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satz zur Ausnahme: eine ausnahme von der regel
biiden: sprichwörllich keine regel ohne ausnahme:
legelmäßige Ulbung, Regelmäßigkeit: regel wirck alles
Schiller Spaz. 66; die unordnung seines hauswesens
in regel zu setzen Goethe Wanderi. 2,4; — in technischer
Spr., bei Bauhandwerkern Stab zum Abteilen
und Messen, Lineal (nach der eigentlichen Bed. des lat.
regula): die regel des abmesschs war in seiner hand
Reißuer Jerus. 1, 420; im Maschinenbau, regeln aui
einer bohrbank, Vorrichtungen worauf man Nöhren
bohrt; in der Nechenkunst Lehrsatz, vgl. auch kottenregel;
mit halber Umdeutschung eines lat. Ausdrucks
regel de tri (regieia proportionum de tribus, rexula
kr#n): — Bezeichnung der weiblichen Menstruation,
anuch im Plur. die regeln haben. — Zusammensetzungen:
regelfrei, ohne Negeln: bei rogelfreien reimen
Cronegk2, 223. — regellos, keine Negel beobachtend:
regellosc komödie, ein regelloser mensch Adelung;
(ich werde) regellos im labyrinth des schönen mich
ohne faden freudig gehen lassen Strachwitz Ged. 55;
regellose hausen von truppen Moltke 3, 97; dazu
Regellosigleit, s. regellose Art; im Plur. Außerungen
lolcher: es kamen regellosigkeiten im betricbe der anstalt
vor. — regelmäßig, der Regel gemäß, normalis,
Pegularis, regularite# Stieler; regelmüszig gebauter
körper. regelmäsziges leben, regelmäszige abwandelung
in der Grammatik; 2ellen (eines Wespennestes). regelmäszig
wic aus feinem papier zusammengebaut Freytag
Ahnen 5, 269; schrich. mit regelmäszigen sauberen
zügen Keller Sinnged. 81; zeitlich gewendet, was in
gleichmäßigen Abständen wiederkehrt: regelmäszige arbeit
und ruhe haben; er bölt regelmäszige vortröge; der
puls hat einen regelmäszigen schlag u. s. w.; seine
kammer, wohin er regelmäszig um acht uhr gefuhrt,
wurde Hauff 5, 88; dazu Regelmäßigkeit, f. regelmäßige
Art: r. des körperbaus, der lebensweise; gesicht,
dessen ruhige regelmäszigkeit von einem zug
leiser . schwermuth veredelt wurde Keller Sinnged.
71. — regelrecht, recht und der Regel gemäß, zuerst bei
Campe als neues Wort: ctwas regelrecht einrichten,
regelrechte cinrichtung, regelrechter mann, der genau
nach Regeln versährt; seitdem häufig: regelrecht verfahren,
reiten, fechten, regelrechte arbeit u. s. w.; anklagen
dor regelrechten Pariser kritik wider dic zuchtlose
verwilderung der deutschen sprache Treitschke
1, 81. — regeklrichtig, regelrecht: abgrund, in den dor
weise mann regelrichtig hinciusturzt Scheffel Etleh.
185. — regelwidrig, einer Regel oder Regeln zuwider
lausend Campe als neucs Wort. — Regelzwang, m.
Zwang durch eine Regel oder durch Regeln bewirkt:
der siltc regelzwang Körner Hedwig 2, 8.
Regeln, durch oder nach Regeln bestimmen; erst seit
18. Ih. für und neben regulicren (s. d.) empor gekommenes
Wort; tranf.: regelt ihr gar IFrischen fiug
Klopstock 2, 67; die sprache (Uhland 75), den flusz
(Nosegger Waldschulm. 5), vermögensverhältnissc, erbschaft
regeln; um die richtungen der bahnen nach
dem interesse der gesammtheit zu regeln Moltke
2, 273; jetzt auch seinc verhälfnisse, schulden, cine
rechnung, 2eche regeln, berechnen und zahlen; refl.:
das regelt sich von selbst; wonach die absendung von
rescrren sich regeln liesz Moltke 3, 313; im Part.:
cin regelnder geist (Goethe Du W. 1); das haar dureh
kein zoplband geregelt Moltke 1,241; er lebt in geregelten
rerhältnisscn. — Negelung, (. Handlung des
Regelns (vgl. auch regulicrung): r. ciner uhr, eines
fluszlaufs, sciner verhhltaisse, schulden; regelung der
erblolge Bismarck Red. 2, 113; bis zur regelung der
sache 11, 104.
Negen, m. Niederschlag der Wolken in Tropsensorm;
gemeingerm. Wort, als goth. riga und altnord. regn
Nentr., im Westgerm. Masc., altengl. regen, sries. rein,
regelfrei — Negen.
