Full text : Deutsches Wörterbuch. Dritter Band R-Z. (3)

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satz  zur  Ausnahme:  eine  ausnahme  von  der  regel
biiden:  sprichwörllich  keine  regel  ohne  ausnahme:
legelmäßige  Ulbung,  Regelmäßigkeit:  regel  wirck  alles
Schiller  Spaz.  66;  die  unordnung  seines  hauswesens
in  regel  zu  setzen  Goethe  Wanderi.  2,4;  —  in  technischer
  Spr.,  bei  Bauhandwerkern  Stab  zum  Abteilen
und  Messen,  Lineal  (nach  der  eigentlichen  Bed.  des  lat.
regula):  die  regel  des  abmesschs  war  in  seiner  hand
Reißuer  Jerus.  1,  420;  im  Maschinenbau,  regeln  aui
einer  bohrbank,  Vorrichtungen  worauf  man  Nöhren
bohrt;  in  der  Nechenkunst  Lehrsatz,  vgl.  auch  kottenregel;
  mit  halber  Umdeutschung  eines  lat.  Ausdrucks
regel  de  tri  (regieia  proportionum  de  tribus,  rexula
kr#n):  —  Bezeichnung  der  weiblichen  Menstruation,
anuch  im  Plur.  die  regeln  haben.  —  Zusammensetzungen:
  regelfrei,  ohne  Negeln:  bei  rogelfreien  reimen
Cronegk2,  223.  —  regellos,  keine  Negel  beobachtend:
regellosc  komödie,  ein  regelloser  mensch  Adelung;
(ich  werde)  regellos  im  labyrinth  des  schönen  mich
ohne  faden  freudig  gehen  lassen  Strachwitz  Ged.  55;
regellose  hausen  von  truppen  Moltke  3,  97;  dazu
Regellosigleit,  s.  regellose  Art;  im  Plur.  Außerungen
lolcher:  es  kamen  regellosigkeiten  im  betricbe  der  anstalt
  vor.  —  regelmäßig,  der  Regel  gemäß,  normalis,
Pegularis,  regularite#  Stieler;  regelmüszig  gebauter
körper.  regelmäsziges  leben,  regelmäszige  abwandelung
in  der  Grammatik;  2ellen  (eines  Wespennestes).  regelmäszig
  wic  aus  feinem  papier  zusammengebaut  Freytag
  Ahnen  5,  269;  schrich.  mit  regelmäszigen  sauberen
zügen  Keller  Sinnged.  81;  zeitlich  gewendet,  was  in
gleichmäßigen  Abständen  wiederkehrt:  regelmäszige  arbeit
und  ruhe  haben;  er  bölt  regelmäszige  vortröge;  der
puls  hat  einen  regelmäszigen  schlag  u.  s.  w.;  seine
kammer,  wohin  er  regelmäszig  um  acht  uhr  gefuhrt,
wurde  Hauff  5,  88;  dazu  Regelmäßigkeit,  f.  regelmäßige
  Art:  r.  des  körperbaus,  der  lebensweise;  gesicht,
  dessen  ruhige  regelmäszigkeit  von  einem  zug
leiser  .  schwermuth  veredelt  wurde  Keller  Sinnged.
71.  —  regelrecht,  recht  und  der  Regel  gemäß,  zuerst  bei
Campe  als  neues  Wort:  ctwas  regelrecht  einrichten,
regelrechte  cinrichtung,  regelrechter  mann,  der  genau
nach  Regeln  versährt;  seitdem  häufig:  regelrecht  verfahren,
  reiten,  fechten,  regelrechte  arbeit  u.  s.  w.;  anklagen
  dor  regelrechten  Pariser  kritik  wider  dic  zuchtlose
  verwilderung  der  deutschen  sprache  Treitschke
1,  81.  —  regeklrichtig,  regelrecht:  abgrund,  in  den  dor
weise  mann  regelrichtig  hinciusturzt  Scheffel  Etleh.
185.  —  regelwidrig,  einer  Regel  oder  Regeln  zuwider
lausend  Campe  als  neucs  Wort.  —  Regelzwang,  m.
Zwang  durch  eine  Regel  oder  durch  Regeln  bewirkt:
der  siltc  regelzwang  Körner  Hedwig  2,  8.

