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Reg.-Bezirken Erfurt und Münster — eines Schnäppers Erwähmng. Einige Impfärzte
bedienten sich besonderer Stäbchen von Knochen, Elfenbein, Horn oder Fischbein zum
Einreiben der Lymphe in die seichten Impfschnitte.
Auf die erforderliche Reinlichkeit der Impflinge wie der Instrumente scheint,
soweit hierlüber Angaben gemacht sind, gebührend Aufmerksamkeit verwendet worden zu
sein. Es wird mehrfach erwähnt, daß die Mütter der Impflinge aufgefordert worden
sind, die Kinder vor der Impfung sorgfältig, insbesondere an den Armen zu waschen
und mit frischer Wäsche zu bekleiden, daß unsaubere Impflinge zurückgewiesen worden
sind, ferner daß die Impfstelle unmittelbar vor der Impfung nochmals — auch unter
Anwendung desinfizirender Lösungen (Karbolwasser, Borsäurelösung) — abgewaschen
und mit Salicylwatte abgetrocknet wurde, auch daß der Impfarzt sich selbst vor der
Impfung desinfizirte.
Die Reinigung der Impfinstrumente geschah in derselben Weise, wie im vorjährigen
Bericht hervorgehoben worden ist. In Hessen hatten sich einzelne Impfärzte
mit Vorrichtungen versehen, um sich beim Impfen abgekochtes Wasser zu diesem Zweck
herzustellen. Ein Impfarzt in Bayern suchte der Verunreinigung der Impfstellen nach
der Pustelentwicklung durch einen verschließenden Verband vorzubeugen. Er weickelte
den Oberarm wiederholt in Mullbinden, welche dann unter sich und an die Haut des
Oberarmes durch eine gesättigte Dextrinlösung festgeklebt wurden. Die Entwicklung
der Impfblattern wurde durch den Verband in keiner Weise gehemmt.
Der benutzte Impfstoff. Unter „A Allgemeines“ ist bereits der zahlenmäßige
Nachweis für die auch im Berichtsjahr wieder vermehrte Anwendung der thierischen
Lymphe, bezw. über die verminderte Verimpfung von Menschenlymphe erbracht worden.
Die Abstammung des verbrauchten Impfstoffes ist im Ganzen die nämliche wie im
Vorjahre gewesen.
Die Menschenlymphe wurde zur Einleitung des Impfgeschäfts hauptsächlich
aus den staatlichen Impfanstalten zu Stettin, Posen, Breslau, Kiel, Hannover und
Münster bezogen; die Weiterimpfung erfolgte dann meistens von Arm zu Arm oder
mittelst Glycerinlymphe, welche im Reg.-Bez. Stettin zum Theil einen Zusatz von Borsäure
erhalten hat. Als Lieferant größerer Mengen humanisirten Impfstoffs zu Massenimpfungen
ist nur noch Dr. Meinhof-Pleschen erwähnt und zwar in den Berichten
aus den Reg.-Bezirken Oppeln, Lüneburg, Köln, Düsseldorf, Koblenz und Trier.
Der thierische Impfstoff wurde in Preußen in denjenigen Provinzen, für
welche staatliche Anstalten zu seiner Erzeugung bestanden, hauptsächlich aus den letzteren
bezogen; es waren dies die Anstalten in Berlin, Kassel, Köln, Halle a. S. und Königsberg
i. Pr., zu denen im September noch diejenige in Stettin hinzukam. Einige derselben
haben ihr Erzeugniß, zum Theil in bedeutender Menge, auch nach anderen
Provinzen abgegeben. Die frühere, zur Versorgung der Provinz Schleswig-Holstein
mit Menschenlymphe bestimmte Anstalt zu Kiel züchtete auch thierischen Impsstoff. Von
außerpreußischen staatlichen Anstalten sind als Bezugsquellen für Impfungen in Preußen
diejenigen zu Bernburg, Cannstatt, Darmstadt, Dresden, Schwerin, Stuttgart und
Weimar angeführt, doch scheinen dieselben erheblich weniger als früher in Anspruch genommen
worden zu sein. Außerdem findet sich vereinzelt noch die städtische Anstalt
zu Krefeld erwähnt. Als Aerzte, welche die Bereitung und Lieferung thierischen Impfstoffs
betrieben, werden Fürst-Leipzig, Grober-B , Krück Neukloster i. Meckl.,
Oestreich-Düren, Pissin-Berlin, Pitschke-Gerbstädt und Protze-Elberfeld genannt. Die
Aerzte Albers-Essen, Brandt-Geldern, Uhlenbreck-Oberhausen und ein Impfarzt im
Mansfelder Seekreise züchteten selbst den für ihre Impfpraxis erforderlichen Impfstoff.
Endlich werden als Verkaufsstellen für thierischen Impfstoff diejenigen der Apotheker