Full text: Geschichte des Königreichs Bayern.

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beiden dentschen Großmächte waren bei der Verwaltung 
der Elbherzogtümer, über die sie sich provisorisch geeinigt 
hatten, in Zwist geraten. Preußen, das sich für eine 
blutige Entscheidung stark genug erachtete, brachte nun 
die Frage zur Entscheidung, wer die Leitung in Deutsch- 
land zu beanspruchen habe, ob wie bisher das durch 
anderweitige Interessen mit beeinflußte Osterreich oder 
Preußen. Ein von Preußen den deutschen Regierungen 
mitgeteilter Plan einer Bundesreform, der den Aus- 
schluß Österreichs aus Deutschland vorschlug, war die 
Beantwortung des österreichischen Antrags beim Bundes- 
tag auf Mobilisierung der Bundesarmee gegen Preußen. 
Mit 9 gegen 6 Stimmen wurde die Mobilisierung der 
Bundesarmee am 14. Juni 1866 beschlossen; dieser Be- 
schluß hatte thatsächlich die Auflösung des deutschen Bundes 
zur Folge. Im nun folgenden deutschen Bruderkrieg focht 
Bayern auf Seite OÖsterreichs. Durch die Niederlage bei 
Königgrätz war der Krieg entschieden. Auch die Bayern, 
die schon wegen ihrer Bewaffnung — Vorderlader gegen 
Zündnadelgewehr — im Nachteile waren, erlitten Verluste- 
so bei Kissingen. Im Frieden mußte Bayern 30 Millionen 
Gulden zahlen und Gersfeld, Orb und Kaulsdorf abtreten. 
In kluger und deutschpatriotischer Voraussicht gestaltete 
das siegende Preußen die Bedingungen, nachdem es Oster- 
reich aus Deutschland ausgeschlossen hatte, so, daß keine 
bleibende Verbitterung folgte, ja der abgeschlossene Schutz-- 
und Trutzvertrag eine weitergehende Annäherung an den 
norddeutschen Bund unter seiner Leitung herbeiführen. 
konnte. Schon 1870 sollte sich diese Politik bewähren. 
Nach Frankreichs Kriegserklärung an Preußen erklärte 
unverzüglich der ideale König Ludwig seine Bereitwillig-