Full text : Königlich Württembergisches Staats- und Regierungs-Blatt vom Jahr 1823. (18)

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6.

Grund  der  von  dem  O.A#.Gerichte  Tübingen

  gefährten  Untersuchung  wegen

wiederholter  Betrügereien  durch  Schatgraben,

  Geisterbeschwören  und  Wahrsagen,

  so  wle  wegen  wiederholten  Medikastrirens,

  neben  der  Verbindlichkeit
zum  Schadens-Ersatz  und  zu  Bezahlung
ihrer  Haft=  und  Untersuchungs-Koster
zu  achtzehenmonatlicher  Zuchthausstrafe
  in  Ludwigsburg  und  nachheriger
neunmonatlicher  Reklusion  in  ein
Zwangs-Arbeitshausz
Gottfried  Roth,  von  Oberniebelsbach,
O.A.  Neuenbürg,  wegen  Unverschlagjung
  von  Esfekten  aus  einem  angeblich
auf  der  Straße  gefundenen  Koffer  zu
biermonstlicher  Festungs-Arbeits-(trase,
  so  wie  zu  Bezahlung  seiner  Hastund
  sämtlicher  Untersuchungs-Kosten.
Den  September  wurden
verurtheilt:

12.

,  die  Ehefrau  des  Gürtlers  Erhard

Speidel,  zu  Balingen,  Sibilla  Barbara
  geb.  Lehman,  auf  den  Grund  der
von  dem  O.  A.  Gericht  Sulz  gefährten
Untersuchung,  wegen  wiederholten  Ehebruchs
  zu  zwanzlgwöchiger  Zuchthausstrafe
  in  Ludwigsburg,  so  wie  zu
Bezahlung  sämtlicher  Untersuchungs-Kosten;


Caspar  Rilling,  von  Gomaringen,

616

O.  A.  Reutlingen,  wegen  mehrerer  gewerbsmäßiger
  theils  ausgezeichneter,
theils  unter  erschwerenden  Umständen
Lerübten  Diebstähle,  sodann  wegen
Medikastrirens  zu  einer-fänfmonat,
lichen  Festungs  =  Arbeitsstrafe  so  wie
zum  Schadens-Ersatz  und  zu  Bezah-=lung
  seiner  Haft=  und  ##  der  Untersuchungs-Kosten.


Den  13.  September  wurden

verurtheilt:

.  Gottlieb  Betsch  und  Matthäus  Baitinger,

  von  Oberjettingen,  O.A.  Herrenberg,
  wegen  eines  im  Complott  verübten
  qualificirten  Diebstahls  und  Lügens
vor  Gericht,  jeder  zu  viermonatlicher
Festungs=  Arbeitsstrafe  und  zu  Bezahltung
  seiner  Haft=  und  je  3  der  Untersuchungs-Kosten.

Den.  19.  September  wurde:

6.  der  fuspendirte  Schultheiß  Gotrfried

Braun,  vdon  Pfalzgrafenweiler,  O.  A.
Freudenstadt,  wegen  Theilnahme  an
Nebenrechnungen  und  hiebei  verübter
kleinen  Betrügereien,  sodann  wegen
Ausstellung  einer  unrichtigen  Urkunde,
versuchter  unerlaubten  Geschenk-Annahme,
  ferner  wegen  nachlätziger  und
ordnungewidriger  Führung  der  öffentlichen
  Unterpfands  =  Bächer,  so  wie
wegen  anderer  geringeren  Dienst-Ver-