Regeln,  durch  oder  nach  Regeln  bestimmen;  erst  seit
18.  Ih.  für  und  neben  regulicren  (s.  d.)  empor  gekommenes
  Wort;  tranf.:  regelt  ihr  gar  IFrischen  fiug
Klopstock  2,  67;  die  sprache  (Uhland  75),  den  flusz
(Nosegger  Waldschulm.  5),  vermögensverhältnissc,  erbschaft
  regeln;  um  die  richtungen  der  bahnen  nach
dem  interesse  der  gesammtheit  zu  regeln  Moltke
2,  273;  jetzt  auch  seinc  verhälfnisse,  schulden,  cine
rechnung,  2eche  regeln,  berechnen  und  zahlen;  refl.:
das  regelt  sich  von  selbst;  wonach  die  absendung  von
rescrren  sich  regeln  liesz  Moltke  3,  313;  im  Part.:
cin  regelnder  geist  (Goethe  Du  W.  1);  das  haar  dureh
kein  zoplband  geregelt  Moltke  1,241;  er  lebt  in  geregelten
  rerhältnisscn.  —  Negelung,  (.  Handlung  des
Regelns  (vgl.  auch  regulicrung):  r.  ciner  uhr,  eines
fluszlaufs,  sciner  verhhltaisse,  schulden;  regelung  der
erblolge  Bismarck  Red.  2,  113;  bis  zur  regelung  der
sache  11,  104.

Negen,  m.  Niederschlag  der  Wolken  in  Tropsensorm;
gemeingerm.  Wort,  als  goth.  riga  und  altnord.  regn
Nentr.,  im  Westgerm.  Masc.,  altengl.  regen,  sries.  rein,

regelfrei  —  Negen.

