Full text : Gesetzes- und Verordnungs-Blatt für das Großherzogtum Baden. Jahrgang 1918. (50)

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Kommunalverbände  in  ihrem  Bezirk  die  Kleie  nicht  benötigen.  Die  Kommunalverbände  verkehren
  mit  der  für  die  Verteilung  der  Kleie  zuständigen  Reichsstelle  durch  Vermittlung  der
Badischen  Futtervermittlung.

84.

Die  nach  §  26  der  Bundesratsverordnung  von  dem  Kommunalverband  für  jeden  landwirtschaftlichen
  Betrieb  seines  Bezirkes  zu  führende  Wirtschaftskarte  hat  dem  von  der  Landesvermittlungsstelle
  für  Brotgetreide  und  Mehl  im  Benehmen  mit  dem  Ministerium  des  Innern
festgestellten  Vordruck  zu  entsprechen.  Zweck  der  Wirtschaftskarte  ist  die  möglichst  genaue  Feststellung
  der  Ernteerträge  und  des  den  Betriebsunternehmern  zustehenden  Eigenverbrauchs  sowie
des  ihnen  aufzuerlegenden  Lieferungssolls.  Die  Kommunalverbände  dürfen  noch  weitere  Angaben
als  in  dem  Vordruck  vorgesehen  in  die  Wirtschaftskarte  aufnehmen.

Hinsichtlich  der  Zwergbetriebe  können  die  Kommunalverbände  von  der  Anlegung  von
Wirtschaftskarten  absehen.  In  diesem  Falle  ist  für  die  Zwergbetriebe  gemeindeweise  eine
Sammelliste  nach  näherer  Bestimmung  des  Kommunalverbandes  anzulegen.  Was  als  Zwergbetrieb
  anzusehen  ist,  bestimmt  der  einzelne  Kommunalverband  unter  Berücksichtigung  der  Bodenund
  Wirtschaftsverhältnisse  des  Bezirks  mit  Genehmigung  des  Ministeriums  des  Innern.

Die  Kommunalverbände  haben  die  Wirtschaftskarten  nach  Gemeinden  und  innerhalb  der
Gemeinden  nach  den  Namen  der  Betriebsunternehmer  alphabetisch  zu  ordnen.

85.

Die  Kommunalverbände  haben  in  die  Wirtschaftskarten  die  Zahl  der  ständig  zum  Haushalt
gehörigen  Personen,  die  Vor=  und  Zunamen  der  Selbstversorger  und  die  eingetretenen  Veränderungen,
  den  Namen  und  Wohnort  des  Müllers,  bei  dem  der  landwirtschaftliche  Betriebsunternehmer
  sein  Getreide  verarbeiten  lassen  darf,  den  Erntenachweis,  den  Ablieferungsnachweis,
den  Nachweis  des  menschlichen  Verbrauchs,  den  Viehbestand,  den  Nachweis  der  zulässigen  Verfütterung
  und  den  Nachweis  über  den  Ein=  und  Verkauf  von  Saatgut  entsprechend  dem  Vordruck
  einzutragen.  Bei  dem  Erntenachweis  sind  die  auf  Grund  der  Bundesratsverordnung
vom  21.  März  1918  über  eine  Anbau=  und  Ernteflächenerhebung  im  Jahre  1918  (Reichs-Gesetzblatt
  Seite  133)  ermittelten  Anbauflächen  und  die  Fruchtart,  mit  der  sie  bestellt  sind,
zu  Grunde  zu  legen.

Die  Einträge  über  die  Ernteschätzung  sind  wenigstens  bei  den  größeren  Betrieben  auf
Grund  einer  besonderen  für  den  betreffenden  Betrieb  vorzunehmenden  Einzelschätzung  zu  fertigen.

86.
Die  ländlichen  Kommunalverbände  haben  möglichst  frühzeitig  und  spätestens  bis  zum
31.  Oktober  1918  die  ihnen  auferlegte  Ablieferungsschuldigkeit  auf  die  Gemeinden  ihres  Bezirks
auf  Grund  der  errechneten  Ablieferungsschuldigkeit  der  einzelnen  Betriebe  umzulegen  und  eine
Zusammenstellung  der  für  die  einzelnen  Betriebe  errechneten  Ablieferungsschuldigkeit  den
Gemeinden  zu  übersenden.  Die  Bürgermeisterämter  haben  hierauf  alsbald  den  einzelnen
Betriebsunternehmern  ihre  Ablieferungsschuldigkeit  schriftlich  gegen  Behändigungsschein  mit  dem