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allsächs. ahd. regan, mhd. regen, ohne sichere Entsprechung
in urverwandten Spr., aber germanisch auch
Flußname, und daher wohl mit dem eigentlichen Begriffe
einer stürzenden Wassermenge: imben, nimbus,
lreoii regen, reigen, rein, ren Dief.; kam ein regen
auf erden vierzig tag 1. Mos. 7, 12; regen und tau
(1. Kön. 17, 1), hagel (2. Mos. 9, 34), schnee (Jes. 55, 10),
sturm (Rückert Liebesfr. 2, 7); fruchtbarer, kaltcr,
warmer (Königsberger Dicht. 19) regen; von Gott gegeben:
uu aber gibstu gott einen gnedigen regen Pf.
68, 10; wann goltes regen herabrauscht Bürger Il.
5, 91; Plur. von einzelnen Regengüssen: durch ungewönliche
regen Weish. Sal. 16, 16; sprichwörllich:
vicle kleinc regen machen eincu platzregen Simrock
Sprichw. 418; oder von verschiedenen Arten des Negens:
maucherlei regen (Schwesel-, Blut-, Frosch-, Steinregen)
Hebel 2, 19; in Vergleichen, Sprichwörtern:
meinc lere triefo wie der regen 5. Mos. 32, 2; dem
regen entlaufen und ins wasser fallen Luther 3, 377;
hier kamen wir aus dem regen in dic trause Seume
Spaz. 1, 120; übertragen: geschwinder regen reiser
eicheln Gleim 3, 127; der golduc regen (reiche Gabe
von Gold) Wieland Musar. 1, 42; den goldnen regen
(reich sallendes Obst) Voß 6, 200; guldencr regen (ausgestreutes
Körnerfutter) Zachariae Tagesz. 21; vgl.
auch goldregen, kugelregen. — Zusammensetzungen:
Regenbach, m. Gießbach. — Regenbogen, m. farbiger
Bogen am Himmel, durch das Brechen der Sonnenstrahlen
in den Negenwolken entstanden, ahd. reginbogo,
mhd. regenboge: der regenbogen mit scincn schönen
larben Sir. 50, 7; bildlich: regenbogen der phantasic
J Paul Tit. 5, 181. — regendicht, dicht gegen Regen:
das dach ist nicht ganz regendichte Tieck Oclt. 15;
regendichte decke Bismarck Red. 16, 71. — Regenfall,
m. Fall des Regens. — Regenfaß, v. Faß an
einem Hause zum Auffangen des Negens. — Regengalle,
k. bloßer Ansatz zu einem Regenbogen; vgl.
galle 2. — Negenguß „m. niederstürzender Negen. —
Regenhut, m., appe, f., lleid, n.. -mantel, m. Hut,
Kappe, Kleid, Mantel gegen Regen schützend. — Regenmesser,
m. Werkzeng zum Messen der niederfallenden
Negenmenge. — Regenmonat, m. Monat in welchem
gewöhnlich oder viel Regen fällt. — Regennacht, (.
Nacht in der es fortgesetzt regnet. — Regenpseifer, m.
Name eines Vogelgeschlechtes, c#s. — Regenrock,
m. Rock zum Schutz gegen Regen. — Regenschauer,
m. plötzlich niederfallender, schnell wieder verschwindender
Regenguß; auch Vordach eines Hanses,
zum Schutz gegen Regen angebracht. — Regenschirm, m.
Schirm, tragbares Gestell zum Schutz gegen Negen;
seit 18. Ih. Nehring 845; selten auch — Schirmtinch
vor Negen. — Regentag, m. Tag an welchem es beständig
regnet. — Regentropsen, m. einzelner Tropfen
des niedersallenden Regens. — Regenvogel, m. Name
von Vogelarten, die durch Ankunft oder Geschrei Regen
verkünden, namentlich des mittleren Brachvogels, scolonpaæ
plideopus. — Regenwasser, n. Wasser des niedersallenden
Regens. — Regenwetter, n. Wetter da es
unausgesetzt regnet. — Regenwind, m. Wind der Regen
bringt. — Regenwolke, k. Wolke die Regen droht oder
sallen läßt. — Regenwurm kb m. lumbrieus terrestris,
Gattung von Erdwürmern, die nach dem Regen hervorkriechen.
— Regenzeit, s. Zeit in der es vorwiegend
oder unansgesetzt regnet; bestimmte Jahreszeit in der
beisen. Zone.
Regen, hoch bringen, rege machen; nur hoch= und
niederdeutsches Wort, mhd. mund. regen. in engster Verwandtschaft
zu ragen und rege (s. d.), Bewirkungswort
zu dem untergegangenen starken Verbum mhd. regen,
Prät. rac der Bed. gestreckt sein, ansragen, emporragen,
demnach mit dem nächsten Sinne in die Höbe richten,
der auch noch uhd. bisweilen erscheint, wenn das Verbum
Regenbach — regen.