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allsächs.  ahd.  regan,  mhd.  regen,  ohne  sichere  Entsprechung
  in  urverwandten  Spr.,  aber  germanisch  auch
Flußname,  und  daher  wohl  mit  dem  eigentlichen  Begriffe
  einer  stürzenden  Wassermenge:  imben,  nimbus,
lreoii  regen,  reigen,  rein,  ren  Dief.;  kam  ein  regen
auf  erden  vierzig  tag  1.  Mos.  7,  12;  regen  und  tau
(1.  Kön.  17,  1),  hagel  (2.  Mos.  9,  34),  schnee  (Jes.  55,  10),
sturm  (Rückert  Liebesfr.  2,  7);  fruchtbarer,  kaltcr,
warmer  (Königsberger  Dicht.  19)  regen;  von  Gott  gegeben:
  uu  aber  gibstu  gott  einen  gnedigen  regen  Pf.
68,  10;  wann  goltes  regen  herabrauscht  Bürger  Il.
5,  91;  Plur.  von  einzelnen  Regengüssen:  durch  ungewönliche
  regen  Weish.  Sal.  16,  16;  sprichwörllich:
vicle  kleinc  regen  machen  eincu  platzregen  Simrock
Sprichw.  418;  oder  von  verschiedenen  Arten  des  Negens:
maucherlei  regen  (Schwesel-,  Blut-,  Frosch-,  Steinregen)
  Hebel  2,  19;  in  Vergleichen,  Sprichwörtern:
meinc  lere  triefo  wie  der  regen  5.  Mos.  32,  2;  dem
regen  entlaufen  und  ins  wasser  fallen  Luther  3,  377;
hier  kamen  wir  aus  dem  regen  in  dic  trause  Seume
Spaz.  1,  120;  übertragen:  geschwinder  regen  reiser
eicheln  Gleim  3,  127;  der  golduc  regen  (reiche  Gabe
von  Gold)  Wieland  Musar.  1,  42;  den  goldnen  regen
(reich  sallendes  Obst)  Voß  6,  200;  guldencr  regen  (ausgestreutes
  Körnerfutter)  Zachariae  Tagesz.  21;  vgl.
auch  goldregen,  kugelregen.  —  Zusammensetzungen:
Regenbach,  m.  Gießbach.  —  Regenbogen,  m.  farbiger
Bogen  am  Himmel,  durch  das  Brechen  der  Sonnenstrahlen
  in  den  Negenwolken  entstanden,  ahd.  reginbogo,
mhd.  regenboge:  der  regenbogen  mit  scincn  schönen
larben  Sir.  50,  7;  bildlich:  regenbogen  der  phantasic
J  Paul  Tit.  5,  181.  —  regendicht,  dicht  gegen  Regen:
das  dach  ist  nicht  ganz  regendichte  Tieck  Oclt.  15;
regendichte  decke  Bismarck  Red.  16,  71.  —  Regenfall,
  m.  Fall  des  Regens.  —  Regenfaß,  v.  Faß  an
einem  Hause  zum  Auffangen  des  Negens.  —  Regengalle,
  k.  bloßer  Ansatz  zu  einem  Regenbogen;  vgl.
galle  2.  —  Negenguß  „m.  niederstürzender  Negen.  —
Regenhut,  m.,  appe,  f.,  lleid,  n..  -mantel,  m.  Hut,
Kappe,  Kleid,  Mantel  gegen  Regen  schützend.  —  Regenmesser,
  m.  Werkzeng  zum  Messen  der  niederfallenden
Negenmenge.  —  Regenmonat,  m.  Monat  in  welchem
gewöhnlich  oder  viel  Regen  fällt.  —  Regennacht,  (.
Nacht  in  der  es  fortgesetzt  regnet.  —  Regenpseifer,  m.
Name  eines  Vogelgeschlechtes,  c#s.  —  Regenrock,
  m.  Rock  zum  Schutz  gegen  Regen.  —  Regenschauer,
  m.  plötzlich  niederfallender,  schnell  wieder  verschwindender
  Regenguß;  auch  Vordach  eines  Hanses,
zum  Schutz  gegen  Regen  angebracht.  —  Regenschirm,  m.
Schirm,  tragbares  Gestell  zum  Schutz  gegen  Negen;
seit  18.  Ih.  Nehring  845;  selten  auch  —  Schirmtinch
vor  Negen.  —  Regentag,  m.  Tag  an  welchem  es  beständig
  regnet.  —  Regentropsen,  m.  einzelner  Tropfen
des  niedersallenden  Regens.  —  Regenvogel,  m.  Name
von  Vogelarten,  die  durch  Ankunft  oder  Geschrei  Regen
verkünden,  namentlich  des  mittleren  Brachvogels,  scolonpaæ
  plideopus.  —  Regenwasser,  n.  Wasser  des  niedersallenden
  Regens.  —  Regenwetter,  n.  Wetter  da  es
unausgesetzt  regnet.  —  Regenwind,  m.  Wind  der  Regen
bringt.  —  Regenwolke,  k.  Wolke  die  Regen  droht  oder
sallen  läßt.  —  Regenwurm  kb  m.  lumbrieus  terrestris,
Gattung  von  Erdwürmern,  die  nach  dem  Regen  hervorkriechen.
  —  Regenzeit,  s.  Zeit  in  der  es  vorwiegend
oder  unansgesetzt  regnet;  bestimmte  Jahreszeit  in  der
beisen.  Zone.

Regen,  hoch  bringen,  rege  machen;  nur  hoch=  und
niederdeutsches  Wort,  mhd.  mund.  regen.  in  engster  Verwandtschaft
  zu  ragen  und  rege  (s.  d.),  Bewirkungswort
zu  dem  untergegangenen  starken  Verbum  mhd.  regen,
Prät.  rac  der  Bed.  gestreckt  sein,  ansragen,  emporragen,
demnach  mit  dem  nächsten  Sinne  in  die  Höbe  richten,
der  auch  noch  uhd.  bisweilen  erscheint,  wenn  das  Verbum

Regenbach  —  regen.