ron  11  Mi.  und  einen  Freifahrtsvor.
weis  nas,  -e  heraus.  Bei  dem  Wohl.
sahrlsausschur  des  3.  Bezirkes  erschlich  er  sich
43  Ml.  Bargeld,  Anzäge  und  Mäsche  im  Wert
n  1  MI.  Auc  die  Armennpflege  betrog  er
um  41  Mk.,  auserdem  wurde  ihm  die  h
nungemiele  bezahlt.  Von  der  Fürsorgestelle  für
Deulsche  aus  dein  Ausland  erläelt  er  ebenfalle
Veldunterstützungen.  Mit  Schreiben  ron  Bet.
leibriefen  hat  er  auch  Gesckäfte  gemacht.  Das
verausgeichwiur  elle  Geld  hat  er  meist  verspielt.
die  Kleider  rerlaufte  er.  In  einem  hiesigen  Geschäft,
  wo#  er  schlieflich  eine  Steso  gefunden
atte.  unterschlug  er  155  Mk.  und  giug  slüchtig.
Als  er  fräter  verhaftet  wurde,  bezeichnete  er
seinen  eigenen  Bruder  als  den  Genuchten.  Manyr,
der  schon  öfters  vordestrast  i#t,  wurde  zu  1  Jahr
Cefüngnis  und  zu  5  Jahren  Etrenrechtsveriun
rerurleilt.

us  1.  Stock,  Maxt
  jeweils  von  2

 

 

 

 

 

“s.

Kunchen.  12.  Mai.  Der  Münchener
alld’iehmartt  am  Freilag,  den  12.  Mei
iatie  ein  Gocianacbe  von  2699  Schlach:
tieren.  u.id  war:  Cchien.  77  Bullen.  32
Küf.  25  wuwere  1222  Kälber,  1/0)“
veine,  244  Sckafec  und  534  Lämmer,  r*
e.  Wegen  der  geringen  Zuiuhr  war  au!
1  Crobriei  marl  der  freie  Marktverkehr  auf
choben.  *  Külbermarl  haile  um  rund  2½%
Stück  besiete  Zuführ  als  rorigen  Freitag.  Besehr
  lebhafter  Nachfrage  galten  lebende  Tien
294  100  Mk.  der  Zeniner.  Der  Schweinemark
hatte  der  Jalll  nach  das  doppelte  Angebot  al
am  Freitag  der  rorigen  Woche.  Von  dem  Vorlrat
  hatien  nur  17  Stücke  dem  freien.  Mari#
rerlehr  unteritanden.  Es  mußten  die  nach  Ge
wichtellassen  gesetzlich  jeiigelegten  Höch  sipreit
von  35.8  148.5  der  Zeniner  Lebend
gewicht  angelegt  werden.  Der  Schafmarkt  halu
bessere  Zufuhr  als  an  den  letzten  Markitagen
Bei  mütelmäßigem  Geschäftsgang  lonnte  n
unreränderlen  Preisen  ebenjsalls  vollständigo  aus
verkauft  merden.  Es  galten  geschlachtete  Tien
125  bis  170  Mk.  der  Zentner.

Das  Rosenheimer  Volkstheater
bot  unter  Leitung  des  Herrn  Josef  Krämer
am  Sonntag  wieder  einen  genußeer  n  Abend
Mit  jeinem  Volksstüce,Girgl  u  berl“  ert
zielte  es  einen  brillanten  *W*  Alle  Rolles
waren  bestens  rerteilt,  und  durchwegs  murd
slott  gespielt.  Herr  Josef  Krämer  war  leine
Rolle  als  Girgl  roll  und  ganz  gewachsent;  degutmütige
  Sohn  des  Grashofbauern  konmitg  i
der  Darstellung  nicht  besser  gedacht  werden
sein  ganzes  Wesen  und  Gebaren  war  einzig
artig.  uch  de  der  Grashosbauer  selbst  wurde
durch  Herrn  Math.  Ko#-  als  stolzer,  ehrgei#
ger  Croßbauer  ausgezeichnet  gespielt.  Undn  *
langer  Zeit  erfreute  wieder  einmal  Her
ulsg  Trompeterwastl  das  Theaterpu  um  "Z
seinem  urwüchsigen  Humor  und  seinem  nie  val

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