Auswärtige Angelegenheiten. 277
sicherste Grundlage für den Frieden Europas bilden würde; zugleich
würde sie Rußland im Grient einen festen Rückhalt gegen England und
Esterreich gewähren. Tapoleon schloß sich der russischen Jdee ganz an
und suchte nun seinerseits den Hrinzregenten dafür zu gewinnen. Im
Dertrauen teilte er diesem mit, daß er es mit Freuden begrüßen würde,
wenn Hreußen zu einer würdigen Stellung im Deutschen Bunde gelange;
er ging sogar so weit, wenn Hreußen eine kleine „Grenzberichtigung“ am
Rheine zulasse, ihm dafür die Erwerbung Schleswig-Bolsteins als über-Kaiser
Napolron III. (1859).
Gezeichnet und gestochen von Metzmacher. Verlag von Boussod, Daladon & Tie.
reiche Entschädigung zuzusichern. Aber der franzäsische Kaiser hatte in
dem Charakter des Hrinzregenten sich völlig getäuscht: seine lockenden
Anerbietungen machten gar keinen Eindruck. So glaubte er denn noch
einen Schritt weitergehen zu sollen: er ließ dem Hrinzregenten in Berlin
den Vorschlag einer persönlichen Susammenkunft machen. Allein der
Drinzregent lehnte den Vorschlag ab. Gleichwohl wiederholte ihn Napoleon
nach einiger Seit. Sum zweitenmal gab der Hrinzregent, von
der Uberzeugung durchdrungen, daß TWapoleon ihn mit den deutschen